Afrikanische Schweinepest

Downloads Services
Zuletzt geändert: 17.09.2018

Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist ein Virus und gehört zur Virusfamilie Asfarviridae. Infizieren sich Schweine und Wildschweine mit dem Virus, so verläuft die Krankheit, abhängig von der Virulenz des Erregers, oft tödlich. Die Afrikanische Schweinepest ist eine äußerst ansteckende, meist fieberhaft verlaufende Seuche. Das Wirtsspektrum umfasst Schweine aller Rassen und Altersstufen, auch Wildschweine. Für den Menschen oder andere Tierarten ist das Virus ungefährlich.
Das Afrikanische Schweinepestvirus (ASP-Virus, african swine fever virus ASFV) ist ein DNA-Virus, das als einziges Virus zur Familie Asfarviridae, Genus Asfivirus, gehört. Das ASP-Virus ist ein doppelsträngiges behülltes DNA-Virus (ds DNA), das ca. 170.000 bis 192.000 Basenpaare lang ist. Derzeit gibt es nur einen Serotyp, jedoch werden basierend auf dem viralen p72-Gen22 verschiedene Genotypen unterschieden.

Videoaufzeichnung Webinar 29.6.2017: Vortrag von Univ. Prof. Friedrich Schmoll (AGES) zur ASP-Diagnose und Krankheitsverlauf

Aktuelle Information zur Seuchenlage in Euopa (ADNS) - AGES DSR

EFSA Journal 2018; 16(7):5344: African swine fever in wild boar

FLI Riems: Verbreitung in Europa

Mehr Informationen

Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist ein Virus und gehört zur Virusfamilie Asfarviridae. Infizieren sich Schweine und Wildschweine mit dem Virus, so verläuft die Krankheit, abhängig von der Virulenz des Erregers, oft tödlich. Die Afrikanische Schweinepest ist eine äußerst ansteckende, meist fieberhaft verlaufende Seuche. Das Wirtsspektrum umfasst Schweine aller Rassen und Altersstufen, auch Wildschweine. Für den Menschen oder andere Tierarten ist das Virus ungefährlich.
Das Afrikanische Schweinepestvirus (ASP-Virus, african swine fever virus ASFV) ist ein DNA-Virus, das als einziges Virus zur Familie Asfarviridae, Genus Asfivirus, gehört. Das ASP-Virus ist ein doppelsträngiges behülltes DNA-Virus (ds DNA), das ca. 170.000 bis 192.000 Basenpaare lang ist. Derzeit gibt es nur einen Serotyp, jedoch werden basierend auf dem viralen p72-Gen22 verschiedene Genotypen unterschieden.

Videoaufzeichnung Webinar 29.6.2017: Vortrag von Univ. Prof. Friedrich Schmoll (AGES) zur ASP-Diagnose und Krankheitsverlauf

Aktuelle Information zur Seuchenlage in Euopa (ADNS) - AGES DSR

EFSA Journal 2018; 16(7):5344: African swine fever in wild boar

FLI Riems: Verbreitung in Europa

Mehr Informationen

Informationsmaterial

Afrikanische Schweinepest: Informationen für Schweinehalter


Afrikanische Schweinepest: Informationen für JägerInnen

Vorträge, Unterlagen, BTSF Workshop, Webinar zur Afrikanischen Schweinepest, 19.9.201

Merkblatt Jäger: Achtung! Afrikanische Schweinepest

Information für Forstarbeiter

Jagd und Natur.tv 6.6.2018: Österreichs Chef-Veterinär Ulrich Herzog und der niederösterreichische Landesjägermeister Josef Pröll sprechen über Maßnahmen, mit denen das Einschleppen der Afrikanischen Schweinepest nach Österreich verhindert werden soll.


Afrikanische Schweinepest: Informationen für TierärztInnen

Informationsblatt für TierärztInnen

ASP-Diagnose und Krankheitsverlauf. Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Friedrich Schmoll, 27.06.2017

BMASGK -Komunikationsplattform Verbrauchergesundheit: Expertensitzung ab Juli 2017 - ASF

Broschüre des Ländlichen Forbildungsinstitutes Österreich - Biosicherheit Schwein (siehe auch FAO-Link)

BMASGK - Komunikationsplattform Verbrauchergesundheit: Empfehlungen der Schweinekommission (SGK)


Infografik Übertragungsweg

caption
Übertragungswege Afrikanische Schweinepest

Vorkommen

Vorkommen

Seit Anfang 2014 wurden Fälle von ASP bei Wildschweinen in Polen, Litauen, Lettland und Estland festgestellt; Seitdem wurden in diesen Ländern mehrere tausend Fälle von ASP sowohl in der Wildschweinepopulation, als auch in Hausschweinebeständen (große Betriebe und Kleinsthaltungen) festgestellt. In den betroffenen Regionen gelten Restriktionsmaßnahmen zur Bekämpfung gemäß der Rechtsetzung in der EU. Da die ersten Ausbrüche in den betroffenen osteuropäischen Ländern entlang der weißrussischen Grenze stattfanden, geht man davon aus, dass die Einschleppung der ASP in die baltischen Staaten und nach Polen von Weißrussland aus erfolgte. Fälle von afrikanischer Schweinepest wurden auch aus der Ukraine gemeldet (nahe der EU-Grenze in einer Entfernung von 6 km zu Rumänien und 20 km zu Ungarn; 450 km zur österreichischen Grenze). Seit Beginn des Jahres 2017 werden auch vermehrt Ausbrüche bei Hausschweinen und Wildschweinen in der Ukraine gemeldet.

Am 23. April 2018 meldeten auch die Ungarischen Veterinärbehörden den ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein in Ungarn. Das tote Tier wurde im Bezirk Heves, nordöstlich von Budapest und ca. 50 km von der Slowakischen Grenze entfernt, aufgefunden. Seitdem wurden auch in Ostungarn nahe der Ukrainischen Grenze weitere, an ASP verendete Wildschweine gefunden. Große Teile Ungarns sind bereits als Restriktionszonen ausgewiesen. 

Am 27.06.2017 wurden von den tschechischen Veterinärbehörden Fälle von ASP bei Wildschweinen in der südöstlichen Region um Zlin (80 km von Österreich entfernt) gemeldet. Aufgrund der zahlreichen Maßnahmen der tschechischen Veterinärbehörden konnten weitere Ausbrüche bislang verhindert werden. Die geographisch weit entfernte Lage der Ausbruchsstelle weist auf eine Übertragung der Krankheit durch weggeworfenen kontaminierte Lebensmittel hin. Auch in Ungarn wird vermutet, dass illegal eingeführte Produkte aus Schweinefleisch die Ansteckungsquelle darstellen.

In Rumänien, welches bis Juni 2018 nur vereinzelte Fälle in sogenannten „Hinterhofhaltungen“ verzeichnete, kam es beginnend mit Juni zu einem starken Anstieg der ASP Ausbrüche. Betroffen sind sowohl die Wildschweinpopulation, als auch kommerzielle Schweinehaltungen.

Am 13.9.2018 wurde bei tot aufgefundenen Wildschweinen in Belgien im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg, Belgien etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, Afrikanische Schweinepest festgestellt.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) wurde das erste Mal in Kenia im Jahre 1921 beschrieben. Kurze Zeit später tauchten die ersten Fälle in Südafrika und Angola auf. Seit 1996 hat das ASP-Virus Westafrika erreicht (Elfenbeinküste (1996), Benin, Nigeria und Togo (1997) und Ghana (1999)). Es folgten weitere west- und ostafrikanische Länder sowie auch die Insel Madagaskar (1998).

1957 und 1959 kam die ASP von Angola nach Europa. Auf der Iberischen Halbinsel dauerte die Ausrottung der ASP über 30 Jahre. Auf der Mittelmeerinsel Sardinien (Italien) ist die Seuche bereits seit 1978 präsent.

Ein Hotspot der ASP-Epidemiologie nahe bzw. in Europa ist die Region zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer, die sogenannte Trans-Kaukasus Region. Hier treten seit dem Jahr 2007 regelmäßig ASP-Ausbrüche auf, die unter anderem die Staaten Georgien, Armenien, Azerbaijan und Russland betreffen. Seit 2007 breitet sich die Seuche weiter nach Norden bzw. Nordwesten aus. Weitere ASP-Ausbrüche wurden nahe an der EU-Mitgliedstaatengrenze 2012 in der Ukraine und 2013 in Belarus festgestellt. Von einem Vorkommen in zahlreichen nicht EU Staaten Osteuropas (die nicht an das Europäische Meldesystem angeschlossen sind) kann ausgegangen werden.  

In Österreich ist die Afrikanische Schweinepest bisher noch nicht aufgetreten. Die Gefahr einer Einschleppung ist aufgrund der zahlreichen Fällen in Nordosteuropa aber sehr hoch.

Ein Ausbruch in Österreich hätte schwerwiegende Folgen, für Tiere und landwirtschaftliche Betriebe. Bei Auftreten von ASP in einem Betrieb müssen alle Tiere getötet werden. Die wirtschaftlichen Verluste betreffen über einen großen Zeitraum gesehen die gesamte heimische Schweinewirtschaft. Bei Auftreten von ASP "nur" im Wildtierbestand sind umfassende und großräumige Handelsbeschränkungen in den betroffenen Gebieten einzuhalten. Um die Verbreitung der Krankheit über Wildschweine zu verhindern, muss in der Folge in den betroffenen Regionen die Jagd reglementiert werden.

Neuausbrüche in den europäischen Ländern konnten bis dato meist auf Wildschweine (infiziert durch Direktübertragung oder durch Aufnahme von kontaminierten Lebensmittel) zurückgeführt werden. Daher sind Biosicherheitsmaßnahmen einzuleiten, damit die Übertragung von infizierten Wildschweinen auf das Hausschwein nicht erfolgen kann (siehe Bekämpfung / Prävention). 

Übertragung

caption
Übertragungswege Afrikanische Schweinepest

Übertragung

Die Afrikanische Schweinepest wird direkt durch infizierte Haus- und Wildschweine, aber auch indirekt übertragen:

Direkte Übertragung:

durch Kontakt zwischen gesunden und ASP-infizierten Haus- bzw. Wildschweinen

Indirekte Übertragung:

über infizierte Abfallprodukte (Futter, Wasser)

durch kontaminierte Fahrzeuge, Geräte und Bekleidung

durch lebende Vektoren: Zecken der Gattung Ornithodoros (z. B. Ornithodoros moubata). Die Infektion kann mit dem Zeckenbiss starten und dann in der Schweinepopulation weitergehen (Zecke → Schwein → Zecke → Schwein → Schwein → Schwein etc).

Infografik Übertragungswege (PDF)

Symptome

Die Afrikanische Schweinepest ist eine wirtschaftlich bedeutende Viruserkrankung bei Schweinen.
Die Inkubationszeit beträgt 3-19 Tage (ASForce Flyer: 3-15 Tage, OIE: 4-19 Tage). Meist ist die ganze Herde betroffen (alle Rassen und Altersstufen). Die wichtigsten Symptome sind Fieber (40,5 °C bis 42 °C) und Apathie. Nach Eindringen des Erregers in den Wirt kommt es zuerst zu einer Virämie mit Fieber. 

Viele afrikanische Wildschweine (z. B. Warzenschweine) sind inapparent mit dem Virus infiziert. Schweine können den Erreger auch ohne klinische Symptome in sich tragen (asymptomatische Träger). Schweine mit Symptomen zeigen typische klinische Symptome, die abhängig vom Virusstamm sind.Es gibt es mehrere Verlaufsformen – je nach Virulenz des Erregers:

Perakute - akute Form (meist bedingt durch hoch virulentes ASP-Virus)

  • Fieber (40,5 °C bis 42 °C)
  • Leukopenie und Thrombozytopenie (48 bis 72 Stunden)
  • Erytheme = Hautrötung: Ohren, Schwanz, distaler Extremitätenbereich, Bauch und Brust
  • erhöhte Pulsfrequenz
  • erhöhte Atemfrequenz
  • Erbrechen
  • Durchfall (meist auch blutig)
  • Aborte

Überlebende Tiere sind meist lebenslange Virusträger (v. a. in afrikanischen Wildschweinen und bei Hausschweinen in endemischen Gebieten). Der Tod tritt innerhalb von 6-13 Tagen (bis zu 20 Tagen) ein. Die Mortalitätsrate liegt bei Hausschweinen bei annähernd 100 %.

Subakute Form (meist bedingt durch moderat-virulentes ASP-Virus)

Symptome sind nicht so stark ausgeprägt wie bei der akuten Form (Aborte). Der Krankheitsverlauf dauert ca. 5 – 30 Tage. Der Tod tritt innerhalb von 15 – 45 Tagen ein. Die Mortalitätsrate ist geringer als bei der akuten Form (ca. 30-70 %).

Chronische Form (meist bedingt durch moderat-virulentes ASP-Virus)

Symptome sind nicht so stark wie bei der akuten Form ausgeprägt

  • Gewichtsverlust
  • unregelmäßige Temperaturschwankungen
  • Atemprobleme
  • Arthritis
  • chronische Hautulzera z. T. Hautnekrosen
  • Pericarditis
  • Adhäsion der Lunge
  • Gelenksschwellung
  • Krankheitsverlauf dauert ca. mehr als 2 – 15 Monate
  • geringe Mortalitätsrate (ca. < 20 %)

Bekämpfung / Prävention

Bekämpfung / Prävention

Die Bekämpfung konzentriert sich auf das Erkennen, Isolieren und Ausmerzen der infizierten Tiere sowie auf die Kontrolle des Tierverkehrs, um die Erregerverbreitung zu verhindern. 

Es gibt keinen zugelassenen Impfstoff. In Europa wäre die Impfung von Hausschweinen gegen Afrikanische Schweinepest nach aktueller Rechtslage aus tierseuchenrechtlichen Gründen verboten.

Neuausbrüche in Ländern sind zunächst auf Wildschweine zurückzuführen. Daher sind Biosicherheitsmaßnahmen zu setzen, damit die Übertragung vom Wildschwein auf das Hausschwein nicht erfolgen kann.
Das Risiko einer Einschleppung in weitere Länder der Europäischen Union besteht auch durch den Vertrieb von Rohfleisch- und Rohwurstprodukten von infizierten Haus- und Wildschweinen aus den betroffenen Ländern und durch kontaminierte Fahrzeuge, die aus den betroffenen Regionen kommen. (Illegales) Verfüttern bzw. Entsorgen von Essensresten, die bereits mit Erregern verseucht sind, sind eine Infektionsquelle.

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) hat daher Vorsorgemaßnahmen gesetzt, um eine mögliche Einschleppung zu verhindern:

Erläuterungen  Bekämpfungs-/Vorsorgemaßnahmen

Maßnahmen in Österreich

Vom Nationalen Referenzlabor der AGES, das Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen Mödling wurden sowohl 2017 als auch 2018 ein Screening auf ASP durchgeführt:

 

Diagnostik

Diagnostik

Die klinische Diagnostik ist erschwert, da die Afrikanische Schweinepest sich klinisch nicht von der Europäischen Schweinepest (= Klassischen Schweinepest) unterscheidet.

Die Untersuchung der Organproben von Tieren erfolgt mittels PCR an der AGES Mödling; das Ergebnis liegt innerhalb von 24 Stunden nach Einlangen der Proben im Labor vor. Tiere sind bis zum Vorliegen des Ergebnisses unter amtlicher Sperre zu halten.

Differentialdiagnostisch kommen unter anderem Europäische Schweinepest, Schweineinfluenza, Porcines Reproduktives und Respiratorisches Syndrom, Bakterien und Parasiten in Betracht.

Nationales Referenzlabor:
Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen, Mödling (= Nationales Referenzlabor)
Robert Koch-Gasse 17
A-2340 Mödling
Tel.Nr.: +43 50 555-38112
e-mail: vetmed.moedlingno@Spam@agesno.Spam.at

Ansprechpartner:
Dr. Adi Steinrigl, adi.steinriglno@Spam@agesno.Spam.at
Univ.-Prof. Dr. Friedrich Schmoll, friedrich.schmoll@ages.at
Dr. Peter Schiefer, peter.schiefer@ages.at

FAQ

Was ist Afrikanische Schweinepest?

Afrikanische Schweinepest (ASP) oder African Swine Fever (ASF) ist eine ansteckende, anzeigepflichtige und zumeist tödlich verlaufende Erkrankung der Haus- und Wildschweine.

Was mache ich, wenn ich ein totes oder krankes Wildschwein finde?

Wenn Sie ein krankes oder totes Wildschwein finden, verständigen Sie die Amtstierärztin/den Amtstierarzt.  Diese treffen die notwendigen Maßnahmen.

Besteht eine Gefahr für Menschen durch ASP?


ASP ist für Menschen nicht gefährlich. Der Mensch kann sich mit dieser Krankheit nicht anstecken.

Besteht eine Gefahr durch den Verzehr und die Zubereitung von Wildschweinefleisch oder Wildschweinefleischprodukten (z. B. Wurst)?

Es dürfen nur gesund erlegte Tiere in den Handel gelangen. Aber auch der versehentliche Verzehr von Wildschweinefleisch (mit ASP) bedeutet keine Gefahr für Menschen. Abfallprodukte von Wildschweinen können aber für Schweine gefährlich werden. Blut und Körperausscheidungen bleiben unter Umständen wochenlang ansteckend. In gekühltem und gefrorenem Muskelfleisch und in Knochen und in Wurst kann das Virus monatelang weiter leben.

Welche Tiere sind gefährdet?

ASP ist ansteckend für Haus und Wildschweine (Hund und Katze Pferd, Rind, Schaf etc. sind nicht gefährdet).

Wie können Schweine angesteckt werden?

Schweine stecken sich durch direkten Kontakt mit kranken Schweinen an. Das Virus wird über alle Körperflüssigkeiten ausgeschieden. Eine Übertragung erfolgt auch indirekt über Lebensmittel, die aus dem Fleisch infizierter Schweine hergestellt wurden sowie über verunreinigte Schuhe, Kleidung, Werkzeuge, Behältnisse, Fahrzeuge oder Hunde (diese erkranken selbst nicht).

Welche Gefahr besteht für Hausschweine?
    

ASP in Hausschweinen verursacht schwere Erkrankungen und hat eine hohe Todesrate. Der wirtschaftliche Schaden durch einen Krankheitsausbruch ist für den Betrieb und für den Handel in Österreich sehr groß.

Wer zahlt mir meinen Aufwand/Schaden/Wildschweinfleisch…?

Eine gewisse finanzielle Unterstützung ist nur  für Tierseuchenausbrüche in Nutztierbeständen vorgesehen.

Behandlung oder Impfung?

Derzeit gibt es keine heilende Behandlung oder Schutzimpfung gegen ASP. Die Behandlung ist verboten.

Warum ist die Behandlung ASP-kranker Tiere verboten?

Die Behandlung der ASP ist aussichtslos und würde die Qual der Tiere nur verlängern. Durch an ASP erkrankte Tiere können auch gesunde Schweine angesteckt werden, was ebenfalls das Leid vergrößern würde.

Probenahme

Die Probenahme wird durch die Amtstierärztin/den Amtstierarzt veranlasst. Das Tier soll nicht geöffnet werden. Es sind Tupferproben (Wundtupfer, Bluttupfer, Nasentupfer) an das Labor der AGES Mödling  zu schicken (unter Berücksichtigung der Verpackungsvorschrift UN3373). Der Kadaver muss seuchensicher entsorgt werden (TKV).

Tupfer nachbestellen

Tupfer für den amtlichen Bedarf werden von der AGES Mödling zur Verfügung gestellt.

Desinfizieren

Die Probennehmer desinfizieren die Probenverpackung äußerlich mit einem herkömmlichen Desinfektionsmittel.

Proben einschicken

Die Amtstierärztin/der Amtstierarzt veranlassen die Einsendung von Proben an die AGES Mödling, Robert Koch Gasse 17, 2340 Mödling.

Antragsformular

Es gibt kein spezielles Antragsformular. Die amtliche Beauftragung erfolgt über das „Verbrauchergesundheits-Informations-System (VIS)“ durch die Behörde.

Untersuchungsdauer

Die Untersuchung dauert je nach Probenart 1-5 Arbeitstage.

Untersuchungskosten

Amtliche Einsendungen werden nicht verrechnet. Privatuntersuchungen kosten 39,70 Euro exkl. MwSt pro PCR-Untersuchung von einer Probe.

Links

Links

EFSA: African Swine fever - EFSA assesses measures to prevent spread

EFSA: ASF modelling procurement 2018 - call Feb. 2018

FAO: African swine fever

FAO: African Swine fever (ASF) detection and diagnosis

FAO: Good practices for Biosecurity in the pig sector (FAO animal Production and Health Paper No. 169 - Link related publications

FLI Riems: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/afrikanische-schweinepest/

zur Verbreitung in Europa: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/afrikanische-schweinepest/karten-zur-afrikanischen-schweinepest/

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat eine Risikobewertung zur möglichen Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland erstellt.

Literatur

Literatur

Afrikanische Schweinepest: Eine hochgefährliche Tierseuche auf dem Vormarsch / Sandra Blome; Martin Beer. - In: Forschungsreport 2/2013. - S. 24-27 (https://www.fli.de/fileadmin/FLI/Publikationen/Flyer/Schweinepest_ASP.pdf)

Die Afrikanische Schweinepest in Osteuropa – eine Gefahr auch für deutsche Schweinebestände? / Sandra Blome et. al. - In: Tierärztl. Umschau 66 (2011)7-8, S. 291-296 (https://www.fli.de/fileadmin/FLI/Tierseuchen/ASP/Blome-ASP-TU7-8-11.pdf)

LINK zur Vortragsreihe der Amtstierärztlichen Weiterbildung - siehe ASF-Vorträge von:
Konstantin Gruzdev (FGBI ARRIAH Russland): ASF-Erfahrungsberichte aus Russland
Sandra Blome (FLI-Deutschland): ASF-Eine Tierseuche auf dem Vormarsch

Damoser, J.; Höflechner-Pöltl, A. (2018): Afrikanische Schweinepest: Aktuelle Lage. Weidwerk 4: 26-28.

Dünser, Michael (2017): Die Afrikanische Schweinepest rückt näher! Klauentierpraxis 25. Jahrgang (3/2017): 125-128.

Dünser, Michael (2017): Die Afrikanische Schweinepest rückt bedrohlich näher. Der oberösterreichische Jäger Nr. 156, September 2017: 13-1.

Gallardo, M.C. (2015): African swine fever: a global view of the current challenge. Porcine Health Management 1:21. 

 

 


x