Radon, eine unsichtbare Gefahr

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Zuletzt geändert: 27.11.2015

Die Wirkung von Radon

Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas. Es ist geruch-, geschmack- und farblos und entsteht durch radioaktiven Zerfall aus Uran. Da Uran als Spurenelement nahezu überall vorkommt (Gestein, Boden, Baumaterialien), wird auch überall Radon gebildet. Als Edelgas verfügt Radon über eine sehr hohe Mobilität, kann leicht aus dem Material, in dem es gebildet wird, austreten und gelangt so in die Atemluft. Die radioaktiven Zerfallsprodukte von Radon (Polonium, Wismut, Blei) haften als Feststoffe an Aerosolen an. Sie bleiben mit diesen an den Bronchien haften, können durch ihren fortschreitenden, radioaktiven Zerfall die oberen Zellschichten der Lungenbläschen schädigen und somit Lungenkrebs verursachen.

In Österreich werden ca. 10 Prozent der Lungenkrebsfälle durch Radon verursacht.

Bewohnte Gebäude wirken – vor allem in der kalten Jahreszeit – wie Saugglocken, d. h. es entsteht im Gebäude durch den so genannten Kamineffekt ein geringer Unterdruck, der Bodenluft und damit Radon in das Haus saugt. In geschlossenen Räumen kann es zu einer Anreicherung von Radon in der Atemluft kommen.

Wenngleich Radon ein im Boden natürlich vorkommendes Edelgas ist, so muss es aufgrund der möglichen Anreicherung in Gebäuden als technologisch bedingter Innenraumschadstoff gesehen werden.

Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas. Es ist geruch-, geschmack- und farblos und entsteht durch radioaktiven Zerfall aus Uran. Da Uran als Spurenelement nahezu überall vorkommt (Gestein, Boden, Baumaterialien), wird auch überall Radon gebildet. Als Edelgas verfügt Radon über eine sehr hohe Mobilität, kann leicht aus dem Material, in dem es gebildet wird, austreten und gelangt so in die Atemluft. Die radioaktiven Zerfallsprodukte von Radon (Polonium, Wismut, Blei) haften als Feststoffe an Aerosolen an. Sie bleiben mit diesen an den Bronchien haften, können durch ihren fortschreitenden, radioaktiven Zerfall die oberen Zellschichten der Lungenbläschen schädigen und somit Lungenkrebs verursachen.

In Österreich werden ca. 10 Prozent der Lungenkrebsfälle durch Radon verursacht.

Bewohnte Gebäude wirken – vor allem in der kalten Jahreszeit – wie Saugglocken, d. h. es entsteht im Gebäude durch den so genannten Kamineffekt ein geringer Unterdruck, der Bodenluft und damit Radon in das Haus saugt. In geschlossenen Räumen kann es zu einer Anreicherung von Radon in der Atemluft kommen.

Wenngleich Radon ein im Boden natürlich vorkommendes Edelgas ist, so muss es aufgrund der möglichen Anreicherung in Gebäuden als technologisch bedingter Innenraumschadstoff gesehen werden.

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Krebsinzidenz und Krebsmortalität in Österreich im Jahr 2011 (Quelle: Statistik Austria)
Das Balkendiagramm stellt die Anzahl der Sterbefälle bedingt durch die verschiedenen Krebsarten sowie die Anzahl ihrer Neuerkrankung in Österreich im Jahr 2011 dar.

Wie kann ich mich vor Radon schützen?

Wie kann ich mich vor Radon schützen?

1.   Informieren:
Einschlägige Informationen, die interaktive österr. Radonpotentialkarte sowie ein Animationsvideo zum Thema Radon finden Sie auf der Radon-Informationsseite des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich.

2.   Messen:
Nur eine Messung gibt Gewissheit über die Radonbelastung für ein bestehendes Gebäude. Die Messdetektoren werden per Post verschickt – die Durchführung der Messung ist einfach und kostengünstig.

Die Messungen werden aktuell vom Ministerium für ein lebenswertes Österreich gefördert. Eine Radonmessung kann direkt bei der Österreichischen Fachstelle für Radon (radonfachstelle@ages.at) angefordert werden.

3.   Bei Bedarf: Handeln!
Wurden erhöhte Radonkonzentrationen festgestellt, kann oft schon mit relativ einfachen Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden. Betreiben Sie keine Vogelstrauß-Politik – sondern übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Gesundheit und die Ihrer Familie.

4.   Vorsorgen
Falls Sie gerade einen Neubau oder Umbaumaßnahmen am bestehenden Gebäude planen, sollen einfache Radonschutzmaßnahmen mit eingeplant werden. Vorbeugender Radonschutz ist günstiger, wirksamer und einfacher als nachträgliche Radonsanierungsmaßnahmen.

Österreichische Radonpotenzialkarte

Die Österreichische Radonpotenzialkarte

Die Österreichische Radonpotenzialkarte stellt das berechnete Radonpotenzial jeder einzelnen österreichischen Gemeinde in den Klassen 1 - 3 dar.

Die aktuelle österreichische Radonpotenzialkarte wurde auf Basis von über 20.000 Radonmessungen in Wohnhäusern erstellt. Sie gibt Auskunft darüber, wo in Österreich mit erhöhten Radonkonzentrationen in Gebäuden gerechnet werden muss. In etwa 500 Gemeinden liegt ein erhöhtes Radonpotenzial vor.

Auf der Radon Informationsseite des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich kann für jede Gemeinde das Radonpotenzial auf einer interaktiven Karte abgefragt werden. Dort finden sich auch weitere Empfehlungen für die Messung von Radon und für bauliche Schutzmaßnahmen in Abhängigkeit vom Radonpotenzial.

Messmethoden

Die Messung von Radon

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Messgeräte zur passiven Radonmessung: verschiedene Kernspurdetektoren und ein Elektretmessgerät.

Die Radonkonzentration in der Luft kann relativ einfach und zuverlässig gemessen werden. Die Richtwerte in Österreich für die jahresdurchschnittliche Radonkonzentration betragen für bestehende Gebäude 400 Bq/m³ (Eingreifrichtwert) und für Neubauten 200 Bq/m³ (Planungsrichtwert).

Um ein Messergebnis zu erhalten, welches zum Vergleich mit den o. g. Richtwerten herangezogen werden kann, muss mindestens über einen Zeitraum von drei Monaten gemessen werden und mindestens die Hälfte dieses Zeitraums muss innerhalb der Heizperiode liegen (ÖNORM S 5280-1 "Radon ― Messverfahren und deren Anwendungsbereiche"). Nur aus Messwerten, welche diese Anforderungen erfüllen, kann ein aussagekräftiger Jahresmittelwert für die vorherrschende Radonkonzentration abgeleitet werden. Die Durchführung von Radonmessungen in Privathaushalten wird zur Zeit vom BMLFUW gefördert und ist für die Bewohner kostenlos. Nähere Informationen zum Thema Radonmessung erhalten Sie bei der Österreichischen Fachstelle für Radon (radonfachstelle@ages.at).

Deckblatt der internationalen Radonbroschüre "Radon - Messung und Bewertung"

Baulicher Radonschutz

Baulicher Radonschutz

Einfache Radonschutzmaßnahmen sind bei Neubauten einzuplanen

Deckblatt der internationalen Radonbroschüre "Radon - Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten"

In allen Bundesländern außer Salzburg ist der Radonschutz in Gebäuden durch die Baugesetzgebung geregelt.

Einfache und kostengünstige Vorsorgemaßnahmen sind der beste Schutz vor hohen Radonkonzentrationen bei Neubauten. Sie sind wesentlich einfacher, effektiver und langfristig kostengünstiger als die nachträgliche Radonsanierung eines Wohngebäudes. Grundsätzlich gilt: Je dichter die Gebäudehülle gegen das Erdreich ausgeführt ist, desto geringer das Radonrisiko. Neue Gebäude sollen so geplant werden, dass in den Aufenthaltsräumen Radonkonzentrationen (Jahresmittelwert) über 200 Bq/m³ vermieden werden.

In der  ÖNORM  S 5280-2 "Radon - Technische Vorsorgemaßnahmen bei Gebäuden" werden je nach Radonpotenzialklasse der Gemeinde und nach Gebäudetyp (Unterkellerung, erdberührte Aufenthaltsräume) vier Vorsorgetypen festgelegt. Für jeden Vorsorgetyp sind die erforderlichen Radonschutzmaßnahmen beschrieben. Diese reichen von Bauen nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen für eindringendes Wasser und aufsteigende Feuchtigkeit bis zur Installation von einer Radondrainage (perforierte Rohre im Schotterkoffer unter dem Fundament). Die Kosten für Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten betragen bei Einfamilienhäusern maximal 1.800,- EUR.

Nach Fertigstellung des Gebäudes wird eine Kontrollmessung empfohlen.

Die Broschüre zum Thema Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten der Radonfachstellen aus Österreich, Schweiz, Süddeutschland und Südtirol liefert weitere grundsätzliche Informationen.

Radonsanierungsmöglichkeiten bei Bestandsbauten

Deckblatt der internationalen Radonbroschüre "Radon - Radonsanierungsmaßnahmen bei bestehenden Gebäuden"

Sollte die Messung eine Überschreitung des Eingreifrichtwertes von 400 Bq/m³ ergeben, kann dies durch erprobte Sanierungsmaßnahmen am Gebäude behoben werden. Die Maßnahmen reichen vom Abdichten von Bauteilen wie der Bodenplatte bis zum Absaugen der Bodenluft unterhalb der Bodenplatte.

Die Kosten für Sanierungsmaßnahmen hängen stark von der erforderlichen Maßnahme ab. Während einfache Maßnahmen - welche oft auch in Eigenregie durchgeführt werden können - nur wenige € 100,-  kosten, können bei komplexen Verhältnissen Kosten von bis zu € 5.000,- entstehen.

Berücksichtigung des Radonschutzes bei einer Generalsanierung oder thermischen Sanierung

Deckblatt der internationalen Radonbroschüre "Radon - Einfluss der thermischen Sanierung"

Generalsanierungen bieten eine gute Gelegenheit, kostengünstig die Radonkonzentration zu senken. Lassen Sie deshalb unbedingt vor der Generalsanierung eine Radonmessung durchführen. Im Falle erhöhter Radonkonzentrationen planen Sie Radonschutzmaßnahmen ein.

Verschiedene Studien belegen, dass durch Abdichten der Gebäudehülle im Rahmen einer energetischen Sanierung eines Gebäudes die Radonkonzentrationen ansteigen können. Um keine böse Überraschung nach der thermischen Sanierung zu erleben, sollten Sie sich vorab über die Möglichkeiten einer Berücksichtigung der Radonsituation informieren und ggf. zusätzliche Maßnahmen ergreifen.

Radonexponierte Arbeitsplätze

Radonexponierte Arbeitsplätze

Wasserbecken in einem Österreichischen Wasserwerk

An gewissen Arbeitsplätzen können sehr hohe Radonkonzentrationen auftreten. Die Begrenzung der Radon-Exposition und der Schutz der Beschäftigten  ist durch die Natürliche Strahlenquellen-Verordnung (NatStrV) geregelt und gilt für folgende Betriebe:

  • Wasserwerke
  • Bergwerke
  • Besucherbergwerke und -höhlen
  • Radonkuranstalten und –heilbäder

Diese Betriebe sind in Österreich verpflichtet, eine autorisierte Dosisüberwachungsstelle mit einer Dosisabschätzung für die Beschäftigten zu beauftragen und das Ergebnis der zuständigen Landesbehörde mitzuteilen.

AGES ist autorisierte Dosisüberwachungsstelle

In unserer Funktion als autorisierte Dosisüberwachungsstelle führen wir Dosisabschätzungen und -ermittlungen durch. Weitere Informationen und Auskünfte erhalten Sie unter radon@ages.at.

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