Aujeszky / Probeneinsender und Jäger

Zuletzt geändert: 22.04.2015

Welche Untersuchungsmöglichkeiten gibt es? Wie versende ich die Proben?

Welche Untersuchungsmöglichkeiten gibt es? Wie versende ich die Proben?

Grundsätzlich gibt es 2 Möglichkeiten der Untersuchung auf Aujeszky’sche Krankheit (AD, Aujeszky’sche Krankheit, Aujeszky Disease):

A. Die Untersuchung auf Antikörper aus Blut (Serum): Das Ergebnis trifft eine Aussage, ob das Tier Kontakt mit dem Virus hatte; das Resultat der Untersuchung gibt jedoch keinen Aufschluss, wann, wo und wieweit das Virus akut vorhanden ist oder ob es ausgeschieden wird.

Kosten: 3,80€ (Betrag exkl. Mwst.)

Art der Probe, Verpackung: Blutproben als Vollblut in Serumröhrchen; bitte nur kühlen, nicht frieren.

B. Die Untersuchung auf das AD-Virus mittels PCR aus Organen: Das Ergebnis zeigt, ob das Tier akuter Virusträger ist.

Kosten: 42,50€ je Probe/Tier (Betrag exkl. Mwst.)

Wo kann ich die Proben zur Untersuchung abliefern?

Wo kann ich die Proben zur Untersuchung abliefern?

Die Proben können direkt im veterinärmedizinischen Institut in Mödling abgegeben werden:

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit - AGES
Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling
Robert Koch-Gasse 17
A-2340 Mödling

Tel: +43 (0) 505 55-38112 (Allgemeine Auskunft)
Fax: +43 (0) 505 55-38108
E-mail: vetmed.moedling@ages.at
web: www.ages.at

Öffnungszeiten und Probenanlieferung
Montag - Freitag: 7.00 - 15.00
Außerhalb der Dienstzeiten können Proben unter Angabe der Daten (siehe AGES-Untersuchungsformular) beim Portier abgegeben werden.

Ist das Aujeszky disease-Virus (AD-Virus) außerhalb des Tierkörpers überlebensfähig?

Ist das Aujeszky disease-Virus (AD-Virus) außerhalb des Tierkörpers überlebensfähig?

Das AD-Virus ist ein Herpesvirus, das Suid Herpesvirus 1, das unter natürlichen Verhältnissen relativ stabil ist. Es überdauert bei 4 °C monatelang, bei 25 °C bis zu 40 Tage, bei 56 °C 30 Min. und bei 80 °C 8 Min. Im Bereich von pH 4,5 - 11 wird die Infektiosität des AD-Virus kaum beeinträchtigt.

Kann eine Übertragung des AD-Virus auch außerhalb des Wirtstierkörpers erfolgen?

Kann eine Übertragung des AD-Virus auch außerhalb des Wirtstierkörpers erfolgen?

Das Virus kann auch über Schuhe und Kleidung "verschleppt" werden. Eine Übertragung des Virus von z. B. Wildschwein bzw. Hausschwein zu Hund, Wildschwein zu Wildschwein, Hausschwein zu Hausschwein ist daher nicht auszuschließen! Die Infektiosität hängt aber von der Virusmenge ab. Vorfälle über die Übertragung von AD außerhalb des Wirtstierkörpers werden zwar berichtet, genauere Studien über die Infektiosität des AD-Virus in der freien Umwelt sind derzeit jedoch nicht bekannt.

Die in Europa derzeit bekannten Fälle von erkrankten Hunden werden immer mit dem Jagdgeschehen bzw. mit erlegten Wildschweinen sowie deren Organmaterial in Zusammenhang gebracht. Daher ist die Wahrscheinlichkeit einer indirekten Übertragung sehr gering.

Kann sich ein Hund durch Beschnuppern von Wildschweinduftspuren mit AD anstecken?

Kann sich ein Hund durch Beschnuppern von Wildschweinduftspuren mit AD anstecken?

Die Ansteckung durch Einatmen der Duftspuren von Wildschweinen ist unwahrscheinlich. Da aber keine Studien dazu bzw. über das Überleben des AD-Virus in Urin bekannt sind, kann eine eindeutige Aussage nicht getroffen werden.

Die Fährte eines angeschossenen Wildschweins ist meistens durch Blut, Knochensplitter und Bestandteile aus dem Rachen- und Mundhöhlenbereich (bei Treffer in Kieferbereich) gekennzeichnet. Der Nachsuchehund folgt bekanntlich dieser Fährte und kommt damit n

Die Fährte eines angeschossenen Wildschweins ist meistens durch Blut, Knochensplitter und Bestandteile aus dem Rachen- und Mundhöhlenbereich (bei Treffer in Kieferbereich) gekennzeichnet. Der Nachsuchehund folgt bekanntlich dieser Fährte und kommt damit n

Eine Ansteckung des Jagdhundes mit AD-Virus könnte durchaus möglich sein, beachtet man die Überlebensfähigkeit des AD-Virus in der freien Umwelt und die Möglichkeit einer Virusübertragung durch Kontakt. Die Übertragung des AD-Virus durch Kontakt der Jagdhunde mit infiziertem Blut ist wahrscheinlich.

Für die Ausbildung eines Nachsuchehundes wird auch auf der sogenannten „Künstlichen Fährte“ geübt. Hier wird auf einer Spur mit gesammeltem Blut von vorher erlegten Wildstücken trainiert. Man versucht damit, eine der Praxis entsprechende Situation mit Kor

Für die Ausbildung eines Nachsuchehundes wird auch auf der sogenannten „Künstlichen Fährte“ geübt. Hier wird auf einer Spur mit gesammeltem Blut von vorher erlegten Wildstücken trainiert. Man versucht damit, eine der Praxis entsprechende Situation mit Kor

Eine Infektion der Jagdhunde bei Kontakt mit infiziertem Blut kann nicht ausgeschlossen werden. Die Ansteckung lässt sich aber vermeiden, wenn zum Training auf Virusfreiheit getestetes Blut bzw. getestetes Organmaterial eines toten Wildschweins verwendet wird.

Der direkt Kontakt Schwarzwild – Jagdhund sollte möglichst im Jagdbetrieb eingeschränkt werden. Auf alle Fälle vermieden werden sollten das „Genossen machen“ mit Organen vom Schwarzwild, ein intensiver Kontakt zu Ein- und Ausschusswunden, das Anschneiden von Schwarzwild, ein Kontakt zu Aufbrüchen oder zu Schwarzwildstrecken. Wenn die Schutzmaßnahmen eingehalten werden, kann die Ansteckung von Jagdhunden mit Aujeszky'sche Krankheit mit hoher Sicherheit verringert werden.

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