Tierseuchenradar Österreich – Juli 2021

Im österreichischen Tierseuchenradar werden Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen und Tierkrankheiten, die für Österreich relevant sind, bewertet und zusammengestellt. Dadurch können mögliche Risiken für Österreich früh erkannt und kommuniziert werden. Der Tierseuchenradar erscheint monatlich.

Für Deutschland und die Schweiz stehen mit dem Radar Bulletin entsprechend länderspezifische Beurteilungen der Tierseuchen-Risiken monatlich zur Verfügung.

CAVE: Im folgenden Bericht bezieht sich der Begriff “Fall” auf die im Animal Disease Information System (ADIS) gemeldeten Ausbrüche (Seuchenmeldungen) und nicht auf die Anzahl der einzelnen betroffenen Tiere.

Die Datenabfrage erfolgt im ADIS zum angegebenen Stichtag. Gemeldete Fälle nach dem Stichtag der Abfrage sind nicht dargestellt.

Gesichtete Quellen: ADIS

Definition der Ampelfarben:

rot-schwarzes Symbol Rot-Schwarz: Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.
rotes Symbol Rot: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.
oranges Symbol Orange: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.
grünes Symbol Grün: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
Neue Meldungen Mai. Jun. Jul.
ASP Im Juli 2021 wurden in Europa 274 Ausbrüche bei Hausschweinen und 657 bei Wildschweinen gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen leicht gesunken. Die Situation in den Nachbarländern bleibt für Österreich besorgniserregend, da Deutschland im Juli die ersten 3 Ausbrüche von ASP bei Hauschweinen und 303 Fälle bei Wildschweinen gemeldet hat. Aufgrund der geringen Entfernung zur österreichischen Staatsgrenze und der steigenden Fallzahlen wird das Risiko für Österreich als hoch eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.
HPAI Im Juli 2021 wurden in Europa 20 Ausbrüche von HPAI gemeldet. Bei Geflügel (2) und Nicht-Geflügel (18) ist die Fallzahl im Vergleich zum Vormonat erneut deutlich gesunken.
Im Juli trat in Österreich kein Fall von HPAI auf. Das Risiko eines Eintrages in Geflügelhaltungen und Nicht-Geflügel-Populationen wird als gering eingestuft.
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
RABIES Tollwut (RABIES): Fälle in Polen und der Türkei. In Österreich treten aktuell Tollwut-Fälle von terrestrischer Wut nicht auf. Das Risiko wird als gering eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
BT Blauzungenkrankheit (BT): 2 Fälle im Süden Griechenlands. Am 30. April endete in Österreich die vektorfreie Zeit. Das Risiko für Österreich wird als gering eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
Icon SchweinIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.

Afrikanische Schweinepest

Situation

Situation in Österreich

Österreich ist bisher von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschont geblieben, allerdings kommt sie in einigen direkten Nachbarländern wie Ungarn, der Slowakei und Deutschland vor.

Situation in Europa

Im Juli 2021 gab es in Europa 274 Ausbrüche bei Hausschweinen und 657 bei Wildschweinen. Im Vergleich zum Vormonat ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Hausschweinen (Vormonat 74) stark gestiegen, während die Anzahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen (Vormonat 703) leicht gesunken ist (siehe Tabelle ASP-Fälle und Abbildung ASP-Karte).

Hausschweine

Im Juli 2021 (Stichtag: 03.08.2021) wurden zahlreiche Ausbrüche aus Rumänien (234), Polen (29), der Slowakei (4) und Deutschland (3); und einzelne Ausbrüche aus Lettland, Bulgarien, Estland und der Ukraine gemeldet (siehe Tabelle ASP-Fälle). Während in Rumänien, Deutschland und der Slowakei hauptsächlich Kleinhaltungen betroffen waren, wurde ASP in Polen in 4 von 29 Fällen in Großbetrieben nachgewiesen.

Besonders besorgniserregend ist die Situation in Rumänien, wo sich die Zahl der positiven Fälle bei Hausschweinen im letzten Monat vervierfacht hat (von 69 auf 234 Fälle). Abgesehen von einem kommerziellen Betrieb mit über 10.000 Schweinen im Westen des Landes (im Bezirk Timiș) waren die meisten der betroffenen Betriebe Kleinhaltungen.

Im Juli meldete Polen einen Anstieg der ASP-positiven Betriebe (von 9 auf 29 Fälle). Die Fallzahlen reichen von einem Schwein bis zu fast 2.000 Schweinen in einem Betrieb.

Am 15. Juli wurden die ersten Ausbrüche bei Hausschweinen in Deutschland im Bundesland Brandenburg festgestellt. Als nationales Referenzlabor bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) den Befund an drei Standorten, einem im Landkreis Spree-Neiße und zwei im Landkreis Märkisch-Oderland. Der Betrieb im Spree-Neiße-Kreis ist der größte der drei Betriebe und alle 313 dort gehaltenen Schweine wurden nach den vorgeschriebenen Maßnahmen gekeult. Der Betrieb war ein Biosauenzuchtbetrieb mit Auslaufhaltung und befand sich in der Nähe des Dorfes Preschen, etwa 10 km von der polnischen Grenze und dem Bundesland Sachsen entfernt. An den 2 Standorten in Märkisch-Oderland wurden mit 2 bzw. 4 Mastschweinen nur wenige Schweine gehalten.

Estland meldete erstmals seit 2017 wieder einen Ausbruch im Hausschweinebereich. Mit etwa 1700 Tieren handelte es sich dabei um einen größeren Betrieb.

Wildschweine
Im Juli 2021 (Stichtag: 03.08.2021) meldeten 4 Länder, von denen 3 an Österreich grenzen, mehr als 50 Fälle von ASP bei Wildschweinen. Die meisten Fälle wurden in Deutschland (303) gemeldet, gefolgt von Polen (107), der Slowakei (70) und Ungarn (66). Im Vergleich zum Vormonat (176) berichtete Deutschland wieder über eine Verdoppelung (303) der ASP-Fälle bei Wildschweinen. Bemerkenswert ist, dass sich in Rumänien die Anzahl der ASP-Fälle (38) seit Mai (88) halbiert hat. Zu den weiteren Nachweisen in Europa siehe Tabelle ASP-Fälle.
Tabelle ASP-Fälle: Anzahl der ASP-Meldungen im ADIS für Hausschwein (HS), Wildschwein (WS) im Zeitraum von 01.05.2021 bis 31.07.2021 (Stichtag: 03.08.2021).
Mai
Juni
Juli
HS WS HS WS HS WS
Polen 1 255 9 171 29 107
Deutschland 0 71 0 176 3 303
Rumänien 45 88 69 44 234 38
Ungarn 0 269 0 134 0 66
Slowakei 0 179 1 132 4 70
Lettland 0 15 0 10 1 42
Litauen 0 13 0 17 0 14
Bulgarien 0 9 0 15 1 7
Estland 0 0 0 4 1 9
Ukraine 0 0 0 0 1 1
GESAMT 46 899 79 703 274 657
Europakarte zu ASP-Fällen wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung ASP-Karte: Karte der im ADIS gemeldeten ASP-Fälle für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.05.2021 bis 31.07.2021 (Stichtag: 03.08.2021).
Verlaufsgrafik zu ASP-Fällen in Europa: Die Anzahl der gemeldeten ASP-Fälle beim Wildschwein stieg in den kälteren Wintermonaten, während die Zahl der Fälle bei Hausschweinen über das ganze Jahr stabil blieb und stieg leicht zwischen Juli und September. Im Juli ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen leicht gesunken und bei Hausschweinen stark gestiegen. Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADIS gemeldeten ASP-Fälle für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.08.2020 bis 31.07.2021 (Stichtag: 03.08.2021).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der ASP-Fälle zur Staatsgrenze: Im Juli 2021 betrug die Distanz der ASP-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze ca. 102. km. Seit Mitte September blieb dieser Wert konstant. Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Distanz: Distanz der im ADIS gemeldeten ASP-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.08.2020 bis 31.07.2021 (Stichtag: 03.08.2021).

Folgen für Österreich

Für Österreich bleibt das Risiko einer Einschleppung von ASP hoch. Es wird eindringlich vor dem Mitbringen von Schweine- oder Wildschweinefleisch und anderen von diesen Tieren stammenden Produkten aus betroffenen Gebieten abgeraten. Das ASP-Virus ist extrem lange in der Umwelt überlebensfähig, vor allem in Blut, Fleischprodukten und Kadavern.

In Österreich müssen seit Ende 2019 zum Zweck der Früherkennung alle tot aufgefundenen Wildschweine gemeldet und von der AGES auf das ASP-Virus untersucht werden. Daneben erfolgt auch eine Untersuchung von Aborten sowie von klinisch oder pathologisch auffälligen Hauschweinen und von Organproben aus dem ASP- und KSP-Stichprobenplan.

Tierhalter können die “ASP-Risikoampel” oder den online Fragebogen “Biocheck” verwenden, um die Biosicherheit ihrer Betriebe kostenlos und anonym zu überprüfen.

In der Durchführungsentscheidung 2021/605 (zuletzt geändert durch die Durchführungsverordnung 2021/1268/EU, vom 29. Juli 2021) und der ASP-Verordnung 2005 sind Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest in bestimmten Mitgliedstaaten bzw. in Österreich festgelegt. In den Teilen I bis III der Durchführungsverordnung 2021/1268/EU sind die geltenden Gebiete (Sperrzonen I, II und III) mit erhöhtem Risiko einer Ausbreitung der Seuche ASP festgelegt.

Kommentar

Wie bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war, steigt die Anzahl der gemeldeten ASP-Fälle beim Wildschwein in den kälteren Wintermonaten und sinkt in den wärmeren Sommermonaten (siehe Abbildung ASP-Verlauf). Die Zahl der Fälle bei Hausschweinen ist über den größten Teil des Jahres stabil geblieben, im Berichtszeitraum ist diese hingegen deutlich gestiegen. Wie schon im Vorjahr beobachtet wurde, scheint generell die Anzahl der Ausbrüche in Europa in den Sommermonaten, ab Juli/August, anzusteigen (für einen Vergleich siehe Abbildung ASP-Verlauf im Bericht von März 2021).

Die Anzahl der Ausbrüche in Europa bei Hausschweinen, insbesondere in Rumänien und in Polen, gibt weiter Anlass zur Sorge. Beunruhigend für Österreich bleibt die ASP-Situation in den Nachbarländern, insbesondere nach den ersten Ausbrüchen bei Hausschweinen in Deutschland.

Derzeit beträgt die kürzeste Distanz eines bestätigten ASP-Falles zur österreichischen Staatsgrenze 102 km und befindet sich in Ungarn (siehe Abbildung ASP-Distanz).

Quellen

ADIS, FLI, PROMED, PAFF Commitee
Icon HuhnIcon VogelIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Hochpathogene aviäre Influenza

Situation

Situation in Österreich

Erstmals seit dem Jahr 2016 wurde in Österreich Anfang Februar 2021 das hochpathogene aviäre Influenzavirus bei Nicht-Geflügel (Wildvogel) nachgewiesen. Eine Übersicht über die betroffenen Bezirke, Tierarten und Anzahl der betroffenen Tiere finden Sie hier.

Im Juli ist kein Fall von HPAI in Österreich aufgetreten.

Situation in Europa

Im Juli 2021 wurden in Europa bei Geflügel 2 Fälle von HPAI und 18 Fälle bei Nicht-Geflügel gemeldet (Stichtag: 3.8.2021). Die Gesamtzahl von 20 Meldungen ist im Vergleich zum Vormonat (62) erneut deutlich rückläufig. Das Seuchengeschehen entspannt sich nach hohen Fallzahlen in den Wintermonaten und dem Höhepunkt im März insgesamt weiterhin deutlich und es sind nur noch sehr vereinzelt Geflügelbestände betroffen (siehe Abbildung HPAI-Verlauf). Nachgewiesen wurde HPAIV im Beobachtungszeitraum in 7 Ländern, während im Vormonat aus 11 Ländern Meldungen im ADIS eingegangen sind. Zum Stichtag gingen im ADIS keine Meldungen mehr aus Polen, den Niederlanden, Litauen, Estland, Kosovo und Lettland ein, nachdem in diesen Ländern im Juni noch Fälle auftraten.

Wie im Vormonat meldeten weiterhin Deutschland, Schweden, Finnland, Norwegen und Belgien HPAI-Fälle. Aus zwei Ländern (Dänemark und Frankreich) wurde im Juli jeweils ein Nachweis von HPAIV bei Geflügel gemeldet, nachdem diese im Vormonat nicht von HPAI betroffen waren (siehe Tabelle HPAI-Fälle).

Während in den Vormonaten HPAI-Fälle bei Nicht-Geflügel sowohl in Küstennähe als auch im Landesinneren auftraten, erfolgten positive HPAIV-Nachweise im Berichtszeitraum fast ausschließlich im Nord- und Ostseebereich Nordeuropas. Geflügelbestände hingegen sind auch im Süden Europas betroffen, wobei sich hier eine deutliche Häufung von Fällen in bestimmten Gebieten zeigt (siehe Abbildung HPAI-Karte).

Geflügel

Nachdem bereits in den beiden Vormonaten die Fallzahlen deutlich rückläufig waren, sind im Juli für Geflügel mit 2 Meldungen nur noch vereinzelt Fälle zu verzeichnen. Deutschland und Polen, die zum Höhepunkt des aktuellen Seuchengeschehens besonders hohe Fallzahlen zu verzeichnen hatten, meldeten im Berichtszeitraum ebenso wie Kosovo keine HPAI-Fälle mehr bei Geflügel. Mit Frankreich und Dänemark meldeten hingegen zwei Länder jeweils einen Fall von HPAIV ein, in denen im Vormonat Geflügel nicht betroffen war. Somit ist die Anzahl der Länder mit betroffenen Geflügelbeständen auf 2 gesunken (Vormonat 3) (siehe Tabelle HPAI-Fälle).

Die Fälle von HPAI bei Geflügel traten im Juli in einer Entfernung von 503 km (Polen) und 737 km (Frankreich) zur österreichischen Staatsgrenze auf. Im Vormonat wurden die Fälle mit der geringsten Entfernung aus Polen (322 km) und Deutschland (530 km) gemeldet (siehe Abbildung HPAI-Distanz).

Nicht-Geflügel

Die Anzahl der HPAI-Meldungen bei Nicht-Geflügel hat sich im Juli in Europa mit 18 Fällen im Vergleich zum Vormonat (51 Fälle) mehr als halbiert. Im Gegensatz zum Vormonat meldeten Polen, die Niederlande, Litauen, Estland, Kosovo und Lettland keine Fälle von HPAI mehr bei Nicht-Geflügel. Ein leichter Anstieg der Fallzahlen hingegen wurde aus Norwegen (4) gemeldet. Wie im Vormonat wurde aus Belgien im Juli ein Nachweis von HPAIV gemeldet (siehe Tabelle HPAI-Fälle).

Der österreichischen Staatsgrenze naheliegende Fälle von HPAI bei Nicht-Geflügel traten im Juli in Deutschland (528 km) und Belgien (559 km) auf. Im Vormonat war dies für Polen (462 km) und Belgien (520 km) der Fall (siehe Abbildung HPAI-Distanz).
Tabelle HPAI-Fälle: Anzahl der HPAI-Meldungen im ADIS für Geflügel (GE), Nicht-Geflügel (NG) im Zeitraum von 01.05.2021 bis 31.07.2021 (Stichtag: 03.08.2021).
Mai
Juni
Juli
GE NG GE NG GE NG
Deutschland 5 43 1 5 0 4
Polen 51 1 3 1 0 0
Schweden 0 12 0 15 0 5
Finnland 0 4 0 12 0 4
Niederlande 1 11 0 8 0 0
Litauen 2 14 0 1 0 0
Dänemark 0 7 0 0 1 0
Estland 0 1 0 6 0 0
Kosovo 0 0 7 0 0 0
Rumänien 6 0 0 0 0 0
Norwegen 0 0 0 1 0 4
Belgien 0 0 0 1 0 1
Bulgarien 2 0 0 0 0 0
Frankreich 0 1 0 0 1 0
Tschechien 2 0 0 0 0 0
Lettland 0 0 0 1 0 0
GESAMT 69 94 11 51 2 18
Europakarte zu HPAI-Fällen wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung HPAI-Karte: Karte der im ADIS gemeldeten HPAI-Fälle für Geflügel, Nicht-Geflügel im Zeitraum von 01.05.2021 bis 31.07.2021 (Stichtag: 03.08.2021).
Verlaufsgrafik zu HPAI-Fällen in Europa: Im Zuge des Frühjahrzuges der Wildvögel im April und Mai wurden vermehrt Fälle bei Wildvögeln festgestellt. Mit Beginn des Herbstzuges ab November kam es zu einem drastischen Anstieg der Fälle bei Wildvögeln mit steigenden Fallzahlen auch beim Hausgeflügel. Im Januar kam es zu einem erneuten starken Anstieg der Fälle, wobei hauptsächlich Hausgeflügel betroffen war. Ab Februar sind hingegen sind wieder hauptsächlich Wildvögel betroffen. Die Fallzahlen steigen im März auf einen Höchststand im Seuchenverlauf. In den Sommermonaten entspannt sich das aktuelle Seuchengeschehen deutlich. Fälle von HPAI treten nur noch vereinzelt auf.
Abbildung HPAI-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADIS gemeldeten HPAI-Fälle für Geflügel, Nicht-Geflügel im Zeitraum von 01.08.2020 bis 31.07.2021 (Stichtag: 03.08.2021).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der HPAI-Fälle zur Staatsgrenze: Im Januar betrug die Distanz der HPAI-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze ca. 50 km und stieg danach auf ca. 200 km an. Von Mitte März bis Oktober blieb dieser Wert konstant. Von Mitte Oktober bis Anfang November stieg die Distanz auf über 400 km. Ab Mitte November wurden einzelne Fälle sehr nahe an der Staatsgrenze gemeldet. Ab Mai 2021 stieg die Entfernung von HPAI-Fällen zur Staatsgrenze auf über 400 km im Juni. Im Februar 2021 trat HPAI auf österreichischem Staatsgebiet auf. Detailbeschreibung im Kapitel "Situation in Europa".
Abbildung HPAI-Distanz: Distanz der im ADIS gemeldeten HPAI-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.08.2020 bis 31.07.2021 (Stichtag: 03.08.2021).

Folgen für Österreich

Im aktuellen Seuchengeschehen konnte eine Übertragung durch HPAIV-positives Nicht-Geflügel auf landwirtschaftliche Geflügelbestände in Österreich erfolgreich verhindert werden und mit 28. April wurden in Österreich die Gebiete mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko aufgehoben.

Mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2021/641 der Kommission vom 16. April 2021, betreffend Sofortmaßnahmen im Zusammenhang mit Ausbrüchen der hochpathogenen aviären Influenza in bestimmten Mitgliedstaaten (zuletzt geändert durch Durchführungsbeschluss (EU) 2021/846) werden die Schutz- und Überwachungszonen auf Unionsebene ausgewiesen. Diese sind nach dem Ausbruch der hochpathogenen aviären Influenza bei Geflügel oder in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln gemäß Artikel 21 der Delegierten Verordnung (EU) 2020/687 einzurichten.

Kann eine zugezogene Tierärztin oder Tierarzt auf Grund der Symptomatik im Falle einer Erkrankung einen Seuchenverdacht nicht ausschließen, besteht die Möglichkeit einer Differentialdiagnostischen Untersuchung durch das Nationale Referenzlabor (NRL). Unter Einbeziehung der Amtstierärztin bzw. des Amtstierarztes kann von diesen eine Entscheidung einer Ausschlussuntersuchung, bzw. bei begründetem Verdacht auf das mögliche Vorhandensein von HPAI als anzeigepflichtige Tierseuche, einer Verdachts- oder Ausbruchsuntersuchung getroffen werden.

Aufgrund der Fortsetzung einer deutlichen Entspannung im aktuellen Seuchengeschehen und der Lokalisation der Fälle bei Nicht-Geflügel im Norden Europas wird das Risiko für den Eintrag nach Österreich als gering eingestuft.

In Geflügelbeständen und bei Zoohaltungen sollten Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen dennoch weiterhin mit größter Sorgfalt umgesetzt werden. Mit der “AI-Risikoampel” oder dem Online-Fragebogen “Biocheck” stehen kostenlose und anonyme Möglichkeiten zur Überprüfung des Status der Biosicherheit zur Verfügung.

Kommentar

Die deutliche Entspannung im Seuchengeschehen in den Sommermonaten lässt sich, wie auch in den vorherigen Jahren, aktuell wieder beobachten. Die Wintergäste sind in ihre Brutgebiete in nördlichen Regionen gezogen, wodurch der Infektionsdruck im restlichen Europa deutlich gesunken ist. HPAIV zirkuliert jedoch weiterhin in Nicht-Geflügelpopulationen. Da sich die Brutgebiete der nordischen Wasservögel teils in abgelegenen Gebieten befinden ist anzunehmen, dass das Auffinden und die Untersuchung von verendeten Tieren in deutlich geringerem Umfang erfolgt. In Österreich und den anderen Mitgliedsstaaten sollte daher die Untersuchung toter oder verendender Tiere weiterhin umgesetzt werden, um Viruseinträge frühzeitig erkennen und Maßnahmen setzen zu können.

Neben der Gefahr einer Übertragung von HPAIV durch Nicht-Geflügel besteht für Geflügel auch weiterhin das Risiko einer Weiterverbreitung zwischen Betrieben. Kontaminiertes Futter, Einstreu und Mist stellen neben Lebendtieren einen nicht zu vernachlässigenden Infektionsweg dar.

Die korrekte Umsetzung von Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen in Geflügelhaltungen und beim Lebendgeflügelhandel sind daher ebenso von besonderer Bedeutung wie die Verhinderung des Kontaktes zu Nicht-Geflügel. Informationsmaterialien und die Kommunikation der aktuellen Situation sollten bestmöglich eingesetzt werden um Tierhalter in die Lage zu versetzen ihre Tiere effektiv zu schützen. Durch Informationen an Tierhalterinnen/Tierhalter und Tierärztinnen/Tierärzte über HPAI-typische Symptome, Sektionsbefunde und die Untersuchungsmöglichkeiten durch das NRL kann die frühzeitige und korrekte Vorgehensweise im Seuchenfall unterstützt werden.

Quellen

ADIS
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Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Tollwut

Im Berichtzeitraum (Stichtag: 03.08.2021) wurden in Europa 12 RABIES-Fälle (Vormonat 22) gemeldet. Polen meldete 11 Tollwut-Fälle (Vormonat 6) und die Türkei einen Fall (Vormonat 14). Moldawien meldete im Gegensatz zum Juni (2 Fälle) im Juli keine RABIES-Fälle (für einen Überblick über die letzten drei Monate siehe Tabelle RABIES-Fälle).

Seit Februar meldete Polen mehrere Tollwutausbrüche bei Rotfüchsen in der Woiwodschaft Mazowieckie nahe der Hauptstadt Warschau. Diese Region liegt ca. 30 bis 40 km westlich des Gebiets, in dem die orale Impfung von Füchsen durchgeführt wird. Im Juli wurden 10 Fälle bei Rotfüchsen und ein Fall bei einem Hund gemeldet. Eines der größten Risiken der Wiedereinschleppung von Tollwut in eine tollwutfreie Population ist der Transport von nicht geimpften Tieren aus Ländern mit endemischer Tollwut. Die Überwachungsmaßnahmen sollten darauf abzielen, die illegale Einfuhr von tollwütigen oder nicht geimpften Welpen zu bekämpfen. Darüber hinaus meldete die Türkei einen Fall bei einem Rind.

Österreich wurde 2008 für frei von terrestrischer Tollwut erklärt. Zuletzt wurde 2004 und 2006 bei je einem Fuchs Tollwut diagnostiziert. Weitere Informationen über Tollwut finden Sie hier.

Tabelle RABIES-Fälle: Anzahl der RABIES-Meldungen im ADIS im Zeitraum von 01.05.2021 bis 31.07.2021 (Stichtag: 03.08.2021).
Mai Jun Jul
Polen 4 6 11
Türkei 3 14 1
Moldavien 6 2 0
GESAMT 13 22 12
Icon RindIcon SchafIcon ZiegeIcon WildIcon LamaIcon KamelidIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Blauzungenkrankheit

Im Juli wurde in 2 Fällen BTV Serotyp 4 im Süden Griechenlands nachgewiesen (1 betroffener Schafbetrieb, 1 betroffener Schaf-/Ziegenbetrieb). Im Vormonat meldete Griechenland keinen Fall von BT. In Italien und Spanien erfolgte im Gegensatz zum Vormonat kein Nachweis von BTV (siehe Tabelle BT-Fälle).

In den Jahren 2008 und 2009 traten die ersten BT-Fälle (Serotyp 8) in Österreich auf. Im Zuge eines Seuchenzuges in Südosteuropa wurde 2015 und 2016 auch BTV-4 in Österreich nachgewiesen. Ab 2017 wurde bundesweit kein weiterer BT-Fall mehr festgestellt und 2018 wurden die BTV-4 Restriktionszonen aufgehoben. Am 30.04.2021 endete die vektorfreie Zeit. In den kommenden Monaten ist aufgrund von Erfahrungen aus den Vorjahren europaweit mit steigenden Fallzahlen zu rechnen. Weitere Informationen über die Blauzungenkrankheit finden Sie hier. Informationen der EU zu den Bekämpfungsmaßnahmen im Rahmen des neuen Tierseuchenrechts finden Sie hier.

Tabelle BT-Fälle: Anzahl der BT-Meldungen im ADIS im Zeitraum von 01.05.2021 bis 31.07.2021 (Stichtag: 03.08.2021).
Mai Jun Jul
Spanien 0 10 0
Italien 2 1 0
Griechenland 0 0 2
GESAMT 2 11 2
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