Thujenborkenkäfer

Phloeosinus aubei, P. thujae und P. rudis

Zuletzt geändert: 08.06.2021
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Tierseuchenkategorien:

Steckbrief

Thujenborkenkäfer können bei zypressenartige Koniferen Schäden verursachen und sind vor allem bei Thujen für ein Gutteil der Schadensfälle verantwortlich. Neben dem einheimischen Wacholderborkenkäfer (P. thujae (Perris 1855)) ist hauptsächlich der zweifärbige Thujenborkenkäfer (P. aubei (Perris 1855)), der aus Südeuropa stammt, seit einigen Jahrzehnten bei uns schädlich geworden. Aus Südfrankreich und den westlichen Niederlanden wird auch der aus Ostasien stammende japanische Thujenbastkäfer (P. rudis (Blandford 1894)) gemeldet.

Aussehen

dunkelbrauner Thujenborkenkäfer

Die kastanienbraunen bis dunkelbraunen Borkenkäfer messen nur 2,5 mm in der Länge und weisen einen kompakten, fast walzenförmigen Körper auf. Der stark gekrümmte Hinterteil der Flügeldecken ist von kleinen Zähnchen besetzt, anhand deren sich die drei Arten unterscheiden lassen.

Die Larven sind cremefarben und beinlos und verfügen über stark sklerotisierte Kiefer am Vorderende.

Biologie

Ab Mitte Mai schlüpfen die jungen Borkenkäfer über einen langen Zeitraum aus der Rinde befallener Wirtspflanzen. Zunächst führen sie einen Reifungsfraß an jungen Zweigen durch. Nach ihrer Verpaarung legen die Käferweibchen unter der Rinde ihrer Wirtspflanze sogenannte Muttergänge an, in denen sie ihre Eier in kleinen Seitennischen deponieren. Die daraus schlüpfenden Larven erzeugen weitere Fraßgänge und leben von den dabei aufgenommenen Pflanzenpartikeln. In unseren Gegenden gelangt lediglich eine Käfergeneration pro Jahr zur Entwicklung. Nach der Überwinterung als Larve erfolgt im nächsten Frühjahr die Verpuppung in einer kleinen Höhlung am Ende des Larvenganges. Daraus schlüpft im Frühsommer wiederum ein erwachsener Borkenkäfer womit sich der Zyklus schließt.

Schadsymptome

Der Zweifarbige Thujenborkenkäfer ruft durch den Reifungsfraß seiner Jungkäfer ein sehr auffälliges Schadbild hervor. Von „Zweiggabeln“ gehen kurze Bohrgänge aus, welche von außen zunächst am Bohrmehl und dem Austritt von Harz zu erkennen sind. Das Innere der Seitenzweige ist oft ausgehöhlt, der Zweig selbst gelblich verfärbt. Bei allen hier beschriebenen Borkenkäfern legen die Weibchen in dickeren Ästen oder am Hauptstamm unter der Rinde so genannte Muttergänge in Längsrichtung an, von denen Larvengänge abzweigen, die ebenfalls bald Richtung Längsachse verlaufen. An deren Ende befindet sich eine bis ins Splintholz reichende Höhlung, in der dann die Verpuppung stattfindet. Man spricht hier von einer sogenannten Puppenwiege. Die Larvengänge sind im Gegensatz zum Muttergang von Bohrmehl erfüllt. Das Bohrloch nach außen weist einen Durchmesser von etwa 1 mm auf. Die Hauptschäden werden durch die Larven der Käfer hervorgerufen. Durch deren Fraßgänge im Bast und den äußeren Holzteilen wird der Saftstrom gestört und es kann zu schwerer Beeinträchtigung der Pflanzen und zu deren Absterben kommen.

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Bohrlöcher im Stamm
Stammabschnitt mit Bohrlöchern
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Bohrloch mit Bohrmehl
Bohrloch an einem Stamm aus dem Bohrmehl und Harz austritt
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Schadbild
Thujenzweig mit verbräuntem Trieb als Folge des Bohrfraßes

Wirtspflanzen

Die Thujenborkenkäfer leben an verschiedensten Zypressengewächsen, wie beispielsweise Wacholder, Thujen oder Scheinzypressen.

Verbreitung

Neben dem einheimischen Wacholderborkenkäfer (P. thujae) ist hauptsächlich der Zweifarbige Thujenborkenkäfer (P. aubei), der aus Südeuropa stammt, seit einigen Jahrzehnten bei uns schädlich geworden. Aus Südfrankreich und den westlichen Niederlanden wird auch der aus Ostasien stammende Japanische Thujenbastkäfer (P. rudis) gemeldet.

Ausbreitung und Übertragung

Die Ausbreitung von Thujenborkenkäfern erfolgt in erster Linie durch Neupflanzung mit bereits befallenen Thujen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallsherde (stark befallene Pflanzen) des Thujenborkenkäfers ausfindig machen: dazu sucht man Pflanzen mit Reifungsfraß oder mit Ausbohrlöchern am Hauptstamm. Zur genaueren Analyse schneidet man die dortige Rinde mit einem Messer flach an. Bei starkem Befall werden dabei zahlreiche Bohrgänge sichtbar.
  • Umgehende Verbrennung/Entsorgung von stark befallenen Pflanzen.
  • Die unter der Rinde fressenden Larven sind chemisch nicht bekämpfbar.
  • Befallene Pflanzen stellen einen Gefahrenherd für benachbarte gesunde Pflanzen dar. Auch Zweige mit beginnendem Reifungsfraß sollten während der Saison abgeschnitten und vernichtet werden. Oft befinden sich noch Jungkäfer im Inneren.
  • Um die aus dem Hauptstamm schlüpfenden Thujenborkenkäfer zu bekämpfen, können gefährdete Pflanzen zwischen Juni und September mehrere Male mit einem hierfür geeigneten Pflanzenschutzmittel behandelt werden (siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel).
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