Enterokokken

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Zuletzt geändert: 11.01.2016
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Enterokokken

Enterokokken sind kugelförmige Bakterien (Kokken) die einen Teil der normalen Dickdarmflora (griech. enteron = Darm) des Menschen und zahlreicher Säugetiere sowie von Vögeln darstellen; daher die Bezeichnung Enterokokken.

Erstmalig angezüchtet wurden diese Bakterien im Jahr 1899 aus Stuhlproben. Bei Verschleppung aus dem Darmbereich kann es zu Harnwegsinfektionen, Bauchfellentzündungen und selten – bei Einschwemmung in den Blutkreislauf sowie bei vorgeschädigten Herzklappen – zur Herzklappenentzündung kommen.

In Lebensmitteln spielen Enterokokken eine Rolle bei Fermentations- und Reifungsprozessen (z. B. Camenbert und Ziegenkäse). Da diese Bakterien regelmäßig im Stuhl von Mensch und Tier zu finden sind, wird ihr Nachweis in Badegewässern auch als Hinweis auf Verschmutzung mit Fäkalien gewertet.

Neben Enterokokken wird auch E. coli in dieser Art als Indikatorkeim für fäkale Verunreinigung genutzt. Fäkale Verunreinigungen können durch Einbringung obligat krankmachender Mikroorganismen (z. B. Stuhl von Personen mit Hepatitis A Viren) zu Erkrankungen führen. 

Enterokokken werden in Trinkwasser, (Bade-)Beckenwasser und in Badegewässern routinemäßig entsprechend den geltenden rechtlichen Vorschriften analysiert. Der Nachweis von Enterokokken zeigt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine fäkale Verunreinigung an, daher besteht auch die Möglichkeit, dass das Wasser mit pathogenen Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Parasiten) verunreinigt ist. Für Trinkwasser gilt ein Parameterwert (Grenzwert) von 0 in 100 ml, d. h. Enterokokken dürfen in 100 ml Wasser nicht nachweisbar sein.

Sobald Enterokokken im Trinkwasser nachweisbar sind, sind sofortige Maßnahmen zur Wiederherstellung einer einwandfreien Trinkwasserqualität durch den Wasserversorger zu ergreifen. In diesem Fall ist eine Desinfektion des Trinkwassers mit geeigneten und zugelassenen Desinfektionsmitteln (z. B. Chlor, Chlordioxid, Hypochloritlauge) erforderlich.

Der Betreiber einer Wasserversorgungsanlage ist gemäß Trinkwasserverordnung verpflichtet die Abnehmer zu informieren und auf etwaige Vorsichtsmaßnahmen (z. B. Nutzungsbeschränkungen für das Wasser oder bestimmte Behandlungsverfahren wie z. B. bei Nichteinhaltung der mikrobiologischen Anforderungen das Kochen bei Siedetemperatur, die zumindest drei Minuten gehalten werden muss) hinzuweisen. Weiters sind die Abnehmer darauf hinzuweisen, dass diese Informationen allen Verbrauchern (z. B. durch Aushang im Gebäude) in geeigneter Weise zur Kenntnis zu bringen sind.

Nach Abschluss der Desinfektion sind bakteriologische Kontrolluntersuchungen erforderlich um den Erfolg der getätigten Maßnahmen überprüfen zu können.

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