Nationales Referenzlabor für koagulasepositive Staphylokokken, einschließlich Staphylococcus aureus

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Zuletzt geändert: 08.04.2019

Am Nationalen Referenzlabor werden Isolate vorwiegend aus Lebensmittelproben, aber auch aus Abstrichen von Tierproben oder bei Verdacht auf Intoxikation beziehungsweise im Ausbruchsfall aus humanen Stuhlproben untersucht.

Methodenspektrum des NRL CPS

  • Identifizierung und Charakterisierung von Staphylokokken-Isolaten
  • Prüfung der Antibiotikaempfindlichkeit durch Agardiffusionstests nach EUCAST. Folgende Antibiotika werden geprüft: Penicillin, Cefoxitin, Gentamicin, Erythromycin, Clindamycin, Tetracyclin, Trimethoprim/Sulfamethoxazol, Fusidinsäure, Rifampicin, Linezolid, Tigecyclin, Norfloxacin
  • Biochemischer bzw. genotypischer Nachweis des Toxinbildungsvermögens (Staphylococcal Enterotoxin A-E)
  • Nachweis folgender Gene mittels konventioneller PCR

    • Staphylococcal Enterotoxin A-E
    • Exfoliativtoxin A/B
    • Toxic Shock Syndrom Toxin
    • Panton-Valentin-Leukozidin
    • mecA / mecC der SCCmec-Kassette von MRSA

  • spa-Typisierung (Erfassung von zusammenhängenden Lebensmittelkontaminationen)

Internationale Aufgaben betreffen die Zusammenarbeit mit dem European Union Reference Laboratory for Coagulase Positive Staphylococci am ANSES (Agence nationale de sécurité sanitaire de l’alimentation, de l’environnement et du travail) in Frankreich.

Nationale Aufgaben umfassen die Zusammenarbeit mit den Laboratorien zur Lebensmitteluntersuchung, das Führen einer Stammsammlung, Mitarbeit und Beratungstätigkeit bei der Aufklärung von Infektketten sowie zur Ausbruchsabklärung.

Am Nationalen Referenzlabor werden Isolate vorwiegend aus Lebensmittelproben, aber auch aus Abstrichen von Tierproben oder bei Verdacht auf Intoxikation beziehungsweise im Ausbruchsfall aus humanen Stuhlproben untersucht.

Methodenspektrum des NRL CPS

  • Identifizierung und Charakterisierung von Staphylokokken-Isolaten
  • Prüfung der Antibiotikaempfindlichkeit durch Agardiffusionstests nach EUCAST. Folgende Antibiotika werden geprüft: Penicillin, Cefoxitin, Gentamicin, Erythromycin, Clindamycin, Tetracyclin, Trimethoprim/Sulfamethoxazol, Fusidinsäure, Rifampicin, Linezolid, Tigecyclin, Norfloxacin
  • Biochemischer bzw. genotypischer Nachweis des Toxinbildungsvermögens (Staphylococcal Enterotoxin A-E)
  • Nachweis folgender Gene mittels konventioneller PCR

    • Staphylococcal Enterotoxin A-E
    • Exfoliativtoxin A/B
    • Toxic Shock Syndrom Toxin
    • Panton-Valentin-Leukozidin
    • mecA / mecC der SCCmec-Kassette von MRSA

  • spa-Typisierung (Erfassung von zusammenhängenden Lebensmittelkontaminationen)

Internationale Aufgaben betreffen die Zusammenarbeit mit dem European Union Reference Laboratory for Coagulase Positive Staphylococci am ANSES (Agence nationale de sécurité sanitaire de l’alimentation, de l’environnement et du travail) in Frankreich.

Nationale Aufgaben umfassen die Zusammenarbeit mit den Laboratorien zur Lebensmitteluntersuchung, das Führen einer Stammsammlung, Mitarbeit und Beratungstätigkeit bei der Aufklärung von Infektketten sowie zur Ausbruchsabklärung.

MRSA

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA)

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) ist gegen die klassischen Beta-Laktamantibiotika unempfindlich. In der Vergangenheit trat der Keim vor allem in Krankenhäusern auf (HA-MRSA, von „hospital-associated“). In den letzten Jahrzehnten wurden zudem vermehrt Fälle registriert, in denen sich Menschen außerhalb von Krankenhäusern infiziert haben (CA-MRSA, von „community associated“). MRSA wird aber auch bei Nutztieren, Heimtieren und in Lebensmitteln nachgewiesen, die somit ebenfalls eine Infektionsquelle für den Menschen darstellen können. Nutztiere, die zur Erzeugung von Lebensmitteln bestimmt sind, weisen häufig einen speziellen Typ von MRSA (LA-MRSA, von „livestock-associated“) auf. Als LA-MRSA gelten die sogenannten Multilocus-Sequenztypen ST398 und ST1 [1,2].

Vorkommen bei Tieren und Lebensmitteln

Im Jahr 2008 wurde von der Europäischen Union in allen Mitgliedsstaaten eine Grundlagenstudie zur Erhebung der Prävalenz von MRSA in Zuchtschweinebeständen durchgeführt. In Österreich wurden bei 5,3 % der 75 beprobten Zuchtbetriebe und bei 12,6 % der 167 beprobten Erzeugerbetriebe MRSA ST398 in den untersuchten Staubproben nachgewiesen [3]. Bei Untersuchungen von frischem Hühnerfleisch aus dem Einzelhandel im Jahr 2016, die entsprechenden Proben waren im Rahmen der Zoonose- und Resistenzüberwachungen von landwirtschaftlichen Nutztieren sowie daraus gewonnenen Lebensmitteln gezogen worden, konnte MRSA in 4 (1,4 %) der 285 untersuchten Proben nachgewiesen werden [4]. Zarfel et al. [5] konnten zeigen, dass alle im Rahmen einer Studie untersuchten ST398-Isolate von einem einzigen Klon abstammten, was nach Ansicht der Autoren auf Tierhandel (Import von Zuchtschweinen) als Quelle der Einbringung von ST398 nach Österreich hinweist. 

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Abb. 1: Häufigkeit von LA-MRSA ST398 in klinischen Isolaten in Österreich 2006 - 2016.
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Abb. 2: Häufigkeit von LA-MRSA ST1 in klinischen Isolaten in Österreich 2006 - 2016.

Klinische Häufigkeit

Springer et al. [6] hatten im Zeitraum von 2006 bis Mitte 2008 unter 1043 humanen MRSA-Isolaten aus Österreich in 21 Fällen (2,0%) MRSA ST398 nachgewiesen, ein Wert der gut mit den Ergebnissen einer europaweiten Prävalenzstudie korrelierte [7]. Ruppitsch et al. [8] konnten zeigen, dass im Jahr 2013 7,2% der typisierten MRSA Stämme dem LA-MRSA ST398 zuzuordnen waren (Abb.1).
 
Weiters konnte von dieser Arbeitsgruppe ein steter Anstieg an LA-MRSA ST1 in klinischen Isolaten nachgewiesen werden (Abb.2).
 
Kinross et al. stellten 2013 in einer europaweiten Studie fest, dass 3,9 % aller typisierten MRSA Isolate bzw. 9,0 % aller klinischen Isolate zu den LA-MRSA gehörten [9].

Übertragungswege

Durch direkten Kontakt mit Nutztieren kann LA-MRSA auf den Menschen übertragen werden, wobei es nach Grøntvedt et al. [10] und Alba et al. [2] auch zu einer humanen Einbringung von LA-MRSA in Nutztierherden kommen kann. Nach Kadariya et al. [11] birgt eine Kontamination von rohem Fleisch ein potentielles Risiko für den Konsumenten, sowohl für Erkrankungen an einer klassischen Staphylokokken-Intoxikation als auch für die Besiedlungen mit dem Bakterium. Alba et al. [2] heben auch eine Übertragungsmöglichkeit von MRSA ST1 auf die Bevölkerung durch unpasteurisierte Milchprodukte hervor.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte bereits im Jahr 2009 ein Gutachten zur Bedeutung von MRSA bei Tieren und Lebensmitteln für die öffentliche Gesundheit erstellt und postuliert, dass der direkte Kontakt mit Tieren, nicht aber das Lebensmittel als Hauptinfektionsquelle anzusehen sei [12]. Im Jahr 2017 wurden in der Fachzeitschrift Eurosurveillance europaweite Daten zum Vorkommen von LA-MRSA publiziert [8,9].


[1] Allerberger et al. Bakterielle Antibiotikaresistenzen in der Tierhaltung – Beispiel MRSA ST398; Focus: Infektiologie, Klinik 05|2013
[2] Alba P et al. Livestock-Associated Methicillin Resistant and Methicillin Susceptible Staphylococcus aureus Sequence Type (CC)1 in European Farmed Animals: High Genetic Relatedness of Isolates from Italian Cattle Herds and Humans. PLoS One. 2015; 10(8): e0137143.
[3] Analysis of the baseline survey on the prevalence of methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA) in holdings with breeding pigs, in the EU, 2008, Part A: MRSA prevalence estimates; on request from the European Commission. EFSA Journal 2009; 7(11):1376. [82 pp.]. doi:10.2903/j.efsa.2009.1376. Available online: www.efsa.europa.eu
[4] Prevalence of multi-drug resistant Staphylococcus aureus and Escherichia coli in poultry and broiler meat in Austria in 2016. Köberl-Jelovcan S, Weissensteiner G, Lepuschitz S, Monschein S, Schlagenhaufen C, Lassnig H, Allerberger F, Springer B. Poster presented at: 27th European Congress of Clinical Microbiology and Infectious Diseases, Vienna, Austria, 22 -25 April 2017
[5] Zarfel G et al., Virulence and antimicrobial resistance genes in human MRSA ST398 isolates in Austria. Epidemiol Infect 2013; 141(4):888–92
[6] Springer B et al., Methicillin-resistant Staphylococcus aureus: a new zoonotic agent? Wien Klin Wochenschr 2009; 121:86–90
[7] van Cleef BA et al., Livestock-associated methicillin-resistant Staphylococcus aureus in humans, Europe. Emerg Infect Dis 2011; 17(3):502–5
[8] Ruppitsch W et al., Letter to the editor:  Livestock-associated methicillin-resistant Staphylococcus aureus (LA-MRSA), Austria, 2013. Eurosurveillance 2017; 22 (46)
[9] Kinross P et al., Livestock-associated methicillin-resistant Staphylococcus aureus (MRSA) among human MRSA isolates, European Union/European Economic Area countries, 2013. Eurosurveillance 2017; 22 (44)
http://www.eurosurveillance.org/content/10.2807/1560-7917.ES.2017.22.44.16-00696
[10] Grøntvedt CA et al., Methicillin-resistant Staphylococcus aureus CC398 in humans and pigs in Norway: a “one health” perspective on introduction and transmission. Clin. Infect. Dis. 2016; 63, 1431-1438.
[11] Kadariya et al., Staphylococcus aureus and staphylococcal food-borne disease: an ongoing challenge in public health. BioMed Research International. 2014; Article ID 827965.
[12] Andreoletti O et al., Assessment of the Public Health significance of meticillin resistant Staphylococcus aureus (MRSA) in animals and foods. EFSA Journal 2009; 993:1–73

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