Nanoviren

Services Verwandte Inhalte
Zuletzt geändert: 04.05.2017
Icon
Ackerbohnenpflanze mit Nanoviren infiziert
caption
© AGES/Grausgruber-Gröger: Ackerbohnenpflanze mit Nanoviren infiziert

Nanoviren sind, im Verhältnis zu anderen phytopathogenen Viren, sehr kleine einzelsträngige DNA-Viren. Bisher waren diese Viren in wärmeren Gebieten, wie Nord- und Ostafrika, dem Nahen Osten, Asien und Australien in verschiedenen Leguminosen, wie Linsen oder Kichererbsen ein Problem. 2009 wurden Nanoviren erstmals in Erbsenbeständen in Deutschland nachgewiesen, 2010 erstmals in Österreich.

Mehr Informationen
Ackerbohnenpflanze mit Nanoviren infiziert
caption
© AGES/Grausgruber-Gröger: Ackerbohnenpflanze mit Nanoviren infiziert

Nanoviren sind, im Verhältnis zu anderen phytopathogenen Viren, sehr kleine einzelsträngige DNA-Viren. Bisher waren diese Viren in wärmeren Gebieten, wie Nord- und Ostafrika, dem Nahen Osten, Asien und Australien in verschiedenen Leguminosen, wie Linsen oder Kichererbsen ein Problem. 2009 wurden Nanoviren erstmals in Erbsenbeständen in Deutschland nachgewiesen, 2010 erstmals in Österreich.

Mehr Informationen

Symptome

Symptome

caption
Typischer Ackerbohnenbestand 2016: ein hoher Prozentsatz der Pflanzen zeigt Nanovirensymptome
Typischer Ackerbohnenbestand 2016: ein hoher Prozentsatz der Pflanzen zeigt Nanovirensymptome

Ein früher Befall mit Nanoviren äußert sich in gestauchten Pflanzen mit geringerer Wurzel- und Knöllchenbildung. Die Blätter sind vergilbt zum Teil eingerollt und die Triebspitzen können absterben.

Der Hülsenansatz ist gering und die Körner reifen nicht aus. Bei Ackerbohnen können später befallene Pflanzen normale Wuchshöhe und Hülsenansatz erreichen, sind jedoch stark chlorotisch, sie erscheinen fast weißlich.

Neben Ertragseinbußen können frühe Infektionen auch zu Totalausfällen führen.

Übertragung

caption
Ackerbohnenbestand 2016
Ackerbohnenbestand 2016

Nanoviren werden durch Vektoren übertragen. Die Grüne Erbsenblattlaus und die Schwarze Bohnenblattlaus sind die wichtigsten Überträger. Nanoviren können nicht mechanisch oder über Saatgut übertragen werden (Ziebell und Friedrich, 2014).

Zu den Wirtspflanzen für Nanoviren gehören vor allem Leguminosen, wie Erbsen, Ackerbohnen, Kleearten, Wicken, Linsen. Nanovirenspezies aus wärmeren Gebieten, können auch Sojabohnen befallen, das kann bisher für die in Zentraleuropa nachgewiesenen Spezies nicht bestätigt werden (Ziebell und Friedrich, 2014).

Ziebell, H., und Friedrich, N. (2014): Eine Gefahr für den Leguminosenanbau? Nanoviren sind auf dem Vormarsch. Der Pflanzenarzt 4/2014, 21-23.

Diagnose

Diagnose

An der AGES werden Nanoviren in Pflanzen molekularbiologisch nachgewiesen. Bei Bedarf kann mittels Sequenzanalyse auch die Nanovirenspezies bestimmt werden. Eine Analyse dauert in der Regel 2 Werktage (bei Sequenzanalyse ca. 4 Werktage).

Informationen zur Probenannahme und Analysenkosten: http://www.ages.at/service/service-landwirtschaft/pflanzengesundheit/

Kontakt

Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion - Abteilung für molekularbiologische Analyse von Pflanzenkrankheiten
Telefon: +43(0)5 0555 34200
Spargelfeldstraße 191
1220 Wien



Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion - Abteilung für molekularbiologische Analyse von Pflanzenkrankheiten
Telefon: +43(0)5 0555 34200
Spargelfeldstraße 191
1220 Wien



Bekämpfung

Bekämpfung

Sind Pflanzen bereits mit Nanoviren befallen, sind keine kurativen Maßnahmen möglich. Die einzige Bekämpfungsmöglichkeit ist indirekt und besteht in der vorbeugenden Bekämpfung der Blattläuse. Auch scheint ein Anbau von möglichst frühen Sorten sinnvoll, um die Symptomausprägung zu verringern.

Da Leguminosen wie Ackerbohnen, Wicken etc. auch in Gründüngungen und Winterbegrünungen verwendet werden, muss ihre Rolle als Virenreservoir für Folgebestände beachtet werden.

x