Diphtherie

Corynebacterium diphtheriae

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Zuletzt geändert: 30.06.2016
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Diptherie-Erreger

Die klassische Diphtherie ist eine schwere Infektion, die ohne adäquate Therapie letal enden kann. In den westlichen Ländern werden meist nur sporadische Fälle registriert. Die Diphtherie ist aber endemisch in vielen Regionen der Welt, wie etwa Fern- und Nahosten, Südamerika oder Afrika.

Corynebakterien sind grampositive, fakultativ anaerobe, nicht sporenbildende, irregulär geformte (keulenförmige) Stäbchenbakterien (griech. "coryne"). Die meisten Vertreter dieser Gruppe sind opportunistische Keime (d. h. nur unter speziellen Bedingungen "krankmachend"). Die größte klinische Bedeutung hat Corynebacterium diphtheriae, der Erreger der Diphtherie, wobei nur toxinbildende Stämme eine Diphtherie verursachen können.

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Diptherie-Erreger

Die klassische Diphtherie ist eine schwere Infektion, die ohne adäquate Therapie letal enden kann. In den westlichen Ländern werden meist nur sporadische Fälle registriert. Die Diphtherie ist aber endemisch in vielen Regionen der Welt, wie etwa Fern- und Nahosten, Südamerika oder Afrika.

Corynebakterien sind grampositive, fakultativ anaerobe, nicht sporenbildende, irregulär geformte (keulenförmige) Stäbchenbakterien (griech. "coryne"). Die meisten Vertreter dieser Gruppe sind opportunistische Keime (d. h. nur unter speziellen Bedingungen "krankmachend"). Die größte klinische Bedeutung hat Corynebacterium diphtheriae, der Erreger der Diphtherie, wobei nur toxinbildende Stämme eine Diphtherie verursachen können.

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Übertragung

Der Mensch ist das einzige Reservoir von Corynebacterium diphtheriae.

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich aerogen in Form von Tröpfchen oder durch direkten Kontakt mit respiratorischen Sekreten oder Wundexudaten. Auch das Erbrochene oder kontaminierte Lebensmittel (Rohmilch) bzw. Gegenstände können eine Rolle bei der Übertragung spielen.

Symptome

Die klassischen Eintrittspforten für C. diphtheriae sind der Respirationstrakt und die Haut.

Die Hautdiphtherie kommt hauptsächlich in den tropischen Regionen vor und manifestiert sich als schlecht heilende Hautulzera, bedeckt von schmutzig grauen Membranen.

Die Diphtherie der Atemwege beginnt nach einer Inkubationszeit von zwei bis fünf Tagen mit Halsschmerzen, Müdigkeit, zervikaler Lymphknotenschwellung und subfebrilen Temperaturen. Im Nasenrachenraum bilden sich adhärente Pseudomembranen (griech: "diphthera", Lederhaut), die sich über eine oder beiden Gaumenmandeln sowie über die restlichen Gewebe des weichen Gaumens ausdehnen und beim Abtragen stark bluten. Die Farbe dieser Membranen kann weiß, schmutzig grau, grün oder schwarz sein.

Diese Pseudomembranen können auch Kehlkopf, Trachea und Bronchien befallen und zu schwerwiegender Symptomatik, wie z. B. Heiserkeit, Atemnot oder Zyanose führen, die ohne sofortige Maßnahmen (Intubation) lebensbedrohlich werden können. In Folge der Toxinbildung kommt es zu Reizleitungsstörungen überwiegend im Herzen und im Zentralnervensystem. Diese manifestieren sich als Herzrhythmusstörungen, Erregungsleitungsstörungen unterschiedlichen Grades sowie akute Herzinsuffizienz mit Kreislaufkollaps. Primär werden die motorischen Nerven beschädigt. Gelegentlich werden auch die sensorischen Nerven betroffen, was sich als "Handschuh-Strumpf"-Neuropathie äußert.

Therapie

Die Therapie muss so früh wie möglich (bei vorläufiger klinischer Diagnose) eingeleitet werden. Sie erfolgt simultan mit Antibiotika und Diphtherieantitoxin (Diphtherieserum). Diphtherieantitoxin ist derzeit in Österreich über Apotheken nicht erhältlich. Erste Auskunftsstelle bezüglich der Verfügbarkeit von Diphtherieantitoxin in Österreich:
4. Med. Abteilung mit Infektionen und Tropenmedizin (Abteilung Prim. Univ.-Doz. Dr. Christoph Wenisch)
SMZ-Süd, Kundratstraße 3, A-1100 Wien
Tel: 01 60191 2407

Bei vollständiger Grundimmunisierung und regelmäßig durchgeführten Auffrischungen ist der Krankheitsverlauf in der Regel mild. Bei Komplikationen sind lebensrettende Maßnahmen (Intubation, Kreislaufunterstützung, Behandlung von Herzrhythmusstörungen) erforderlich.

Hygienemaßnahmen

Zur Vermeidung von weiteren Krankheitsfällen sollten schon bei klinischem Verdacht Isolierungsmaßnahmen getroffen werden. Weiterführende Informationen finden sich im Diphtherie-Folder (siehe Download).

Diagnose

Die Methode der Wahl ist die Anzucht des Erregers aus klinischem Untersuchungsmaterial. Am besten geeignet sind Abstriche von entzündeten Stellen (Nase, Rachen, Gaumenmandeln, Wunde) sowie auch von abgetragenen Membranen.

Wenn keine Wundabstriche gewonnen werden können, wird empfohlen, Aspirate aus dem Wundrand zu gewinnen. Darüber hinaus können je nach klinischem Verdacht auch andere Materialien (Blut, Urin) nach Absprache mit dem Labor  verwendet werden. Nach Anzucht ist der Nachweis von Toxinproduktion für die Diagnosesicherung von großer Bedeutung.

Prophylaxe

Mit der Prävention sollte bereits im Kindesalter begonnen werden. Diese besteht aus einer aktiven Immunisierung mit einem "Toxoidimpfstoff", einem inaktivierten Diphtherietoxin. Der Impfstoff für Kinder ist als Kombinationsimpfstoff mit Tetanus und Keuchhusten und Poliomyelitis erhältlich. Die Immunisierung sollte nach der Grundimmunisierung alle zehn Jahre aufgefrischt werden (z. B. in Kombination mit Tetanus).


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