Tranquilizer/Beruhigungsmittel

Zuletzt geändert: 16.06.2020

Gesetzliche Regelung

Gesetzliche Regelung

Nur einige wenige Tranquilizer scheinen in der Verordnung (EU) Nr. 37/2010, in der die Einstufung pharmakologisch wirksamer Stoffe hinsichtlich der Rückstandshöchstmengen in Lebensmitteln tierischen Ursprungs festgelegt ist, auf:

Zulässige Stoffe sind Azaperon mit einem Summengrenzwert aus Azaperon und seinem Metabolit Azaperol, Carazolol (ist der Markerrückstand, da die Metaboliten keine pharmakologische Aktivität besitzen) und für Xylazin ist keine Rückstandshöchstmenge erforderlich.

Verbotene Stoffe: Chlorpromazin

Nicht zugelassene Tranquilizer sind Stoffe, die nicht in der Verordnung (EU) 37/2010 angeführt sind. Diese dürfen bei lebensmittelliefernden Tieren nicht angewendet werden. Dazu zählen Acepromazin, Haloperidol und Propionylpromazin.

Metabolismus

Metabolismus

Manche Fremdsubstanzen (z.B. auch Medikamente) werden im Organismus von Enzymen chemisch modifiziert. Phenothiazine beispielsweise bilden eine große Zahl an Metaboliten: Das Ringsystem und die Seitenkette können zunächst hydroxyliert, dann mit Glucuronsäure konjugiert, das tertiäre Amin kann N-desalkyliert und das Schwefel-Atom zum Sulfoxid oxidiert werden.
Xylazin wird sehr rasch in der Leber metabolisiert und über die Niere (70%) bzw. die Galle (30%) ausgeschieden. Die Halbwertszeit im Plasma beträgt 1 bis 6 Minuten.

Erfolgen die Stoffwechselreaktionen in nicht unbeträchtlichem Ausmaß, werden nicht nur die ursprünglichen Arzneimittel (Muttersubstanzen), sondern auch ihre Metaboliten als Markerrückstände in der Verordnung (EU) 37/2010 definiert und für diese Summengrenzwerte festgelegt (siehe oben: Azaperon).

Analysen und Untersuchungsspektrum

Analysen und Untersuchungsspektrum

Die Abteilung Tierarzneimittel, Hormone und Kontaminanten des Instituts für Lebensmittelsicherheit Wien analysiert Tranquilizer in tierischen Geweben und ist auch Nationales Referenzlabor für diese Untersuchungen.

Nach geeigneter Probenaufarbeitung werden mittels Hochdruckflüssigkeitschromatographie mit Diodenarray-(HPLC/DAD) oder massenspektrometrischer Detektion (LC/MS-MS) folgende Tranquilizer analysiert:

  • Azaperon und Azaperol
  • Acepromazin
  • Carazolol
  • Chlorpromazin
  • Haloperidol
  • Propionylpromazin
  • Xylazin

Die höchsten Tranquilizer-Konzentrationen werden meist in der Niere nachgewiesen. Daher werden routinemäßig Nierenproben analysiert, in seltenen Fällen auch Muskelproben.

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