BHV1 (IBR/IPV/IBP)

Bovines Herpes Virus 1

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Zuletzt geändert: 16.01.2017
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Der Erreger, das Bovine Herpes Virus 1 (BoHV-1) mit verschiedenen Subtypen, gehört zur Familie der Herpesviridae und ist ein doppelsträngiges DNA-Virus. Es verursacht beim Rind unterschiedliche Krankheiten: Die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR), die Infektiöse Pustulöse Vulvovaginitis (IPV) und die Infektiöse Balanoposthitis (IBP). Das Virus ist weltweit verbreitet. Hauptwirte sind Rinder und Wildwiederkäuer. Natürliche Infektionen (jedoch meist ohne klinische Erscheinungen) sind bei Schafen und Ziegen nachgewiesen. Für den Menschen besteht keine Gefahr.

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Der Erreger, das Bovine Herpes Virus 1 (BoHV-1) mit verschiedenen Subtypen, gehört zur Familie der Herpesviridae und ist ein doppelsträngiges DNA-Virus. Es verursacht beim Rind unterschiedliche Krankheiten: Die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR), die Infektiöse Pustulöse Vulvovaginitis (IPV) und die Infektiöse Balanoposthitis (IBP). Das Virus ist weltweit verbreitet. Hauptwirte sind Rinder und Wildwiederkäuer. Natürliche Infektionen (jedoch meist ohne klinische Erscheinungen) sind bei Schafen und Ziegen nachgewiesen. Für den Menschen besteht keine Gefahr.

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Bedeutung

Bedeutung

Die Erkrankung hat große wirtschaftliche Bedeutung: Verluste durch respiratorische Erkrankung, Rückgang der Milchleistung, Behandlungskosten, Fruchtbarkeitsstörungen, Aborte und tödliche Erkrankungen bei Neugeborenen. Die Morbidität kann bis zu 100 % betragen, jedoch ist die Letalität gering (bis zu 10 %). Durch bakterielle und virale Sekundärerreger (z.B. der Erreger des Rindergrippekomplexes) kann sich der Verlauf der Krankheit verkomplizieren.

Übertragung

Eine Einschleppung des Erregers in BHV1-freie Betriebe erfolgt meist über den Zukauf von Tieren, welche klinisch gesund sind aber das Virus latent in sich tragen oder sich in der Inkubationsphase befinden. Die Verbreitung der Krankheit wird durch intensive Tierbewegungen z.B. durch Viehhändler und Viehmärkte gefördert.

Die Verbreitung des Erregers in der Herde erfolgt vorwiegend durch direkten Tierkontakt: z.B. über erregerhältiges Tränen- und Nasensekret (Tröpfcheninfektion), über die Schleimhäute des Genitaltraktes, aber auch über Kot und Belecken. Eine indirekte Übertragung durch Personen und kontaminierte Kleidung, durch ungenügend gereinigte, kontaminierte Transportfahrzeuge, Gerätschaften (Stallutensilien) und Instrumente (z. B. Injektionsnadeln) ist ebenfalls möglich.

Infizierte Tiere bleiben lebenslänglich Virusträger und können phasenweise nach einer Stresssituation (z. B. Futterwechsel, Geburt, Transport, Stress) wieder zu Ausscheidern werden. Die nasale Virusausscheidung dauert bis zu 2 Wochen. Männliche Tiere spielen bei der Verbreitung der IBR/IPV/IBP eine wichtige Rolle (Versendung von infiziertem Sperma!).

Die betroffenen Rinder weisen 7-14 Tage nach Infektion serologisch nachweisbare Antikörper auf. Maternale Antikörper werden via Kolostrum an die Kälber übertragen, die damit einen biologischen Schutz gegen klinische Erkrankung aufweisen. Meistens sind sie bis 9 Monate nachweisbar, in wenigen Fällen länger.

Kleine Wiederkäuer können sich infizieren, scheiden das Virus aus, erkranken jedoch nicht. Wildwiederkäuer bilden in BHV-1 Gebieten ein Virusreservoir.

Symptome

Vom Krankheitsbild zeigt sich die Infektion mit BHV-1 in zwei Formen, Die Krankheitssymptome variieren je nach Alter der infizierten Tiere:

IBR = respiratorische Form: Mattigkeit, Fressunlust, Fieber (bis zu 42 °C), Nasenausfluss, Hyperämie der Nasen- und Flotzmaulschleimhaut ("Red Nose-Symptom"), Konjunktivitis, Husten, Dyspnoe, Abort, Masttiere zeigen eine verminderte Mastleistung. Laktierende Tiere bereits zu Beginn der Krankheit einen starken Rückgang der Milchleistung.

Bei Kälbern verläuft IBR vornehmlich als fieberhafte Allgemeinkrankheit mit Dominanz der respiratorischen Symptome und oftmals Durchfall. Die Letalität liegt deutlich höher als bei erwachsenen Tieren; die Krankheit verläuft meist tödlich.

IPV / IBP = genitale Form (in der Regel auf die Vaginal- und Präputialschleimhaut beschränkt): Mattigkeit, Fressunlust, Fieber (bis zu 42 °C), Labien angeschwollen und ödemisiert, Schleimhaut (Vorhof, Vagina, Penis) hyperämisch, Bläschen auf der Schleimhaut, Abort, Orchitis, Endometritis

Bekämpfung

IBR/IPV/IBP ist eine anzeigepflichtige Krankheit. Es ist daher bei Seuchenverdacht nach den gesetzlichen Vorgaben des BMG vorzugehen. In der Rindergesundheits-Überwachungs-Verordnung finden sie genaue Vorschriften und Maßnahmen zum Vorgehen bei Verdacht:

  • Probenahme
  • Verdächtige Bestände
  • Vorgehen in besonderen Verdachtsfällen
  • Verseuchte Bestände
  • Ansteckungsverdächtiges Tier
  • Krankheitsverdächtiges Tier
  • Reagent
  • Ausmerzen von Reagenten
  • Anzeigepflicht
  • Maßnahmen nach der Anzeige
  • Reinigung und Desinfektion
  • Verkehrsbeschränkung
  • Transport
  • Überwachung von IBR/IPV inkl. Überwachungsprogramme

Nachweis

Nachweis

Folgende Proben können für eine Untersuchung eingesandt werden:

Proben für den indirekten Virusnachweis:

  • Vollblut oder Serum ohne Gerinnungshemmer (nicht eingefroren, Füllmenge > 7ml)
  • Tankmilch bzw. Einzelmilch

Proben für den direkten Virusnachweis:

  • Nasentupfer, Augentupfer, Genitaltupfer
  • Kopf inkl. Tonsillen und Larynx
  • Ösophagus 20 cm

veränderte Organe:

  • faustgroßes Lungenstück (Bifurkation)
  • Lymphknoten
  • Uterus, Ovarien
  • Organe vom Fetus und Plazenta

Untersuchungsstellen:

Das Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling der AGES ist als Nationales Referenzlabor für IBR/IPV/IBP spezialisiert auf Nachweisverfahren von BHV-1.

BHV-1-Verdachtsuntersuchungen und Abklärungsuntersuchungen erfolgen am Institut Mödling.

siehe Informationen zu IBR/IPV Untersuchungen

Zu den Öffnungszeiten, Adressen etc. der Untersuchungsstellen


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