DOI-Nummer: 10.23764/0018

Risikobarometer Umwelt & Gesundheit 2019

2017 wurde von der AGES gemeinsam mit dem "Risikodialog" der "Risikobarometer Umwelt & Gesundheit" etabliert. Dabei handelt es sich um eine periodisch durchgeführte Erhebung bei der österreichischen Bevölkerung mit jahresspezifischen Schwerpunkten zur Risikowahrnehmung. Schwerpunkt 2019 war das Thema Klimawandel.

Wie bereits in den beiden Jahren zuvor, beunruhigen besonders die Themen Umweltverschmutzung, Klimawandel und soziale Ungleichheit. Im Vergleich zu 2018 hat die Besorgnis bei Umweltverschmutzung, Klimawandel, Datenschutz, Gentechnik, Digitalisierung aller Lebensbereiche und Lebensmittelsicherheit zugenommen. Bei sozialer Ungleichheit, Ernährungsqualität und -versorgung, Epidemien sowie Energieversorgung hat sich die Besorgnis der Bevölkerung nicht verändert.

Beim Thema Umweltverschmutzung beunruhigen vor allem die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt, die Umweltbelastung durch die Industrie, die Abfallmengen und der Umgang mit Abfall, der Verlust von naturnahen Lebensbereichen sowie Flächenversiegelung und -verbrauch. Im Vergleich zu 2018 kann in fast allen umweltrelevanten Bereichen eine leicht zunehmende Beunruhigung festgestellt werden. Bei Flächenversiegelung und Flächenverbrauch, Verlust von naturnahen Lebensbereichen, Luftqualität und Wasserqualität ist die Besorgnis unverändert geblieben.

In Bezug auf Gesundheit und Ernährung finden die ÖsterreicherInnen besonders Mikroplastik in Lebensmitteln, Auswirkungen von Chemikalien und Schadstoffen und Antibiotikarückstände besorgniserregend. Am wenigsten Sorgen bereiten bei diesem Thema natürliche Pflanzengifte, Radioaktivität und Krankheitserreger wie Grippevirus oder West-Nil-Virus.

Beim Thema Klimawandel rufen schwindende Gletscher, Trockenperioden und eingeschleppte Insekten, Erreger, Pilze und Pflanzen die größte Besorgnis hervor. Über neue Krankheiten für Menschen sowie eingewanderte Pflanzen- und Tierarten zeigen sich die wenigsten der Befragten beunruhigt.

Hinsichtlich Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels werden vor allem der Kauf von regionalen und saisonalen Produkten, das Trennen von Abfall und die Nutzung des öffentlichen Verkehrs sowie des Fahrrades als besonders wirksam beurteilt. Völlig auf Fleisch zu verzichten oder weniger Milch und Milchprodukte zu konsumieren, wird als am wenigsten wirksam eingestuft.

In Bezug auf Verhaltensänderungen zur Bekämpfung des Klimawandels, sind die Befragten am ehesten bereit, öfter ohne Halb- und Fertigprodukte zu kochen, biologische Produkte vorzuziehen, mehr für lokale und saisonale Produkte auszugeben sowie weniger zu fliegen. Am wenigsten Zustimmung finden die Maßnahmen weniger im Winter zu heizen und weniger Wohnraum zu beanspruchen.

2019 ist das Internet erstmals die beliebteste Informationsquelle für Risikothemen, gefolgt von den klassischen Medien Fernsehen, Zeitungen, Zeitschriften und Radio.

Der Anteil der ÖsterreicherInnen, die das Verhalten sowohl kurzfristig als auch langfristig nach dem Lesen von Risikoberichten ändert, ist im Vergleich zu 2017 und 2018, insbesondere bei der männlichen Bevölkerung, rückläufig. Zugenommen hat hingegen der Anteil derjenigen, die trotz Besorgnis nichts unternehmen. Die weiblichen Best-Agers sind am ehesten bereit, ihr Verhalten nach dem Lesen von Risikoberichten dauerhaft zu ändern.


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