Drahtwürmer - Schnellkäfer

Agriotes

Zuletzt geändert: 25.05.2020
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Seuchenkategorien:

Drahtwürmer sind in sämtlichen Anbaulagen verbreitet, oft ist deren Auftreten jedoch schlagspezifisch. In einzelnen Jahren wurden unterschiedlich starke Schäden gemeldet, wobei es in trockenheißen Jahren eher zu Schäden kam. Die erwachsenen Käfer sind für eine kurze Periode zwischen März und August zu finden, wobei die Flugphase von der Schnellkäferart abhängt. Da die Entwicklungsdauer der Drahtwürmer drei bis fünf Jahre beträgt, sind diese während des ganzen Jahres im Boden zu finden.

Die Käferweibchen legen ihre durchscheinenden Eier wenige Tage nach dem Aushärten ihrer Cuticula (Außenhaut) seicht im Boden ab. Die Eier werden herdweise und nicht gleichmäßig über das Feld verteilt abgelegt. Dabei werden dicht bewachsene Flächen gegenüber dem nackten Ackerboden bevorzugt. Nach etwa 4 Wochen – abhängig von der Temperatur - erfolgt der Schlupf der Larven. Diese messen zunächst nur 1,5 mm in der Länge und sind weißlich gefärbt. Die Larven zeigen eine mehrjährige Entwicklung, in deren Lauf sie je nach Umweltbedingungen unterschiedlich viele Larvenstadien durchlaufen.Im Zuge der Larvenhäutungen werden immer wieder längere Ruhephasen durchlaufen in denen keine Nahrungsaufnahme erfolgt.

Das Wanderverhalten der Drahtwürmer wurde im Projekt „ElatPro“ näher untersucht (https://www.ages.at/themen/landwirtschaft/pflanzengesundheit/forschung/projekt-elatpro/).

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Drahtwürmer sind in sämtlichen Anbaulagen verbreitet, oft ist deren Auftreten jedoch schlagspezifisch. In einzelnen Jahren wurden unterschiedlich starke Schäden gemeldet, wobei es in trockenheißen Jahren eher zu Schäden kam. Die erwachsenen Käfer sind für eine kurze Periode zwischen März und August zu finden, wobei die Flugphase von der Schnellkäferart abhängt. Da die Entwicklungsdauer der Drahtwürmer drei bis fünf Jahre beträgt, sind diese während des ganzen Jahres im Boden zu finden.

Die Käferweibchen legen ihre durchscheinenden Eier wenige Tage nach dem Aushärten ihrer Cuticula (Außenhaut) seicht im Boden ab. Die Eier werden herdweise und nicht gleichmäßig über das Feld verteilt abgelegt. Dabei werden dicht bewachsene Flächen gegenüber dem nackten Ackerboden bevorzugt. Nach etwa 4 Wochen – abhängig von der Temperatur - erfolgt der Schlupf der Larven. Diese messen zunächst nur 1,5 mm in der Länge und sind weißlich gefärbt. Die Larven zeigen eine mehrjährige Entwicklung, in deren Lauf sie je nach Umweltbedingungen unterschiedlich viele Larvenstadien durchlaufen.Im Zuge der Larvenhäutungen werden immer wieder längere Ruhephasen durchlaufen in denen keine Nahrungsaufnahme erfolgt.

Das Wanderverhalten der Drahtwürmer wurde im Projekt „ElatPro“ näher untersucht (https://www.ages.at/themen/landwirtschaft/pflanzengesundheit/forschung/projekt-elatpro/).

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Bekämpfung

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Schadbild Dratwurm
Schadbild Dratwurm

Drahtwurmschäden wurden bereits in der alten Pflanzenschutzliteratur als großes Problem betrachtet, dessen man nur mit Mühe Herr werden konnte. Trotz intensiver Forschungsanstrengungen ist es bis heute nicht gelungen, eine zuverlässige umweltfreundliche Alternative zu chemischen Maßnahmen zu finden. Die Schwere der angerichteten Schäden hängt vom befallenen Pflanzenteil ab, vom Zeitpunkt des Befalls sowie von der Anzahl älterer Drahtwürmer im Boden.

Bei reinen Wurzelschäden sind Keimpflanzen (z. B. Mais, vermutlich infolge des späten Zeitpunktes seiner Aussaat) am stärksten betroffen, während Drahtwürmer in Getreide eine geringere Rolle spielen oder oft nicht einmal bemerkt werden. Die Schäden sind dann am stärksten, wenn Ernteprodukte selbst befallen werden, wie z. B. Kartoffel, Karotte, Zwiebel, Spargel, Rettich...

In verschiedenen Forschungsarbeiten wurden zwar natürlich vorkommende Gegenspieler wie Laufkäfer und verschiedene insektenpathogenen Pilze (Metarhizium brunneum, Entomophthora elateridiphaga,...) gefunden, jedoch ist noch unklar, ob sie sich zur biologischen Bekämpfung in der Praxis eignen bzw. ob sie ausreichend effektiv gegen den Schädling wirken. Arbeiten zur biologischen Bekämpfung mit dem Pilz Metarhizium brunneum werden an einigen Institutionen vorgenommen. Erste Ergebnisse weisen auf ein gewisses Potential des Pilzes gegen Drahtwürmer hin. Versuche mit insektenpathogenen Nematoden oder mit dem Pilz Beauveria waren hingegen nicht erfolgreich. Von Jägern wird berichtet, dass der Kropf erlegter Fasane im Herbst voll von Drahtwürmern war.

Maßnahmen

  • Informationen über den aktuellen Zulassungsstand der verschiedenen Pflanzenschutzmittel in Österreich gegen den Drahtwurm bietet das Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel (https://www.baes.gv.at/zulassung/pflanzenschutzmittel/pflanzenschutzmittelregister/).
  • Fruchtfolgemaßnahmen sind nur eingeschränkt zielführend, da die Drahtwürmer sehr polyphag sind und an verschiedensten Wirtspflanzen leben können. Übereinstimmung herrscht lediglich darüber, dass nach Grünlandumbruch eine besonders große Gefährdung für die Folgekultur besteht - das gilt in geringerem Ausmaß auch für Bracheflächen. Verkompliziert wird die Situation aber auch dadurch, dass es sich um mehrere Drahtwurmarten mit unterschiedlichen ökologischen Ansprüchen handelt
  • Abbrennen von Getreide-Stoppelfeldern wirkt befallsmindernd - ist jedoch verboten
  • Intensive Bodenbearbeitung (Bodenfräse) wirkt befallsmindernd, schadet jedoch dem Bodenleben und fördert den Bodenabtrag.
  • Der Einsatz des insektenpathogenen Pilzes Metarhizuim anisopliae befindet sich nach wie vor im Versuchsstadium
  • Versuche zur Resistenz von Kartoffelsorten gegenüber Drahtwürmern zeigten, dass Resistenz mit dem Gehalt an Glycoalkaloiden (Solanin) zusammenhing, die allerdings als toxisch für den Menschen eingestuft sind
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