Nationale Referenzzentrale für Gonokokken

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Zuletzt geändert: 27.05.2016

Das Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene der AGES in Wien hat ab 2016 die Aufgaben einer Nationalen Referenzzentrale für Neisseria gonorrhoeae übernommen. Unter anderem ist die Überwachung der antimikrobiellen Empfindlichkeit sowie die Erhebung epidemiologischer Daten, in Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern, ein wesentlicher Bestandteil der Aufgaben der Referenzzentrale, vor allem da sich die Resistenzsituation relativ rasch ändern kann, was Änderungen der Therapieempfehlungen zur Folge hat. Die Erstellung von Jahresberichten sowie die Beratung von ÄrztInnen sind weitere Bestandteile dieser Arbeit. Die aktuelle Resistenzsituation ist dem AURES zu entnehmen.

Mit den Aufgaben als Referenzzentrale hat das Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene der AGES in Wien auch die österreichische Vertretung im European Gonococcal Antimicrobial Surveillance Programme (Euro-GASP) übernommen. Im Rahmen dieses Projektes werden jährlich Gonokokkenisolate inklusive epidemiologischer Daten aus mehreren europäischen Ländern zur überregionalen Resistenztestung gesammelt. Unterstützt wird das AGES-Institut bei der Sammlung und Resistenztestung der Gonokokkenstämme sowie bei Empfehlungen zur Therapie und Diagnostik durch das Mikrobiologische Labor Möst, Innsbruck.

Im Rahmen der Referenztätigkeit bitten wir mikrobiologische Laboratorien/ Krankenhäuser um die Zusendung von Gonokokken-Isolaten (AGES, Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Dr. Huhulescu, Telefon: +43 50 555-37218, Währingerstraße 25a, 1090 Wien). Für den Einsender kostenfrei wird eine Resistenztestung nach den Richtlinien von EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) durchgeführt und die Isolate werden in ausgewählten Fällen (resistente Stämme) Ganz-Genom-sequenziert. Für den Versand der Stämme eignen sich am besten frische Kulturen in Transportmedien (z. B. VWR Transystem amies with CH Aluminium applicator rayon tipped). Bitte verwenden Sie das entsprechende Einsendeformular  mit dem entsprechenden Hinweis auf das medizinisch-diagnostisches Untersuchungsmaterial sowie den notwendigen Patientendaten, klinischen und epidemiologischen Daten.

Außerdem können Gonokokkenisolate mit Überweisungsschein an das MB-LAB - Mikrobiologisches Labor (Dr. Eigentler, Tel.: +43 (0)512-563380, Franz-Fischer-Straße 7b, 6020 Innsbruck) gesendet werden. Bitte verwenden Sie auch hier das entsprechende Einsendeformular  mit dem entsprechenden Hinweis auf das medizinisch-diagnostisches Untersuchungsmaterial sowie den notwendigen Patientendaten, klinischen und epidemiologischen Daten.

Die Aufgaben der Referenzzentrale umfassen:

  • Kultivierung von Neisseria gonorrhoeae
  • Nachweis von Neisseria gonorrhoeae mittels molekularbiologischer Methoden
  • Ausbruchsabklärung
  • Teilnahme an europäischen Ringversuchen
  • Führung einer Referenzstammsammlung
  • Beratung zu Fragen der Diagnostik, Epidemiologie, Therapie, Maßnahmen und Prävention
  • Berichtswesen
  • Überwachung der Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen

Das Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene der AGES in Wien hat ab 2016 die Aufgaben einer Nationalen Referenzzentrale für Neisseria gonorrhoeae übernommen. Unter anderem ist die Überwachung der antimikrobiellen Empfindlichkeit sowie die Erhebung epidemiologischer Daten, in Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern, ein wesentlicher Bestandteil der Aufgaben der Referenzzentrale, vor allem da sich die Resistenzsituation relativ rasch ändern kann, was Änderungen der Therapieempfehlungen zur Folge hat. Die Erstellung von Jahresberichten sowie die Beratung von ÄrztInnen sind weitere Bestandteile dieser Arbeit. Die aktuelle Resistenzsituation ist dem AURES zu entnehmen.

Mit den Aufgaben als Referenzzentrale hat das Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene der AGES in Wien auch die österreichische Vertretung im European Gonococcal Antimicrobial Surveillance Programme (Euro-GASP) übernommen. Im Rahmen dieses Projektes werden jährlich Gonokokkenisolate inklusive epidemiologischer Daten aus mehreren europäischen Ländern zur überregionalen Resistenztestung gesammelt. Unterstützt wird das AGES-Institut bei der Sammlung und Resistenztestung der Gonokokkenstämme sowie bei Empfehlungen zur Therapie und Diagnostik durch das Mikrobiologische Labor Möst, Innsbruck.

Im Rahmen der Referenztätigkeit bitten wir mikrobiologische Laboratorien/ Krankenhäuser um die Zusendung von Gonokokken-Isolaten (AGES, Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Dr. Huhulescu, Telefon: +43 50 555-37218, Währingerstraße 25a, 1090 Wien). Für den Einsender kostenfrei wird eine Resistenztestung nach den Richtlinien von EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) durchgeführt und die Isolate werden in ausgewählten Fällen (resistente Stämme) Ganz-Genom-sequenziert. Für den Versand der Stämme eignen sich am besten frische Kulturen in Transportmedien (z. B. VWR Transystem amies with CH Aluminium applicator rayon tipped). Bitte verwenden Sie das entsprechende Einsendeformular  mit dem entsprechenden Hinweis auf das medizinisch-diagnostisches Untersuchungsmaterial sowie den notwendigen Patientendaten, klinischen und epidemiologischen Daten.

Außerdem können Gonokokkenisolate mit Überweisungsschein an das MB-LAB - Mikrobiologisches Labor (Dr. Eigentler, Tel.: +43 (0)512-563380, Franz-Fischer-Straße 7b, 6020 Innsbruck) gesendet werden. Bitte verwenden Sie auch hier das entsprechende Einsendeformular  mit dem entsprechenden Hinweis auf das medizinisch-diagnostisches Untersuchungsmaterial sowie den notwendigen Patientendaten, klinischen und epidemiologischen Daten.

Die Aufgaben der Referenzzentrale umfassen:

  • Kultivierung von Neisseria gonorrhoeae
  • Nachweis von Neisseria gonorrhoeae mittels molekularbiologischer Methoden
  • Ausbruchsabklärung
  • Teilnahme an europäischen Ringversuchen
  • Führung einer Referenzstammsammlung
  • Beratung zu Fragen der Diagnostik, Epidemiologie, Therapie, Maßnahmen und Prävention
  • Berichtswesen
  • Überwachung der Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen

Diagnostik

Indikation zur Untersuchung auf Gonokokken

  • Harnröhrenausfluss bei Männern
  • Scheidenausfluss (vaginaler Fluor) bei Frauen mit Risiko für sexuell übertragbare Erkrankungen (STI) (< 30 Jahre, neuer Partner)
  • Ausfluss aus dem Gebärmutterhals (Mukopurulente Zervizitis)
  • Akute Entzündungen im Bereich des kleinen Beckens (Akute PID = Pelvic inflammatory disease)
  • Akute Entzündung des Nebenhodens oder Hodens (Epididymitis, Orchitis) bei Männern < 40 Jahren
  • Sexualpartner/innen (der letzten 6 Monate) von Personen mit Gonorrhoe
  • Vorliegen anderer sexuell übertragbarer Erkrankungen (Chlamydien, Syphilis, HIV)
  • Im Rahmen der Diagnostik von sexuell übertragbaren Erkrankungen bei Personen mit häufig wechselnden oder neuen Sexualpartner/innen mit erhöhtem Risiko für sexuell übertragbare Erkrankungen
  • Nach Vergewaltigung oder sexuellem Missbrauch
  • Eitrige Augenbindehautentzündung (Konjunktivitis) bei Neugeborenen

Probengewinnung

Prinzipiell empfehlen wir bei Verdacht auf Gonorrhoe eine duale Diagnostik (Kultur und PCR). Die molekularbiologische Untersuchung (PCR) weist eine etwas höhere Sensitivität auf und mit dieser Methode wird auch eine Koinfektion mit Chlamydia trachomatis erfasst. Nur der kulturelle Nachweis erlaubt aber eine Empfindlichkeitstestung der Keime, was wesentlich für eine individuelle Therapiestrategie ist und einen wichtigen Beitrag zur laufenden Überwachung der Resistenzentwicklung leistet. Gonokokken sterben auf trockenen Abstrichtupfern rasch ab, können in einem geeigneten Transportmedium (z. B. VWR Transystem amies with CH Aluminium applicator rayon tipped) in der Regel aber auch nach längerer Transportzeit (48-72 Stunden) angezüchtet werden.

Kultur
N. gonorrhoeae
PCR
N. gonorrhoeae + C. trachomatis
Urogenitale Infektion (Mann)Abstrich UrethraErststrahlharn oder Abstrich Urethra
Urogenitale Infektion (Frau)Abstrich ZervixAbstrich Vagina oder Zervix
Infektion RachenAbstrich RachenAbstrich Rachen
Infektion RektumAbstrich RektumAbstrich Rektum
AugeninfektionAbstrich KonjunktivaAbstrich Konjunktiva

Therapie

Mehrere Fachgesellschaften – unter anderem auch die Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG) – haben kürzlich ihre Richtlinien zur Diagnose und Therapie der Gonokokken Infektionen geändert.

Indikation zur Therapie

  • Kultureller oder molekularbiologischer Nachweis von Neisseria gonorrhoeae
  • Mikroskopischer Nachweis (Gram- oder Methylenblaufärbung) von intrazellulären Diplokokken aus dem Genitaltrakt mit einer entsprechenden Sexualanamnese, nach vorheriger Materialabnahme zur Erregerdiagnostik
  • Bei eitrigem urethralem Ausfluss (Männer und Frauen) bzw. bei mukopurulenter Zervizitis mit entsprechender Sexualanamnese auch ohne Erregernachweis (wenn eine rasche Diagnostik nicht möglich ist) nach vorheriger Materialabnahme zur Erregerdiagnostik
  • Sexualpartner von Infizierten (gegebenenfalls auch ohne vorherige Diagnostik)

Empfehlungen für die Therapie von unkomplizierten Gonokokkeninfektionen

  • Infektion von Urethra, Zervix, Rektum oder Pharynx: Ceftriaxon 1g i.v. oder i.m. + Azithromycin 1,5 g p.o. jeweils als Einmaldosis
  • bei Kontraindikation für i.m. Injektion und wenn i.v. nicht möglich: Cefixim 800 mg p.o. und Azithromycin 1,5 g p.o. jeweils als Einmaldosen
  • Alternative (nur bei nachgewiesener Empfindlichkeit!): Cefixim 400 mg p.o. (nicht bei Infektion des Pharynx - verminderte Bioverfügbarkeit von Cefixim) oder Ciprofloxacin 500 mg p.o. oder Ofloxacin 400 mg p.o. oder Azithromycin 1,5 g p.o. jeweils als Einmaldosis

Für spezielle Lokalisationen (Epididymitis und Orchitis, PID) oder besondere Umstände (Penicillinallergie, Schwangerschaft und Stillzeit) wird auf den Originaltext der Leitlinie verwiesen http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/059-004l_S25_Gonorrhoe_bei_Erwachsenen_Adoleszenten_2014-verlaengert.pdf

Irrtümer sind nicht auszuschließen! Daher wird der Leser vor der Verschreibung einer Therapie dringend gebeten, die jeweiligen Referenztexte zu konsultieren, einschließlich des Beipackzettels des Herstellers.

Therapiekontrolle

Aufgrund der Resistenzproblematik wird eine Therapiekontrolle empfohlen.

  • Kultur: frühestens 72 Stunden nach Abschluss der Therapie
  • PCR: frühestens 3 Wochen nach Abschluss der Therapie

Kontakt

Referenzzentrale

Mag. Dr. Alexander Indra
Telefon: +43 50 555-37230
Währingerstraße 25a
1096 Wien

Labor

Dr. Steliana Huhulescu
Telefon: +43 50 555-37218
Währingerstraße 25a
1096 Wien

Referenzzentrale

Mag. Dr. Alexander Indra
Telefon: +43 50 555-37230
Währingerstraße 25a
1096 Wien

Labor

Dr. Steliana Huhulescu
Telefon: +43 50 555-37218
Währingerstraße 25a
1096 Wien

Surveillance

Dr. Daniela Schmid
Telefon: +43 50 555-37304
Währingerstraße 25a
1096 Wien

MB-LAB

Dr. Angelika Eigentler
Telefon: +43 (0)512-563380
Franz-Fischer-Straße 7b
6020 Innsbruck

Surveillance

Dr. Daniela Schmid
Telefon: +43 50 555-37304
Währingerstraße 25a
1096 Wien

MB-LAB

Dr. Angelika Eigentler
Telefon: +43 (0)512-563380
Franz-Fischer-Straße 7b
6020 Innsbruck

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