Coronavirus

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Zuletzt geändert: 22.07.2020
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Seuchenkategorien:

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu SARS-CoV-2 und COVID19

Infoline Coronavirus: 0800 555 621

Allgemeine Informationen zu Übertragung, Symptomen, Vorbeugung (7 Tage in der Woche, 7 bis 20 Uhr).

Wenn Sie Symptome aufweisen oder befürchten, erkrankt zu sein, bleiben Sie zu Hause und wählen Sie bitte 1450.

Fachinformation

Falldefinition SARS-CoV-2

Klinische Kriterien
Jede Form einer akuten respiratorischen Infektion (mit oder ohne Fieber) mit mind. einem der folgenden Symptome, für das es keine andere plausible Ursache gibt: Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Katarrh der oberen Atemwege, plötzlicher Verlust des Geschmacks-/Geruchssinnes

Labordiagnostische Kriterien
Direkter Erregernachweis: Nachweis von SARS-CoV-2 spezifischer Nukleinsäure in einer klinischen Probe mittels PCR

Verdachtsfall

Jede Person, die die klinischen Kriterien erfüllt.
Bei entsprechenden diagnostischen Befunden (z.B. laborchemische Parameter und/oder radiologischer Befund) und/oder infektionsepidemiologischen Hinweisen (z.B. vorangegangener Kontakt mit einem SARS-CoV-2-Fall, regionale Virusaktivität jener Gebiete, in denen sich die betroffene Person in den vergangenen 14 Tagen aufgehalten hat), die in Kombination mit der klinischen Symptomatik zu einem dringenden ärztlichen Verdacht auf das Vorliegen von COVID-19 führen, sollen auch Fälle, die andere klinische Kriterien und Symptome als die genannten (z.B. Erbrechen, Durchfall) aufweisen, als Verdachtsfälle eingestuft werden.

Bestätigter Fall
Jede Person mit direktem labordiagnostischen Nachweis von SARS-CoV-2, unabhängig von der Symptomatik.

Zur Zeit werden keine Regionen, in denen von anhaltender Übertragung von SARS-CoV-2 ausgegangen werden muss, definiert, da COVID-19 inzwischen weltweit verbreitet ist.

Behördliche Vorgangsweise bei SARS-CoV-2 Kontaktpersonen: Kontaktpersonennachverfolgung (Stand 14.4.)

Gesundheitsministerium: Coronavirus

Gesundheitsministerium: Fachinformationen und Handlungsempfehlungen

Gesundheitsministerium: Erlässe und Verordnungen für konsequente und koordinierte Vorgehensweise

ECDC: Fälle von neuartigem Coronavirus weltweit (englisch)

WHO: Informationen zu neuartigem Coronavirus (englisch)

Epidemiologie

Die Zahl der abgeklärten Fälle und ihre Zuordnung zu Clustern ändern sich mit dem Fortschreiten der epidemiologischen Abklärung. Für die Zuordnung zu einem Cluster wird jenes Setting gewählt, in dem die meisten Übertragungen innerhalb der jeweiligen Fallhäufung erfolgten:

Clusteranalyse im Rahmen der SARS-CoV-2-Epidemie, Österreich 2020

Analyse der in das österreichische Elektronische Meldesystem (EMS) eingepflegten, neu aufgetretenen (inzidenten) COVID19-Fälle. Die Auswertung wird wöchentlich aktualisiert.

Epidemiologische Parameter des COVID19 Ausbruchs, Österreich, 2020

Reservoir, Übertragungsart und Erkrankung

Seit Dezember 2019, beobachten die Gesundheitsbehörden eine Häufung von Fällen von Pneumonie in der chinesischen Stadt Wuhan. Die gemeinsame Verbindung der Patienten war der Aufenthalt auf einem Markt für Meeresfrüchte und exotische Wildtiere (Füchse, Krokodile, Schlangen, Pfaue) in Wuhan City, Provinz Hubei 2 bis 14 Tage vor Auftreten der Krankheits-symptome. Als verursachendes Agens wurde ein neuartiges Coronavirus (2019-nCoV, seit 11.02.2020 SARS-CoV-2) identifiziert, das mit dem SARS Coronavirus eng verwandt ist.


Vertreter der Familie der Coronaviren können bei einer Reihe von Wirbeltieren wie Säugetiere, Vögel und Fischen Erkrankungen verursachen. Die häufigsten humanpathogenen Coronaviren, das Alphacoronavirus 229E und das Betacoronavirus OC43, die via Sekrettröpfchen oder kontaminierte Hände bzw. Oberflächen von Mensch-zu-Mensch übertragen werden, führen üblicherweise zu einer milden Infektion des oberen Respirationstraktes.

Hingegen sind die hauptsächlich tierpathogenen Coronarviren, die auch von Tier zu Mensch übertragbar sind (zoonotische CoV), wie das SARS-Coronavirus (SARS-CoV) und das MERS-Coronavirus (MERS-CoV), assoziiert mit schwerer respiratorischer Erkrankung. Das SARS Coronavirus, ausgehend von China, verursachte 2002/2003 eine Pandemie. Die Zibetkatze wurde als der natürliche Wirt identifiziert. Das MERS Coronavirus, bekannt seit 2012, hat als Wirt das Dromedar; Tier-zu-Mensch Übertragungen kommen sporadisch, und diese vor allem auf der arabischen Halbinsel vor.

Klinische Manifestation assoziiert mit einer SARS-CoV-2-Infektion

  • milde Erkrankung der oberen Atemwege
  • milde Erkrankung der unteren Atemwege, gekennzeichnet durch milde Pneumonie 
  • schwere Erkrankung der unteren Atemwege ("SARI, severe acure respiratory infection“), gekennzeichnet durch schwere Pneumonie, ARDS und Sepsis.

WHO: Dokumente zu Surveillance, Prävention, Kontrolle und Behandlung

Informationen des ECDC

Informationen des China CDC

Robert Koch Institut: Epidemiologie, Diagnostik und Umgang mit Probenmaterial, Prävention und Bekämpfungsmaßnahmen

Probenahme und Diagnostik

Vergleich unterschiedlicher Nukleinsäure-Amplifikationssysteme für SARS-CoV-2

Serologische Schnelltests sind zum Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 ungeeignet.
Zum gesicherten Nachweis einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 kommt stattdessen eine andere, auch von der WHO empfohlene Methode in Frage: Diese basiert auf dem Nachweis von Nucleinsäuren durch Polymerasekettenreaktion (PCR-Tests). Mehr Informationen dazu beim Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Der Virusnukleinsäure-Nachweis ist nach telefonischer Rücksprache am Zentrum für Virologie an der Medizinischen Universität Wien möglich. Es werden keine privaten Untersuchungen für gesunde Personen durchgeführt!
Das Zentrum für Virologie an der Medizinischen Universität Wien wurde vom Gesundheitsministerium als Referenzzentrale für respiratorische Viren, darunter auch SARS-CoV-2, benannt und fungiert als nationales Bestätigungslabor für SARS-CoV-2-positive Laborbefunde.

Die Untersuchung von Proben (Abstrichtupfer), die durch Amtsärztinnen und Amtsärzte veranlasst wurden, erfolgt am AGES-Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene Wien, Zentrum für anthropogene Infektionen, Währingerstraße 25a, 1090 Wien. Es werden keine privaten Untersuchungen für gesunde Personen durchgeführt!

Wir bitte Sie, von Fragen zu Befundergebnissen an unserem Institut Abstand zu nehmen. Aus Datenschutzgründen ist weder eine telefonische noch schriftliche Auskunft zu Analysenergebnissen möglich. Befunde werden an die einsendende Stelle übermittelt und können dort angefordert werden.
Die MA15 (Ärztfunkdienst) hat für Auskünfte die Mailadresse Covidno@Spam@ma15.wien.gvno.Spam.at eingerichtet. Das Wiener Rote Kreuz gibt Auskunft über negative Testergebnisse und kann über C19-sampling-ccno@Spam@w.roteskreuzno.Spam.at kontaktiert werden.

Probenannahme: Mo-Fr 8.00 – 16.00 Uhr, Sa/So 8.00 – 12.00 Uhr

Probenmaterial für die PCR-Diagnostik:

  • Nasopharyngealabstrich
  • Oropharyngealabstrich
  • Sputum
  • BAL (Lungenspülflüssigkeit)
  • Endotracheales Aspirat

Gesundheitsministerium: Liste von Labors, die SARS-CoV-2 Tests durchführen

Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP):
Empfehlungen zum Umgang mit Untersuchungsmaterial von Covid-19-positiven/-verdächtigen Patienten im Labor

Video: Probenahme bei Coronavirus-Verdacht

Antikörpernachweise

Antikörpernachweise werden an Blutproben durchgeführt. Es wird davon abgeraten, das Ergebnis eines einmaligen Antikörpertests als Kriterium für die Diagnosestellung COVID-19 einzusetzen. Wenn jemand aber früher COVID-19 ähnliche Krankheitszeichen hatte und damals kein PCR-Test auf SARS-CoV-2 durchgeführt wurde, so kann ein Antikörpernachweis nachträglich die Diagnose einer stattgefundenen SARS-CoV-2-Infektion stützen. Generell macht ein Antikörpertest frühestens 14 Tage nach Infektion oder 10 Tage nach Auftreten erster Krankheitszeichen Sinn, vorher sind im Blut keine Antikörper nachzuweisen.

Für einen sog. Schnelltest („Lateral Flow Assay”) zum Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 Antigen genügt im Allgemeinen die Entnahme weniger Bluttropfen aus einer Fingerkuppe. Das Ergebnis liefert eine qualitative Aussage.

Im Regelfall werden in medizinischen Laboratorien Antikörpernachweise aber maschinell abgearbeitet; sie ermöglichen zudem eine quantitative Auswertung. Neben dem ELISA-Test (enzyme linked immunosorbent assay) kommen zunehmend vollautomatische Testsysteme zur Anwendung (z.B. CLISA-Test, Chemilumineszenz-Immunoassay; CMIA-Test, Chemilumineszenz-Mikropartikel-Immunoassay; ECLIA-Test, Elektrochemilumineszenz-Immunoassay). Als Probenmaterial sind hierfür Vollblut, Serum sowie Plasma geeignet.

Der Nachweis von Antikörpern weist auf eine abgelaufene Infektion hin. Für die Feststellung einer Serokonversion – als Beleg für eine erst kürzlich erfolgte SARS-CoV-2-Infektion – sollte ein Serumpärchen im Abstand von ca. 14 Tagen gewonnen werden. Bei der Mehrzahl der Patienten findet eine Serokonversion in der 2. Woche nach Symptombeginn statt; laut Long et al. zeigten 100% ihrer Patienten am Tag 19 nach Auftreten erster Krankheitszeichen Antikörper [Long Q-X et al. Nat Med 2020], bei To et al. waren 100% ihrer Patienten bereits 14 Tage nach Auftreten erster Krankheitszeichen seropositiv [To KK-W et al. Lancet Infect Dis 2020]. Die Schwere des klinischen Verlaufs korreliert nicht mit Zeitpunkt und Menge der Antikörperbildung [Yongchen Z et al. Emerg Microbes Infect 2020]. Individuen ohne Krankheitszeichen können sogar trotz positiver PCR-Befunde seronegativ bleiben [Lee YL et al. J Infect 2020].

Nach derzeitigem Kenntnisstand lässt ein serologischer Nachweis von SARS-CoV-2-spezifischen Antikörpern keine eindeutige Aussage zur Infektiosität oder dem Immunstatus eines Probanden zu. Der Nachweis von SARS-CoV-2-spezifischen Antikörpern schließt deshalb eine Infektiosität eines Patienten nicht mit Sicherheit aus. Das Vorhandensein neutralisierender Antikörper, die auf eine protektive Immunität hindeuten, kann in Speziallaboren mittels Serumneutralisationstest bestätigt werden.

Neutralisationstest

Die Bestimmung von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 mittels Neutralisationstest (NT) ist eine Testmethode, die zur Bestätigung von serologischen Antikörpertests eingesetzt wird. Bei den verfügbaren serologischen Tests können nämlich – bedingt durch Kreuzreaktivitäten mit anderen bei uns zirkulierenden Coronaviren - falsch positive Ergebnisse vorkommen.
Im Neutralisationstest werden virusneutralisierende Antikörper nachgewiesen. Diese Antikörper bestätigen, dass ein Patient eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht hat und werden daher als Beleg für eine Immunität gegen SARS-CoV-2 verwendet. Aus unserer Sicht ist eine abschließende Beurteilung des Immunstatus des Patienten, d. h. eine Aussage über den Schutz vor einer neuerlichen Infektion mit diesem Virus, mit dem Neutralisationstest derzeit aber nicht möglich.
 
Testablauf
Der Neutralisationstest ist ein arbeitsaufwändiger und langwieriger Test, bei dem Zellkulturen, die für eine Virusinfektion empfänglich sind, eingesetzt werden. Verdünnungsreihen des Patientenserums werden mit einer definierten Virusmenge inkubiert und anschließend auf die Zellkultur aufgebracht. Sind im Serum neutralisierende Antikörper vorhanden, dann binden diese an das Virus und verhindern damit die Aufnahme des Virus in die Zelle und die Virusvermehrung. Die Zellen bleiben intakt. Sind keine oder nicht ausreichend neutralisierende Antikörper im Serum, dann wird die Zellkultur infiziert und Virus in den Zellen vermehrt. Die Zellen verändern sich in charakteristischer Weise, was in Form der so genannten cytopathogenen Effekte sichtbar wird und 4 Tage nach Ansetzen des Tests im Lichtmikroskop beurteilt werden kann. Im Befund wird die höchste Verdünnungsstufe des Patientenserums, bei der die Zellkultur noch keine cytopathogenen Effekte aufweist, als Antikörpertiter angegeben.

Informationen zu Arbeitsrecht, Reiserecht, Schulen, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion, Unterstützung

Arbeiterkammer und ÖGB: neue Hotline und Homepage für arbeitsrechtliche Fragen: www.jobundcorona.at, Telefon: 0800 22 12 00 80 Mo-Fr ab 9.00 Uhr.

Verein für Konsumenteninformation: kostenlose Hotline für Fragen rund ums Reisen (täglich, auch am Wochenende, von 9 bis 15 Uhr unter der Telefonnummer: 0800 201211

Wirtschaftskammer:Coronavirus Infopoint“, Telefon: 0590900-4352, E-Mail: infopoint_Coronavirusno@Spam@wkono.Spam.at

Bildungsministerium: Informationen und Empfehlungen für Schulen und Eltern

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus: Informationen zu Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend: FAQ zu arbeitsrechtliche Fragen (Kurzarbeit), Auswirkungen auf Familien, Sonderbetreuungszeit

Team Österreich (Initiative von Rotem Kreuz und Hitradio Ö3) unter der Nummer: 0800 600 600 (kostenlos, täglich 7-19 Uhr) wenden. Die freiwilligen MitarbeiterInnen des Team Österreich können für Sie einkaufen gehen und auch sonst behilflich sein.

Stadt Wien: 24-Stunden-Betreuungs-Hotline für Risikogruppen unter 01 4000 4001 (Unterstützung für ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen)

Tiroler Sorgenhotline: 0800 400 120 von 8.00 bis 20.00 Uhr

Hotline Kriseninterventionsteam Land Steiermark: 0800 500 154 (9-21 Uhr)

Hotline für Fragen zu Miliz/Verlängerung des Grundwehrdienst: 05 02 01
Hotline für den außerordentlichen Zivildienst unter 0800 500 183

Ö3 Kummernummer: 116123
Rat auf Draht: 147
TelefonSeelsorge: 142
Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555
psychotherapeutische Erstberatungs- und Info-Hotline für seelische Gesundheit: Terminvereinabarung online auf https://www.voepp.at/schnelle-hilfe/

Informationen der Bundesländer

Vorarlberg

Tirol, 24-Stunden-Hotline des Landes Tirol: 0800 80 80 30

Salzburg

Oberösterreich

Niederösterreich

Wien

Burgenland

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