Tierseuchenradar Österreich – März 2021

Im österreichischen Tierseuchenradar werden Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen und Tierkrankheiten, die für Österreich relevant sind, bewertet und zusammengestellt. Dadurch können mögliche Risiken für Österreich früh erkannt und kommuniziert werden. Der Tierseuchenradar erscheint monatlich.

Für Deutschland und die Schweiz stehen mit dem Radar Bulletin entsprechend länderspezifische Beurteilungen der Tierseuchen-Risiken monatlich zur Verfügung.

CAVE: Im folgenden Bericht bezieht sich der Begriff “Fall” auf die im Animal Disease Notification System (ADNS) gemeldeten Ausbrüche (Seuchenmeldungen) und nicht auf die Anzahl der einzelnen betroffenen Tiere.

Die Datenabfrage erfolgt im ADNS zum angegebenen Stichtag. Gemeldete Fälle nach dem Stichtag der Abfrage sind nicht dargestellt.

Gesichtete Quellen: ADNS

Definition der Ampelfarben:

rot-schwarzes Symbol Rot-Schwarz: Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.
rotes Symbol Rot: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.
oranges Symbol Orange: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.
grünes Symbol Grün: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
Neue Meldungen Jan. Feb. Mrz.
ASP Im März 2021 wurden in Europa 110 Ausbrüche bei Hausschweinen und 1474 bei Wildschweinen gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen leicht gestiegen. Die Situation in den Nachbarländern bleibt für Österreich besorgniserregend, da Ungarn, die Slowakei und Deutschland auch im März mehr als 100 Fälle von ASP bei Wildschweinen gemeldet haben. Aufgrund der geringen Entfernung zur österreichischen Staatsgrenze und der steigenden Fallzahlen wird das Risiko für Österreich als hoch eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.
HPAI Im März 2021 wurden in Europa 945 Ausbrüche von HPAI gemeldet. Bei Wildvögeln (733) und Hausgeflügel (201) ist die Fallzahl im Vergleich zum Vormonat stark, bei Vögeln in Gefangenschaft (11) deutlich gestiegen.
Wie im Vormonat tritt derzeit HPAI in Österreich bei Wildvögeln auf. HPAIV wurde in 9 Fällen nachgewiesen. Bei Hausgeflügel und Vögeln in Gefangenschaft wurde HPAIV in Österreich bislang nicht nachgewiesen, es besteht jedoch ein hohes Risiko eines Eintrages auch in Hausgeflügelbestände und einer Übertragung auf in Gefangenschaft gehaltene Vögel.
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen. Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.
BT Blauzungenkrankheit (BT): Fälle in Italien, Frankreich und Belgien. In Österreich treten BT-Fälle nicht auf und das Risiko wird als gering eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
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Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.

Afrikanische Schweinepest

Situation

Situation in Österreich

Österreich ist bisher von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschont geblieben, allerdings kommt sie in einigen direkten Nachbarländern wie Ungarn, der Slowakei und Deutschland vor.

Situation in Europa

Im März 2021 gab es in Europa 110 Ausbrüche bei Hausschweinen und 1474 bei Wildschweinen. Im Vergleich zum Vormonat (1181) ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen gestiegen (siehe Tabelle ASP-Fälle).

Hausschweine

Im März 2021 wurden zahlreiche Ausbrüche aus Rumänien (105) und einzelne Ausbrüche aus Serbien (3), Polen (1) und Ukraine (1) bei Hausschweinen gemeldet (siehe Tabelle ASP-Fälle). Obwohl die meisten positiven Betriebe in Rumänien klein waren, waren auch 2 Großbetriebe mit mehr als 10.000 Schweinen betroffen. Diese waren ein Zuchtbetrieb mit 20.000 Schweinen nahe der Grenze zu Ungarn und ein weiterer in der Nähe von Bukarest. Polen verzeichnete diesen Monat den zweitgrößten Ausbruch seit dem Auftreten der ASF im Jahr 2014. Der Ausbruch betraf eine Zuchtsauenhaltung mit fast 16.000 Tieren im Landkreis Świebodzin der Wojewodschaft Lebus, knapp 60 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt (siehe Detaildarstellung in Abbildung ASP-Karte).

Wildschweine

Wie im Vormonat (Februar 2021) wurden in Deutschland im Berichtszeitraum weitere Fälle (166) von ASP bei Wildschweinen nachgewiesen. Die Fälle traten in Ostdeutschland in getrennten und abgegrenzten Zonen entlang der Grenze zu Polen auf (siehe Detaildarstellung in Abbildung ASP-Karte).

Im März 2021 (Stichtag: 06.04.2021) meldeten 5 Länder, von denen 3 an Österreich grenzen, mehr als 100 Fälle von ASP bei Wildschweinen. Die meisten Fälle wurden in Ungarn (507) gemeldet, gefolgt von Polen (343), der Slowakei (286), Deutschland (166) und Rumänien (116). Bemerkenswert ist, dass sich in der Slowakei die Anzahl der ASP-Fälle im Vergleich zum letzten Monat (114) verdoppelt hat. Zu den weiteren Nachweisen in Europa siehe Tabelle ASP-Fälle.

Tabelle ASP-Fälle: Anzahl der ASP-Meldungen im ADNS für Hausschwein (HS), Wildschwein (WS) im Zeitraum von 01.01.2021 bis 31.03.2021 (Stichtag: 06.04.2021).
Januar
Februar
März
HS WS HS WS HS WS
Ungarn 0 496 0 343 0 507
Polen 0 342 0 314 1 343
Rumänien 119 228 113 175 105 116
Slowakei 0 169 0 114 0 286
Deutschland 0 201 0 147 0 166
Bulgarien 0 72 0 47 0 23
Lettland 0 40 0 22 0 16
Litauen 0 16 0 11 0 14
Estland 0 15 0 7 0 3
Serbien 2 0 12 0 3 0
Italien 0 3 0 1 0 0
Ukraine 2 0 0 0 1 0
GESAMT 123 1582 125 1181 110 1474
Europakarte zu ASP-Fällen wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung ASP-Karte: Karte der im ADNS gemeldeten ASP-Fälle für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.01.2021 bis 31.03.2021 (Stichtag: 06.04.2021).
Verlaufsgrafik zu ASP-Fällen in Europa: Die Anzahl der gemeldeten ASP-Fälle beim Wildschwein stieg in den kälteren Wintermonaten, während die Zahl der Fälle bei Hausschweinen über das ganze Jahr stabil blieb und stieg leicht zwischen August und September. In den letzen zwei Februarwochen ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen leicht gesunken. Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADNS gemeldeten ASP-Fälle für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.01.2021 bis 31.03.2021 (Stichtag: 06.04.2021).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der ASP-Fälle zur Staatsgrenze: Im Febraur 2021 betrug die Distanz der ASP-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze ca. 93. km. Seit Mitte September blieb dieser Wert konstant. Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Distanz: Distanz der im ADNS gemeldeten ASP-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.01.2021 bis 31.03.2021 (Stichtag: 06.04.2021).

Folgen für Österreich

Für Österreich bleibt das Risiko einer Einschleppung von ASP hoch. Es wird eindringlich vor dem Mitbringen von Schweine- oder Wildschweinefleisch und anderen von diesen Tieren stammenden Produkten aus betroffenen Gebieten abgeraten. Das ASP-Virus ist extrem lange in der Umwelt überlebensfähig, vor allem in Blut, Fleischprodukten und Kadavern.

In Österreich müssen seit Ende 2019 zum Zweck der Früherkennung alle tot aufgefundenen Wildschweine gemeldet und von der AGES auf das ASP-Virus untersucht werden. Daneben erfolgt auch eine Untersuchung von Aborten sowie von klinisch oder pathologisch auffälligen Hauschweinen und von Organproben aus dem ASP- und KSP-Stichprobenplan.

Tierhalter können die “ASP-Risikoampel” oder den online Fragebogen “Biocheck” verwenden um die Biosicherheit ihrer Betriebe kostenlos und anonym zu überprüfen.

In der Durchführungsentscheidung 2014/709/EU (zuletzt geändert durch Durchführungsbeschluss (EU) 2020/2241) und der ASP-Verordnung 2005 sind Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest in bestimmten Mitgliedstaaten bzw. in Österreich festgelegt.

Kommentar

Wie bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war, steigt die Anzahl der gemeldeten ASP-Fälle beim Wildschwein in den kälteren Wintermonaten (siehe Abbildung ASP-Verlauf). Dies kann teilweise auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass kaltes und feuchtes Klima die Umweltpersistenz des Virus und das längere Liegenbleiben von Kadavern begünstigt. Darüber hinaus erleichtert die weniger dichte Vegetation im Winter das Auffinden von Kadavern. Interessanterweise ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen, nach einem leichten Rückgang in den letzten Februarwochen, im März wieder gestiegen; während die Zahl der Fälle bei Hausschweinen über das ganze Jahr stabil geblieben ist.

Die Anzahl der Ausbrüche in Europa bei Hausschweinen, insbesondere in Rumänien und in Polen, gibt weiter Anlass zur Sorge. Besorgniserregend für Österreich ist die Situation in den Nachbarländern.

Derzeit beträgt die kürzeste Distanz eines bestätigten ASP-Falles zur österreichischen Staatsgrenze 92 km und befindet sich in Ungarn (siehe Abbildung ASP-Distanz).

Quellen

ADNS, promedmail
Icon HuhnIcon VogelIcon Info
Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.

Hochpathogene aviäre Influenza

Situation

Situation in Österreich

Erstmals seit dem Jahr 2016 wurde in Österreich Anfang Februar 2021 das hochpathogene aviäre Influenzavirus bei einem Wildvogel nachgewiesen. Im Referenzlabor der AGES wurden im März 89 Proben von Hausgeflügel (29) und Wildvögeln (60) untersucht. Bei Wildvögeln wurde in 9 Fällen in Wien (7 Schwäne), Klosterneuburg (1 Schwan) und Vöcklabruck (1 Stockente) HPAIV (H5N8, H5) nachgewiesen.

Alle positiv getesteten Tiere wurden in Gebieten aufgefunden, die gemäß Geflügelpestverordnung als Gebiete mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko ausgewiesen sind. Eine Übersicht über die betroffenen Bezirke, Tierarten und Anzahl der betroffenen Tiere finden Sie hier. Alle eingehenden Proben von Hausgeflügel ergaben ein negatives Untersuchungsergebnis auf HPAIV. Ein Eintrag in österreichische Hausgeflügelbestände ist im Beobachtungszeitraum somit weiterhin nicht erfolgt.

Situation in Europa

Im März 2021 wurden in Europa insgesamt 945 Fälle von HPAI gemeldet (Vormonat 373 Fälle). 733 bei Wildvögeln, 201 bei Hausgeflügel und 11 bei in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln. Im Vergleich zum Vormonat hat sich die Gesamtfallzahl deutlich erhöht, die Anzahl der betroffenen Länder hat sich im März hingegen von 23 auf 19 verringert. Während für Irland, Rumänien, die Slowakei, Italien, die Schweiz und Spanien keine HPAI-Meldungen im ADNS zum Stichtag eingegangen sind, wurden im März auch aus Kroatien und Serbien Seuchenfälle gemeldet. Wie im Vormonat meldeten weiterhin Deutschland, Frankreich, Dänemark, Polen, Schweden, Tschechien, Lettland, Österreich, Estland, die Niederlande, Norwegen, Finnland, Belgien, Litauen, die Ukraine, Ungarn und Bulgarien HPAI-Fälle in das ADNS ein. Aus Nordirland wurden, wie im Vormonat, keine HPAI-Fälle zum Stichtag gemeldet (siehe Tabelle HPAI-Fälle).

Hausgeflügel

Im März sind für Hausgeflügel mit 201 Meldungen deutlich mehr Fälle zu verzeichnen als im Vormonat (111 Fälle). Mit 88 Fällen im März ist dieser Anstieg in Deutschland am größten (Vormonat 18 Fälle), gefolgt von Polen mit 70 Meldungen (Vormonat 11 Fälle). Von HPAI betroffen waren im März Hausgeflügelbestände in deutlich weniger Ländern als im Vormonat. Die Niederlande, Finnland, Rumänien, die Ukraine, Ungarn, Bulgarien und Italien meldeten zum Stichtag keine HPAI Ausbrüche mehr beim Hausgeflügel (siehe Tabelle HPAI-Fälle).

Anders als in den Vormonaten liegen die Schwerpunkte der HPAI-Fälle bei Hausgeflügel nicht mehr ausschließlich in Küstennähe. Meldungen erfolgten vermehrt im Landesinneren (z.B. in Deutschland, Polen und Tschechien). Zu beobachten ist eine vermehrte Meldung von HPAI in der Nähe von bereits in den Vormonaten gemeldeten Seuchenfällen (z.B. in Polen, Tschechien) (siehe Abbildung HPAI-Karte).

Die Fälle von HPAI bei Hausgeflügel mit der geringsten Entfernung zur österreichischen Staatsgrenze traten im Februar in Tschechien (45 km) und Deutschland (57 km) auf. Im Vormonat war dies für Tschechien (37 km) und Italien (82 km) der Fall (siehe Abbildung HPAI-Distanz).

Wildvögel

Die Anzahl der HPAI-Meldungen bei Wildvögeln hat sich im März mit 733 Fällen im Vergleich zum Vormonat (257 Fälle) beinahe verdreifacht. Mehr Fälle wurden aus Deutschland (425), Frankreich (6), Dänemark (119), Polen (39), Schweden (40), Tschechien (11), Estland (19), den Niederlanden (14), Norwegen (10), Finnland (7), Belgien (5) und Litauen (5) im ADNS gemeldet. Fälle von HPAI bei Wildvögeln meldeten mit der Ukraine (3), Bulgarien (2), Kroatien (3) und Serbien (3) zusätzlich auch Länder, die in den beiden Vormonaten nicht von HPAI betroffen waren. Lettland (11) und Österreich (9) meldeten weniger HPAI-Fälle bei Wildvögeln als im Vormonat (siehe Tabelle HPAI-Fälle).

Im ADNS eingehende Meldungen von HPAI bei Wildvögeln im März waren im Vergleich zu den Vormonaten neben den Sammelorten von Zugvögeln (Küstengebiete, Flussläufe, Binnengewässer) deutlich vermehrt im Landesinneren lokalisiert (siehe Abbildung HPAI-Karte).

Im März 2021 wurde, wie im Vormonat, HPAI in Österreich bei Wildvögeln nachgewiesen. Weitere, der österreichischen Staatsgrenze naheliegende Fälle von HPAI bei Wildvögeln traten im März in Tschechien (45 km) und Deutschland (57 km) auf. Im Vormonat war dies für die Slowakei (1 km) und Tschechien (30 km) der Fall (siehe Abbildung HPAI-Distanz).

Vögel in Gefangenschaft

Bei Vögeln in Gefangenschaft wurden im März mit 11 Meldungen gegenüber dem Vormonat (5) mehr Fälle gemeldet. Ein Fall wurde im Gegensatz zum Vormonat aus Frankreich gemeldet. Deutschland (3), Dänemark (1), Schweden (5) und die Niederlande (1) meldeten weiterhin Fälle von HPAI bei Vögeln in Gefangenschaft. Aus Polen wurden keine HPAI-Fälle bei Vögeln in Gefangenschaft mehr gemeldet (siehe Tabelle HPAI-Fälle).

Mit einer Entfernung von 192 km lag der Fall mit der geringsten Entfernung zur österreichischen Staatsgrenze im Februar in Frankreich. Im Vormonat war dies für einen Ausbruch in Polen (490 km) der Fall (siehe Abbildung HPAI-Distanz).
Tabelle HPAI-Fälle: Anzahl der HPAI-Meldungen im ADNS für Hausgeflügel (HG), Wildvögel (WV), Vögel in Gefangenschaft (VG) im Zeitraum von 01.01.2021 bis 31.03.2021 (Stichtag: 06.04.2021).
Januar
Februar
März
HG WV VG HG WV VG HG WV VG
Deutschland 25 71 2 18 87 1 88 425 3
Frankreich 365 2 0 55 2 0 8 6 1
Dänemark 1 16 0 1 57 1 8 119 1
Polen 13 3 0 11 32 1 70 39 0
Schweden 3 2 0 2 8 1 9 40 5
Tschechien 1 3 0 7 5 0 17 11 0
Lettland 0 0 0 0 25 0 0 11 0
Österreich 0 0 0 0 20 0 0 9 0
Estland 0 0 0 1 1 0 1 19 0
Niederlande 1 0 0 1 3 1 0 14 1
Norwegen 0 5 0 0 3 0 0 10 0
Finnland 0 1 0 1 4 0 0 7 0
Belgien 1 4 0 0 1 0 0 5 0
Irland 0 9 0 0 2 0 0 0 0
Litauen 1 3 0 0 1 0 0 5 0
Rumänien 1 7 0 1 0 0 0 0 0
Ukraine 2 0 0 4 0 0 0 3 0
Ungarn 3 1 0 3 0 0 0 2 0
Slowakei 1 2 1 0 3 0 0 0 0
Bulgarien 0 0 0 4 0 0 0 2 0
Italien 1 2 0 2 0 0 0 0 0
Kroatien 0 0 0 0 0 0 0 3 0
Nordirland 2 1 0 0 0 0 0 0 0
Serbien 0 0 0 0 0 0 0 3 0
Schweiz 0 0 0 0 2 0 0 0 0
Spanien 0 1 0 0 1 0 0 0 0
GESAMT 421 133 3 111 257 5 201 733 11
Europakarte zu HPAI-Fällen wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung HPAI-Karte: Karte der im ADNS gemeldeten HPAI-Fälle für Hausgeflügel, Wildvögel, Vögel in Gefangenschaft im Zeitraum von 01.01.2021 bis 31.03.2021 (Stichtag: 06.04.2021).
Verlaufsgrafik zu HPAI-Fällen in Europa: Im Zuge des Frühjahrzuges der Wildvögel im April und Mai wurden vermehrt Fälle bei Wildvögeln festgestellt. Mit Beginn des Herbstzuges ab November kam es zu einem drastischen Anstieg der Fälle bei Wildvögeln mit steigenden Fallzahlen auch beim Hausgeflügel. Im Januar kam es zu einem erneuten starken Anstieg der Fälle, wobei hauptsächlich Hausgeflügel betroffen war. Ab Februar sind hingegen sind wieder hauptsächlich Wildvögel betroffen. Die Fallzahlen steigen im März auf einen Höchststand im Seuchenverlauf.
Abbildung HPAI-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADNS gemeldeten HPAI-Fälle für Hausgeflügel, Wildvögel, Vögel in Gefangenschaft im Zeitraum von 01.01.2021 bis 31.03.2021 (Stichtag: 06.04.2021).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der HPAI-Fälle zur Staatsgrenze: Im Januar betrug die Distanz der HPAI-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze ca. 50 km und stieg danach auf ca. 200 km an. Von Mitte März bis Oktober blieb dieser Wert konstant. Von Mitte Oktober bis Anfang November stieg die Distanz auf über 400 km. Ab Mitte November wurden einzelne Fälle sehr nahe an der Staatsgrenze gemeldet. Mit Februar 2021 tritt HPAI auf österreichischem Staatsgebiet auf. Detailbeschreibung im Kapitel "Situation in Europa".
Abbildung HPAI-Distanz: Distanz der im ADNS gemeldeten HPAI-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.01.2021 bis 31.03.2021 (Stichtag: 06.04.2021).

Folgen für Österreich

Bislang konnte eine Übertragung durch HPAIV-positive Wildvögeln auf Hausgeflügelbestände und Vögel in Gefangenschaft erfolgreich verhindert werden. Seit dem 17. März wurde in Österreich kein HPAI-Fall bei Wildvögeln mehr nachgewiesen. Das Seuchengeschehen in Europa entwickelt sich jedoch noch immer sehr dynamisch mit starkem Anstieg der Fallzahlen, sowohl bei Wildvögeln als auch bei Hausgeflügel. Auch ist der Frühjahrszug der Wildvögel noch nicht abgeschlossen. Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen sollten daher auch weiterhin mit größter Sorgfalt umgesetzt werden. Ebenso bedeutend ist dies zur Verhinderung einer möglichen Übertragung von HPAIV zwischen Hausgeflügelhaltungen. Mit der “AI-Risikoampel” oder dem Online-Fragebogen “Biocheck” stehen kostenlose und anonyme Möglichkeiten zur Überprüfung des Status der Biosicherheit zur Verfügung.

Seit dem 7. Dezember 2020 werden per Verordnung in den Gebieten mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko Biosicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Diese Maßnahmen, gemäß § 8 der Geflügelpest-Verordnung 2007, sind für Tierhalter in den im Anhang 1 genannten Risikogebieten verpflichtend und wurden durch die 1. Novelle 2021 der Geflügelpest-Verordnung 2007 um zusätzliche Präventivmaßnahmen erweitert. Ziel dieser Maßnahmen ist den Kontakt von Hausgeflügel zu Wildvögeln und deren Kot zu verhindern und Kontakt zu wildlebenden Wasservögeln auszuschließen. Die Ausweisung als Gebiet mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko erfolgte aufgrund der Nähe zu positiv getesteten Wildvögeln in Bayern. Ein weiteres Kriterium ist die Lage an Flussläufen und Seen, bei denen beim letzten Ausbruch der Geflügelpest 2016/2017 positiv getestete Wildvögel gefunden wurden. Über die Anzeigepflicht gemäß § 17 TSG hinaus sind in Gebieten mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko in allen Haltungen von Geflügel und anderen in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln weitere Anzeichen einer Infektion mit HPAI der Behörde zu melden.

Kommentar

Die Fallzahlen von HPAI in Europa sind im März auf einen Höchststand im Seuchengeschehen 2020/2021 gestiegen und es zeigt sich bei Hausgeflügel weiterhin eine steigende Tendenz. Lediglich in der letzten Kalenderwoche sind die Fallzahlen bei Wildvögeln und Hausgeflügel deutlich gesunken gefallen. Wie auch im Februar sind im Gegensatz zum Januar hauptsächlich Wildvögel von den eingehenden Meldungen betroffen (siehe Abbildung HPAI-Verlauf).

Die unmittelbare Nähe einiger eingegangener Meldungen ohne gleichzeitige HPAI-Fälle bei Wildvögeln, lässt auf eine Übertragung von HPAIV zwischen Hausgeflügelhaltungen schließen (siehe Abbildung HPAI-Karte). Die Einhaltung von Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen ist daher nicht nur in den ausgewiesenen Risikogebieten besonders bei Kontakten zu anderen Betrieben und beim Lebendgeflügelhandel neben der Verhinderung des Kontaktes zu Wildvögeln von besonderer Bedeutung. Informationsmaterialien und die Kommunikation der aktuellen Situation sollten bestmöglich eingesetzt werden um HalterInnen von Hausgeflügel und Vögeln in Gefangenschaft in die Lage zu versetzen ihre Tiere bestmöglich zu schützen.

Die Überwachung der Wildvogelpopulation durch die Untersuchung toter oder verendender Tiere als auch die Untersuchung von verdächtigem Hausgeflügel oder bei unklaren Gesundheitsproblemen sind weiterhin wichtige Werkzeuge um Viruseinträge frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen setzen zu können.

Aufgrund des Nachweise von HPAI bei Wildvögeln in Österreich und der anhaltenden Zirkulation von HPAIV in Hausgeflügelbestände in mehreren Nachbarländern (teilweise in unmittelbarer Grenznähe) wird das Risiko für den Eintrag auch in österreichische Hausgeflügelbestände und Zoovogelpopulationen als hoch eingestuft.

Das AWH PAFF Komitee der Europäischen Kommission weist in Ihrem Bericht zur aktuellen Situation der aviären Influenza vom 15. März auf Parallelen zum Seuchengeschehen 2016/2017 bei Wildvögeln hin. Auch beim Hausgeflügel zeigen sich ähnliche Cluster wie 2016/2017. Beim derzeitigen Seuchenausbruch 2020/2021 zeigen sich jedoch Gebiete, in denen Hausgeflügel betroffen ist, HPAIV bei Wildvögeln jedoch nicht gemeldet wurde. Eine mögliche Erklärung hierfür sind symptomlose Erkrankungen oder eine fehlende Untersuchung von Wildvögeln. Im laufenden Seuchengeschehen 2020/2021 sind weniger Betriebe betroffen, die Anzahl der betroffenen Tiere ist mit ca. 11 Mio. jedoch höher als 2016/2017 (ca. 9 Mio). Die Veränderung der Betriebsgrößen in den vergangenen Jahren ist hierfür eine mögliche Erklärung. Das Komitee berichtet von einer größeren Diversität der HPAI-Viren. Weiterhin dominiert der Serotyp H5N8, neben H5N5 wurden 2020/2021 zusätzlich H5N1, H5N3, H5N4 nachgewiesen, während H5N6 im Gegensatz zu 2016/2017 nicht mehr auftrat. Möglichkeiten in Zukunft besser auf Seuchengeschehen vorbereitet zu sein sieht das Komitee in einer erhöhten Achtsamkeit in den Risikoperioden, verbesserter Prävention (Biosicherheit) und der verstärkten Überwachung von Wildvögeln (auch ohne klinische Symptome oder Verenden).

Quellen

ADNS
Icon RindIcon SchafIcon ZiegeIcon WildIcon LamaIcon KamelidIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Blauzungenkrankheit

Im März ist die Anzahl der BTV-Fälle in Europa mit 10 Meldungen am Stichtag im Vergleich zum Vormonat (59) deutlich gesunken. Italien meldete 6 BTV-3-Fälle (Vormonat 54), Frankreich weiterhin 3 Fälle und Belgien erstmals seit Januar 2021 wieder einen Fall von BTV Serotyp 8.

Nach den ersten BT-Fällen (Serotyp 8) in Österreich in den Jahren 2008 und 2009 trat 2015 und 2016 auch BTV-4 im Zuge eines Seuchenzuges in Südosteuropa in Österreich auf. Ab 2017 wurde bundesweit kein weiterer BTV-Fall mehr festgestellt, und 2018 wurden die BTV-4 Restriktionszonen aufgehoben. Empfängliche Tiere werden flächendeckend untersucht und zusätzlich im Rahmen eines Vektorenüberwachungsprogrammes das Vorkommen und die Aktivitätszeiträume der virusübertragenden Insekten (Culicoides spp.) überwacht. Anhand der Erkenntnisse werden jährlich vektorfreie Zeiten ausgerufen. Die derzeitige vektorfreie Zeit begann am 1. Dezember 2020 und endet am 30.04.2021. Weitere Informationen über die Blauzungenkrankheit finden Sie hier.

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