Melonenthrips

Thrips palmi

Zuletzt geändert: 15.06.2021
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Tierseuchenkategorien:

Steckbrief

Der Melonenthrips stammt ursprünglich aus Südasien. Er hat sich mittlerweile in vielen tropischen Ländern ausgebreitet. In Mitteleuropa könnte er nur im Gewächshaus leben, da er kalte Winter nicht überdauern kann. Der Melonenthrips ist ein Unionsquarantäneschädling und unterliegt gesetzlichen Regelungen.

Aussehen

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Adulter Thrips auf einem Orchideenblatt
Erwachsener Thrips auf einem violetten Orchideenblatt
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Thripslarve
Gelbe Thripslarve

Der Melonenthrips ist ein sehr schmales, etwa 1mm langes Insekt mit zwei Paar durchsichtigen, schwertförmigen, gefransten Flügeln. Der Körper ist gelb gefärbt, nur die Fühlerspitzen sind braun. Typische Merkmale sind die Art der Beborstung des Halsschildes, des ersten Hinterleibssegmentes, der Flügel sowie eine Antenne mit sieben Gliedern.

Die Larven haben eine ähnliche Körperform wie die Erwachsenen, besitzen jedoch keine Flügel und tragen geringelte Antennen.

Biologie

Thripse werden aufgrund ihrer versteckten Lebensweise meist erst spät an den befallenen Pflanzen entdeckt. Mit ihrem kleinen, biegsamen Körper sind sie in der Lage, sich in verschiedenen natürlichen Spalträumen von Pflanzen aufzuhalten (Kelchspalt, Blüten u. a.), zudem halten sie sich eher auf den Blattunterseiten auf.

Sie verfügen über stechendsaugende Mundwerkzeuge, mit denen sie Pflanzenzellen anstechen und aussaugen. Bei der Nahrungsaufnahme bevorzugen sie junges Gewebe, wahrscheinlich auch deshalb, weil es weicher ist und sich leichter anstechen lässt. Thripse erzeugen keinen Honigtau wie Blattläuse, sondern setzen lediglich bräunliche oder grünliche Kottröpfchen ab.

Der Hinterleib der Weibchen trägt einen Legebohrer zum Einstechen der Eier ins Pflanzengewebe. Die Eier selbst sind durchsichtig, und im Pflanzengewebe praktisch unsichtbar. Gelegentlich kommt es als Reaktion der Pflanzen auf den Einstich zur Ausbildung brauner Verkorkungen, die dann leicht zu erkennen sind.

Thripse durchlaufen in ihrer Entwicklung zwei bewegliche Larvenstadien, eine unbewegliche Pronymphe und ein Puppenstadium im Boden. Ein kompletter Lebenszyklus dauert bei 25°C in etwa 14 Tage. Somit können Melonenthripse zahlreiche Generationen pro Jahr ausbilden.

Schadsymptome

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Schadbild als sogenannter Silberglanz, sowie Kottröpfchen der Thripse
Silbrig glänzende Stellen und dunkle Kottröpfchen auf einem Blatt

Thripse saugen oberflächlich gelegene Pflanzenzellen, aber auch Pollen aus. Durch die Saugtätigkeit an Blättern dringt Luft in ausgesaugte Zellen ein, was ihnen einen silbrigen Glanz verleiht, weshalb dieses Symptom auch als „Silberglanz“ bezeichnet wird. Wenn junges Pflanzengewebe besaugt wird oder als Eiablagestelle dient, können gelegentlich auch Verkorkungen entstehen. In der Umgebung von Fraßstellen sind regelmäßig Kottröpfchen zu finden.

Wirtspflanzen

Der Melonenthrips verfügt über ein sehr breites Nahrungsspektrum. Er befällt sehr viele verschiedene Pflanzen aus der Familie der Kürbisgewächse, Nachtschattengewächse, Schmetterlingsblütler, Orchideen und Korbblütler.

Verbreitung

Die Europäische Union gilt als befallsfrei. Der Melonenthrips tritt in Afrika, Asien, Amerika und Ozeanien auf.

Ausbreitung und Übertragung

Der Melonenthrips kann sehr leicht über Früchte, Pflanzen zum Anpflanzen und Verpackungsmaterial eingeschleppt werden. Im Bestand können sich Thripse aufgrund ihres guten Sprung- und Flugvermögens relativ rasch ausbreiten. Um größere Distanzen zu überwinden, lassen sie sich von bewegten Luftmassen mittragen.

Wirtschaftliche Bedeutung

Thripse verursachen eine direkte Saugschädigung und sind Überträger verschiedener gefährlicher Pflanzenviren (Tospoviren). Ein Massenbefall kann einen Ausfall bis zu 90 % der Gemüsekulturen bedeuten, da diese Art zur Ausbildung von Resistenzen gegenüber Pflanzenschutzmitteln neigt. Es besteht die Befürchtung, dass sich der Schädling nach einer Verbringung in die Europäische Union unkontrolliert in Gewächshäusern ausbreiten könnte.

Vorbeugung und Bekämpfung

Da es sich bei Thripsen um sehr kleine Tiere handelt, welche eine versteckte Lebensweise aufweisen, wird ein Befall meist erst spät entdeckt. Daher ist eine sorgfältige (Jung-)Pflanzenkontrolle und eine Überwachung mittels blauen Leimtafeln empfehlenswert um einen Befall rechtzeitig zu erkennen. Neben zugelassenen chemischen Pflanzenschutzmitteln (siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel), eignen sich für den biologischen Pflanzenschutz einige Nützlinge, wie Raubmilben, Raubwanzen oder Florfliegenlarven.

In der Europäischen Gemeinschaft ist der Melonenthrips als Quarantäneschadorganismus gelistet. Das Auftreten des Melonenthrips oder der Verdacht des Befalls von Wirtspflanzen durch den Melonenthrips muss daher umgehend dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes gemeldet werden.

Phytosanitärer Status

Thrips palmi ist als Unionsquaratäneschädling (UQS) gelistet und unterliegt dadurch gesetzlichen Regelungen zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedsstaaten der EU.

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