Masthilfsmittel

Zuletzt geändert: 03.04.2018

Masthilfsmittel sind Substanzen, die bei Masttieren zum Zwecke der Erhöhung der Muskelmasse eingesetzt werden, um damit einen ökonomischen Vorteil zu erzielen. Im engeren Sinne handelt es sich dabei um Anabolika, die den Aufbau von körpereigenem Gewebe vorwiegend durch eine verstärkte Proteinsynthese fördern. Zu den Substanzen mit anaboler Wirkung zählen insbesondere die anabolen Steroide und beta-Agonisten, aber auch Stilbene und Zeranol. Andere Substanzen (etwa Gestagene, Corticosteroide) sind an sich zwar keine Masthilfsmittel, können aber in Kombination mit anderen Stoffen (z. B. Östradiol, 19-Nortestosteron, ß-Agonisten) eine wachstumsfördernde Wirkung entfalten. Im Falle von Thyreostatika erfolgt die Gewichtszunahme im Wesentlichen durch eine vermehrte Wassereinlagerung im Gewebe.

Ähnlich wie die Auswirkungen des Dopings auf den menschlichen Körper (z. B. Organschädigungen) wirken sich Masthilfsmittel ebenfalls schädlich auf den tierischen Organismus aus. Darüber hinaus sind von einigen Substanzen gesundheitsschädliche Wirkungen für den Menschen, wie etwa kanzerogene Eigenschaften bekannt.

Die illegale Anwendung von Masthilfsmitteln wird im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplans (NRKP) überwacht. Kontrolliert werden lebende Tierbestände sowie Tiere anlässlich der Schlachtung, so dass die Rückverfolgbarkeit zum Produzenten gewährleistet ist. Da der NRKP dem vorbeugenden Verbraucherschutz dient, erfolgt die Probenahme zielorientiert, indem Kenntnisse über regionale oder örtliche Gegebenheiten berücksichtigt werden und Hinweisen oder einem Verdacht auf unzulässige Tierbehandlungen nachgegangen wird.

Bei der Beurteilung der Analysenergebnisse ist zu beachten, dass einige Substanzen auch natürlich vorkommen bzw. endogen gebildet werden können, oder aber als Metaboliten von Phytohormonen, die über die Nahrung aufgenommen werden, im tierischen Organismus entstehen können. So kann etwa 17α-Boldenon bei Rindern und Schafen, 17α-19-Nortestosteron bei trächtigen Kühen und sehr jungen Kälbern, aber auch bei Schafen, oder 17ß-19-Nortestosteron bei nicht kastrierten männlichen Schweinen und männlichen Pferden natürlich vorkommen. Auch Thiouracil, eine thyreostatisch wirksame Substanz, kann natürlich bei Rindern und Schweinen vorkommen. Als Ursache dafür wird die Aufnahme von Futtermitteln angesehen, welche reich an Brassicaceen (Kreuzblütler, wie z. B. Raps) sind. Ebenfalls natürlich kann Zeranol bei Aufnahme von sehr stark durch Fusarien verschimmeltes Futtermittel vorkommen und im Harn von Schweinen, aber auch Rindern nachgewiesen werden.

Masthilfsmittel sind Substanzen, die bei Masttieren zum Zwecke der Erhöhung der Muskelmasse eingesetzt werden, um damit einen ökonomischen Vorteil zu erzielen. Im engeren Sinne handelt es sich dabei um Anabolika, die den Aufbau von körpereigenem Gewebe vorwiegend durch eine verstärkte Proteinsynthese fördern. Zu den Substanzen mit anaboler Wirkung zählen insbesondere die anabolen Steroide und beta-Agonisten, aber auch Stilbene und Zeranol. Andere Substanzen (etwa Gestagene, Corticosteroide) sind an sich zwar keine Masthilfsmittel, können aber in Kombination mit anderen Stoffen (z. B. Östradiol, 19-Nortestosteron, ß-Agonisten) eine wachstumsfördernde Wirkung entfalten. Im Falle von Thyreostatika erfolgt die Gewichtszunahme im Wesentlichen durch eine vermehrte Wassereinlagerung im Gewebe.

Ähnlich wie die Auswirkungen des Dopings auf den menschlichen Körper (z. B. Organschädigungen) wirken sich Masthilfsmittel ebenfalls schädlich auf den tierischen Organismus aus. Darüber hinaus sind von einigen Substanzen gesundheitsschädliche Wirkungen für den Menschen, wie etwa kanzerogene Eigenschaften bekannt.

Die illegale Anwendung von Masthilfsmitteln wird im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplans (NRKP) überwacht. Kontrolliert werden lebende Tierbestände sowie Tiere anlässlich der Schlachtung, so dass die Rückverfolgbarkeit zum Produzenten gewährleistet ist. Da der NRKP dem vorbeugenden Verbraucherschutz dient, erfolgt die Probenahme zielorientiert, indem Kenntnisse über regionale oder örtliche Gegebenheiten berücksichtigt werden und Hinweisen oder einem Verdacht auf unzulässige Tierbehandlungen nachgegangen wird.

Bei der Beurteilung der Analysenergebnisse ist zu beachten, dass einige Substanzen auch natürlich vorkommen bzw. endogen gebildet werden können, oder aber als Metaboliten von Phytohormonen, die über die Nahrung aufgenommen werden, im tierischen Organismus entstehen können. So kann etwa 17α-Boldenon bei Rindern und Schafen, 17α-19-Nortestosteron bei trächtigen Kühen und sehr jungen Kälbern, aber auch bei Schafen, oder 17ß-19-Nortestosteron bei nicht kastrierten männlichen Schweinen und männlichen Pferden natürlich vorkommen. Auch Thiouracil, eine thyreostatisch wirksame Substanz, kann natürlich bei Rindern und Schweinen vorkommen. Als Ursache dafür wird die Aufnahme von Futtermitteln angesehen, welche reich an Brassicaceen (Kreuzblütler, wie z. B. Raps) sind. Ebenfalls natürlich kann Zeranol bei Aufnahme von sehr stark durch Fusarien verschimmeltes Futtermittel vorkommen und im Harn von Schweinen, aber auch Rindern nachgewiesen werden.

Gesetzliche Regelungen

Aus Gründen des Tierschutzes und des Konsumentenschutzes sowie aus ökonomischen Gründen (betrieblicher Konkurrenzvorteil) ist der Einsatz von Masthilfsmitteln bei Nutztieren und Tieren der Aquakultur in der Europäischen Union verboten (Richtlinie 96/22/EG, Richtlinie 2008/97/EG). In Österreich ist dieses Verbot in der Hormonverordnung 2009 (BGBl. II Nr. 218/2009) festgelegt. Für einige Substanzen gibt es für bestimmte Zwecke Ausnahmeregelungen, wie etwa zu therapeutischen Zwecken oder zum Zwecke der Tierzucht. Eine derartige Anwendung darf nur von einem Tierarzt vorgenommen werden und ist aufzeichnungspflichtig. Für derart zugelassene Stoffe (z. B. Clenbuterol) gibt es Grenzwerte, die in der Verordnung (EU) 37/2010 festgelegt sind.

Rechtsdokumente

  • Richtlinie 96/22/EG des Rates vom 29. April 1996 über das Verbot der Verwendung bestimmter Stoffe mit hormonaler bzw. thyreostatischer Wirkung und von ß-Agonisten in der tierischen Erzeugung und zur Aufhebung der Richtlinien 81/602/EWG, 88/146/EWG und 88/299/EWG (ABl. EG Nr. L 125 vom 23.5.1996).
  • Richtlinie 96/23/EG des Rates vom 29. April 1996 über Kontrollmaßnahmen hinsichtlich bestimmter Stoffe und ihrer Rückstände in lebenden Tieren und tierischen Erzeugnissen und zur Aufhebung der Richtlinien 85/358/EWG und 86/469/EWG und der Entscheidungen 89/187/EWG und 91/664/EWG (Amtsblatt Nr. L 125 vom 23.5.1996)
  • Richtlinie 2008/97/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. November 2008 zur Änderung der Richtlinie 96/22/EG über das Verbot der Verwendung bestimmter Stoffe mit hormonaler bzw. thyreostatischer Wirkung und von ß-Agonisten in der tierischen Erzeugung (ABl. EG Nr. L 318 vom 28.11.2008).
  • Verordnung des Bundesministers für Gesundheit über die Anwendung von bestimmten Stoffen mit hormonaler oder thyreostatischer Wirkung und von Beta-Agonisten in der tierischen Erzeugung (Hormonverordnung 2009) (BGBl. II Nr. 218/2009)
  • Verordnung des Bundesministers für Gesundheit betreffend das Verbot des Inverkehrbringens von Arzneimitteln, die bestimmte Stoffe mit hormonaler oder thyreostatischer Wirkung oder ß-Agonisten enthalten (BGBl. II Nr. 229/2009)
  • Verordnung (EU) Nr. 37/2010 der Kommission vom 22. Dezember 2009 über pharmakologisch wirksame Stoffe und ihre Einstufung hinsichtlich der Rückstandshöchstmengen in Lebensmitteln tierischen Ursprungs (ABl. EU Nr. L 15 vom 20.1.2010)
  • Entscheidung der Kommission 2002/657/EG vom 12. August 2002 zur Umsetzung der Richtlinie 96/23/EG des Rates betreffend die Durchführung von Analysenmethoden und Auswertung von Ergebnissen (ABl. EG Nr. L 221 vom 17.8.2002)

Analysen und Untersuchungen

Aufgrund der Verschiedenartigkeit der chemisch-physikalischen Eigenschaften der Substanzen bzw. der unterschiedlichen Matrices (Gewebe, Blut, Harn etc.) werden mehrere Analyseverfahren angewendet.

Als Screeningverfahren werden teils  ELISA-Methoden eingesetzt, Bestätigungsuntersuchungen werden stets mittels LC/MS-MS durchgeführt. Denn gemäß Entscheidung der Kommission 2002/657/EG sind für verbotene Substanzen Bestätigungsmethoden mit massenspektrometrischer Detektion erforderlich. Die folgende Auflistung gibt einen Überblick über das Untersuchungsspektrum und die angewendeten Analysenverfahren:

ELISA (Enzyme-linked Immunosorbent Assay)

Testosteron in Plasma
Corticosteroide in tierischem Gewebe

LC/MS-MS (HPLC mit massenspektrometrischer Detektion)

Stilbene und Steroide in Harn, Blut und tierischem Gewebe
Gestagene in Nierenfett
ß-Agonisten in Harn, Blut, tierischem Gewebe und Milch
Zeranol und weitere Resorcylsäure-Lactone in Harn und tierischem Gewebe
Thyreostatika in Harn und Tränkewasser
Corticosteroide in tierischem Gewebe und Milch

x