Tierseuchenradar Österreich – Oktober 2021

Im österreichischen Tierseuchenradar werden Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen und Tierkrankheiten, die für Österreich relevant sind, bewertet und zusammengestellt. Dadurch können mögliche Risiken für Österreich früh erkannt und kommuniziert werden. Der Tierseuchenradar erscheint monatlich.

Für Deutschland und die Schweiz stehen mit dem Radar Bulletin entsprechend länderspezifische Beurteilungen der Tierseuchen-Risiken monatlich zur Verfügung.

CAVE: Im folgenden Bericht bezieht sich der Begriff "Fall" auf die im Animal Disease Information System (ADIS) gemeldeten Ausbrüche (Seuchenmeldungen) und nicht auf die Anzahl der einzelnen betroffenen Tiere.

Die Datenabfrage erfolgt im ADIS zum angegebenen Stichtag. Gemeldete Fälle nach dem Stichtag der Abfrage sind nicht dargestellt.

Gesichtete Quellen: ADIS

Definition der Ampelfarben:

rot-schwarzes Symbol Rot-Schwarz: Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.
rotes Symbol Rot: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.
oranges Symbol Orange: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.
grünes Symbol Grün: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
Neue Meldungen Aug. Sep. Okt.
ASP Im Oktober 2021 wurden in Europa 132 Ausbrüche bei Hausschweinen und 483 bei Wildschweinen gemeldet. Im Vergleich zu den Vormonaten ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Hausschweinen und Wildschweinen weiter gesunken. Die Situation in den Nachbarländern bleibt für Österreich jedoch besorgniserregend, da Ungarn, die Slowakei und Deutschland auch im Oktober Fälle von ASP bei Wildschweinen gemeldet haben. Aufgrund der geringen Entfernung zur österreichischen Staatsgrenze wird das Risiko für Österreich als hoch eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.
HPAI Hochpathogene aviäre Influenza (HPAI): Im Oktober 2021 wurden in Europa 50 Ausbrüche von HPAI gemeldet. Aus Deutschland, Finnland, Niederlanden, Schweden, Estland, Dänemark und der Ukraine wurden insgesamt 38 Fälle bei Nicht-Geflügel gemeldet. 12 Fälle bei Geflügel wurden aus Deutschland, Niederlanden, Italien und Estland gemeldet.
Im Oktober trat in Österreich kein Fall von HPAI auf. Das Risiko eines Eintrages in Geflügelhaltungen und Nicht-Geflügel-Populationen wird als hoch eingestuft.
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.
RABIES Tollwut (RABIES): Fälle in Polen und der Türkei. In Österreich treten Tollwut-Fälle von terrestrischer Wut aktuell nicht auf. Das Risiko wird als gering eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
BT Blauzungenkrankheit (BT): 7 Fälle in Portugal und 2 Fälle in Spanien. Die Fälle liegen hauptsächlich im südlichen Grenzgebiet dieser beiden Länder. 1 Fall im Süden Bulgariens. Zum Stichtag noch nicht offiziell in das ADIS eingemeldete Fälle in Italien (Sardinien) und Frankreich (Korsika). Das Risiko für Österreich wird als gering eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
Icon SchweinIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.

Afrikanische Schweinepest

Situation

Situation in Österreich

Österreich ist bisher von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschont geblieben, allerdings kommt sie in einigen direkten Nachbarländern wie Ungarn, der Slowakei und Deutschland vor.

Situation in Europa

Im Oktober 2021 gab es in Europa 132 Ausbrüche bei Hausschweinen und 483 bei Wildschweinen. Im Vergleich zum Vormonat ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Hausschweinen und Wildschweinen gesunken (Vormonat 243 bzw. 530, siehe Tabelle und Abbildung ASP-Karte).

Hausschweine

Im Oktober 2021 (Stichtag: 03.11.2021) wurden zahlreiche Ausbrüche aus Rumänien (122) und Polen (9) und ein Ausbruch aus der Slowakei gemeldet (siehe Tabelle ASP-Fälle).

Die Situation in Rumänien bleibt mit 122 bei Hausschweinen gemeldeten Fällen besorgniserregend, auch wenn die Fallzahlen im Vergleich zum September (205) deutlich gesunken sind. Die meisten Ausbrüche fanden in Kleinhaltungen statt, jedoch wurde ASP innerhalb des Berichtzeitraums auch in 3 Betrieben mit mehr als 500 Tieren nachgewiesen.

In Polen wurden im Oktober bei Hausschweinen ebenso deutlich weniger Fälle als im Vormonat gemeldet (9). Sieben Betriebe waren Kleinhaltungen, zwei Betriebe hatten mehr als 500 Tiere.

Die Slowakei meldete einen ASP-Ausbruch, betroffen war eine Kleinhaltung.

Wildschweine
Im Oktober 2021 (Stichtag: 03.11.2021) meldeten 9 Länder, von denen 3 an Österreich grenzen, Fälle von ASP bei Wildschweinen. Die meisten Fälle wurden in Deutschland (203) gemeldet, gefolgt von Polen (126) und der Slowakei (47) (zur räumlichen Verteilung siehe Detaildarstellung in Abbildung: ASP Karte). Die Anzahl der ASP-Fälle in Ungarn bleiben auf niedrigem Niveau (13). Zu den weiteren Nachweisen in Europa siehe Tabelle ASP-Fälle.
Tabelle ASP-Fälle: Anzahl der ASP-Meldungen im ADIS für Hausschwein (HS), Wildschwein (WS) im Zeitraum von 01.08.2021 bis 31.10.2021 (Stichtag: 03.11.2021).
August
September
Oktober
HS WS HS WS HS WS
Rumänien 393 23 205 24 122 23
Deutschland 0 256 0 259 0 203
Polen 35 138 35 120 9 126
Slowakei 2 97 1 77 1 47
Lettland 1 34 0 21 0 33
Ungarn 0 36 0 9 0 13
Litauen 0 13 0 15 0 26
Bulgarien 3 7 1 2 0 4
Estland 0 5 0 3 0 8
Ukraine 2 0 1 0 0 0
Moldavien 1 0 0 0 0 0
GESAMT 437 609 243 530 132 483
Europakarte zu ASP-Fällen wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung ASP-Karte: Karte der im ADIS gemeldeten ASP-Fälle für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.08.2021 bis 31.10.2021 (Stichtag: 03.11.2021).
Verlaufsgrafik zu ASP-Fällen in Europa: Die Anzahl der gemeldeten ASP-Fälle beim Wildschwein stieg in den kälteren Wintermonaten, während die Zahl der Fälle bei Hausschweinen in den Sommermonaten, ab Juli/August, anstieg. Im September ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen und bei Hausschweinen leicht gesunken. Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADIS gemeldeten ASP-Fälle für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.11.2020 bis 31.10.2021 (Stichtag: 03.11.2021).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der ASP-Fälle zur Staatsgrenze: Im September 2021 betrug die Distanz der ASP-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze ca. 107. km. Seit Mitte September 2020 blieb dieser Wert konstant. Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Distanz: Distanz der im ADIS gemeldeten ASP-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.11.2020 bis 31.10.2021 (Stichtag: 03.11.2021).

Folgen für Österreich

Für Österreich bleibt das Risiko einer Einschleppung von ASP hoch. Es wird eindringlich vor dem Mitbringen von Schweine- oder Wildschweinefleisch und anderen von diesen Tieren stammenden Produkten aus betroffenen Gebieten abgeraten. Das ASP-Virus ist extrem lange in der Umwelt überlebensfähig, vor allem in Blut, Fleischprodukten und Kadavern.

In Österreich müssen seit Ende 2019 zum Zweck der Früherkennung alle tot aufgefundenen Wildschweine gemeldet und von der AGES auf das ASP-Virus untersucht werden. Daneben erfolgt auch eine Untersuchung von Aborten sowie von klinisch oder pathologisch auffälligen Hauschweinen und von Organproben aus dem ASP- und KSP-Stichprobenplan.

Tierhalter können die “ASP-Risikoampel” oder den online Fragebogen “Biocheck” verwenden, um die Biosicherheit ihrer Betriebe kostenlos und anonym zu überprüfen.

Im neuen Tiergesundheitsgesetz (Verordnung (EU) 2016/429) und den in Abhängigkeit davon geltenden zusätzlichen Rechtsakten der Europäischen Kommission, im Besonderen der Delegierten Verordnung (EU) 2020/687 und der Durchführungsverordnung 2021/605 (zuletzt geändert durch die Durchführungsverordnung (EU) 2021/1907) und der ASP-Verordnung 2005 sind Zuständigkeiten und Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest in allen Mitgliedstaaten bzw. in Österreich festgelegt. Im Anhang Teil I bis III der Durchführungsverordnung 2021/1907/EU sind die geltenden Gebiete (Sperrzonen I, II und III) mit erhöhtem Risiko einer Ausbreitung der Seuche ASP festgelegt.

Kommentar

Wie schon im Vorjahr beobachtet wurde, scheint generell die Anzahl der Ausbrüche bei Hausschweinen in Europa in den Sommermonaten, ab Juli/August, anzusteigen und in den kalten Monaten zu sinken (für einen Vergleich siehe Abbildung ASP-Verlauf im Bericht von März 2021). Im Berichtszeitraum waren die Meldungen von Ausbrüchen bei Hausschweinen wieder leicht rückläufig.

Seit dem Sommer 2021 meldet Deutschland aufgrund der intensiven Fallwildsuche in den betroffenen Gebieten in Sachsen und Brandenburg die höchsten Fallzahlen bei Wildschweinen in Europa. Im Oktober wurde ASP außerhalb der bisherigen Sperrzonen, etwa 60km westlich der bisherigen Fälle in Sachsen, bei einem erlegten Frischling festgestellt. Bei der anschließenden Fallwildsuche wurde ein Kadaver eines Frischlings in unmittelbarer Nähe ebenfalls positiv auf ASP getestet. Da der ASPV-Genotyp den Isolaten entspricht, die von den bisher westlichsten Nachweisen in Sachsen gewonnen wurden, scheint sich das Virus trotz eingerichteter Sperrzonen weiter nach Westen auszubreiten. Die Sperrzonen in Sachsen wurden daraufhin erweitert. (siehe Radar Bulletin Deutschland)

Die Anzahl der Ausbrüche in Europa bei Hausschweinen, insbesondere in Rumänien und in Polen, gibt weiter Anlass zur Sorge. Beunruhigend für Österreich bleibt die ASP-Situation in den Nachbarländern.

Im Oktober betrug die kürzeste Distanz eines bestätigten ASP-Falles zur österreichischen Staatsgrenze 90 km, welcher sich in Ungarn ereignete (siehe Abbildung ASP-Distanz).

Quellen

ADIS, FLI, PROMED
Icon HuhnIcon VogelIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.

Hochpathogene aviäre Influenza

Situation

Situation in Österreich

Erstmals seit dem Jahr 2017 wurde in Österreich Anfang Februar 2021 das hochpathogene aviäre Influenzavirus bei Nicht-Geflügel (Wildvogel) nachgewiesen. Bis zum 28. April wurden 35 Wildvögel und Vögel in Gefangenschaft positiv auf HPAI getestet. Danach kam es zu keinen Nachweisen mehr in Österreich. Eine Übersicht über die betroffenen Bezirke, Tierarten und Anzahl der betroffenen Tiere finden Sie hier.

Im Oktober ist kein Fall von HPAI in Österreich aufgetreten.

Situation in Europa

Im Oktober 2021 wurden in Europa bei Geflügel 12 Fälle von HPAI und 38 Fälle bei Nicht-Geflügel gemeldet (Stichtag: 03.11.2021). Die Gesamtzahl von 50 Meldungen ist im Vergleich zum Vormonat (19 Meldungen) deutlich gestiegen. Nachdem die Fallzahlen auch in den Sommermonaten nicht vollständig zum Erliegen gekommen sind, ist somit der erste größere Anstieg der Fallzahlen zu beobachten (siehe Abbildung HPAI-Verlauf). Die Anzahl der Länder, in denen HPAIV im Beobachtungszeitraum nachgewiesen wurde liegt wie im Vormonat bei 8. Zum Stichtag gingen im ADIS Meldungen aus Deutschland, Italien, Estland, Dänemark und der Ukraine ein, nachdem in diesen Ländern im September keine Fälle auftraten. Aus Finnland, den Niederlanden und Schweden wurden im Oktober weiterhin Fälle von HPAI gemeldet. Im Gegensatz zum September meldeten Frankreich, Belgien, Kosovo, Luxemburg und Tschechien keine HPAI-Nachweise mehr (siehe Tabelle HPAI-Fälle).

Während im Norden Europas weiterhin HPAI-Fälle bei Nicht-Geflügel in Küstennähe auftreten, sind auch Geflügelbestände und Nicht-Geflügel (meist Hobbyhaltungen) in Mittel-, Süd- und Osteuropa betroffen (siehe Abbildung HPAI-Karte).

Einen umfassenden Überblick der European Food Safety Authority (EFSA) über den aktuellen Seuchenzug und den Vergleich zu vorherigen Jahren finden Sie hier.

Anmerkung: Kurz nach dem Stichtag meldete Tschechien am 5. November einen grenznahen HPAI-Fall (2 tot aufgefundene Schwäne).

Geflügel

Nachdem im Vormonat HPAI-Fälle in einer Hobbyhaltung in Tschechien und einem Fall im Kosovo in das ADIS eingemeldet wurden, steigt im Oktober die Anzahl der betroffenen Betriebe auf 12 deutlich an. Der Nachweis von HPAI Subtyp H5N1 erfolgte in den Niederlanden (Bio-Legehennen und Masthühner) und in drei Fällen in Deutschland (Mastgänse; gemischte Haltung von Gänsen, Legehennen und Enten). Italien meldete im Berichtszeitraum 6 Fälle bei Geflügel und Estland (Subtyp H5N8) einen Fall (siehe Tabelle HPAI-Fälle).

Mit einer Entfernung von 152 km trat der HPAI-Fall in Italien mit der geringsten Distanz zur österreichischen Staatsgrenze auf (siehe Abbildung HPAI-Distanz).

Nicht-Geflügel

Die Anzahl der HPAI-Meldungen bei Nicht-Geflügel hat sich im Oktober in Europa mit 38 Fällen im Vergleich zum Vormonat (17 Fälle) mehr als verdoppelt. Die im Beobachtungszeitraum festgestellten Fälle bei Nicht-Geflügel sind mehrheitlich in Küstengebieten im Norden Europas lokalisiert (siehe Abbildung HPAI-Karte). Deutschland (25 Fälle) Estland (3 Fälle), Dänemark (2 Fälle bei Wildenten) und die Ukraine (1 Fall) meldeten im Oktober Nachweise von HPAI Serotyp H5N1 bei Nicht-Geflügel, nachdem im Vormonat aus diesen Ländern keine Meldungen vorlagen. Leicht sinkende Fallzahlen berichteten Finnland (5 Fälle) und Schweden (Serotyp H5N8 bei Wildgänsen). Die Niederlande meldeten weiterhin einen Fall.

Der österreichischen Staatsgrenze naheliegende Fälle von HPAI bei Nicht-Geflügel traten im Oktober in Deutschland (92 km) und den Niederlanden (655 km) auf. Im Vormonat war dies für Frankreich (309 km) und Luxemburg (340 km) der Fall (siehe Abbildung HPAI-Distanz).
Tabelle HPAI-Fälle: Anzahl der HPAI-Meldungen im ADIS für Geflügel (GE), Nicht-Geflügel (NG) im Zeitraum von 01.08.2021 bis 31.10.2021 (Stichtag: 03.11.2021).
August
September
Oktober
GE NG GE NG GE NG
Deutschland 0 0 0 0 3 25
Finnland 0 17 0 6 0 5
Niederlande 0 4 0 1 2 1
Italien 0 0 0 0 6 0
Schweden 0 3 0 2 0 1
Estland 0 1 0 0 1 3
Frankreich 0 0 0 4 0 0
Belgien 0 0 0 3 0 0
Dänemark 0 0 0 0 0 2
Kosovo 0 0 1 0 0 0
Luxemburg 0 0 0 1 0 0
Norwegen 0 1 0 0 0 0
Polen 1 0 0 0 0 0
Tschechien 0 0 1 0 0 0
Ukraine 0 0 0 0 0 1
GESAMT 1 26 2 17 12 38
Europakarte zu HPAI-Fällen wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung HPAI-Karte: Karte der im ADIS gemeldeten HPAI-Fälle für Geflügel, Nicht-Geflügel im Zeitraum von 01.08.2021 bis 31.10.2021 (Stichtag: 03.11.2021).
Verlaufsgrafik zu HPAI-Fällen in Europa: Im Zuge des Frühjahrzuges der Wildvögel im April und Mai wurden vermehrt Fälle bei Wildvögeln festgestellt. Mit Beginn des Herbstzuges ab November kam es zu einem drastischen Anstieg der Fälle bei Wildvögeln mit steigenden Fallzahlen auch beim Hausgeflügel. Im Januar kam es zu einem erneuten starken Anstieg der Fälle, wobei hauptsächlich Hausgeflügel betroffen war. Ab Februar sind hingegen sind wieder hauptsächlich Wildvögel betroffen. Die Fallzahlen steigen im März auf einen Höchststand im Seuchenverlauf. In den Sommermonaten entspannt sich das aktuelle Seuchengeschehen deutlich. Fälle von HPAI treten nur noch vereinzelt auf.
Abbildung HPAI-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADIS gemeldeten HPAI-Fälle für Geflügel, Nicht-Geflügel im Zeitraum von 01.11.2020 bis 31.10.2021 (Stichtag: 03.11.2021).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der HPAI-Fälle zur Staatsgrenze: Im Januar betrug die Distanz der HPAI-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze ca. 50 km und stieg danach auf ca. 200 km an. Von Mitte März bis Oktober blieb dieser Wert konstant. Von Mitte Oktober bis Anfang November stieg die Distanz auf über 400 km. Ab Mitte November wurden einzelne Fälle sehr nahe an der Staatsgrenze gemeldet. Ab Mai 2021 stieg die Entfernung von HPAI-Fällen zur Staatsgrenze auf über 400 km im Juni. Im Februar 2021 trat HPAI auf österreichischem Staatsgebiet auf. Detailbeschreibung im Kapitel "Situation in Europa".
Abbildung HPAI-Distanz: Distanz der im ADIS gemeldeten HPAI-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.11.2020 bis 31.10.2021 (Stichtag: 03.11.2021).

Folgen für Österreich

Im Seuchengeschehen Ende 2020/Beginn 2021 konnte eine Übertragung durch HPAIV-positive Wildvögel auf landwirtschaftliche Geflügelbestände in Österreich erfolgreich durch Verordnung eines Risikogebiets mit entsprechenden Maßnahmen verhindert werden. Mit 28. April 2021 wurden in Österreich die Gebiete mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko wieder aufgehoben.

Mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2021/641 der Kommission vom 16. April 2021, betreffend Sofortmaßnahmen im Zusammenhang mit Ausbrüchen der hochpathogenen aviären Influenza in bestimmten Mitgliedstaaten (zuletzt geändert durch Durchführungsbeschluss (EU) 2021/846) werden die Schutz- und Überwachungszonen auf Unionsebene ausgewiesen. Diese sind nach dem Ausbruch der hochpathogenen aviären Influenza bei Geflügel oder in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln gemäß Artikel 21 der Delegierten Verordnung (EU) 2020/687 einzurichten.

In Geflügelbeständen und bei Zoohaltungen sollten Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen weiterhin mit äußerster Sorgfalt umgesetzt werden. Jeglicher direkte oder indirekte Kontakt zu Wildvögeln stellt ein potentielles Risiko einer Krankheitsübertragung dar und sollte konsequent verhindert werden. Mit der “AI-Risikoampel” oder dem Online-Fragebogen “Biocheck” stehen kostenlose und anonyme Möglichkeiten zur Überprüfung des Status der Biosicherheit zur Verfügung.

Aufgrund der anhaltenden Zirkulation von HPAI-Virus bei Nicht-Geflügel (Wildvögeln) und der steigenden Anzahl von Fällen in Geflügelbeständen in Europa, sowie des anhaltenden Herbstzuges der Wildvögel wird das Risiko für den Eintrag nach Österreich als hoch eingestuft.

Der Handel als weiterer möglicher Eintragsweg ist für Österreich nicht relevant und als Risiko derzeit vernachlässigbar.

Kommentar

Der aktuelle HPAI-Seuchenzug stellt einen der schwersten in Europa dar. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ist das Seuchengeschehen seit Ende 2020 in den Sommermonaten 2021 in Europa nicht vollständig zum Erliegen gekommen. Die kontinuierlichen HPAI-Nachweise bei Nicht-Geflügel (Wildwasservögeln) in den Küstengebieten an Nord- und Ostsee und vereinzelten Fällen bei Geflügel können als Hinweis auf eine Entwicklung zu einer endemischen Situation gewertet werden. Zusätzlich besteht durch den anhaltenden Herbstzug der Zugvögel ein erhöhtes Risiko eines Eintrages von HPAIV nach Österreich. Durch einsetzende Kälteperioden kann es zu verstärkten Wanderungsbewegungen der Zugvögel kommen.

Wie bereits beim Seuchenzug 2016/2017 sind seit 2020 HPAI-Viren des Subtyps H5N8 in Europa nachgewiesen worden. Phylogenetische Untersuchungen zeigten, dass die 2016 eingetragenen und aktuell zirkulierenden Viren unterschiedlichen genetischen Ursprungs sind. Durchgeführte Vollgenomsequenzierungen weisen auf einen gesonderten Eintrag aus West- und Zentralasien hin. Aktuelle Meldungen von HPAI-Fällen des Subtyps H5N1 bei Nicht-Geflügel aus diesen Gebieten lassen Parallelen zu den vergangenen Jahren erkennen und können ein Hinweis auf einen bevorstehenden Eintrag von HPAI H5N1 sein.

Eine erhöhte Vogeldichte an den Sammelplätzen der Zugvögel begünstigt ein Wiederaufflammen der HPAI H5N1 und H5N8-Fälle in Europa. In den kommenden Wochen ist daher ein Anstieg der Fallzahlen bei Nicht-Geflügel zu erwarten.

In Österreich müssen tot aufgefundene Wildwasservögel und Greifvögel der Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet und untersucht werden, damit Viruseinträge frühzeitig erkannt und dementsprechende Maßnahmen getroffen werden können.

Neben Nicht-Geflügel waren in den vergangenen Monaten in Europa häufig Tiere in Hobbyhaltung, die Kontakt zu heimischen Wildvögeln hatten betroffen. Auch bei einem der aktuellen Fälle in einem Geflügelbetrieb in Italien konnte der Kontakt zu Wildvögeln als Eintragsquelle zurückverfolgt werden. Dies verdeutlicht, dass jeder direkte oder indirekte Kontakt zu Wildvögeln, besonders Wildwasservögeln wie z.B. Wildenten, ein Übertragungsrisiko darstellt. Die heimischen Wildwasservögel tragen nach Kontakt zu Zugvögeln maßgeblich zu einer Weiterverbreitung von HPAIV bei. Besonders Wildenten zeigen bei einer Infektion mit HPAIV selbst meist keine oder nur eine milde Symptomatik, scheiden aber Virus mit dem Kot aus.

Die korrekte Umsetzung von Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen in Geflügelhaltungen und beim Lebendgeflügelhandel sind daher ebenso von besonderer Bedeutung wie die Verhinderung des Kontaktes zu Nicht-Geflügel, besonders zu Wildwasservögeln wie Stockenten. Informationsmaterialien und die Kommunikation der aktuellen Situation sollten bestmöglich eingesetzt werden, damit Tierhalter ihre Tiere effektiv schützen können. Beispiele für Informationsmaterial finden Sie für private Geflügelhaltungen hier und für Geflügelbetriebe hier. Wichtig sind Informationen an Tierhalterinnen/Tierhalter und Tierärztinnen/Tierärzte über die frühzeitige Erkennung und korrekte Vorgehensweise im Seuchenfall.

Die Gefahr einer Übertragung auf den Menschen besteht derzeit nicht.

Quellen

ADIS, PROMED, FLI

Icon LeerIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Tollwut

Im Berichtzeitraum (Stichtag: 03.11.2021) wurden in Europa 23 RABIES-Fälle (Vormonat 36) gemeldet. Polen meldete 22 Fälle und die Türkei einen Fall (für einen Überblick über die letzten drei Monate siehe Tabelle RABIES-Fälle).

Seit Februar meldete Polen mehrere Tollwutausbrüche bei Rotfüchsen in der Woiwodschaft Mazowieckie nahe der Hauptstadt Warschau. Diese Region liegt ca. 30 bis 40 km westlich des Gebiets, in dem die orale Impfung von Füchsen durchgeführt wird. Im Oktober wurden 20 Fälle bei Rotfüchsen, ein Fall bei einem Hund und ein Fall bei einem Waschbär gemeldet. In der Türkei wurde ein RABIES-Fall bei einem Hund gemeldet.

Eines der größten Risiken der Wiedereinschleppung von Tollwut in eine tollwutfreie Population ist der Transport von nicht geimpften Tieren aus Ländern mit endemischer Tollwut. Die Überwachungsmaßnahmen sollten darauf abzielen, die illegale Einfuhr von tollwütigen oder nicht geimpften Welpen zu bekämpfen.

Österreich wurde 2008 für frei von terrestrischer Tollwut erklärt. Zuletzt wurde 2004 und 2006 bei je einem Fuchs Tollwut diagnostiziert. Weitere Informationen über Tollwut finden Sie hier.

Im 3. Quartal (Juli-September) 2021 meldeten Deutschland und Polen jeweils zwei Fälle bei Fledermäusen. Die Fledermaustollwut ist ein eigenständiges Infektionsgeschehen und steht nicht mit der terrestrischen Wut in Zusammenhang. Da der Spillover von Fledermäusen auf den Menschen und andere Säugetierspezies in Europa ein seltenes Ereignis darstellt, kann das entsprechende Risiko als gering eingestuft werden.
Tabelle RABIES-Fälle: Anzahl der RABIES-Meldungen im ADIS im Zeitraum von 01.08.2021 bis 31.10.2021 (Stichtag: 03.11.2021).
Aug Sep Okt
Polen 11 10 22
Türkei 17 25 1
Deutschland 0 1 0
GESAMT 28 36 23
Icon RindIcon SchafIcon ZiegeIcon WildIcon LamaIcon KamelidIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Blauzungenkrankheit

Im Oktober wurde aus Spanien in 2 Fällen BTV Serotyp 4 auf Betrieben mit Schafen im Süden der Provinz Ciudad Real gemeldet. Im Vormonat meldete Spanien 2 Fälle von BT an der Grenze zu Portugal. Aus Portugal wurden im Berichtszeitraum 7 Fälle gemeldet. Die Fälle traten zusätzlich zur Grenzregion auch weiter nördlich und westlich im Vergleich zu den 11 Fällen des Vormonats auf (siehe Tabelle BT-Fälle). Mitte Oktober waren in Frankreich (Korsika) zwei Schafhaltungen von BTV-4 betroffen und für Italien (Sardinien) liegen Informationen über ein sehr aktives BTV-4 Seuchengeschehen bei Schafen vor (www.promedmail.org). Zum Stichtag (03.11.2021) gingen aus Frankreich und Italien jedoch keine offiziellen Meldungen in das ADIS ein. Für weitere Informationen der EU, einen Überblick über die Zonen mit dem entsprechenden Seuchenstatus und die zirkulierenden Serotypen als Karte und Tabelle finden Sie hier.

In den Jahren 2008 und 2009 traten die ersten BT-Fälle (Serotyp 8) in Österreich auf. Im Zuge eines Seuchenzuges in Südosteuropa wurde 2015 und 2016 auch BTV-4 in Österreich nachgewiesen. Ab 2017 wurde bundesweit kein weiterer BT-Fall mehr festgestellt und 2018 wurden die BTV-4 Restriktionszonen aufgehoben. Am 30.04.2021 endete die vektorfreie Zeit. Das Risiko für Österreich wird derzeit als gering eingestuft.

Weitere Informationen über die Blauzungenkrankheit finden Sie hier. Informationen der EU zu den Bekämpfungsmaßnahmen im Rahmen des neuen Tierseuchenrechts finden Sie hier.

Tabelle BT-Fälle: Anzahl der BT-Meldungen im ADIS im Zeitraum von 01.08.2021 bis 31.10.2021 (Stichtag: 03.11.2021).
Aug Sep Okt
Portugal 3 11 7
Spanien 2 2 2
Bulgarien 0 0 1
GESAMT 5 13 10
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