Verticillium dahliae, Welke der Erdbeere

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Zuletzt geändert: 06.10.2017

Welkekrankheit der Erdbeere

befallene und gesunde Früchte (12)
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befallene und gesunde Früchte (12)

Die Welkekrankheit an Erdbeeren wird von dem mikrosklerotienbildenden Pilz Verticillium dahliae verursacht. In den vergangenen Jahren kam es vermehrt zu Schäden: Neben Ertragsausfällen können auch Anbauflächen verloren gehen. Der Krankheitserreger überlebt im Boden mit Hilfe von Dauerorganen (den so genannten Mikrosklerotien) auch ohne Wirtspflanzen für mehrere Jahre. So können Erdbeeren, die auf einem Feldstück, das vor Jahren schon einemal befallen war, erneut erkranken. Zudem hat Verticillium dahliae einen sehr weiten Wirtspflanzenkreis - neben der Erdbeere werden u. a. auch Kartoffel und Leguminosen befallen. Verticillium dahliae tritt weit verbreitet in verschiedenen Klimazonen auf.

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befallene und gesunde Früchte (12)
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befallene und gesunde Früchte (12)

Die Welkekrankheit an Erdbeeren wird von dem mikrosklerotienbildenden Pilz Verticillium dahliae verursacht. In den vergangenen Jahren kam es vermehrt zu Schäden: Neben Ertragsausfällen können auch Anbauflächen verloren gehen. Der Krankheitserreger überlebt im Boden mit Hilfe von Dauerorganen (den so genannten Mikrosklerotien) auch ohne Wirtspflanzen für mehrere Jahre. So können Erdbeeren, die auf einem Feldstück, das vor Jahren schon einemal befallen war, erneut erkranken. Zudem hat Verticillium dahliae einen sehr weiten Wirtspflanzenkreis - neben der Erdbeere werden u. a. auch Kartoffel und Leguminosen befallen. Verticillium dahliae tritt weit verbreitet in verschiedenen Klimazonen auf.

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Symptome

Das typische Symptom ist das Welken der Pflanzen bei Trockenstress. Es beginnt an den ältesten äußeren Blättern, während die jüngeren Blätter und Herzblätter grün bleiben. Bei einem leichten Befall sind die Blattstiele in normaler Länge entwickelt und die Welke ist noch reversibel. Bei einem fortgeschrittenen Befall sind die neu produzierten Blätter im Wachstum reduziert, die Pflanze bildet nur noch Blattrosetten mit extrem verkürzten Blattstiel und verkleinerter Blattspreite. Die äußeren Blätter sterben nach und nach ab, bis schließlich die gesamte Pflanze stirbt.

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Gesunde Pflanzen (6)
Gesunde Pflanzen (6)
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Erste Anzeichen der Welke (7)
Erste Anzeichen der Welke (7)

Befallsverlauf

In den nebenstehenden Abbildungen ist der zeitliche Verlauf der Welkesymptome in einem Erdbeerfeld der anfälligen Sorte Elsanta dargestellt. Im Bild 6 sind die Pflanzen ohne Symptome mit normal entwickeltem Blattwerk. Im Bild 7 treten erste Anzeichen der Welke auf. Die älteren Blätter welken und legen sich zu Boden, die jüngeren Blätter sind noch in Ordnung.

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Befallene Pflanzen (9)
Befallene Pflanzen (9)
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Stark befallenen Pflanzen die schon abgestorben sind (10)
Stark befallenen Pflanzen die schon abgestorben sind (10)

Durch dieses Symptombild ist die Welkekrankheit auch von anderen bodenbürtigen Krankheiten unterscheidbar: bei einem Befall durch Phytopthoraarten oder Pilzen der Schwarzen Wurzelfäule sind alte und junge Blätter gleichermaßen betroffen.

In weiterer Folge zeigen auch die jüngeren Blätter Symptome (Bild 8), die Blattstiele sind verkürzt und die Blattspreiten verkleinert. Danach beginnen die älteren Blätter abzusterben (Bild 9), beide Pflanzen sind abgestorben (Bild 10).

Symptome an Früchten

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Erkrankte Pflanze (11)
Erkrankte Pflanze (11)
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befallene und gesunde Früchte (12)
befallene und gesunde Früchte (12)

Bei Trockenstress während der Fruchtreife werden an infizierten Pflanzen kleinere Früchte produziert. Ihr Geschmack ist – im Gegensatz zur Lederfäule (P. cactorum) - normal ausgebildet, sie sind jedoch wenig saftig und von geringerer Größe im Vergleich zu gesunden Früchten. Indirekt wirkt sich der durch Verticillium verursachte Stress der Pflanze hinsichtlich ihrer Wasserversorgung auch auf die Früchte aus. Im Bild  sieht man reife Früchte von einer erkrankten Pflanze (Bild 11). Im Bild 12 sind verkleinerte, zähe Beeren von einer Pflanze mit Welkesymptomen neben normal entwickelten Früchten

Symptome Rhizomschnitt

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Erkranktes Rhizom (13)
Erkranktes Rhizom (13)
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Schadbild Rhizom (aufgeschnitten) (14)
Schadbild Rhizom (aufgeschnitten) (14)
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Bereits abgestorbene Pflanze (15)
Bereits abgestorbene Pflanze (15)

Verticillium dahliae parasitiert im Gefäßteil der Wirtspflanze. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium ist dies im Rhizomschnitt an den braun gefärbten Leitbündeln erkennbar.

Die Pflanzen im Bild 13 und Bild 14 zeigten stark fortgeschrittene Symptome der Krankheit an den Blättern. Die Pflanze rechts war bereits abgestorben (Bild 15).

Diagnose

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Verticillium-Nachweis auf Petrischalen im Labor (1)
Verticillium-Nachweis auf Petrischalen im Labor (1)
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Verticillium-Kolonien auf einer Petrischale (2)
Verticillium-Kolonien auf einer Petrischale (2)
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Verticillum-Kolonien auf Agar (3)
Verticillum-Kolonien auf Agar (3)
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Mikrosclerotien von Verticillium (4)
Mikrosclerotien von Verticillium (4)
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Sporen und Sporenträger von Verticillium sp. (5)
Sporen und Sporenträger von Verticillium sp. (5)

Untersuchungen auf Verticillium sp. (Welkekrankheit)

Für die Untersuchung von Pflanzen eignen sich infizierte, aber nicht völlig abgestorbene Pflanzen am besten. Sollen im Boden lebende Schaderreger untersucht werden, sollte die Probe aus einer Mischung einzelner, gleichmäßig verteilter Einzelproben bestehen. Dazu 25 Einzelproben / ha mit dem Bodenbohrer (0–20 cm Tiefe) entnehmen, gut durchmischen und ca. 1 kg zur Untersuchung einsenden:

AGES, Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion
Spargelfeldstraße 191, 1220 Wien

Die Untersuchungen auf Verticillium sp. (Welkekrankheit) beinhaltet den Nachweis aus der Pflanze, eine einfache mikroskopische Untersuchung und den molekularbiologischen Nachweis von V. dahliae / V. albo atrum

Zum Nachweis von Verticillium dahliae im Boden wird die Anzahl der im Boden befindlichen Dauerorgane des Pilzes ermittelt.

Mittels eines Bodentests kann die Anzahl der Mikrosklerotien pro Gramm Boden bestimmt werden. Dazu wird der nassgesiebte Boden auf einem Selektivnährmedium (PGA) 3 Wochen lang bebrütet (Bild 1). Bild 2 zeigt die entwickelten Verticilliumkolonien: die linke Petrischale zeigt einen stark verseuchten Boden mit einer Vielzahl von Kolonien (Positivkontrolle), die rechte Petrischale einen nicht verseuchten Testboden. Im Bild 3 sind zwei Kolonien von Mikrosklerotien von Verticillium dahliae zu sehen, diese entwickelten sich ausgehend von zwei einzelnen Mikrosklerotien in der Bodenprobe und wachsen radial um das ursprüngliche Mikrosklerotium in den Nährboden. Im Bild 4 sind Mikrosklerotien unterschiedlicher Form und Größe zu sehen, im Bild 5 die Wirtel mit Sporenträgern und Sporen von Verticillium sp., wobei jeweils drei bis vier Wirtel pro Knoten gebildet werden.

Methodisch bedingt dauert die Untersuchung ca. fünf Wochen. Durch die Untersuchung ist es möglich, bereits vor der Pflanzung Schlüsse für das Risiko eines Befalls durch Verticillium dahliae zu ziehen

Untersuchungen weiterer Erkrankungen der Erdbeere

Phytophthora sp. (Erreger der Rhizom - und Lederbeerenfäule, Rote Wurzelfäule)

Xanthomonas fragariae (Eckige Blattfleckenkrankheit)

sowie andere pilzliche Schaderreger.

Kontakt

Für weitere Informationen zu Erkrankungen der Erdbeere sowie Probenübernahme und Preise folgen Sie bitte diesem Link:

http://www.ages.at/service/service-landwirtschaft/pflanzengesundheit/

 

Bekämpfung

Eine direkte Bekämpfung der Krankheit mit Pflanzenschutzmitteln ist nicht möglich. Der Schwerpunkt liegt daher bei den vorbeugenden Maßnahmen.

  1. Untersuchung des Bodens: Mittels einer Bodenuntersuchung kann die Anzahl der im Boden befindlichen Mikrosklerotien des Pilzes ermittelt werden. Damit ist es möglich, schon vor der Pflanzung die Eignung des Feldstücks zu überprüfen und möglichen Ernteausfällen vorzubeugen.
  2. Verwendung von gesundem Pflanzgut. Grundsätzlich muss das Pflanzgut frei von qualitätsmindernden Schaderregern, also auch frei von Verticillium dahliae sein. Eine Untersuchung der Pflanzen vor dem Auspflanzen wird empfohlen
  3. Wahl der Sorten: In manchen Anbaugebieten kann die hochanfällige Hauptsorte Elsanta aufgrund der Verticilliumproblematik nicht verwendet werden. Auf Flächen mit einem Befall in der Vergangenheit muss auf robustere Sorten zurückgegriffen werden wie z. B. Daroyal, Salsa, Queen Elisa…. Die Sorte Clery, die häufig als Ersatz für Elsanta verwendet wird, ist weniger anfällig als Elsanta, in Betrieben mit hohem Befallsdruck treten aber dennoch Symptome auf
  4. Optimierung der Kulturführung: Gleichmäßige Wasserzufuhr v. a. in Phasen mit Trockenstress
  5. Bodenverbessernde Maßnahmen: Versuche zur Biofumigation zeigten, dass der direkte Einfluß auf Mikrosklerotien von Verticillium dahliae im Boden gering ist. Eine Wirkung konnte jedoch bei anderen Schaderregern aus der Gruppe der Schwarzen Wurzelfäule, sowie bei verschiedenen Unkrautsamen festgestellt werden. Durch die Einbringung der Biomasse bei der Biofumigation wird das antiphytopathogene Potential des Bodens erhöht, sodass sie als bodenverbessernde Maßnahme empfehlenswert ist

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