Klassische Schweinepest

Europäische Schweinepest; classical swine fever (CSF); swine fever (SF); hog cholera (HC)

Zuletzt geändert: 23.11.2020
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Tierseuchenkategorien: A D E

Steckbrief

Die Klassische Schweinepest ist eine nur beim Schwein vorkommende, zyklisch verlaufende Allgemeinerkrankung. Für den Menschen ist sie ungefährlich.

Vorkommen

Weltweit, mit Ausnahme von Australien und Neuseeland

Wirtstiere

Alle Schweine, Hausschweine und Wildschweine

Infektionsweg

Direkt von Tier zu Tier und indirekt über kontaminierte Gegenstände, z. B. Schuhe, Kleidung, Arbeitsgeräte, Transportfahrzeuge.

Inkubationszeit

3-8 Tage, bei chronischer und atypischer KSP 3-4 Wochen

Symptomatik

Hohes Fieber (40-41 °C), Störung des Allgemeinbefindens, Mattigkeit, Zittern („Zitterferkel“), Blutergüsse, eitriger Nasen-/Augenausfluss, zunächst Verstopfung, danach Durchfall, Krämpfe. Die Sterblichkeitsrate schwankt zwischen 30 % und 100 %.

Therapie

Es gibt keine Therapie gegen das KSP-Virus.

Vorbeugung

Prophylaktische Impfungen sind in der EU nicht erlaubt (im Bedarfsfall nur mit einer Ausnahmebewilligung der EU).

Situation in Österreich

Seit dem Jahr 1997 ist Österreich frei von Klasssicher Schweinepest in Hausschweinen, seit April 2003 frei von Klasssicher Schweinepest in Wildschweinen. Im Rahmen des Stichprobenprogrammes 2019 wurden 5.507 Blutproben auf Antikörper und 2.081 Proben mittels PCR auf das Virus der Klassischen Schweinepest untersucht. Im Jahr 2019 wurden zusätzlich 1.705 Blutproben von Hausschweinen auf Antikörper und 177 Proben von Wildschweinen auf das Virus der KSP untersucht. In keiner Probe wurde KSP-Virus oder Antikörper nachgewiesen.


Legende

    Fachinformation

    Die Klassische Schweinepest ist eine nur beim Schwein vorkommende, zyklisch verlaufende Allgemeinerkrankung. Die Krankheit wird durch das Virus der Europäischen Schweinepest (ESP-, KSP-, CSF-Virus) aus der Gattung Pestivirus, Familie Flaviviridae verursacht. ESP ist seit 1933 (Ohio, USA) als Infektionskrankheit bekannt und tritt mit Ausnahme von Australien und Neuseeland weltweit auf. An Schweinepest erkranken nur Tiere der Familie Suidae (Echte Schweine oder Altweltliche Schweine). Eine Infektion des Menschen ist nicht bekannt.

    Das KSP-Virus wird durch direkten (Tier zu Tier) und indirekten Kontakt (z. B. Schuhe, Kleidung, Arbeitsgeräte, Transportfahrzeuge) übertragen. Für den Ausbruch der KSP sind Virusausscheider sowie virushaltige Schlacht- und Fleischprodukte die wichtigsten Faktoren. Die Virusausscheidung kann schon einen Tag nach der Infektion im Speichel, Nasen-, Augen- und Rachensekret beginnen. Die Ausscheidung über Harn und Kot beginnt später. Schwer erkrankte Tiere scheiden das KSP-Virus bis zum Tod bzw. bis ca. 1 Monat nach Genesung aus. Chronisch erkrankte Schweine und Kümmerer scheiden die Viren über ein halbes Jahr aus. Die Aufnahme des Virus erfolgt über den Verdauungstrakt, seltener über die Konjunktiva oder die Nasenschleimhaut. Bei seuchenhaftem Verlauf wird das KSP-Virus auch durch Kontakt übertragen.
    Die Inkubationszeit der akuten KSP beträgt nach natürlicher Infektion 3-8 (12) Tage, bei chronischer und atypischer KSP 3-4 Wochen.

    Symptomatik

    Die Art der KSP-Verlaufsform ist abhängig von einigen Faktoren (Alter, Nutzungsrichtung, Virusvirulenz, Infektionsdosis). Kongenitale Infektionen mit KSP-Virus manifestieren sich durch Schwäche, „Zitterferkel“, Kümmern mit Dermatitis, Leukopenie und Inkoordination.

    Man unterscheidet drei Krankheitsbilder:

    • akute Verlaufsform (klassische Verlaufsform)
    • chronische Form
    • atypische Form

    Die akute Verlaufsform manifestiert sich durch hohes Fieber (40-41 °C), Störung des Allgemeinbefindens, Mattigkeit, Anorexie, Hinterhandschwäche, Zittern („Zitterferkel“), Ödeme (Auge), eitriger Nasen-/Augenausfluss, diphteroide Beläge im Maul/Zunge, Erytheme, zunächst Verstopfung, danach Durchfall, Krämpfe. Die Sterblichkeitsrate schwankt zwischen 30 % und 100 %.

    Die chronische Form manifestiert sich durch Appetitlosigkeit, Abmagerung, häufigen Wechsel von Durchfall und Verstopfung. Die Sterblichkeitsrate ist gegenüber der akuten Form stark verringert.

    Die atypische Form verläuft mild und protrahiert; unstillbare Durchfälle, Kümmern, ZNS-Störungen sind typische Symptome.

    Die KSP ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Bekämpfung der KSP stützt sich auf
    a) die Verhinderung der Einschleppung und Verbreitung des Erregers sowie auf
    b) die „stamping out“ Methode (= Ausmerzung infizierter und seuchenverdächtiger Tiere). Prophylaktische Impfungen sind, mit Ausnahme von Rumänien, in allen EU-Staaten untersagt.

    Diagnostik

    Nachweisverfahren:

    • Pathomorphologische Untersuchungen
    • Nachweis von KSP-Virus in Organen mittels Immunofluoreszenzschnitten
    • Virusanzüchtung in der Zellkultur
    • molekularbiologische Methoden (PCR)
    • Nachweis von Antikörpern mittels ELISA
    • Serumneutralisationstest (SNT)

    Kontakt, Formulare

    Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling (Nationales Referenzlabor)
    Robert Koch-Gasse 17
    2340 Mödling
    Telefon: +43 50 555-38112
    Fax: +43 50 555-38529
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