Amerikanische Faulbrut

Paenibacillus larvae

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Zuletzt geändert: 02.06.2017
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Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine ansteckende Erkrankung der Bienenbrut, die im Falle des Auftretens umfangreiche Bekämpfungs- und Sanierungsmaßnahmen erfordert. Da der Erreger nur Bienenmaden befallen kann, ist er für den Menschen ungefährlich. Sporenbelasteter Honig kann daher ohne Gefahr verzehrt werden.

Der Erreger, Paenibacillus larvae, ist ein gramnegatives, stäbchenförmiges Bakterium, das in zwei Erscheinungsformen auftritt: als rundherum begeißeltes Stäbchen (Vermehrungsform) und als Spore (widerstandsfähige Dauerform).

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Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine ansteckende Erkrankung der Bienenbrut, die im Falle des Auftretens umfangreiche Bekämpfungs- und Sanierungsmaßnahmen erfordert. Da der Erreger nur Bienenmaden befallen kann, ist er für den Menschen ungefährlich. Sporenbelasteter Honig kann daher ohne Gefahr verzehrt werden.

Der Erreger, Paenibacillus larvae, ist ein gramnegatives, stäbchenförmiges Bakterium, das in zwei Erscheinungsformen auftritt: als rundherum begeißeltes Stäbchen (Vermehrungsform) und als Spore (widerstandsfähige Dauerform).

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Symptome

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festsitzende Schorfe
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Weiselzelle mit Faulbrutschorf
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fadenziehender Inhalt der Wabe

Zwischen Infektion und Krankheitsausbruch (= erste Krankheitsanzeichen sichtbar) vergehen oft Wochen bis Monate, abhängig vom Zustand des Bienenvolks und Bakterienstamm (fünf verschiedene Genotypen in Österreich nachgewiesen).

Bei der Amerikanischen Faulbrut (AFB) handelt es sich um eine äußerst ansteckende, bakterielle Infektion der Bienenbrut, die zum Absterben der Brut und typischen klinischen Symptomen führt: lückenhaftes Brutnest, eingesunkene, löchrige, feucht glänzende Zelldeckel, stehengebliebene verdeckelte Brutzellen, hell- bis dunkelbraune, fadenziehende Masse in der Brutzelle, festsitzende Schorfe in der unteren Rinne der Brutzelle, eventuell charakteristischer Geruch der schleimigen Masse nach Leim.

Krankheitsverlauf

Die Aufnahme der Sporen mit dem Futter führt zu einer Infektion der Larven. Maden im Alter von ein bis zwei Tagen können infiziert werden. Im Mitteldarm entwickeln sich die Sporen bereits nach 24 Stunden zu stäbchenförmigen Bakterien. Diese vermehren sich dort ein bis vier Tage nach Infektion massenhaft. In der Folge gelingt es ihnen, das Darmepithel an einigen Stellen zu überwinden, indem sie zwischen den Darmepithelzellen durchwandern und dann plötzlich in großer Zahl in die Leibeshöhle gelangen. Wenn dies eintritt, stirbt die Larve ab. Die stäbchenförmigen Bakterien bilden sich zu Sporen um. Sporen können bereits ab Beginn der Infektion in geringerem Ausmaß gebildet werden.

Je nach Faulbrutstamm sterben Maden bereits in sehr frühem Stadium (vor Verdeckelung) und werden von den Putzbienen in unterschiedlichem Ausmaß entfernt. Daher kann das Symptombild der Erkrankung auch zu mehr oder weniger umfangreichen Brutlücken führen, je nachdem ob viel oder wenig befallene Brut vor der Verdeckelung ausgeräumt wurde. In diesem Falle ist die Diagnose von Amerikanischer Faulbrut am Bienenstand schwer zu treffen (daher ist auf ein lückenhaftes Brutnest zu achten!). Nur wenn Larven erst nach der Verdeckelung absterben, entstehen die typischen Symptome der Amerikanischen Faulbrut: fadenziehende Massen, die später zu Schorfen eintrocknen können.

Übertragung

Übertragung im Volk

Im Zuge der normalen Volksaktivität können Faulbrutsporen im infizierten Bienenvolk übertragen werden, da alle Teile des Bienenvolkes und des Stockes mit Sporen verunreinigt sind. Sporen finden sich in Schorfen auf Waben, im Honig, im Pollen, auf Bienen (Haarkleid), in Bienen (Honigblase, Mitteldarm, Kotblase), auf den Beutenoberflächen, im Kittharz, im Bienenkot und im Wachsmottenkot.

Übertragung von Volk zu Volk

Die Übertragung erfolgt einerseits durch die Bienen selbst (Räuberei: Honigraub aus schwachen Völkern; auch „stille“ Räuberei, Schwärme, Verflug von Bienen und Drohnen) als auch durch den Imker (Wabentausch zwischen erkrankten und gesunden Völkern, Ablegerbildung aus erkrankten Völkern, Wabentausch bei Zugabe bzw. Wegnahme von Brut-, Honig- und Pollenwaben zur Verstärkung oder Schröpfung der Völker sowie zur Futterversorgung, Verwendung verunreinigter Gerätschaften für verschiedene Völker und Stände, Völkermassierung an einem Standort oder in einem Gebiet, "Ausschlecken lassen" von honigfeuchten Waben und Entdeckelungswachs im Stock bzw. im Freien, Verfütterung von betriebsfremdem oder ausländischem Honig und Pollen.

Vorbeugung

Keine fremden Völker, Waben und Gerätschaften ungeprüft auf den Stand bringen.

Völker nur nach vorhergehender Brutkontrolle (am Herkunftsstand) kaufen.

Gebraucht gekaufte Beuten und Gerätschaften vor Benützung desinfizieren.

Keinen fremden Honig, Pollen oder Auslandshonig verfüttern.

Bienenstände nicht in der Nähe von Gefahrenquellen (verwahrloste Bienenstände, Auslandshonig verarbeitende Betriebe, Mülldeponien) aufstellen.

Fremde Schwärme in der Schwarmkiste hungern lassen, bis die ersten Bienen herunterfallen, damit Futtervorrat in der Honigblase aufgebraucht wird.

Bekämpfung

Die Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut erfolgt entweder durch Vernichtung oder durch Sanierung der Völker mit begleitenden Desinfektionsmaßnahmen. In Österreich ist kein Medikament zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut zugelassen. Vor dem illegalen Einsatz von Antibiotika wird nachdrücklich gewarnt, da damit erhebliche Risken (z. B. Rückstände im Honig, unerkannte Verschleppung der Krankheit) und Strafen durch die Überwachungsbehörden verbunden sind. Honig mit Antibiotikarückständen ist weder als Lebens- noch als Futtermittel verkehrsfähig.

Ausführliche Informationen zu Sanierung und Desinfektion siehe Download: Amerikanische Faulbrut - Information für Imker

Zur Sanierung eines Ausbruches von Amerikanischer Faulbrut ist grundsätzlich das Kehrschwarmverfahren in Kombination mit umfangreichen Desinfektionsmaßnahmen die Methode der Wahl. Jeder Stand mit erkrankten Völkern ist komplett dem Kehrschwarmverfahren zu unterziehen. Die Sanierung soll so früh wie möglich nach dem Diagnostizieren der Krankheit durchgeführt werden. Möglicher Zeitraum der Sanierung, der auf die jeweiligen Klima- bzw. Witterungsverhältnisse abzustimmen ist: März bis September (Zeit der ersten Erweiterung bis Ende der Einfütterung).

Idealerweise werden alle Stände mit erkrankten Völkern innerhalb eines Sperrkreises binnen kurzer Zeit saniert.

Das Kehrschwarmverfahren ist grundsätzlich bei allen Völkern durchführbar. Bei zu geringer Volksstärke der Einzelvölker können auch Sammelkehrschwärme unter Verwendung der besseren Königin gebildet werden.

Eine Abtötung erkrankter Völker ist sinnvoll, wenn diese bereits sehr schwach sind oder die Jahreszeit (Überwinterungsperiode zwischen Oktober und März) eine Kehrschwarmbildung nicht erlaubt.

Alle Brutwaben sind zu verbrennen, alle anderen Waben (auch alle Vorratswaben) auszuschneiden und bei einem Wachsverarbeitungsbetrieb  – als „Seuchenwachs“ deklariert –  einschmelzen zu lassen.

Keine eigene Wachsverarbeitung im Seuchenfall.

Wenn AFB während einer Massentracht diagnostiziert wird, soll die Zustimmung der Bezirksverwaltungsbehörde zu einem schrittweisen Verfahren eingeholt werden:

Die klinisch erkrankten Völker eines Standes unverzüglich abtöten oder sanieren. Diese Kehrschwärme auf dem Stand aufstellen.

Nach Beendigung der Tracht alle Völker des Standes abkehren (Königin eventuell drei Wochen käfigen, damit die Völker nach der Tracht brutfrei sind).


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