Fünf Jahre Reaktorkatastrophe Fukushima

Verwandte Inhalte
Zuletzt geändert: 10.05.2017

Am 11. März 2011 verwüstete ein Tsunami, der durch das schwerste Seebeben seit Beginn der japanischen Erdbebenaufzeichnungen verursacht worden war, weite Teile der Nordostküste Japans und führte zum katastrophalen Unfall im Kernkraftwerk Fukushima.

Aufgrund dieses Reaktorunfalls und der meteorologischen Vorhersagen, wonach Luftmassen aus Japan nach Europa gelangten, wurde das Strahlen-Messprogramm der AGES intensiviert. Im Zeitraum vom 21.03. bis zum 23.05.2011 wurden in der Luft in Österreich künstliche Radionuklide, die aus der Nuklearanlage in Fukushima  freigesetzt wurden, mittels hochauflösender Gammaspektrometrie nachgewiesen. Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen und Umwelt in Österreich war ausgeschlossen; die gemessenen Werte dieser künstlichen Radionuklide befanden sich weit unterhalb des Bereiches der natürlichen Strahlung.

Der Nachweis konnte nur durch den Einsatz von sehr leistungsstarken Luftsammelanlagen in Verbindung mit extrem empfindlichen Messsystemen und hochauflösender Messelektronik geführt werden, da die Gehalte der aus Fukushima stammenden Radionuklide viel geringer waren als die Gehalte an natürlicher Radioaktivität in der Luft. Die in den AGES-Labors angewandten Messmethoden erlauben das Auffinden auch geringster Spuren an radioaktiven Stoffen und bieten die ideale Ergänzung zum Strahlenfrühwarnsystem, das zwar ein Ansteigen der Radioaktivität über ein bestimmtes Ausmaß hinaus sofort erfasst, jedoch weder geringfügige Erhöhungen der Radioaktivität feststellen noch - mit Ausnahme der neuen Generation der Luftmonitore - nuklidspezifisch messen kann. Die Auswirkungen des Fukushima-Unfalls auf Österreich waren für den Nachweis durch die automatischen Mess-Systeme einfach zu gering.

Information zu Nuklearem Notfallschutz

Bericht „Fukushima – Auswirkungen des Kernkraftwerksunfalls“

Einen Überblick über Ablauf und Auswirkungen des katastrophalen Reaktorunfalls in Fukushima im März 2011 und die gewonnenen Erkenntnisse gibt der Bericht „Fukushima – Auswirkungen des Kernkraftwerksunfalls“. Er wurde vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) in Zusammenarbeit mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik sowie der AGES erstellt und anlässlich des fünften Jahrestages der Fukushima-Katastrophe unter Berücksichtigung des neuesten internationalen Erkenntnisstandes überarbeitet. Er bietet u. a. Informationen zum Unfallhergang, Umweltmessungen in Österreich und Dosisabschätzung für die österreichische Bevölkerung sowie Maßnahmen in Österreich und anderen Staaten.

Überwachung von Direktimporten aus Japan und von Pazifik-Fischen

Seit dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima werden alle Direktimporte von japanischen Lebensmitteln nach Österreich zu 100 Prozent kontrolliert. Zudem werden Marktproben von Fischprodukten aus dem Pazifik auf Radioaktivität untersucht. Die Ergebnisse dieser Kontrollen werden auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen veröffentlicht.

BMGF: Überwachung von Lebensmitteln aus Japan auf Radioaktivität


x