Was tun bei Hitze?

Informationen zu Hitze

Bei extremer sommerlicher Hitze ist Vorsicht geboten. Schweißtreibende Temperaturen über 30 Grad können zu ernsten Gesundheitsproblemen führen. Wenn der Körper mehr Wärme aufnimmt als er wieder abgeben kann, kann es zu einem Hitzestau oder gar zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag kommen.

Richtige Ernährung bei Hitze

Lebensmittel vor der Hitze schützen

Weitere Informationen finden Sie hier.

Tipps gegen die Hitze

Sie sollten sofort

  • eine kühle Umgebung aufsuchen
  • Flüssigkeit zu sich nehmen
  • Körper mit feuchten Tüchern oder durch Duschen abkühlen

Falls sich ihre Symptome nicht bessern, rufen Sie bitte Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder die Rettung (Notfallnummer: 144).

Bei diesen Symptomen kann es sich um einen Hitzestau handeln: Ein Hitzestau kann bei großer Hitze vor allem in Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung oder dem Tragen von zu enger und zu warmer Kleidung auftreten. Dadurch ausgelöstes, starkes Schwitzen kann zu hohem Mineralstoff- und Flüssigkeitsverlust und in weiterer Folge zu Kreislaufstörungen führen. Typische Symptome eines Hitzestaus sind Schwindel, Benommenheit und Übelkeit, ein erhöhter Puls sowie eine erhöhte Körpertemperatur (bis zu 41 °C).

Sie sollten sofort Folgendes machen:

  • Bringen Sie die betroffene Person wenn möglich in eine kühle Umgebung
  • Lockern Sie die Kleidung der Person
  • Legen Sie feuchte Tücher auf Kopf und Körper der Person
  • Ist die Person bei Bewusstsein, geben Sie ihr schluckweise Flüssigkeit
  • Ist die Person bewusstlos, bringen Sie sie in stabile Seitenlage
  • Rufen Sie unbedingt einen Arzt/eine Ärztin oder die Rettung (Notfallnummer: 144)

Es kann sich um einen Hitzschlag handeln. Ein Hitzschlag kann die Folge eines nicht ausreichend behandelten Hitzestaus sein. Neben den Symptomen eines Hitzestaus treten typischerweise auch Kopfschmerzen, Erbrechen und Muskelkrämpfe auf. Die Körpertemperatur kann auf bis zu 43 °C ansteigen.

In schweren Fällen kann es zu Verwirrtheit bis hin zu einer Bewusstseinstrübung und eventuell auch zu einer Bewusstlosigkeit kommen. Das ist dann eine sehr bedrohliche Situation, die besonders bei älteren und geschwächten Personen zu einem Versagen lebenswichtiger Organe und schließlich zum Tod führen kann.

Durch folgende Maßnahmen und Verhaltensregeln kann einem Hitzestau oder Hitzschlag relativ leicht und effektiv vorgebeugt werden:

  • Schaffen Sie eine erträgliche Raumtemperatur
  • Lüften Sie früh morgens, abends und möglichst auch nachts
  • Dunkeln Sie Räume tagsüber ab (am besten mit außenliegendem Sonnenschutz)
  • Hängen Sie feuchte Tücher zur Kühlung von Räumen auf
  • Tragen Sie wenn möglich leichte und luftdurchlässige Kleidung
  • Vermeiden Sie unnötige Anstrengungen
  • Meiden Sie dichte Menschenansammlungen
  • Halten Sie sich wenn möglich nur kurz im Freien auf,  vor allem zur Mittagszeit
  • Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung auf den Körper (Sonnenschirm oder Kopfbedeckung mit Nackenschutz verwenden, im Schatten gehen etc.)
  • Sie können wenn möglich Kopf und Nacken mit feuchten Tüchern bedecken oder öfters duschen/baden bzw. die Unterarme in kaltes Wasser halten
  • Verwenden Sie Ventilatoren
  • Suchen Sie wenn möglich klimatisierte Räume auf
  • Trinken Sie ausreichend und bewusst, nicht erst bei Durstgefühl (1,5 bis 3 Liter täglich)

Als Getränke eignen sich besonders:

  • Leitungs- und Mineralwasser
  • verdünnte Obst- und Gemüsesäfte
  • ungesüßte Früchte- und Kräutertees

Nicht geeignet sind stark gesüßte und alkoholische Getränke!

Wichtig: ausreichende Mengen trinken, mindestens 1,5 bis 3 Liter täglich. Bei Erwachsenen, die anstrengende Tätigkeiten durchführen, können auch weitaus größere Mengen erforderlich sein, bei Kindern können kleinere Mengen ausreichend sein.

Bei starkem Schwitzen kann der Körper auch erhebliche Mengen an Mineralstoffen verlieren. Dieser Verlust kann durch den Konsum von mineralstoffhaltigen Getränken ausgeglichen werden. Eine andere Möglichkeit ist die Zugabe von etwas Salz zu Getränken, die nur geringe Mengen an Mineralstoffen aufweisen.

Achtung: Personen mit Nieren- oder Herz-Kreislauferkrankungen sollten unbedingt ihre Ärztin/ihren Arzt hinsichtlich der geeigneten Flüssigkeitsmenge konsultieren. Dies gilt auch für Personen, die aus medizinischen Gründen die Flüssigkeitszufuhr beschränken müssen.

Bei Hitzeperioden sollten keine großen Mahlzeiten eingenommen werden. Bekömmlicher sind mehrere kleine Mahlzeiten verteilt auf den ganzen Tag. Zu bevorzugen sind leicht verdauliche und fettarme Nahrungsmittel mit hohem Wassergehalt. Dazu zählen insbesondere:

  • Obst und Gemüse (Melonen, Gurken, Tomaten etc.)
  • Kompotte
  • Salate
  • fettarme Fleisch- und Gemüsesuppen
  • fettarme oder verdünnte Milch und Milchprodukte (z.B. Buttermilch mit Mineralwasser)

Fette Speisen sollten bei großer Hitze nicht, Fleisch nur in geringen Mengen konsumiert werden.

Vor allem Säuglinge, Kleinkinder, ältere und chronisch kranke Menschen sowie Menschen mit Behinderungen sind bei Hitzeperioden aus verschiedenen Gründen besonders gefährdet. So nimmt etwa im Alter das Durstgefühl ab, weshalb ältere Menschen häufig zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen. Säuglingen und Kleinkindern fehlt noch die Fähigkeit, sich entsprechend zu artikulieren.

Familienangehörige, Freundinnen und Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn, Betreuerinnen und Betreuer etc. von besonders gefährdeten Personen sollten daher sorgfältig darauf achten, dass diese Personen ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen und auch die sonstigen zur Vorbeugung von Hitzeschäden jeweils in Betracht kommenden Maßnahmen getroffen bzw. Verhaltensregeln eingehalten werden.

Die Einnahme bestimmter Arzneimittel kann einen negativen Einfluss auf die Hitzeverträglichkeit haben. Insbesondere folgende Arzneimittel sind hier zu erwähnen:

  • Diuretika (Entwässerungsmittel)
  • Benzodiazepine (Schlaf verursachende und stark betäubende Mittel)
  • Sedativa (Beruhigungsmittel)
  • Betarezeptorenblocker (oft als Kombinationspräparat mit Diuretika oder anderen blutdrucksenkenden Substanzen)

Wenn Sie solche Arzneimittel einnehmen müssen, sollten Sie bei Hitzeperioden unbedingt ihre Ärztin/ihren Arzt oder eine Apothekerin/einen Apotheker konsultieren.

Informationen über arbeitsrechtliche Bestimmungen können bei der Arbeiterkammer (AK) eingeholt werden.

Hitze-Mortalitätsmonitoring

Im Jahr 2020 gab es in in Österreich keine Todesopfer, die sich auf Hitze zurückführen lassen, wie unser Hitze-Mortalitätsmonitoring zeigt.

Mit dem Hitze-Mortalitätsmonitoring lässt sich modellieren, ob die Anzahl der beobachteten Todesfälle in Österreich über der statistisch erwarteten Anzahl liegt. Seit 2019 werden für die Temperatur die täglichen Messwerte von 181 Messstationen im gesamten Bundesgebiet herangezogen. In den Jahren davor basierte das Modell auf 32 Messstationen, die den 40 größten Ortschaften zugeordnet wurden.

Hohe Umgebungstemperaturen, insbesondere in Verbindung mit hoher Luftfeuchte, sind mit deutlichen Gesundheitsrisiken verbunden. Besonders anfällig dafür sind ältere Menschen, Kinder, Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf- und psychischen Erkrankungen sowie Personen mit eingeschränkter Mobilität.

Sommer Hitze-assoziierte Übersterblichkeit 95% Konfidenzintervall (KI)
2016 0 -73; 73
2017 375 245; 505
2018 550 295; 806
2019 198 -41; 438
2020 0 -45; 45

Schätzung der Hitze-assoziierten Übersterblichkeit inklusive 95 % Konfidenzintervall, Österreich, Sommerperioden, 2016-2020

Die Sterblichkeit der Bevölkerung ist über das Jahr hinweg nicht gleichmäßig verteilt, sondern unterliegt saisonalen Schwankungen: In den Wintermonaten sterben mehr Menschen als in den Sommermonaten. Diese Schwankungen sind statistisch über Jahrzehnte hinweg sehr gut belegt – so gut, dass sich für jede Kalenderwoche sehr genaue Schätzungen über die erwarteten Sterbefälle modellieren lassen.

Diese Modellierung der Sterblichkeit macht sich das europäische System für eine kontinuierliche Beobachtung der Sterblichkeit (Euromomo Mortalitätsmonitoring) zunutze: Mehrere Europäische Länder, darunter auch Österreich, speisen in dieses System Daten zur wöchentlichen All-Ursachen-Mortalität ein. Hiermit lässt sich zeigen, ob die Anzahl der beobachteten Todesfälle über der statistisch erwarteten Anzahl liegt. Grafisch präsentiert sich die Mortalität der Bevölkerung im typisch wellenförmigen Verlauf. Kommt es zu vermehrten Todesfällen, tauchen in den Wellenbergen oder -tälern Ausreißer („Zacken“) auf – man spricht von Übersterblichkeit, die im Winter oft mit der Influenzaepidemie, im Sommer mit Hitze-Extremereignissen korreliert.

Die präsentierten Ergebnisse basieren auf fallbasierten Sterbedaten und täglichen Messwerten der maximalen sowie der minimalen Lufttemperatur der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) von 181 Messstationen österreichweit. Daten zur All-Ursachen Mortalität stammen von Statistik Austria.

Modelliert wurde die wöchentliche All-Ursachen Mortalität unter Verwendung der Lufttemperatur während heißer (Sommer) sowie kalter (Winter) Wochen . Der Sommer wurde definiert als KW 21 bis 39, und der Winter als KW 40 bis 20. Die Definitionen von „heißen und kalten Wochen“ haben einen wesentlichen Einfluss auf die Schätzwerte der Hitze-assoziierten Übersterblichkeit. Nach Verwendung unterschiedlicher Lufttemperatur-basierter Definitionen von heißen bzw. kalten Wochen, stellten sich die unten genannten als die am geeignetsten heraus, um die All-Ursachen Mortalität zu erklären:

  • Heiße Woche: Wochen mit heißen Nächten und Verwendung der Temperatur (Tagesminimum) der heißesten Nacht dieser Woche als Referenzwert, sobald diese über 18 °C liegt (in Anlehnung an die Definition einer Tropennacht).
  • Kalte Woche: Wochen an denen mindestens ein Tag eine Temperatur (Tagesminimum) unter 0 °C aufwies. Das Tagesminimum des kältesten Tages wurde dann als Referenzwert dieser Woche verwendet.

Im verwendeten Modell wurden keine anderen Risikofaktoren für All-Ursachen Mortalität wie zum Beispiel respiratorische Erkrankungen (z. B. Covid-19) oder Luftverschmutzung kontrolliert. Es ist zu berücksichtigen, dass im Sommer 2020 die Kriterien zur Definition einer „heißen Woche“ für keine der Kalenderwochen 21 bis 39 erfüllt waren.

Das Hitze-Mortalitätsmonitoring wird in Österreich von uns durchgeführt: Es basiert auf statistischen Zeitreihenanalysen, die erfahrungsgemäß sehr gut stimmen und seit Langem bereits auch zur Einschätzung der Influenza-assoziierten Sterblichkeit verwendet werden. In diese Analysen fließen fallbasierte All-Ursachen-Sterbedaten und tägliche Messwerte der maximalen sowie der minimalen Lufttemperatur, die von 181 Messstationen österreichweit stammen, ein. Die Daten zur All-Ursachen Mortalität stammen von der Statistik Austria.

Das statistische Modell wurde von uns in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Graz entwickelt. Das österreichische Hitze-Mortalitätsmonitoring wird von uns laufend verbessert. Weitere Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, aber auch Feinstaubbelastung oder Beobachtungen zu Infektionskrankheiten etc. sollen in das Modell miteinbezogen werden. Im Endausbau wird es möglich sein, die Hitze-assoziierte Mortalität auch kleinräumig zu bestimmen. Mit diesen Informationen können das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Bundesländer und Bezirksverwaltungsbehörden Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Kuranstalten, Kindergärten, mobile Pflegedienste, Ärztinnen und Ärzte oder Einsatzorganisationen zeitnah über einen erhöhten Versorgungsbedarf in Kenntnis setzen.

Aktualisiert: 14.09.2022

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