PFOS und PFOA

Zuletzt geändert: 08.04.2019

Was sind PFOS und PFOA

PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) und PFOA (Perfluoroctansäure) sind Industriechemikalien, die jahrzehntelang bei der Herstellung einer Vielzahl von Produkten verwendet wurden: In Beschichtungen von Textilien wie Outdoor-Kleidung, als Imprägnierung, in Backpapier, in Skiwachsen oder Feuerlöschern.

PFOS und PFOA sind schwer abbaubar und mittlerweile überall in der Umwelt verbreitet. Sie sind daher auch in der Nahrungskette und im Menschen nachweisbar. Die Verwendung von PFOS ist seit 2010 in Europa verboten. Ab dem Jahr 2020 gilt in der EU für PFOA und Substanzen, aus denen PFOA freigesetzt werden kann, ein Verwendungsverbot als Reinstoffe. In Mischungen und Erzeugnissen gelten ab 2020 Höchstmengen von 0,025 Milligramm (mg) pro Kilogramm (kg) bzw. 1 mg pro kg (PFOA freisetzende Substanzen). Für einige Spezialverwendungen gibt es Ausnahmen bzw. längere Übergangsfristen.

Welche gesundheitlichen Bedenken gibt es

Der Mensch nimmt PFOS und PFOA in erster Linie über Lebensmittel und Trinkwasser auf. Die toxische Wirkung aufgrund einer kurzfristigen hohen Aufnahme (akute Toxizität) ist bei PFOS und PFOA gering. PFOS und PFOA binden sich nach der Aufnahme in den Körper unspezifisch an Eiweiße im Blut und werden beim Menschen nur extrem langsam, hauptsächlich über die Nieren, ausgeschieden. Das führt zu einer Anreicherung im Körper, zum Beispiel im Blut und in der Leber. Weltweit zeigt sich, dass die Gehalte an PFOS und PFOA im Menschen seit dem Jahr 2000 weniger werden.

Im Dezember 2018 hat die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) eine Neubewertung zu gesundheitlichen Risiken durch PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) und PFOA (Perfluoroctansäure) in Lebensmitteln veröffentlicht. Diese Risikobewertung basiert auf epidemiologischen Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Höhe der PFOS- und PFOA-Gehalte im Blut und einer Erhöhung des Gesamtcholesteringehaltes im Blut zeigen. Erhöhte PFOS-Gehalte können bei Kindern auch zu einer verminderten Antikörper-Bildung nach bestimmten Impfungen führen.

Aufgrund dieser Bewertung hat die EFSA vorläufige tolerierbare wöchentliche Aufnahmemengen (PTWI) für PFOS und PFOA abgeleitet. Diese Werte geben die wöchentliche Dosis an, die bei lebenslanger Aufnahme keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim Menschen erwarten lassen.

  • PFOS: 13 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche
  • PFOA: 6 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Woche

Diese neuen gesundheitsbezogenen Richtwerte sind niedriger als die bislang von der EFSA und einigen anderen internationalen Gremien abgeleiteten Richtwerte, da neueste Studien in die Bewertung Eingang gefunden haben.

PFOS und PFOA in Lebensmitteln

Menschen nehmen PFOS und PFOA hauptsächlich über Milch und Milchprodukte, Fisch und Fischprodukte, Eier und Trinkwasser auf. In den meisten untersuchten Lebensmittelproben, die für die Bewertung der EFSA herangezogen wurden, lagen die Gehalte für die Verbindungen allerdings unterhalb der Nachweisgrenzen.

Konsumentinnen und Konsumenten können die Aufnahme von PFOA und PFOS über Lebensmittel kaum beeinflussen. PFOA und zu einem geringeren Maß auch PFOS gehen in die Muttermilch über und reichern sich während der Stillperiode im kindlichen Organismus an. Messergebnisse und Modellierungen zeigen jedoch, dass sich die Blutgehalte dieser Verbindungen von lange gestillten und nicht gestillten Kindern innerhalb von wenigen Jahren angleichen.

Auf Basis der derzeit vorliegenden Daten besteht kein Grund, von den bestehenden Stillempfehlungen abzuweichen.

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