Brucellose

Brucella melitensis

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Zuletzt geändert: 16.01.2017
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Unter Brucellosen werden Infektionen mit Bakterien der Gattung Brucella (B.) verstanden, die in Form von kurzen, unbeweglichen, nicht sporenbildenden Stäbchen weltweit vorkommen. Diese Bakterien kommen weltweit vor und sind gegenüber Hitze und allen geläufigen Desinfektionsmitteln empfindlich. Die Spezies B. melitensis tritt vor allem bei Schafen und Ziegen in Mittelmeerländern auf; beim Menschen wird diese Infektionskrankheit als Maltafieber bezeichnet. B. abortus verursacht das seuchenhafte Verwerfen bei Rindern und die Bang’sche Krankheit beim Menschen. B. suis ist in Europa selten und findet sich neben Schweinen hauptsächlich bei Feldhasen.

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Unter Brucellosen werden Infektionen mit Bakterien der Gattung Brucella (B.) verstanden, die in Form von kurzen, unbeweglichen, nicht sporenbildenden Stäbchen weltweit vorkommen. Diese Bakterien kommen weltweit vor und sind gegenüber Hitze und allen geläufigen Desinfektionsmitteln empfindlich. Die Spezies B. melitensis tritt vor allem bei Schafen und Ziegen in Mittelmeerländern auf; beim Menschen wird diese Infektionskrankheit als Maltafieber bezeichnet. B. abortus verursacht das seuchenhafte Verwerfen bei Rindern und die Bang’sche Krankheit beim Menschen. B. suis ist in Europa selten und findet sich neben Schweinen hauptsächlich bei Feldhasen.

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Übertragung

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch direkten Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Tiere oder durch Aufnahme von lebensfähigen Erregern über Lebensmittel. Dabei stehen Rohmilchprodukte (Butter, Käse) als Übertragungsmedium im Mittelpunkt.

In Österreich treten sporadisch im Ausland (Urlaubsaufenthalte in Mittelmeerländern) erworbene Lebensmittelinfektionen mit B. melitensis auf.

Symptome

Bis zu 90 % aller Infektionen verlaufen subklinisch; sie lassen sich nur über den Nachweis spezifischer Antikörper beim Patienten erkennen und sind Ausdruck einer erfolgreichen Immunabwehr. Beim Maltafieber kommt es in der Anfangsphase zu unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Nach einem kurzen, beschwerdefreien Intervall können grippeähnliche Symptome oft mit abendlichen Temperaturanstiegen auf bis zu 40 °C verbunden mit massiven Schweißausbrüchen auftreten, häufig verbunden mit Blutdruckabfall und Schwellungen der Leber, Milz und Lymphknoten. Die Erkrankung kann ohne antibiotische Behandlung spontan ausheilen, ohne Therapie jedoch auch zu einem chronischen Verlauf mit immer wiederkehrenden Fieberschüben führen.

Bei Tieren kommt es häufig zu Abortusfällen und entzündlichen Veränderungen, vor allem am Geschlechtsapparat. Bei Schafböcken tritt die Brucellose in Form der infektiösen Nebenhodenentzündung auf, die durch Brucella ovis hervorgerufen wird.

Überwachung

Die Brucellose der Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Bekämpfung konzentriert sich auf die Erkennung, Isolierung und Ausmerzung der infizierten Tiere sowie die Kontrolle des Tierverkehrs, um die Erregerverbreitung zu verhindern. Die Überwachung der Seuchenfreiheit erfolgt durch serologische Untersuchungen.

Österreich ist amtlich frei von Brucella melitensis und Brucella abortus. Dieser Status muss durch jährliche, repräsentative Stichprobenuntersuchungen bestätigt werden. Im Jahr 2013 wurden 20.611 Blutproben von Schafen und Ziegen aus insgesamt 1.528 Beständen auf Antikörper gegen B. melitensis untersucht. Es gab keinen Brucella melitensis positiven Fall.

Die österreichischen Rinderbestände waren auch 2013 amtlich anerkannt frei von Rinderbrucellose (10.367 Blutproben und 1.266 Sammelmilchproben).


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