Tierseuchenradar Österreich – Dezember 2021

Im österreichischen Tierseuchenradar werden Informationen zur internationalen Lage und Ausbreitung der bedeutendsten Tierseuchen und Tierkrankheiten, die für Österreich relevant sind, bewertet und zusammengestellt. Dadurch können mögliche Risiken für Österreich früh erkannt und kommuniziert werden. Der Tierseuchenradar erscheint monatlich.

Für Deutschland und die Schweiz stehen mit dem Radar Bulletin entsprechend länderspezifische Beurteilungen der Tierseuchen-Risiken monatlich zur Verfügung.

CAVE: Im folgenden Bericht bezieht sich der Begriff "Fall" auf die im Animal Disease Information System (ADIS) gemeldeten Ausbrüche (Seuchenmeldungen) und nicht auf die Anzahl der einzelnen betroffenen Tiere.

Die Datenabfrage erfolgt im ADIS zum angegebenen Stichtag. Gemeldete Fälle nach dem Stichtag der Abfrage sind nicht dargestellt.

Gesichtete Quellen: ADIS

Definition der Ampelfarben:

rot-schwarzes Symbol Rot-Schwarz: Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.
rotes Symbol Rot: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.
oranges Symbol Orange: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist mittel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist angezeigt.
grünes Symbol Grün: Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
Neue Meldungen Okt. Nov. Dez.
ASP Im Dezember 2021 wurden in Europa 83 Ausbrüche bei Hausschweinen und 995 bei Wildschweinen gemeldet. Im Vergleich zu den Vormonaten ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Hausschweinen weiter gesunken, bei Wildschweinen leicht gestiegen. Die Situation in den Nachbarländern bleibt für Österreich besorgniserregend, da Ungarn, die Slowakei und Deutschland auch im Dezember Fälle von ASP bei Wildschweinen gemeldet haben. Aufgrund der geringen Entfernung zur österreichischen Staatsgrenze wird das Risiko für Österreich als hoch eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.
HPAI Hochpathogene aviäre Influenza (HPAI): Im Dezember 2021 wurden in Europa 605 Ausbrüche von HPAI aus 23 Ländern gemeldet. Fälle waren bei Geflügel in Deutschland, Italien, Niederlanden, Ungarn, Polen, Frankreich, Dänemark, Irland, Schweden, Belgien, Tschechien, Bulgarien, Slowakei, Portugal und Slowenien und bei Nicht-Geflügel in Deutschland, Italien, Niederlande, Ungarn, Polen, Frankreich, Dänemark, Irland, Schweden, Belgien, Österreich, Estland, Bulgarien, Kroatien, Slowakei, Norwegen, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Slowenien, Ukraine und Griechenland zu verzeichnen.
Im Dezember traten in Österreich 10 Fälle von HPAI bei Nicht-Geflügel auf. Es besteht ein hohes Risiko eines Eintrags auch in Geflügelbestände und einer Übertragung auf in Gefangenschaft gehaltene Vögel.
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen. Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen. Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.
RABIES Tollwut (RABIES): Fälle waren in Polen, der Türkei und Rumänien zu verzeichnen. In Österreich treten Fälle von terrestrischer Wut aktuell nicht auf. Das Risiko wird als gering eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
BT Blauzungenkrankheit (BT): Im Dezember gab es keine Meldungen in Europa. Nach 14 BT-Fällen im Oktober in Portugal, Spanien und Bulgarien wurden im November nur noch 2 Fälle in Portugal gemeldet. Das Seuchengeschehen ist somit derzeit zum Erliegen gekommen. Die vektorfreie Zeit in Österreich wurde von 1.12.2021 bis 30.04.2022 festgelegt. Das Risiko für Österreich wird als gering eingestuft. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig. Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.
Icon SchweinIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist hoch. Es werden konkrete Maßnahmen zum Schutz österreichischer Tierbestände getroffen.

Afrikanische Schweinepest

Situation

Situation in Österreich

Österreich ist bisher von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschont geblieben, allerdings kommt sie in einigen direkten Nachbarländern wie Ungarn, der Slowakei und Deutschland vor.

Situation in Europa

Im Dezember 2021 wurden in Europa 83 Ausbrüche bei Hausschweinen und 995 bei Wildschweinen gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Hausschweinen gesunken, bei Wildschweinen ist die Anzahl der ASP-Fälle leicht gestiegen (Im Vormonat 111 bzw. 969 Fälle, siehe Tabelle und Abbildung ASP-Karte).

Hausschweine

Im Dezember 2021 (Stichtag: 03.01.2022) gab es zahlreiche Ausbrüche bei Hausschweinen in Rumänien (74). Polen, die Ukraine, und die Slowakei meldeten jeweils zwei Ausbrüche. Moldawien meldete einen Ausbruch (siehe Tabelle ASP-Fälle). In Italien wurden im Dezember 2021 auf Sardinien die ersten beiden Ausbrüche von ASP seit 2019 bei Hausschweinen bestätigt. ASP ist auf Sardinien endemisch.

Die Situation in Rumänien bleibt mit 74 gemeldeten Fällen besorgniserregend, auch wenn die Fallzahlen im Vergleich zum November (104) weiter gesunken sind. Die meisten Ausbrüche fanden in Kleinhaltungen statt, jedoch wurde ASP innerhalb des Berichtzeitraums

auch in 2 Betrieben mit mehr als 500 Tieren nachgewiesen.

In der Slowakei wurde ASP in zwei Großbetrieben mit mehr als 500 Tieren nachgewiesen. In Polen, der Ukraine, Italien und Moldawien waren ausschließlich Kleinhaltungen betroffen.

Wildschweine

Im Dezember 2021 (Stichtag: 03.01.2022) meldeten 10 Länder, von denen 3 an Österreich grenzen, Fälle von ASP bei Wildschweinen. Die meisten Fälle wurden in Polen (410) gemeldet, gefolgt von Deutschland (222), Rumänien (98) und der Slowakei (93) (zur räumlichen Verteilung siehe Detaildarstellung in Abbildung: ASP Karte). Die Anzahl der ASP-Fälle in Ungarn ist leicht gestiegen (36). Zu den weiteren Nachweisen in Europa siehe Tabelle ASP-Fälle.

Anmerkung: Kurz nach dem Stichtag meldete Italien ASP bei drei am 5. bzw. 7. Januar tot gefundenen Wildschweinen in den Regionen Piemont und Ligurien. Dies stellte den ersten Nachweis von ASP auf dem italienischen Festland dar. Im Gegensatz zu dem auf Sardinien endemischen Genotyp 1 handelte es sich hier um Genotyp 2, der sich seit 2007 in Europa und Asien verbreitet.
Tabelle ASP-Fälle: Anzahl der ASP-Meldungen im ADIS für Hausschwein (HS), Wildschwein (WS) im Zeitraum von 01.10.2021 bis 31.12.2021 (Stichtag: 03.01.2022).
Oktober
November
Dezember
HS WS HS WS HS WS
Polen 9 163 3 350 2 410
Deutschland 0 244 1 319 0 222
Rumänien 124 26 104 56 74 98
Slowakei 1 47 0 72 2 93
Lettland 0 33 0 46 0 72
Bulgarien 0 57 1 51 0 12
Litauen 0 43 0 36 0 41
Ungarn 0 13 0 23 0 36
Estland 0 8 0 9 0 7
Italien 0 0 0 6 2 4
Ukraine 0 0 2 1 2 0
Moldawien 0 0 0 0 1 0
GESAMT 134 634 111 969 83 995
Europakarte zu ASP-Fällen wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung ASP-Karte: Karte der im ADIS gemeldeten ASP-Fälle für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.10.2021 bis 31.12.2021 (Stichtag: 03.01.2022).
Verlaufsgrafik zu ASP-Fällen in Europa: Die Anzahl der gemeldeten ASP-Fälle beim Wildschwein stieg in den kälteren Wintermonaten, während die Zahl der Fälle bei Hausschweinen in den Sommermonaten, ab Juli/August, anstieg. Im Dezember ist die Anzahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen leicht gestiegen und bei Hausschweinen gesunken. Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADIS gemeldeten ASP-Fälle für Hausschwein, Wildschwein im Zeitraum von 01.01.2021 bis 31.12.2021 (Stichtag: 03.01.2022).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der ASP-Fälle zur Staatsgrenze: Im Dezember 2021 betrug die Distanz der ASP-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze ca. 105. km. Seit Mitte September 2020 blieb dieser Wert konstant. Eine Detailbeschreibung finden Sie im Kapitel "Situation in Europa" und im Kapitel "Kommentar".
Abbildung ASP-Distanz: Distanz der im ADIS gemeldeten ASP-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.01.2021 bis 31.12.2021 (Stichtag: 03.01.2022).

Folgen für Österreich

Für Österreich bleibt das Risiko einer Einschleppung von ASP hoch. Es wird eindringlich vor dem Mitbringen von Schweine- oder Wildschweinefleisch und anderen von diesen Tieren stammenden Produkten aus betroffenen Gebieten gewarnt. Das ASP-Virus ist extrem lange in der Umwelt überlebensfähig, vor allem in Blut, Fleischprodukten und Kadavern.

In Österreich müssen seit Ende 2019 zum Zweck der Früherkennung alle tot aufgefundenen Wildschweine gemeldet und von der AGES auf das ASP-Virus untersucht werden. Daneben erfolgt auch eine Untersuchung von Aborten sowie von klinisch oder pathologisch auffälligen Hauschweinen und von Organproben aus dem ASP- und KSP-Stichprobenplan.

Tierhalter können die “ASP-Risikoampel” oder den online Fragebogen “Biocheck” verwenden, um die Biosicherheit ihrer Betriebe kostenlos und anonym zu überprüfen.

Im neuen Tiergesundheitsgesetz (Verordnung (EU) 2016/429) und den in Abhängigkeit davon geltenden zusätzlichen Rechtsakten der Europäischen Kommission, im Besonderen der Delegierten Verordnung (EU) 2020/687 und der Durchführungsverordnung 2021/605 (zuletzt geändert durch die Durchführungsverordnung (EU) 2021/2308) und der ASP-Verordnung 2005 sind Zuständigkeiten und Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest in allen Mitgliedstaaten bzw. in Österreich festgelegt. Im Anhang Teil I bis III der Durchführungsverordnung 2021/2308/EU sind die geltenden Gebiete (Sperrzonen I, II und III) mit erhöhtem Risiko einer Ausbreitung der Seuche ASP festgelegt.

Kommentar

Wie schon im Vorjahr beobachtet wurde, scheint generell die Anzahl der Ausbrüche bei Hausschweinen in Europa in den Sommermonaten, ab Juli/August, anzusteigen und in den kalten Monaten zu sinken. Im Gegensatz dazu steigt die Anzahl der gemeldeten ASP-Fälle beim Wildschwein in den kälteren Wintermonaten und sinkt in den wärmeren Sommermonaten (für einen Vergleich siehe Abbildung ASP-Verlauf im Bericht von März 2021).

Die Anzahl der Ausbrüche in Europa bei Hausschweinen, insbesondere in Rumänien, gibt weiter Anlass zur Sorge. Beunruhigend für Österreich bleibt die ASP-Situation in den Nachbarländern.

Im November betrug die kürzeste Distanz eines bestätigten ASP-Falles zur österreichischen Staatsgrenze 105 km, welcher in der Slowakei auftrat (siehe Abbildung ASP-Distanz).

Quellen

ADIS, FLI, PROMED
Icon HuhnIcon VogelIcon Info
Die Tierseuche/Tierkrankheit tritt in Österreich auf. Spezifische Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen werden getroffen.

Hochpathogene aviäre Influenza

Situation

Situation in Österreich

Nach einem Fall bei Nicht-Geflügel in Fischamend (Niederösterreich) im Vormonat erfolgten im Dezember 10 Nachweise von HPAIV (H5) bei Nicht-Geflügel in Österreich. Betroffen waren Wildwasservögel (hauptsächlich Schwäne) in Wien und den Bezirken Krems Land, Hartberg-Fürstenfeld und Bruck an der Leitha.

Situation in Europa

Im Dezember 2021 wurden in Europa bei Geflügel 335 Fälle von HPAI und 270 Fälle bei Nicht-Geflügel gemeldet (Stichtag: 03.01.2022). Die Gesamtzahl von 605 Meldungen ist im Vergleich zum Vormonat (616 Meldungen) leicht gesunken. Nachdem die Fallzahlen auch in den Sommermonaten nicht vollständig zum Erliegen gekommen sind, bleiben die Fallzahlen im Berichtszeitraum weiter auf hohem Niveau (siehe Abbildung HPAI-Verlauf). Die Anzahl der Länder, in denen HPAIV im Beobachtungszeitraum nachgewiesen wurde ist von 22 im Vormonat auf 23 im Dezember leicht gestiegen. Zum Stichtag gingen im ADIS Meldungen aus Portugal, der Ukraine, Slowenien und Griechenland ein, nachdem in diesen Ländern im November keine Fälle auftraten. Wie im Vormonat meldeten weiterhin Deutschland, Italien, Niederlande, Ungarn, Polen, Frankreich, Dänemark, Irland, Schweden, Belgien, Tschechien, Österreich, Estland, Bulgarien, Kroatien, Slowakei, Norwegen, Luxemburg und Rumänien Fälle von HPAI. Den stärksten Anstieg meldeten Italien mit 175 Fällen (Vormonat 125), während sich in Deutschland die Fälle mit 124 halbiert haben Vormonat (259 Fälle). Keine Nachweise von HPAIV mehr wurden aus Finnland, Bosnien und der Schweiz gemeldet (siehe Tabelle HPAI-Fälle).

Im Gegensatz zu den Sommermonaten, in denen HPAI-Fälle gehäuft in Küstengebieten der Nord- und Ostsee auftreten, sind im Dezember weiterhin auch Geflügelbestände und Nicht-Geflügel vermehrt in Mittel-, Süd- und Osteuropa betroffen. Bis auf die Schweiz erfolgten in allen Nachbarländern Österreichs Nachweise von HPAIV bei Geflügel oder Nicht-Geflügel (siehe Abbildung HPAI-Karte). Der Nachweis von HPAI erfolgte neben Wildvögeln gehäuft in Hinterhof- und Hobbyhaltungen. In verstärktem Maß betroffen waren jedoch auch Betriebe mit mehreren zehntausend verstorbenen oder gekeulten Gänsen, Enten Puten oder Hühnern.

Einen umfassenden Überblick der European Food Safety Authority (EFSA) über den aktuellen Seuchenzug und den Vergleich zu vorherigen Jahren finden Sie hier.

Geflügel

Nachdem im Vormonat 216 HPAI-Fälle aus Deutschland, Italien, Niederlande, Ungarn, Polen, Frankreich, Dänemark, Irland, Tschechien, Bulgarien und Slowakei in das ADIS eingemeldet wurden, steigt im Dezember die Anzahl der betroffenen Betriebe auf 335 stark an. Mit Deutschland (22 Fälle), Italien (167 Fälle), Niederlande (2 Fälle), Ungarn (55 Fälle), Polen (36 Fälle), Frankreich (29 Fälle), Dänemark (2 Fälle), Irland (3 Fälle), Schweden (3 Fälle), Belgien (2 Fälle), Tschechien (4 Fälle), Bulgarien (5 Fälle), Slowakei (2 Fälle), Portugal (2 Fälle) und Slowenien (1 Fall) meldeten 15 Länder HPAI-Fälle bei Geflügel im Berichtszeitraum (siehe Tabelle HPAI-Fälle). In allen Fällen wurde HPAI Subtyp H5N1 bzw. H5 nachgewiesen. Im Vergleich zu den Sommermonaten ist eine deutliche Verbreitung auch in die südlichen und östlichen Länder Europas zu beobachten. In zahlreichen Fällen liegen betroffenen Betriebe in räumlicher Nähe zueinander (siehe Abbildung HPAI-Karte).

Mit einer Entfernung von 24 km trat der HPAI-Fall bei Geflügel in Slowenien mit der geringsten Distanz zur österreichischen Staatsgrenze auf (siehe Abbildung HPAI-Distanz).

Nicht-Geflügel

Die Anzahl der HPAI-Meldungen bei Nicht-Geflügel hat sich im Dezember in Europa mit 270 Fällen im Vergleich zum Vormonat (400 Fälle) deutlich verringert. Die im Beobachtungszeitraum festgestellten Fälle bei Nicht-Geflügel sind weiterhin mehrheitlich in Küstengebieten im Norden Europas lokalisiert, treten jedoch auch in Süd- Mittel- und Osteuropa auf (siehe Abbildung HPAI-Karte). Die Zahl der betroffenen Länder bleibt mit 22 unverändert zum Vormonat. Portugal (1 Fall), Slowenien (2 Fälle), Ukraine (1 Fall) und Griechenland (1 Fall) meldeten im Dezember Nachweise von HPAIV bei Nicht-Geflügel, nachdem im Vormonat aus diesen Ländern keine Meldungen vorlagen. Wie im Vormonat meldeten weiterhin Deutschland (102 Fälle), Italien (8 Fälle), Niederlande (80 Fälle), Ungarn (4 Fälle), Polen (5 Fälle), Frankreich (14 Fälle), Dänemark (13 Fälle), Irland (8 Fälle), Schweden (6 Fälle), Belgien (5 Fälle), Österreich (10 Fälle), Estland (2 Fälle), Bulgarien (1 Fall), Kroatien (2 Fälle), Slowakei (2 Fälle), Norwegen (1 Fall), Luxemburg (1 Fall) und Rumänien (1 Fall) positive Nachweise von HPAIV bei Nicht-Geflügel. Im Gegensatz zum Vormonat wurden aus Finnland, Tschechien, Bosnien und der Schweiz keine Fälle mehr gemeldet. In allen Fällen bei Nicht-Geflügel wurde HPAI Subtyp H5N1 nachgewiesen.

Der österreichischen Staatsgrenze naheliegende Fälle von HPAI bei Nicht-Geflügel traten im Dezember in der Slowakei (1 km) und Slowenien (18 km) auf (siehe Abbildung HPAI-Distanz).
Tabelle HPAI-Fälle: Anzahl der HPAI-Meldungen im ADIS für Geflügel (GE), Nicht-Geflügel (NG) im Zeitraum von 01.10.2021 bis 31.12.2021 (Stichtag: 03.01.2022).
Oktober
November
Dezember
GE NG GE NG GE NG
Deutschland 3 40 19 240 22 102
Italien 6 2 120 5 167 8
Niederlande 2 2 6 50 2 80
Ungarn 0 0 29 3 55 4
Polen 0 0 27 3 36 5
Frankreich 0 0 1 4 29 14
Dänemark 0 2 1 22 2 13
Irland 0 0 3 23 3 8
Schweden 0 1 0 9 3 6
Belgien 0 0 0 11 2 5
Tschechien 0 0 5 5 4 0
Österreich 0 0 0 1 0 10
Estland 1 3 0 4 0 2
Finnland 0 5 0 4 0 0
Bulgarien 0 0 1 1 5 1
Kroatien 0 0 1 4 0 2
Slowakei 0 0 1 2 2 2
Norwegen 0 0 2 3 0 1
Luxemburg 0 0 0 2 0 1
Portugal 0 0 0 0 2 1
Rumänien 0 0 0 2 0 1
Slowenien 0 0 0 0 1 2
Ukraine 0 1 0 0 0 1
Bosnien 0 0 0 1 0 0
Griechenland 0 0 0 0 0 1
Schweiz 0 0 0 1 0 0
GESAMT 12 56 216 400 335 270
Europakarte zu HPAI-Fällen wie in "Situation in Europa" beschrieben.
Abbildung HPAI-Karte: Karte der im ADIS gemeldeten HPAI-Fälle für Geflügel, Nicht-Geflügel im Zeitraum von 01.10.2021 bis 31.12.2021 (Stichtag: 03.01.2022).
Verlaufsgrafik zu HPAI-Fällen in Europa: Im Zuge des Frühjahrzuges der Wildvögel im April und Mai wurden vermehrt Fälle bei Wildvögeln festgestellt. Mit Beginn des Herbstzuges ab November kam es zu einem drastischen Anstieg der Fälle bei Wildvögeln mit steigenden Fallzahlen auch beim Hausgeflügel. Im Januar kam es zu einem erneuten starken Anstieg der Fälle, wobei hauptsächlich Hausgeflügel betroffen war. Ab Februar sind hingegen sind wieder hauptsächlich Wildvögel betroffen. Die Fallzahlen steigen im März auf einen Höchststand im Seuchenverlauf. In den Sommermonaten entspannt sich das aktuelle Seuchengeschehen deutlich. Fälle von HPAI treten nur noch vereinzelt auf.
Abbildung HPAI-Verlauf: Zeitlicher Verlauf der im ADIS gemeldeten HPAI-Fälle für Geflügel, Nicht-Geflügel im Zeitraum von 01.01.2021 bis 31.12.2021 (Stichtag: 03.01.2022).
Verlaufsgrafik zur Entfernung der HPAI-Fälle zur Staatsgrenze: Im Januar betrug die Distanz der HPAI-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze ca. 50 km und stieg danach auf ca. 200 km an. Von Mitte März bis Oktober blieb dieser Wert konstant. Von Mitte Oktober bis Anfang November stieg die Distanz auf über 400 km. Ab Mitte November wurden einzelne Fälle sehr nahe an der Staatsgrenze gemeldet. Ab Mai 2021 stieg die Entfernung von HPAI-Fällen zur Staatsgrenze auf über 400 km im Juni. Im Februar 2021 trat HPAI auf österreichischem Staatsgebiet auf. Detailbeschreibung im Kapitel "Situation in Europa".
Abbildung HPAI-Distanz: Distanz der im ADIS gemeldeten HPAI-Fälle zur österreichischen Staatsgrenze im Zeitraum von 01.01.2021 bis 31.12.2021 (Stichtag: 03.01.2022).

Folgen für Österreich

Im Einvernehmen mit dem Landwirtschaftsministerium, den Bundesländern und unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Expertise der AGES hat das Gesundheitsministerium eine Stallpflicht für Betriebe mit 350 und mehr Stück Geflügel in den ausgewiesenen Risikogebieten erlassen. Hierdurch soll im aktuellen Seuchengeschehen eine Übertragung durch HPAIV-positives Nicht-Geflügel auf landwirtschaftliche Geflügelbestände weiterhin verhindert werden. Die Geflügelpest-Verordnung 2007 in der Fassung vom 09.12.2021 (siehe insbesondere § 8 und § 9) finden Sie hier. Die 3. Novelle der Geflügelpest-Verordnung 2007 mit der Liste der betroffenen Bezirke und Gemeinden finden Sie hier sowie eine Karte mit den Risikogebieten hier.

Mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2021/641 der Kommission vom 16. April 2021, betreffend Sofortmaßnahmen im Zusammenhang mit Ausbrüchen der hochpathogenen aviären Influenza in bestimmten Mitgliedstaaten (zuletzt geändert durch Durchführungsbeschluss (EU) 2021/846) werden die Schutz- und Überwachungszonen auf Unionsebene ausgewiesen. Diese sind nach dem Ausbruch der hochpathogenen aviären Influenza bei Geflügel oder in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln gemäß Artikel 21 der Delegierten Verordnung (EU) 2020/687 einzurichten.

In Geflügelbeständen und bei Zoohaltungen sollten Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen weiterhin mit äußerster Sorgfalt umgesetzt werden. Jeglicher direkte oder indirekte Kontakt zu Wildvögeln stellt ein potentielles Risiko einer Krankheitsübertragung dar und sollte konsequent verhindert werden. Mit der “AI-Risikoampel” oder dem Online-Fragebogen “Biocheck” stehen kostenlose und anonyme Möglichkeiten zur Überprüfung des Status der Biosicherheit zur Verfügung.

Aufgrund des positiven Nachweises von HPAIV bei Nicht-Geflügel in Österreich und der anhaltenden Zirkulation von HPAI-Virus bei Wildvögeln sowie der steigenden Anzahl grenznaher Fälle in Geflügelbeständen in Nachbarländern wird das Risiko für das Auftreten weiterer Fälle in Österreich als hoch eingestuft.

Kommentar

Der aktuelle HPAI-Seuchenzug hat sich zu dem schwersten in Europa ausgeweitet. Nach den anhaltenden Fallmeldungen in den Sommermonaten und einem beginnenden Anstieg im Oktober war im November ein rasanter Anstieg der HPAI-Meldungen zu beobachten. Im Gegensatz zum November 2020 hat HPAI jedoch bereits vielfach den Weg in Geflügelbestände gefunden und auch im aktuellen Berichtszeitraum verstarben erneut zehntausende Tiere oder mussten gekeult werden.

Durch einsetzende Kälteperioden kam es zu verstärkten Wanderungsbewegungen der Zugvögel, demensprechend meldeten auch weiter südliche und östliche Mitgliedsstaaten positive Nachweise von HPAI bei Wildvögeln. Nach dem Eintrag durch Zugvögel erfolgt eine Ausbreitung des Virus in heimischen Wildvogelpopulationen. Besonders von Bedeutung sind hierbei heimische Wasservögel, wie Enten und Gänse, die sich wiederholt infizieren und Erreger ausscheiden können, selbst aber selten Symptome zeigen. Die heimischen Wildwasservögel tragen somit maßgeblich zu einer Weiterverbreitung von HPAIV bei. Im November und Dezember waren erneut in vielen Ländern häufig Tiere in Hobbyhaltung, die Kontakt zu heimischen Wildvögeln hatten betroffen.

Tote oder verendende Wildwasservögel und Greifvögel müssen weiterhin der Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet und intensiv untersucht werden, damit Viruseinträge frühzeitig erkannt und dementsprechende Maßnahmen getroffen werden können.

Jeder direkte oder indirekte Kontakt zu Wildvögeln, besonders Wildwasservögeln wie z.B. Wildenten, stellt ein Übertragungsrisiko dar.

Die korrekte Umsetzung von Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen in Geflügelhaltungen und beim Lebendgeflügelhandel sind ebenso von besonderer Bedeutung wie die Verhinderung des Kontaktes zu Nicht-Geflügel, besonders zu Wildwasservögeln wie Stockenten. Informationsmaterialien und die Kommunikation der aktuellen Situation sollten bestmöglich eingesetzt werden, damit Tierhalter ihre Tiere effektiv schützen können. Beispiele für Informationsmaterial finden Sie für private Geflügelhaltungen hier und für Geflügelbetriebe hier. Wichtig sind Informationen an Tierhalterinnen/Tierhalter und Tierärztinnen/Tierärzte über die frühzeitige Erkennung und korrekte Vorgehensweise im Seuchenfall.

Während der Subtyp H5N1, der derzeit in Europa zirkuliert, für viele Vogelarten hochinfektiös ist, weist das Europäische Zentrum für Seuchenkontrolle ECDC auf eine schlechte Anpassung des Virus an den Menschen hin. Anfang Dezember wurde in England die Erkrankung eines Menschen an HPAI (H5N1) nachgewiesen, die auf engen und häufigen Kontakt zu infiziertem Geflügel zurückverfolgt werden konnte. Andere Personen, die ebenfalls Kontakt zu diesen Tieren hatten, wurden nicht infiziert. Laut den britischen Gesundheitsbehörden handelt es sich um ein sehr seltenes Ereignis, das auf die besonderen Umstände in diesem Betrieb zurückzuführen ist. Eine Weiterverbreitung von Mensch zu Mensch wurde noch nicht beobachtet. Dennoch sollte bei Kontakt zu infiziertem Geflügel Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise die Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung, ergriffen werden.

Quellen

ADIS, PROMED, FLI

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Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Tollwut

Im Berichtzeitraum (Stichtag: 03.01.2022) wurden in Europa 17 RABIES-Fälle (Vormonat 28 Fälle) gemeldet. Polen meldete 15 Fälle, die Türkei und Rumänien jeweils einen Fall (für einen Überblick über die letzten drei Monate siehe Tabelle RABIES-Fälle).

Seit Februar 2021 meldete Polen mehrere Tollwutausbrüche bei Rotfüchsen in der Woiwodschaft Mazowieckie nahe der Hauptstadt Warschau. Diese Region liegt ca. 30 bis 40 km westlich des Gebiets, in dem die orale Impfung von Füchsen durchgeführt wird. Im Dezember 2021 wurden 9 Fälle bei Rotfüchsen, zwei Fälle bei Steinmardern, zwei Fälle bei Hunden, ein Fall bei einer Katze und ein Fall bei einem Reh gemeldet. In der Türkei wurde ein Fall bei einem Rind und in Rumänien ein Fall bei einem Hund gemeldet.

Eines der größten Risiken der Wiedereinschleppung von Tollwut in eine tollwutfreie Population ist der Transport von nicht geimpften Tieren aus Ländern mit endemischer Tollwut. Die Überwachungsmaßnahmen sollten darauf abzielen, die illegale Einfuhr von tollwütigen oder nicht geimpften Welpen zu bekämpfen.

Österreich wurde 2008 für frei von terrestrischer Tollwut erklärt. Zuletzt wurde 2004 und 2006 bei je einem Fuchs Tollwut diagnostiziert. Weitere Informationen über Tollwut finden Sie hier.

Im 4. Quartal (Oktober-Dezember) 2021 meldete Deutschland vier Fälle von Tollwut bei Fledermäusen. Die Fledermaustollwut ist ein eigenständiges Infektionsgeschehen und steht nicht mit der terrestrischen Wut in Zusammenhang. Da der Spillover von Fledermäusen auf den Menschen und andere Säugetierspezies in Europa ein seltenes Ereignis darstellt, kann das entsprechende Risiko als gering eingestuft werden.
Tabelle RABIES-Fälle: Anzahl der RABIES-Meldungen im ADIS im Zeitraum von 01.10.2021 bis 31.12.2021 (Stichtag: 03.01.2022).
Okt Nov Dez
Polen 22 14 15
Türkei 15 12 1
Rumänien 0 2 1
GESAMT 37 28 17
Icon RindIcon SchafIcon ZiegeIcon WildIcon LamaIcon KamelidIcon Info
Das Risiko, dass die Tierseuche/Tierkrankheit in Österreich auftritt ist gering und die Situation unauffällig.

Blauzungenkrankheit

Entsprechend den Erfahrungen aus den vergangenen Jahren ist auch im Winter 2021/2022 eine deutliche Reduzierung der BT-Fallzahlen zu beobachten, begründet durch das Fehlen der Insekten als Überträger. Für weitere Informationen der EU, einen Rückblick auf die Zonen mit dem entsprechenden Seuchenstatus und die zirkulierenden Serotypen als Karte und Tabelle finden Sie hier.

In den Jahren 2008 und 2009 traten die ersten BT-Fälle (Serotyp 8) in Österreich auf. Im Zuge eines Seuchenzuges in Südosteuropa wurde 2015 und 2016 auch BTV-4 in Österreich nachgewiesen. Ab 2017 wurde bundesweit kein weiterer BT-Fall mehr festgestellt und 2018 wurden die BTV-4 Restriktionszonen aufgehoben. Mit 1.12.2021 begann in Österreich die vektorfreie Zeit und endet am 30.04.2022. Das Risiko für Österreich wird derzeit als gering eingestuft.

Weitere Informationen über die Blauzungenkrankheit finden Sie hier. Informationen der EU zu den Bekämpfungsmaßnahmen im Rahmen des neuen Tierseuchenrechts finden Sie hier.

Tabelle BT-Fälle: Anzahl der BT-Meldungen im ADIS im Zeitraum von 01.10.2021 bis 31.12.2021 (Stichtag: 03.01.2022).
Okt Nov Dez
Portugal 11 2 0
Spanien 2 0 0
Bulgarien 1 0 0
GESAMT 14 2 0
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