WHO Zucker Empfehlungen

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Zuletzt geändert: 13.11.2019

WHO empfiehlt maximal 5 bis 10 Teelöffel freien Zucker pro Tag

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Verschiedene Zuckerarten und Honig in weißen Schüsseln

Um das Risiko einer ungesunden Gewichtszunahme und Karies zu verringern, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Aufnahme an freiem Zucker in sämtlichen Lebensphasen auf unter 10 Energieprozent zu reduzieren. Dies entspricht nicht mehr als 50 Gramm Zucker pro Tag (ca. 10 Teelöffel) für einen durchschnittlichen Erwachsenen (bei einer Kalorienzufuhr von 2.000 kcal). Unter „freie Zucker“ werden hier alle Zuckerarten verstanden, die Speisen und Getränken beigefügt werden. Aber auch jener Zucker, der natürlich in Honig, Sirup, Fruchtsaftkonzentraten und Fruchtsäften vorkommt.

Außerdem hält die WHO eine weitere Reduktion der Aufnahme freien Zuckers auf unter 5 Energieprozent (also täglich nicht mehr als 5 Teelöffel Zucker für Erwachsene) für sinnvoll. Dies ist jedoch noch eine bedingte Empfehlung, deren Umsetzung auf gesundheitspolitischer Ebene zu diskutieren ist.

Zucker ist vielen Lebensmitteln in unterschiedlicher Menge zugesetzt, z. B. :

LebensmittelZuckergehalt
1 Glas Limonade (200 ml)bis zu 26 g
1 Becher Fruchtjoghurt (200 g)bis zu 34 g
1 Portion Frühstückscerealien (30 g)bis zu 13 g

 

Studie der Weltgesundheitsorganisation zeigt: Zuviel Zucker in Säuglings- und Kleinkindnahrungen

Bei knapp 60 % der in Österreich für Säuglinge und Kleinkinder vermarkteten Nahrungsmittel und Getränke stammen mehr als 30 % der enthaltenen Kalorien aus Zucker. Das zeigt eine europaweite Studie der Weltgesundheitsorganisation, bei der rund 8.000 Produkte in vier Städten in der Europäischen Region der WHO (Budapest, Haifa, Sofia und Wien) getestet wurden.

In drei der untersuchten Länder (Österreich, Bulgarien und Ungarn) entfielen bei mindestens der Hälfte der Produkte mehr als 30 % der enthaltenen Kalorien auf den Gesamtzuckergehalt. Bei 4 von 10 Produkten waren mehr als 40 % der enthaltenen Kalorien auf Zucker zurückzuführen. Nur in Israel sind die Zuckergehalte niedriger, allerdings stammen auch hier bei 18 Prozent der Produkte 30 % der Gesamtkalorien aus Zucker.

In vielen Lebensmitteln wie beispielsweise in pürierten Breien aus Obst, Gemüse oder Milch ist von Natur aus Zucker enthalten. Bei rund einem Drittel der Produkte (30 %) war jedoch Zucker oder eine andere süßende Zutat wie Fruchtsaftkonzentrat zugesetzt. Besonders zuckerhaltig waren Getränke wie Säfte und Tees, Desserts sowie pürierte Breie aus Obst.

Für Österreich wurden im Zeitraum November 2017 bis Jänner 2018 in 22 Geschäften in Wien (Supermärkte, Biomärkte, Drogeriemärkte, etc.) Produkte wie Frucht- und/oder Gemüsebreie, Milch-Getreide-Breie, Menüs mit Fleisch oder Fisch, Suppen, Joghurts, Desserts, Kekse, Waffeln, Säfte, Tees und andere Getränke gesammelt, die für Kinder im Alter von 0 bis 36 Monate vermarktet wurden. Die Datenerfassung durch die AGES erfolgte auch für das Projekt „Lebensmittel unter der Lupe“. Mit diesem neuen Online-Tool der AGESkönnen Zucker-, Salz-, Fett- und Energiegehalte von Lebensmitteln ganz einfach abgerufen werden. Zusätzlich bietet das Tool praktische Tipps und Informationen rund um eine ausgewogene Ernährung. Derzeit stehen Informationen zu Säuglings- und Kleinkindprodukten, Quetschies, Müslis und Frühstückscerealien, Kakaos, Ketchups und Pizza zur Verfügung. Weitere Produktgruppen wie zum Beispiel Milchprodukte und Softdrinks folgen.

Vom Gesundheitsförderungsprogramm „Richtig essen von Anfang an!“ werden bereits seit 2010 die am österreichischen Markt erhältlichen Beikostprodukte hinsichtlich ihrer Kennzeichnung (Nährwerte, Zutaten etc.) evaluiert. Auf Basis der Ergebnisse wurden im Jahr 2016 „Qualitätskriterien für Beikost Starterprodukte“ erarbeitet, die von der Arbeitsgruppe „Kleinkinder, Stillende und Schwangere“ (AG KISS) und der Nationalen Ernährungskommission abgestimmt wurden. Die Kriterien gelten für Breie im Gläschen sowie Getreidebreie zum Anrühren, die ab Beginn des 5. Monats und 6. Monats geeignet sind. Sie geben Vorgaben im Bereich der „Alterseignung“, „Zutatenliste“ und „Verwendungsempfehlung“.

Um Eltern und nahe Bezugspersonen bei der Auswahl von Beikostprodukten im ersten Lebensjahr zu unterstützen, wenn nicht selbst gekocht wird, wurde von „Richtig essen von Anfang an!“ der Folder "Checkliste Beikostprodukte" erstellt.

WHO Richtlinie für die Aufnahme an freiem Zucker

Die von der WHO 2015 veröffentlichte Richtlinie für die empfohlene Aufnahme von Zucker soll helfen, ungesunde Gewichtszunahme und Zahnkaries besser zu kontrollieren bzw. Folgeerkrankungen vorzubeugen.

Die Richtlinie basiert auf einer Auswertung verschiedener wissenschaftlicher Studien zum Konsum von Zucker bei Erwachsenen und Kindern und dem Risiko einer Gewichtszunahme bzw. Entstehung von Karies.

Im Fokus der WHO Empfehlungen steht die Aufnahme von freiem Zucker aller Zuckerarten. Darunter versteht man unter anderem Traubenzucker (Glucose, Dextrose), Fruchtzucker (Fructose), Haushaltszucker (Saccharose) sowie Malzzucker (Maltose) oder auch Zucker, der in Honig, Sirupen, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten vorkommt. Freie Zucker werden einerseits von VerbraucherInnen selbst den Nahrungsmitteln und Getränken zugefügt (z. B. Zucker im Kaffee, Honig im Müsli). Andererseits kommen sie aber auch in vielen verarbeiteten Lebensmitteln (z. B. Fertiggerichte, Limonaden, Kekse) und der Gastronomie (z. B. Zucker in Süßspeisen) vor.

Die WHO-Richtlinie bezieht sich nicht auf den natürlichen, in frischem Obst oder in Milch vorkommenden Zucker.

Tipps zur Zucker-Reduktion:

Lebensmittel unter der Lupe

www.gesundheit.gv.at – Das Gesundheitsportal


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