Projekt AGES-Blühflächen

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Blühwiesen entstehen. Die erstes Schritte erfolgen im April: Aussaat.

Die AGES nimmt sich auch als unternehmerischer Betrieb der biologischen Vielfalt an: Hinter dem im Frühjahr 2016 gestarteten Projekt "Biodiversitätsnahe Bewirtschaftung auf dem Areal der AGES-Betriebsstätte Wien Spargelfeld" steht die Idee, öffentliche Flächen und Betriebsgelände, am besten in besiedelten Räumen wie Städten, zu Biodiversitätsflächen zu restaurieren und nachhaltig zu bewirtschaften. Die Flächen kommen ohne Düngung, ohne Pflanzenschutz und ohne Bewässerung aus und werden für Demonstrations- und wissenschaftliche Projekte genutzt.

Im Rahmen einer Online-Dokumentation kann der Stand der Blühflächen durch den Jahreskreislauf mitverfolgt werden.

Projekt

Projekt

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"Bitte nicht Mähen!" Die Violette Königskerze gilt in Österreich als gefährdet.

Seit März 2016, als die Erdarbeiten aufgrund der Witterungsverhältnisse beginnen konnten, betreibt die AGES auf den Betriebsgelände des AGES Headquarters im 22. Wiener Gemeindebezirk das Projekt "Biodiversitätsnahe Bewirtschaftung auf dem Areal der AGES-Betriebsstätte WSP". Als Agentur für Gesundheit und Ernährunhssicherheit hat sich die AGES die Aufgabe gestellt, zur Vielfalt von Pflanzen, Mikroorganismen, Pilzen und Tieren beizutragen.

Wie sich Flora und Fauna im Laufe der Monate wandeln und welche Gattungen heimisch wurden, wird als Online-Dokumentation über den Jahreskreislauf hinweg geführt.

Projektziel

Öffentliche Flächen und Betriebsgelände, am besten in besiedelten Räumen wie Städten, zu Biodiversitätsflächen zu restaurieren und nachhaltig zu bewirtschaften ist das Ziel dieses Projektes. Auf vier Bewuchsflächen wurden unterschiedliche Pflanzenmischungen angebaut. Darüber hinaus blühte heuer erstmals auf, was im Boden keimte und in diesem Jahr erstmals nicht frühzeitig abgemäht wurde.

Der Verlust der Biodiversität ist, neben dem Klimawandel, als die kritischste globale Umweltbedrohung anzusehen. So wird in Österreich jeden Tag die Fläche von 30 Fußballfeldern zubetoniert. Damit geht nicht nur Lebensraum für Pflanzen und Tiere verloren, sondern auch Erholungsflächen für uns Menschen.

Laufzeit des Projekts: 2016 bis vorerst bis 2020

Win-win für Wissenschaft, Betrieb und Natur

BesucherInnen von AGES-Veranstaltung finden eine zusätzliche Attraktion auf dem Gelände: Auf den unterschiedlich bewirtschafteten Flächen wachsen unterschiedliche Pflanzen. Unterschiedliche Insekten und Tiere, wie Weihen, Rehe oder die mitterlweile gefährdete Violette Königskerze finden ihren Lebensraum.

Durch die biodiversitätsnahe Bewirtschaftung ist von einer relevanten Kostenreduktion in der laufenden Arealbetreuung auszugehen. Die Flächen werden ohne Düngung, ohne Pflanzenschutz und ohne Bewässerung bewirtschaftet. Die Fläche werden für Demonstrations- und wissenschaftliche Projekte genutzt. Gegenwärtig läuft ein Diplomanten-Projekt, da sich die Pflanzenentwicklung ideal mit dem Bienenstand auf dem AGES Areal kombinieren lässt.

Sicherheitszonen

Sicherheitszonen

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Sicherheitszonen 1 entlang der Feuerwehrzufahrten - erste Frühlingsboten: Niedrigbewuchs mit Massenbestand an Frühlings-Hungerblümchen.

Um die nötigen Sicherheitsanforderungen eines Betriebes einzuhalten, ist das Design der biodiversitätsnahen Bewirtschaftung 4-stufig:

  • Die Sicherheitszone 1 oder Biodiversitätszone 1 für Feuerwehrzufahrten und Sammelplätze wird wie bisher etwa 6 x gemulcht und ist der Sonnenplatz für Eidechsen etc.
  • Die Sicherheitszone 2 für Arealsicherung oder Biodiversitätszone 2 wird etwa 2-3 x mit bis etwa 25 cm hohem autochthonem Bewuchs gemulcht. Hier werden 2-3 x Pflanzen blühen und spezifischen Lebensraum bieten.
  • Die Biodiversitätszone 3, der größte Teil der Arealfläche, wird aus autochthonem Bewuchs nur 1 x pro Jahr gemäht. Das Mahgut bleibt einerseits zum neuen Aussamen liegen, wird andererseits eingesammelt und für Kompost oder thermische Verwertung abtransportiert. Diese Bewirtschaftung läßt das Herz von Naturschützern höher schlagen.
  • Die Biodiversitätszone 4 wird auf geackerten Flächen entstehen. Es werden Blühflächen, Bienenweiden aus 3 unterschiedlichen Saatgutmischungen angelegt: Und zwar zum einen mit Landschaftsrasen, dann Kräutern für kontinentale Trockenlagen und schließlich mit einem Blumen-Kräuter-Gemenge mit 39 verschiedenen Pflanzenarten und eine Bienenweide mit Feldblumen, Wiesenblumen und einem geringen Gräseranteil.

Pflanzenbewirtschaftung

Pflanzenbewirtschaftung

Die Bepflanzung differiert, da unterschiedliche Bodenverhältnisse zu berücksichtigen sind.

  1. Auf einem straßenseitigen Beet-Abschnitt von ca. 1500 m2 wächst ein trockener Landschaftsrasen mit Kräutern, die in kontinentalen Lagen und extreme Trockenlagen auf alkalischen Böden gedeihen.
  2. An anderer Stelle mit ebenfalls ca. 1500 m2 Größe, keimte ein Blumen-Kräuter-Gemenge aus 39 Sorten, wie Schafgarbe, Kornrade, Ringelblume, Wiesenflockenblume, Skabiosen-Flockenblume, Wilde Karotte, Karthäusernelke, Labkraut, Labkraut, Kleesorten, usw.
  3. Um die Versuchsflächen im hinteren Teil des AGES-Geländes und straßenseitig wächst eine Bienenweide mit Feldblumen, Wiesenblumen und Gräsern - eine ideale Kombination mit dem Bienenstand auf dem AGES Areal.

Bepflanzung 

1. Blühstreifen - straßenseitig:

18% engl. Raygras, 15% Ausläuferrotschwingel, 15% Horstrotschwingel, 7% Rotschwingel, kurze Ausläufer, 41,9% Schafschwingel, 0,2% Schafgarbe, 0,1% Wiesenflockenblume, 0,1% Skabiosen-Flockenblume, 0,1% Wilde Karotte, 0,2% Karthäusernelke, 0,1% Weißes Labkraut, 0,1% Echtes Labkraut, 0,1% Löwenzahn, 0,2% Magerwiesenmargerite, 0,1% Kleine Bibernelle, 0,1% Spitzwegerich, 0,2% Wiesensalbei, 0,1% Kleiner Wiesenknopf, 0,2% Wundklee, 0,2% Hornklee, 0,2% Gelbklee, 0,8% Esparsette,

2. Blühstreifen AGES-gebäudeseitig:

4% Schafgarbe, 4% Gewöhnlicher Odermenning, 2% Kornrade, 0,4% Kriechender Günsel, 2% Färberkamille, 0,5% Akelei´, 0,5% Gänseblümchen, 6% Ringelblume, 10% Kornblume, 2% Skabiosen-Flockenblume, 2% Wiesen-Flockenblume, 6% Wiesen-Margerite, 3% Große Saatwucherblume, 3% Saatwucherblume, 1% Ackerrittersporn, 4,4% Hundszunge, 0,4% Karthäusernelke, 2% Heidenelke, 1,4% Roter Sonnenhut, 2% Kalifornischer Goldmohn, 1% Mädesüss, 2% Wiesenlabkraut, 2% Echtes Labkraut, 1% Echte Nelkenwurz, 7,4% Roter Lein, 4% Staudenlein, 3% Gemüsemalve, 2% Kamille, 2% Vergißmeinnicht, 2% Gemeine Nachtkerze, 3% Klatschmohn, 1% Nacktstängeliger Mohn, 2% Gemeine Brunelle, 3% Hainsalbei, 1% Weiße Lichtnelke, 2% Gartenthymian, 2% Großblütige Königskerze, 2% Verbene, 1% Hornveilchen

3. Blühstreifen zwischen AGES Gebäuden + ca. 1500 m2 "Ausbau" auf lw. Versuchsfläch,, 10 % Gräsermischung bestehend aus:

Glatthafer (Arrhenatherum elatius**), Wehrlose Trespe (Bromus inermis**), Englisches Raygras (Lolium perenne), Rotschwingel hb. (Festuca rubra commutata).

90 % Kräutermischung bestehend aus:

Schafgarbe (Achillea millefolium**), Wundklee (Anthyllis vulneraria**), Wiesenflockenblume (Centaurea jacea*), Schmalblättr. Wiesenflockenblume (Centaurea
jacea ssp. angustifolia*), Wegwarte (Cichorium intybus), Wilde Möhre (Daucus Carota**), Hornklee (Lotus corniculatus), Margerite (Leucanthemum vulgare*), Weißer
Steinklee (Melilotus albus), Gelber Steinklee (Melilotus officinalis), Esparsette (Onobrychis viciifolia), Wiesensalbei (Salvia pratense**), Gemeines Leimkraut (Silene
vulgaris**), Inkarnatklee (Trifolium incarnatus), Rotklee (Trifolium pratense), Weißklee (Trifolium repens), Buchweizen (Fagopyron esculentum), Kornrade
(Agrostemma githago), Färber-Kamille (Anthemis tinctoria), Ringelblume (Calendula officinalis), Kornblume (Centaurea cyanus), Klatschmohn (Papaver rhoeas). 

Links

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Honigbiene des AGES-Bienenstandes übernimmt Bestäubung des Hopfen-Schneckenklees.
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