Spätsommer - Erntezeit

Die Blühphase der Pflanzen ist weitgehend beendet. Ende August ist für die meisten Pflanzen die Phase der Samen- und Fruchtbildung. Dort, wo diese bereits abgeschlossen ist, ist die Flora schon abgestorben. Es überwiegt grün-braun als Farbton, einige Farbtupfer hier und da setzen Akzente auf dem AGES-Gelände. Der Herbst wirft seinen Schatten.

Kleine Samenkunde

Die Pflanzenarten haben unterschiedliche Ausbreitungsmechanismen für ihre Samen entwickelt. Einige Samen fallen einfach mit der Schwerkraft in der Nähe der Mutterpflanze zu Boden, andere werden durch den Menschen, Tiere, Wasser oder den Wind über kurze oder weite Strecken verbreitet. Die Pflanzensamen, die im Spätsommer auf dem AGES-Gelände beobachtet (und gesammelt) werden, sind in Größe, Form und Farbe vielgestaltig.

Die Gelb-Borstenhirse (Setaria pumila) kann aufgrund ihrer langen Ähren sehr viele Samen bilden. Die dunkelbraunen und zugespitzten Samen (von Spelzen teilweise umhüllt) fallen ab und zurück bleiben nur die Borsten.

Interessant erscheinen auch die Samen des Ampfers (Rumex spp.). Typisch sind die weithin sichtbaren braunen Samenstände. Die braunen Samen bleiben meistens lange am Stängel sitzen. Die Fruchthüllen mit den Samen sind 3 bis 4 mm lang.

Die Wilde Möhre (Daucus carota L.) bildet kleine und hakelige Samen und diese sind daran angepasst, an vorbeikommenden Tieren „haften“ zu bleiben (Epizoochorie).

Trotz des fortgeschrittenen Sommers, gibt noch einige spätblühende Pflanzen, die sich in ihrer Hauptblütezeit befinden. Dazu gehören auf dem AGES-Gelände beispielsweise das Kanada-Berufkraut (Conyza canadensis) und die Goldrute (Solidago canadensis, S. gigantea).

Das Kanada-Berufkraut (auch Katzenschweif genannt) stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde als Zierpflanze kultiviert. Es ist  ein- bis zweijährige, bis etwa 100 cm hohe Pflanze mit oberwärts stark verzweigtem, reichlich beblättertem Stängel, lanzettlichen Laubblättern und zahlreichen, in dichter Rispe stehenden Blütenköpfchen (Korbblütler).
Die kleinen Blüten sind unscheinbar, aber sehr zahlreich. Die Samen haben einen „Flugschirm“. 

Die Goldrute wurde auch als Zierpflanze nach Europa eingeführt. Sie erreicht eine Wuchshöhe von mehr als  150 cm und die Blüten sind goldgelb. Auf Brachen oder in Auwäldern kann sie aufgrund ihres unterirdischen Ausläufersystems nach wenigen Jahren dichte Reinbestände ausbilden. Die Goldrute hat aber auch einen positiven Aspekt: Sie ist ein Spätsommerblüher und Nektarlieferant für eine Vielzahl von Insekten in einer Zeit, in der eher ein Mangel an Nahrung (Blüten) herrscht.

Insekten als Nahrungslieferant locken auch streng geschützte Tierarten an: für perfekte Tarnung sorgen die hochwachsenden Pflanzen auf dem AGES-Gelände - Heimvorteil für die streng geschützte Gottesanbeterin. Fast nur erkennbar, wenn sie sich aus dem Gebüsch begibt. In diesem Falle wärmt die trächtige Gottesanbeterin ihren Körper am warmen Asphalt zur Reifung ihrer Brut.

 

Quellen

Fischer M. A., Oswald K., Adler W. (2008): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Biologiezentrum der oberösterreichischen Landesmuseen, Linz, 1391 S.
Holzner W., Glauninger J. (2005): Ackerunkräuter - Bestimmung, Biologie, Landwirtschaftliche Bedeutung. Leopold Stocker Verlag, Graz 264 S.
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Hauptseite&oldid=152425751
http://www.naturfotos-naeher-hingeschaut.eu/

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