Tierseuchenradar – Juni 2026
Im österreichischen Tierseuchenradar werden Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen und Tierkrankheiten, die für Österreich relevant sind, bewertet und zusammengestellt. Dadurch können mögliche Risiken für Österreich früh erkannt und kommuniziert werden. Der Tierseuchenradar erscheint monatlich.
Für interaktive Auswertungen und die Erstellung von benutzerdefinierten Karten steht die Epimap zur Verfügung. Die Daten stammen aus dem offiziellen europäischen Meldesystem für Tierseuchen (ADIS) und werden werktags jeden Morgen aktualisiert. Neben aktuellen Ausbrüchen sind Daten bis zurück ins Jahr 2014 enthalten, wodurch auch längerfristige Entwicklungen dargestellt werden können.
Bitte klicken Sie auf den jeweiligen Eintrag für mehr Informationen.
Legende:
Für Deutschland und die Schweiz stehen mit dem Radar Bulletin entsprechend länderspezifische Beurteilungen der Tierseuchen-Risiken monatlich zur Verfügung. Im AGES Radar Infektionskrankheiten finden Sie aktuelle Informationen und Situationsbewertungen zu Infektionskrankheiten beim Menschen in Österreich und international.
Im folgenden Tierseuchenradar stellt ein "Ausbruch" einen im Animal Disease Information System (ADIS) gemeldeten Nachweis einer Tierseuche dar (Betriebe bei gehaltenen Tieren; Fundorte bei Wildtieren). Von einem Ausbruch betroffene Einzeltiere werden als "Fall" bezeichnet. Ein "Seuchengeschehen" stellt alle Ausbrüche dar, die in einem konkreten Zusammenhang stehen.
Die Datenabfrage erfolgt im ADIS zum angegebenen Stichtag. Nachmeldungen von Ausbrüchen nach dem Stichtag der Abfrage werden nicht dargestellt. Daraus können sich Unterschiede in den Ausbruchszahlen zu früheren Ausgaben des Tierseuchenradars ergeben.
Gesichtete Quellen: ADIS
Definition der Ampelfarben:
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Rot-Schwarz: Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen. |
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Rot: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. |
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Orange: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt. |
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Grün: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. |
Asiatische Hornisse: Aufmerksamkeit gefragt:
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine invasive Art, die sich seit 2004 in Europa ausbreitet. Sie jagt Honigbienen und andere wichtige Bestäuber und kann bei starkem Auftreten Bienenvölker schwächen sowie die Biodiversität gefährden. Daher ist sie als invasive gebietsfremde Art von EU-weiter Bedeutung eingestuft.
In Österreich wurden im Juni 2026 erstmals zwei Nester in Vorarlberg nachgewiesen und entfernt. Aufgrund der Ausbreitung in den Nachbarländern – insbesondere Italien, der Schweiz und Deutschland – sind weitere Funde zu erwarten.
Bitte achten Sie auf verdächtige Hornissen (siehe Vergleichsgrafik) und dokumentieren Sie Sichtungen möglichst mit Fotos. Meldungen können über die Plattform bienengesundheit.at eingebracht werden. Eine rasche Meldung ist wichtig, um die weitere Ausbreitung frühzeitig einzudämmen. Da Verwechslungen mit der heimischen Europäischen Hornisse möglich sind, sollten Tiere nicht gefangen oder getötet werden. Erst bei bestätigtem Verdacht werden behördliche Maßnahmen ergriffen.
Weitere Informationen zur Asiatischen Hornisse finden Sie hier.

Situation
Situation in Österreich
Österreich ist bisher von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschont geblieben, allerdings kommt sie in einigen direkten Nachbarländern wie Deutschland, Italien, der Slowakei und Ungarn vor. Aufgrund der geringen Entfernung zur österreichischen Staatsgrenze wird das Risiko für Österreich als hoch eingestuft.
Situation in Europa
Im Juni 2026 (Stichtag: 03.07.2026) wurden in Europa 153 Ausbrüche bei Hausschweinen und 530 Ausbrüche bei Wildschweinen in das ADIS gemeldet. Die Gesamtzahl von 683 gemeldeten Ausbrüchen ist im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken (siehe Abbildung ASP-Verlauf). Aktuell sind 15 Länder in Europa betroffen (Vormonat 15) (siehe Tabelle ASP-Ausbrüche und Abbildung ASP-Karte).
Hausschweine
Im Juni 2026 (Stichtag: 03.07.2026) ist die Zahl der europaweit an ADIS gemeldeten ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen stark gestiegen (153 im Berichtszeitraum gegenüber 43 im Vormonat). Die meisten Meldungen stammen aus Serbien (103), gefolgt von Kroatien (27), Rumänien (16), Moldawien (3), Bosnien und Herzegowina (2), Italien (1) und Ungarn (1) (siehe Tabelle ASP-Ausbrüche). Die Mehrheit der betroffenen Betriebe (148) sind Kleinbetriebe mit jeweils weniger als 100 Tieren, darunter 70 private Kleinsthaltungen mit unter zehn Schweinen. Unter den gemeldeten Ausbrüchen befindet sich jedoch auch ein Großbetrieb in Vállaj (Komitat Szabolcs-Szatmár-Bereg, Ungarn). Betroffen war ein Betrieb mit insgesamt 2.994 Schweinen, darunter 272 Zucht- und Jungsauen.
Derzeit beträgt die kürzeste Distanz eines bestätigten ASP-Ausbruchs bei Hausschweinen zur österreichischen Staatsgrenze 186 km (gemeldet aus Kroatien, siehe Abbildung ASP-Distanz).
Wildschweine
Im Juni 2026 (Stichtag: 03.07.2026) meldeten insgesamt 14 Länder ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen, darunter vier Staaten, die an Österreich grenzen. Die meisten Ausbrüche wurden aus Italien mit 174 Ausbrüchen gemeldet, gefolgt von Polen (116), Deutschland (73), Lettland (58), Ungarn (37), Litauen (33), der Slowakei (11), Rumänien (8), Estland (6), Spanien (5), Kroatien (4), Moldawien (2), Serbien (2) und der Ukraine (1). Weitere Details sind der Tabelle ASP-Ausbrüche zu entnehmen.
Derzeit beträgt die kürzeste Distanz eines bestätigten ASP-Ausbruchs bei Wildschweinen zur österreichischen Staatsgrenze 98 km (gemeldet aus Ungarn, siehe Abbildung ASP-Distanz).
| HS | WS | HS | WS | HS | WS | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Polen | 0 | 280 | 1 | 193 | 0 | 116 |
| Litauen | 0 | 313 | 0 | 99 | 0 | 33 |
| Deutschland | 0 | 203 | 0 | 157 | 0 | 73 |
| Italien (ohne Sardinien) | 1 | 131 | 0 | 117 | 1 | 174 |
| Ungarn | 0 | 58 | 0 | 48 | 1 | 37 |
| Lettland | 0 | 41 | 0 | 43 | 0 | 58 |
| Serbien | 8 | 2 | 22 | 1 | 103 | 2 |
| Rumänien | 15 | 36 | 13 | 17 | 16 | 8 |
| Slowakei | 0 | 19 | 3 | 16 | 0 | 11 |
| Kroatien | 0 | 5 | 0 | 6 | 27 | 4 |
| Estland | 0 | 6 | 0 | 6 | 0 | 6 |
| Spanien | 0 | 7 | 0 | 5 | 0 | 5 |
| Moldawien | 0 | 3 | 2 | 3 | 3 | 2 |
| Ukraine | 0 | 2 | 2 | 0 | 0 | 1 |
| Bosnien und Herzegowina | 0 | 1 | 0 | 1 | 2 | 0 |
| GESAMT | 24 | 1107 | 43 | 712 | 153 | 530 |
Folgen für Österreich
In Österreich müssen seit Ende 2019 zum Zweck der Früherkennung alle tot aufgefundenen Wildschweine gemeldet und von der AGES auf das ASP-Virus untersucht werden. Daneben erfolgen Untersuchungen von Aborten sowie von klinisch oder pathologisch auffälligen Hausschweinen und von Organproben gemäß dem ASP- und KSP-Stichprobenplan.
Tierhalter können die “ASP-Risikoampel” oder den online Fragebogen “Biocheck” verwenden, um die Biosicherheit ihrer Betriebe kostenlos und anonym zu überprüfen. Weitere Empfehlungen und ein Handbuch zur Biosicherheit bei der Haltung von Schweinen in Österreich werden auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) bzw. auf der Kommunikationsplattform Verbrauchergesundheit zur Verfügung gestellt.
Im europäischen Tiergesundheitsrecht (Verordnung (EU) 2016/429) mit den ergänzenden Rechtsakten und der österreichischen ASP-Verordnung 2005 sind Zuständigkeiten und Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest festgelegt. In der Durchführungsverordnung 2023/594/EU (zuletzt geändert mittels Durchführungsverordnung 2026/1409/EU) sind die geltenden Gebiete (Sperrzonen I, II und III) mit erhöhtem Risiko einer Ausbreitung der ASP (Teile I–III) aufgeführt.
Die AGES hat ein Video über Biosicherheit erstellt. Das Video zeigt die erforderlichen Biosicherheitsmaßnahmen beim Betreten und Verlassen eines Betriebes, in dem eine meldepflichtige Tierseuche vermutet wird oder nachgewiesen wurde.
Einen Überblick über die aktuelle ASP-Seuchensituation und die geltenden Maßnahmen erhalten Sie über die interaktive Karte der EU-Kommission sowie die AGES-Epimap.
Kommentar
Die ASP-Situation bei Hausschweinen hat sich im Berichtszeitraum deutlich verschärft. Besonders hervorzuheben sind die 103 gemeldeten Ausbrüche in Serbien. Zudem wurde in Ungarn der erste Ausbruch bei Hausschweinen überhaupt in unmittelbarer Grenznähe zu Rumänien festgestellt. Auch in Kroatien wurden im Juni sieben Ausbrüche bei Hausschweinen gemeldet; die betroffenen Betriebe befinden sich in den Regionen Virovitičko-Podravska und Osječko-Baranjska in räumlicher Nähe zu Gebieten mit ASP-Nachweisen bei Wildschweinen. Als wesentliche Risikofaktoren wurden unzureichende Biosicherheitsmaßnahmen sowie der menschliche Faktor identifiziert, insbesondere Jagdaktivitäten von Schweinehaltern. Darüber hinaus meldete Italien einen Ausbruch bei Hausschweinen in der Gemeinde Comano (Provinz Massa-Carrara, Toskana). Der betroffene Betrieb liegt innerhalb einer bereits bestehenden Sperrzone II aufgrund des ASP-Geschehens bei Wildschweinen.
Für Österreich bleibt der indirekte Eintrag der ASP durch den Menschen aus von ASP betroffenen Ländern das höchste Risiko. Daher ist die Sensibilisierung der verschiedenen Interessengruppen von größter Bedeutung. Ausführliche Informationen, Filme, Broschüren sowie Poster zur Ätiologie, Diagnose und epidemiologischen Ausbreitung der ASP finden Sie auf der Website der KVG.
Quellen
Situation
Situation in Österreich
Im Berichtszeitraum Juni 2026 (Stichtag 03.07.2026) erfolgten in Österreich keine Ausbruchsmeldungen.
Das aktuelle Risiko für Geflügelbetriebe und Haltungen von Vögeln in Gefangenschaft in Österreich wird als gering bewertet. In Österreich muss in den kommenden Sommermonaten vereinzelt mit Nachweisen bei Wildvögeln gerechnet werden.
Seit 9. Juni sind in Österreich alle Gebiete mit erhöhtem Geflügelpestrisiko per Kundmachung aufgehoben. Im gesamten Bundesgebiet sind aktuell keine Risikogebiete ausgewiesen.
Situation in Europa
Geflügel
Im Juni 2026 wurde in Europa ein Ausbruch der hochpathogenen aviären Influenza A(H5N1) in einem Geflügelbetrieb in Schweden in das ADIS gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat Mai (33 Ausbrüche) ist die Zahl deutlich gesunken (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche).
Wildvögel
Im Juni stieg die Zahl der Ausbrüche in Europa von 61 im Vormonat auf 74 Ausbrüche. Die Zahl der Länder mit HPAI A(H5N*)-Nachweisen bei Wildvögeln sank hingegen von 13 im Mai auf 8 im Juni. Am stärksten betroffen war Deutschland mit 34 Ausbrüchen. Weitere Ausbruchsmeldungen erfolgten aus den Niederlanden: 24 Ausbrüche; Dänemark und Belgien: je 5 Ausbrüche; Norwegen: 3 Ausbrüche; Finnland, Portugal und Lettland: je ein Ausbruch (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche).
Hauptsächlich betroffen waren im Juni weiterhin wildlebende Wasservögel (Gänse, Schwäne und Enten) und Möwenvögel. Weiterhin erfolgten Nachweise bei Greifvögeln, Falkenartigen und Eulen. A(H5N1)-Nachweise bei Rabenartigen wurden im Juni aus Belgien (4 Rabenkrähen) gemeldet.
Vögel in Gefangenschaft
Nach 5 gemeldeten Ausbrüchen bei Vögeln in Gefangenschaft im Vormonat Mai wurden im Juni 2026 2 Ausbrüche der HPAI A(H5N*) in das ADIS gemeldet (Deutschland und Litauen) (siehe Tabelle HPAI-Ausbrüche).
| GE | WV | VG | GE | WV | VG | GE | WV | VG | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 1 | 138 | 1 | 0 | 27 | 1 | 0 | 34 | 1 |
| Polen | 58 | 8 | 3 | 29 | 5 | 1 | 0 | 0 | 0 |
| Niederlande | 0 | 7 | 0 | 2 | 4 | 0 | 0 | 24 | 0 |
| Dänemark | 1 | 14 | 0 | 0 | 4 | 0 | 0 | 5 | 0 |
| Österreich | 0 | 19 | 0 | 0 | 3 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Norwegen | 0 | 9 | 0 | 0 | 5 | 0 | 0 | 3 | 0 |
| Belgien | 0 | 9 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 5 | 0 |
| Finnland | 0 | 3 | 0 | 0 | 7 | 0 | 0 | 1 | 0 |
| Schweden | 0 | 8 | 0 | 0 | 1 | 0 | 1 | 0 | 0 |
| Frankreich | 2 | 2 | 0 | 2 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 |
| Estland | 0 | 1 | 1 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Tschechien | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 2 | 0 | 0 | 0 |
| Portugal | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 |
| Spanien | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Ungarn | 0 | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Griechenland | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Italien | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Kroatien | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Lettland | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 0 |
| Litauen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 |
| Rumänien | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Ukraine | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| GESAMT | 62 | 226 | 6 | 33 | 61 | 5 | 1 | 74 | 2 |
Folgen für Österreich
Mit 9. Juni 2026 wurden gemäß § 2 Abs. 1 Z 6 der Vogelgesundheitsverordnung durch die Kundmachung zur Festlegung eines HPAI-Risikogebietes Gebiete mit erhöhtem Geflügelpestrisiko aufgehoben. Im gesamten Bundesgebiet sind keine Risikogebiete ausgewiesen. Die Seuchensituation wird fortlaufend bewertet, und die Risikogebiete werden bei Bedarf angepasst.
Jede Geflügelhaltung ist der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu melden.
Kommentar
Im Juni hat sich das Seuchengeschehen weiter deutlich in die Küstengebiete Nordeuropas verschoben. Wie im Rest Europas kam es in diesen Regionen nur sehr vereinzelt zu Ausbrüchen bei Geflügel und gehaltenen Vögeln, die Zahl der Nachweise bei Wildvögeln stieg dort hingegen wieder leicht an.
Mit den sinkenden Ausbruchszahlen sinkt auch in Österreich das Risiko einer Übertragung der HPAIV von Wildvögeln auf Geflügel und gehaltene Vögel in Klein- und Hobbyhaltungen. Dennoch sollten Halter:innen weiter auf die Einhaltung von Biosicherheits- und Schutzmaßnahmen achten.
Mit der Epimap der AGES steht ein kostenloses und frei zugängliches Tool zur Verfügung, mit dem die aktuelle Seuchensituation in Europa für die HPAI und weitere Tierseuchen nachvollzogen werden kann.
Quellen
Im Berichtszeitraum Juni 2026 (Stichtag: 03.07.2026) wurden europaweit 23 Ausbrüche aus Tschechien: 11 Ausbrüche, Spanien: 7 Ausbrüche, Polen: 3 Ausbrüche und der Slowakei: 2 Ausbrüche in das ADIS gemeldet. Im Vormonat Mai wurden in Europa 38 Ausbrüche gemeldet.
In Österreich wird das Risiko weiter als hoch eingestuft. Mit Ausbrüchen in Kleinhaltungen in Tschechien und der Slowakei tritt die NCD weiterhin teilweise grenznah in Nachbarländern Österreichs auf. Aus Deutschland, wo in den vergangenen Wochen ebenfalls grenznah Nachweise erfolgten, wurden im Juni keine Ausbrüche mehr gemeldet. Für eine Einschleppung nach Österreich spielen neben dem Handel mit lebendem oder geschlachtetem Geflügel auch kontaminierte Fahrzeuge, Gegenstände oder Personen eine Rolle. Die AGES stellt die Auswertungen der im Trade Control and Expert System der Europäischen Kommission (TRACES) erfassten Verbringungen von Tieren und tierischen Produkten in einem interaktiven Tool zur Verfügung. Eine Übertragung durch infizierte Wildvögel ist ebenfalls möglich. In Spanien stieg die Zahl der NCD-Ausbrüche in der Region Valladolid bei Hausgeflügel im Juni an, wobei in einigen Fällen eine Verschleppung zwischen Betrieben nachvollzogen werden konnte. Die vom LCV (Zentrales Veterinärlabor in Algete) durchgeführte Teilsequenzierung des Virus zeigt, dass das in der Region Valladolid zirkulierende Virus zum Genotyp VII.2 gehört. Dabei handelt es sich um einen anderen Subtyp als jenen, der bei Ausbrüchen in Valencia (Genotyp VII.1.1) nachgewiesen wurde. Dies bestätigt, dass ein epidemiologischer Zusammenhang zwischen Ausbrüchen in diesen Regionen ausgeschlossen werden kann.
Die Newcastle Disease ist in Österreich bei Geflügel zuletzt 1997 aufgetreten. Jährlich erfolgen bei Wildtauben mehrere und bei Haustauben seltene Nachweise von an Tauben angepassten APMV-1 Virusstämmen („pigeon“ PPMV-1), die in Österreich bisher nicht bei Haus- oder Nutzgeflügel nachgewiesen wurden. Diese PPMV-1 Stämme kommen in Europa endemisch vor.
Als Kategorie A gelistete Tierseuche sind alle Fälle der Newcastle Disease bei Vögeln meldepflichtig, bereits bei Verdacht muss umgehend die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde informiert werden. In Einzelfällen können die Erreger bei intensivem Kontakt mit infizierten Vögeln und deren Ausscheidungen auch auf den Menschen (meist Vogelhalter) übertragen werden (Zoonose). Es ist daher für alle Tierhalterinnen und Tierhalter wichtig, sich und ihre Vögel zu schützen.
| GE | NG | GE | NG | GE | NG | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Polen | 16 | 14 | 4 | 18 | 2 | 1 |
| Tschechien | 0 | 5 | 0 | 11 | 0 | 11 |
| Deutschland | 10 | 4 | 4 | 0 | 0 | 0 |
| Spanien | 3 | 0 | 1 | 0 | 7 | 0 |
| Slowakei | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 2 |
| Lettland | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| GESAMT | 29 | 24 | 9 | 29 | 9 | 14 |
Kommentar
Aufgrund der aktuellen Lage in den Nachbarländern empfiehlt das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) dringend die Impfung aller empfänglichen Tiere. In Österreich stehen diverse Impfstoffe gegen die NCD zur Verfügung, deren Anwendung auf freiwilliger Basis möglich ist. Zusätzlich zur Impfung ist unabhängig von der Betriebsgröße wichtig, die betriebliche Biosicherheit zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern, um das Risiko des Erregereintrags zu reduzieren. Hierfür stehen Informationsmaterialien und Hilfsmittel, wie beispielsweise das QGV-Handbuch Biosicherheitskonzept, die LFI-Broschüre Biosicherheit Geflügel oder der online Fragebogen Biocheck zur Verfügung.
Die wichtigsten Informationen zur Newcastle Disease sind in einem Infoblatt der AGES kurz&knapp zusammengefasst.
Quellen
Pirbright Institute, UK, Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación (MAPA)
Im Berichtszeitraum Juni (Stichtag: 03.07.2026) wurden in das ADIS 30 Rabies (Tollwut)-Ausbrüche gemeldet (Vormonat 23 Ausbrüche). Aus dem Süden und Osten der Türkei erfolgten 17 Ausbruchsmeldungen (10 Rinder, 5 Hunde, ein Equid und eine Katze). 7 Ausbrüche (4 Rinder, 2 Rotfüchse und eine Katze) meldete Rumänien in das ADIS. Aus Moldawien wurden 6 Ausbrüche gemeldet (3 Rinder und 3 Hunde) (siehe Tabelle RABIES-Ausbrüche).
Das Risiko für Österreich wird aktuell als gering eingestuft. Eines der größten Risiken der Wiedereinschleppung der Tollwut nach Österreich ist das Verbringen von nicht geimpften Tieren aus Ländern mit endemischer Tollwut.
| Apr | Mai | Jun | |
|---|---|---|---|
| Türkei | 9 | 10 | 17 |
| Moldawien | 11 | 7 | 6 |
| Rumänien | 7 | 5 | 7 |
| Polen | 2 | 0 | 0 |
| Italien | 0 | 1 | 0 |
| GESAMT | 29 | 23 | 30 |
Kommentar
Bei der Tollwut handelt es sich um eine Zoonose, eine Erkrankung des Menschen verläuft fast immer tödlich. Auch wenn Österreich 2008 frei von terrestrischer Tollwut erklärt wurde, sollte diese Krankheit bei entsprechender Symptomatik immer in Betracht gezogen werden, besonders bei Tieren, die aus nicht tollwutfreien Ländern stammen oder diese bereist haben. Typische Symptome sind insbesondere Verhaltensänderungen wie Scheu, Nervosität oder Gereiztheit, Schluckbeschwerden, vermehrter Speichelfluss, gelegentlich Hydrophobie (Abscheu vor Wasser), Aggressivität sowie Lähmungserscheinungen. Personen, die beruflich mit empfänglichen Tieren in Kontakt kommen können (z.B. Mitarbeiter:innen von Tierheimen/Auffangstationen oder Tierärzt:innen und deren Mitarbeiter:innen) sollten generell gegen Tollwut geimpft sein. Tierärzt:innen sind verpflichtet einen begründeten Verdacht unverzüglich der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu melden. Bissverletzungen durch tollwutkranke oder -verdächtige Tiere sind ebenso meldepflichtig.
Weitere Informationen über Tollwut finden Sie hier.
Quellen
Im Berichtszeitraum Juni (Stichtag 03.07.2026) wurde ein Ausbruch von Lumpy Skin Disease aus Italien in das ADIS gemeldet.
In Österreich wird das Risiko derzeit als gering eingestuft.
Auf Sardinien wurden seit Mitte April insgesamt 9 Ausbrüche der LSD gemeldet, zuletzt Anfang Juni. Nur einer dieser Ausbrüche hat sich in einem nicht-geimpften Betrieb ereignet. Ansonsten waren vor allem Kälber unter sechs Monaten betroffen, die von geimpften Muttertieren abstammen. Grundsätzlich war bisher eine Impfung der Kälber erst ab einem Alter von sechs Monaten vorgesehen, da zuvor von einem ausreichenden Schutz durch maternale Antikörper ausgegangen worden ist, die über die Milch aufgenommen werden. Die jüngsten Ausbrüche machen nun eine Anpassung des Impfzeitpunkts notwendig. Die entomologischen Untersuchungen in der Ausbruchsregion von 2025–2026, bei denen das Virus in zwei verschiedenen Zeckenarten, sowie in Stechmücken nachgewiesen werden konnte, zeigen das Vorhandensein des Virus abseits der erkrankten Rinder, wodurch die Impfung einmal mehr an Bedeutung gewinnt.
In Österreich ist bisher noch nie ein Fall von Lumpy Skin Disease (LSD) aufgetreten. Der Mensch kann sich nach aktuellem Wissensstand nicht infizieren.
| Apr | Mai | Jun | |
|---|---|---|---|
| Italien | 5 | 3 | 1 |
| GESAMT | 5 | 3 | 1 |
Kommentar
Zur Prävention der Einschleppung der Krankheit, wurde im Oktober eine nach wie vor gültige Kundmachung erlassen, welche Sofortmaßnahmen beim Einbringen empfänglicher Tiere aus Italien, Frankreich und Spanien beinhaltet. Die Kundmachung richtet sich an Tierhaltungsbetriebe, Schlachthöfe und Transportunternehmen und dient einer erhöhten Biosicherheit.
Dadurch, dass die Übertragung in erster Linie über verschiedene blutsaugende und beißende Insekten und Milben, aber auch unbelebte Vektoren, wie Gerätschaften und Kleidung, erfolgt, kann das Virus größere Entfernungen zurücklegen. Dabei ist es sehr stabil und kann, geschützt vor direktem Sonnenlicht, mehrere Monate lang auch abseits des Wirtes infektiös bleiben. Gleichzeitig ist auch eine direkte Übertragung möglich.
Impfungen sind in Österreich unter strengen Rahmenbedingungen (Entscheidung der Behörden) grundsätzlich möglich, allerdings an Handelsrestriktionen geknüpft. Derzeit ist in Österreich kein Impfstoff zugelassen.
Bei einem Verdacht auf Einschleppung des Erregers müssen Proben von verdächtigen Tieren an das NRL in Mödling geschickt werden. Genauere Informationen zur Symptomatik, Informationsblätter, sowie eine Karte mit der räumlichen Verteilung der LSD-Nachweise in Europa finden Sie auf der AGES Homepage.
Quellen
KVG, WOAH FAQ, RIS, PAFF Animal Health and Welfare committee meeting, 18-19 Juni
Im Berichtszeitraum Juni (Stichtag 03.07.2026) wurden 10 Ausbrüche von PPR aus Kroatien und Rumänien in das ADIS gemeldet.
In Österreich wird das Risiko derzeit als mittel eingestuft.
In Kroatien wurden insgesamt neun Ausbrüche aus zwei verschiedenen Gespanschaften (Verwaltungseinheiten) im Norden des Landes gemeldet. Die Ausbrüche treffen eine sehr tierdichte Region, wobei der Schwerpunkt in der Gespanschaft Bjelovarsko-Bilogorska liegt. Aus epidemiologischer Sicht besteht zwischen den betroffenen Betrieben nicht nur eine geographische Nähe, sondern teilweise auch eine Verbindung durch gemeinsamen Personenverkehr. In Rumänien handelt es sich bei dem gemeldeten Ausbruch um den ersten Ausbruch in diesem Jahr. Betroffen ist ein Schafbetrieb in der Region Mureş, wo es in der Vergangenheit zu Ausbrüchen von Schaf- und Ziegenpocken, einer Differentialdiagnose von PPR, gekommen ist. Neben Unstimmigkeiten bei den Angaben zu Tierverbringungen wurden auch Zuchtwidder ohne ordnungsgemäße Identifizierungsmerkmale und somit ohne nachvollziehbare Herkunft festgestellt.
Da infizierte Tiere nicht immer Symptome zeigen bzw. die Symptome nicht immer eindeutig sind, wird der Nachweis der Erkrankung erschwert und verzögert sich oftmals. Das Europäische Referenzlabor (EURL) für PPR empfiehlt daher eine erhöhte Aufmerksamkeit.
| Apr | Mai | Jun | |
|---|---|---|---|
| Kroatien | 0 | 0 | 9 |
| Albanien | 1 | 2 | 0 |
| Rumänien | 0 | 0 | 1 |
| GESAMT | 1 | 2 | 10 |
Kommentar
Um das Risiko einer Einschleppung des Erregers aus den in den letzten Monaten betroffenen Staaten auch weiterhin niedrig zu halten, gelten in Österreich die Kundmachungen AVN 2025/34 und AVN 2026/16. Darin werden Sofortmaßnahmen beim Einbringen von kleinen Wiederkäuern und deren Erzeugnisse aus bestimmten Drittstaaten und bestimmten Gebieten der Europäischen Union zur Schlachtung festgelegt. So dürfen derzeit keine Schafe und Ziegen oder deren Erzeugnisse aus Albanien und dem Kosovo nach Österreich verbracht werden, außer sie erfüllen die in der Kundmachung festgelegten Bedingungen. Ebenso dürfen für PPR empfängliche Tierarten aufgrund von Sofortmaßnahmen der Europäischen Kommission in Griechenland, Bulgarien, Kroatien und Rumänien nicht außerhalb ihres jeweiligen Gebietes verbracht werden.
Weitere Informationen zur Vorbeugung einer Infektion, zur Diagnostik sowie eine Karte mit der räumlichen Verteilung der PPR-Nachweise in Europa finden Sie auf der AGES Homepage
Quellen
FAO, WOAH, FLI, RIS, PAFF Animal Health and Welfare committee meetings, 18-19 June
Im Berichtszeitraum Juni (Stichtag 03.07.2026) wurden 24 Ausbrüche von Schaf- und Ziegenpocken aus Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Nordmazedonien in das ADIS gemeldet.
In Österreich wird das Risiko derzeit als mittel eingestuft.
In Griechenland waren die 21 Ausbrüche über das Festland verteilt, Insel war keine betroffen. Seit Beginn der Ausbrüche im August 2024 mussten hier infolge der Tierseuche bereits nahezu eine halbe Million Schafe und Ziegen gekeult werden. Der Ausbruch in Rumänien wurde in der historischen Region Große Walachei, im Osten des Landes nachgewiesen. In Bulgarien wurde erneut ein Ausbruch in Plovdiv festgestellt, nachdem dort zuletzt im Februar ein Ausbruch gemeldet worden war. Darüber hinaus trat wieder ein Ausbruch im Nordosten von Nordmazedonien auf.
Österreich ist frei von Schaf- und Ziegenpocken, der letzte Ausbruch trat 1954 auf. Der Mensch kann sich nach aktuellem Wissensstand nicht infizieren.
| Apr | Mai | Jun | |
|---|---|---|---|
| Griechenland | 11 | 19 | 21 |
| Türkei | 6 | 1 | 0 |
| Rumänien | 2 | 2 | 1 |
| Nordmazedonien | 1 | 1 | 1 |
| Kosovo | 1 | 1 | 0 |
| Bulgarien | 0 | 0 | 1 |
| GESAMT | 21 | 24 | 24 |
Kommentar
Das Schafpockenvirus (SPPV) und Ziegenpockenvirus (GTPV) gehören zur Gattung der Capripoxviren, welchen auch das Lumpy Skin Disease Virus (LSDV) zugeordnet wird. Schaf- und Ziegenpocken sind relativ wirtsspezifisch und kommen in Schafen bzw. Ziegen vor, wobei ausgewählte Stämme in der Lage sind, sowohl Schafe als auch Ziegen zu infizieren. Die weltweite geografische Verbreitung ist hier zu sehen.
Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier erfolgt über ulzerös zerfallende Papeln, Aerosole und Tröpfcheninfektionen. Aufgrund der Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit der Viren in der Umwelt ist auch die indirekte Übertragung über Wolle, Haare, Gerätschaften und ungenügend behandelte Tierhäute von Bedeutung. Es sind diverse Impfstoffe für verschiedene Stämme vorhanden, welche jedoch in der EU nicht zugelassen sind. Impfungen innerhalb der EU sind entsprechend der Delegierten Verordnung (EU) 2023/361 grundsätzlich möglich, werden aber derzeit in keinem Mitgliedsstaat durchgeführt.
Bei einem Verdacht auf Einschleppung des Erregers müssen Proben von verdächtigen Tieren an das NRL in Mödling geschickt werden. Informationen zur Symptomatik, Diagnostik, sowie eine Karte mit der räumlichen Verteilung der Nachweise von Schaf- und Ziegenpocken in Europa finden Sie auf der AGES Homepage.
Quellen
KVG, EFSA, PAFF Animal Health and Welfare committee meeting, 18-19 Juni
Im Berichtszeitraum Juni (Stichtag: 03.07.2026) wurden keine Ausbrüche in das ADIS gemeldet1.
Das Risiko für weitere Ausbrüche in Österreich wird weiterhin als hoch eingestuft.
In Österreich wurden im Juni (Stichtag 03.07.2026) 15 Ausbrüche von BTV im Verbraucherinformationssystem (VIS) bestätigt, wobei die Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und Tirol betroffen waren. Diese Nachweise erfolgten bei klinisch gesunden Tieren im Rahmen von Verbringungsuntersuchungen und gehen noch auf Infektionen in der Vektorsaison 2025 zurück. Vereinzelt gibt es BTV-Nachweise bei lebensschwachen Lämmern und Kälbern, die teilweise Missbildungen (vor allem im Kopfbereich) aufweisen. Es handelt sich um Spätfolgen einer BTV-Infektion während der Trächtigkeit, wobei es beim Fetus zu Störungen in der Gehirnentwicklung kommt. Abhängig von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und der daraus resultierenden Gnitzenaktivität ist in den kommenden Monaten mit einem Anstieg an Infektionen zu rechnen. Nach Bestätigung einer akuten Blauzungeninfektion erfolgt die stichprobenartige Serotypisierung zur Ermittlung des jeweiligen Serotypen
Ab 15. Juli 2026 tritt eine Änderung der Einstufung (Kategorie D+E, anstatt Kategorie C+D+E) in Kraft. Das bedeutet, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine Ausbreitung zwischen den Mitgliedstaaten zu verhindern und Ausbrüche gemeldet werden müssen. Die Erlangung eines Status „frei von Infektionen mit Blauzungenkrankheit (Serotyp 1–24)“ auf EU Ebene wird nicht mehr gegeben sein.
Tierarten, die für BTV empfänglich sind, können unter festgelegten Bestimmungen, welche auf der Seite der Europäischen Kommission veröffentlicht werden, innerhalb der EU verbracht werden.
Ein amtliches Impfprogramm gegen BT wird in Österreich nicht durchgeführt, jedoch empfiehlt das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz die Impfung aller empfänglichen Tierarten gegen in Österreich auftretenden Serotypen. Die aktuelle Impfempfehlung von BMSGPK, AGES, Tiergesundheitsdienst Österreich und Veterinärmedizinischer Universität für 2026 finden Sie hier.
Zusätzlich sollten Tiere nach Möglichkeit zwischen Abend- und Morgendämmerung in den Stall gebracht werden (Insektengitter an den Fenstern und Türen schließen) um einen Stich von infizierten Gnitzen zu verhindern, die zu diesen Zeiten besonders aktiv sind. Der Einsatz von Insektiziden/Repellentien ist unter Einhaltung der Vorschriften zur Anwendung ebenfalls möglich und bietet einen zusätzlichen Schutz vor einer Übertragung.
Weitere Informationen über die Blauzungenkrankheit finden Sie hier.
[1] Zu beachten ist hierbei, dass die ADIS-Meldungen die tatsächliche Seuchensituation meist nicht realistisch darstellen. Eine Meldung eines BT-Ausbruchs in das ADIS erfolgt nur, sofern es sich um einen Primär- oder Sekundärausbruch in einem seuchenfreien Mitgliedsstaat, einer seuchenfreien Zone oder einem seuchenfreien Kompartiment handelt. Eine Karte und Tabelle der Mitgliedsstaaten, Zonen und Gebiete mit dem Status seuchenfrei sowie weitere Informationen der Europäischen Kommission finden Sie hier.
| Apr | Mai | Jun | |
|---|---|---|---|
| GESAMT | 0 | 0 | 0 |
Quellen
KVG, EUR-Lex, Europäischen Kommission
Im Berichtszeitraum (Stichtag: 03.07.2026) wurden im ADIS keine WNV-Ausbrüche in Europa gemeldet (Vormonat 1). In der EU/EWR besteht eine Meldepflicht für WNV-Fälle bei Pferden und Vögeln.
Das Risiko für Österreich wird als mittel eingeschätzt.
Pferde
Im Juni wurden keine WNV-Ausbrüche bei Pferden gemeldet.
Vögel
Im Juni wurden keine WNV-Ausbrüche bei Vögeln gemeldet.
Menschen
Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) hat im Juni wieder mit der Veröffentlichung der wöchentlichen saisonalen WNV-Berichte begonnen. Das ECDC geht von einer Übertragungssaison von Juni bis November aus. Seit Beginn des Jahres 2026 und bis zum 24. Juni 2026 wurden in Europa drei autochthone WNV-Fälle beim Menschen gemeldet: zwei in Italien und einer in Nordmazedonien.
| VO | EQ | VO | EQ | VO | EQ | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Italien | 3 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 |
| Frankreich | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| GESAMT | 3 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 |
Kommentar
Im Rahmen des SURVector-Projekts führt die AGES ein nationales Gelsen-Monitoring durch. Dabei werden an festgelegten Standorten Stechmücken gesammelt, klassifiziert und mittels molekularbiologischer Methoden auf das WNV untersucht. Weitere Informationen sowie Jahresbericht finden Sie hier. Im Jahr 2025 wurden österreichweit insgesamt 6.146 Stechmücken erfasst und auf WNV getestet. Alle untersuchten Gelsenpools waren negativ.
Einen Überblick über die WNV-Infektionen bei Menschen in der EU und den EU-Nachbarländern erhalten Sie auf der interaktiven Karte des ECDCs.
Weitere Informationen zur Vorbeugung einer Infektion sowie eine Karte mit der räumlichen Verteilung der WNV-Nachweise in Österreich finden Sie auf der Homepage der AGES.
Quellen
Im Berichtszeitraum Juni (Stichtag 03.07.2026) wurden weiterhin Ausbrüche aus Zypern und Griechenland in das ADIS gemeldet. Die Türkei meldete keine weiteren Ausbrüche.
Auf Zypern wurde im Juni lediglich ein neuer MKS-Ausbruch (Serotyp SAT-1) gemeldet (Vormonat: 9 Ausbrüche). Betroffen war ein Schaf- und Ziegenbetrieb in Nikosia. Insgesamt wurden 119 Betriebe im Rahmen der Seuchenbekämpfung gekeult. Dabei wurden rund 11,7 % der Schaf- und Ziegenpopulation, 3,5 % der Rinderpopulation sowie 7,8 % der Schweinepopulation entfernt. Eine Zweitimpfung erfolgte bei 84 % der Rinder, 78 % der Schafe und Ziegen und bei 41 % der Schweine. Weitere Informationen befinden sich hier.
Auf der griechischen Insel Lesbos blieb die MKS-Situation (Serotyp SAT-1) im Juni weitgehend unverändert. Es wurden 28 Ausbrüche gemeldet, verglichen mit 31 Ausbrüchen im Vormonat. Betroffen sind vor allem Schaf- und Ziegenhaltungen, daneben auch Rinderbetriebe. Die gesamte Insel Lesbos ist als Sperrzone eingestuft. Insgesamt wurden etwa 57.000 Tiere gekeult. Weitere Informationen befinden sich hier.
Das Risiko für Österreich wird aktuell als mittel eingestuft.
Das endemische Vorkommen von MKS in Ländern in unmittelbarer Nachbarschaft zur Europäischen Union aber auch in anderen Weltregionen ist Anlass zu unverminderter Aufmerksamkeit gegenüber einer möglichen Einschleppung der Seuche. Bei Verdachtsfällen oder einem unklaren Krankheitsbild empfänglicher Tierarten sollte immer eine Ausschlussuntersuchung auf MKS erfolgen.
Eine prophylaktische Impfung ist in der EU verboten. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeit für erkrankte Tiere. In einem MKS-positiven Betrieb müssen alle empfänglichen Tiere getötet werden.
Für den Menschen ist die MKS ungefährlich.
Mit der Risikoampel der Universität Vechta können Rinderhaltungen anonym und kostenlos ihren Stand der Biosicherheit bewerten. Geeignete Desinfektionsmittel können Sie der DVG-Desinfektionsliste für den Tierhaltungsbereich entnehmen. Für eine Wirksamkeit gegen das MKS-Virus ist hier der Wirkungsbereich 7a, Unbehüllte Viren (Viruzidie) auszuwählen, sowie die Temperatur und die Einwirkzeit anzugeben.
Ein Informationsblatt mit den grundlegenden Informationen zur MKS finden Sie hier. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Maul- und Klauenseuche finden Sie hier.
| Apr | Mai | Jun | |
|---|---|---|---|
| Griechenland | 49 | 31 | 28 |
| Zypern | 60 | 9 | 1 |
| Türkei | 1 | 0 | 0 |
| GESAMT | 110 | 40 | 29 |
Quellen
Last updated: 08.09.2023
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Deutlicher Anstieg der ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen in Südosteuropa