Gonokokken

Neisseria gonorrhoeae

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Zuletzt geändert: 18.04.2017
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Die Gonorrhoe (umgangssprachlich "Tripper") ist eine bakterielle Infektion, hervorgerufen durch Neisseria gonorrhoeae. Sie ist eine der klassischen Geschlechtskrankheiten, und nach Chlamydia trachomatis die zweithäufigste bakterielle sexuell übertragbare Infektion. Eine Übertragung kann bei allen Formen von Geschlechtsverkehr (vaginal, oral und anal) erfolgen, aber auch während der Geburt von einer infizierten Mutter auf das Kind.

Die Gonorrhoe (umgangssprachlich "Tripper") ist eine bakterielle Infektion, hervorgerufen durch Neisseria gonorrhoeae. Sie ist eine der klassischen Geschlechtskrankheiten, und nach Chlamydia trachomatis die zweithäufigste bakterielle sexuell übertragbare Infektion. Eine Übertragung kann bei allen Formen von Geschlechtsverkehr (vaginal, oral und anal) erfolgen, aber auch während der Geburt von einer infizierten Mutter auf das Kind.

Symptome

Bei Frauen ist die Symptomatik einer Gonokokkeninfektion der Harnröhre oder des Gebärmutterhalses oft gering ausgeprägt oder sogar fehlend. Einigen Betroffenen fallen ein vaginaler Ausfluss bzw. leichte vaginale Blutungen auf. Aufsteigende Infektionen können zu Entzündungen des kleinen Beckens (Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, der Eileiter oder des Bauchfells) und in weiterer Folge zu Unfruchtbarkeit bzw. Komplikationen in der Frühschwangerschaft (extrauterine Schwangerschaft) führen.

Bei Männern äußert sich die Infektion mit Gonokokken mit Ausfluss von eitrigem Sekret aus der Harnröhre und Brennen beim Harnlassen. Im Gegensatz zur Infektion bei Frauen verläuft bei Männern nur ein kleiner Teil der Fälle asymptomatisch. Die Krankheitszeichen treten einige Tage bis zu einer Woche nach Exposition (Ansteckung) auf.

Auch Infektionen des Mastdarms (Rektum) und der Mundhöhle sind möglich. Rektale Infektionen können ohne Krankheitszeichen (asymptomatisch) verlaufen oder sich durch Schmerzen, eitrigen Ausfluss, Blutungen oder analen Juckreiz äußern. Die Symptomatik von Infektionen der Mundhöhle ist häufig gering bis fehlend, asymptomatische Personen mit rektaler oder pharyngealer (Rachen) Besiedlung sind deshalb eine häufige unerkannte Infektionsquelle, besonders bei homosexuellen Männern (MSM = men who have sex with men). Augeninfektionen können bei Neugeborenen durch eine Infektion während des Geburtsvorgangs, bei Erwachsenen durch Schmierinfektionen entstehen und äußern sich meist durch eine eitrige Bindehautentzündung (Konjunktivitis bzw. Keratokonjunktivitis).

Bei unbehandelten Infektionen kann es zu einer disseminierten Gonokokkeninfektion kommen, diese kann mit Gelenksentzündung (Arthritis), Hautveränderungen und selten Herzklappenentzündung (Endokarditis) oder Hirnhautentzündung (Meningitis) einhergehen.

Patientenmaterial (Abstrich, Harn…) kann mit Überweisungsschein an das Labor Wewalka (Dr. Huhulescu, Telefon: +43 50 555-37218, Währingerstraße 25a, 1090 Wien) gesendet werden. Einsendungen sollten stets mit der Angabe zur Herkunft der Patientenproben sowie mit den notwendigen Patientendaten, klinischen und epidemiologischen Daten versehen sein. Bitte hierzu die entsprechende Einsendeformulare verwenden.

Therapie

Eine unkomplizierte Gonorrhoe kann im Regelfall mit einer einzigen Dosis eines passenden Antibiotikums behandelt werden. Wichtig für die Unterbrechung der Infektionskette ist die Mitbehandlung des/der SexualpartnerIn. Eine unbehandelte Gonorrhoe ist im Durchschnitt bis zu sechs Monate infektiös!

Gonokokken zeichnen sich durch eine rasche Resistenzentwicklung gegenüber Antibiotika aus. Während Penicillin bereits seit 1989 nicht mehr Mittel der Wahl ist und auch die Fluorochinolone  (Gyrasehemmer) in den vergangenen 10 Jahren immer höhere Resistenzraten aufwiesen (mittlerweile etwa 50 %), ist in den vergangenen Jahren auch eine kontinuierliche Verminderung der Empfindlichkeit gegenüber Azithromycin und Cephalosporinen mit erweitertem Wirkungsspektrum zu beobachten, was zunehmend auch mit klinischem Therapieversagen unter oralem Cephalosporin (Cefixim) assoziiert ist.

Besonders problematisch ist das Auftreten von Stämmen mit Resistenz gegenüber Ceftriaxon (vorerst in Japan, zuletzt aber auch in mehreren europäischen Ländern), was befürchten lässt, dass in absehbarer Zeit die letzte Substanzklasse für die kalkulierte Therapie nicht mehr ausreichend wirksam sein könnte.


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