Pestizide in Lebensmitteln

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Zuletzt geändert: 19.12.2016

Pestizidrückstände werden mit Methoden der chemischen Spurenanalytik in der Abteilung Pestizid- und Lebensmittelanalytik (PLMA) des LSI untersucht. Es ist dabei zwischen einem qualitativen Nachweis, d.h. der Beantwortung der Fragestellung, ob ein bestimmter Stoff (Analyt) in der untersuchten Probe vorhanden ist oder nicht, und einem quantitativen Nachweis, d.h. der Klärung, welche Menge eines bestimmten Stoffes in der untersuchten Probe vorhanden ist, zu unterscheiden. Lebensmittel, welche das Prädikat „Bio“ tragen, dürfen bis auf einige Ausnahmen keine nachweisbaren synthetischen Pestizide und Pestizidrückstände aufweisen.

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Pestizidrückstände werden mit Methoden der chemischen Spurenanalytik in der Abteilung Pestizid- und Lebensmittelanalytik (PLMA) des LSI untersucht. Es ist dabei zwischen einem qualitativen Nachweis, d.h. der Beantwortung der Fragestellung, ob ein bestimmter Stoff (Analyt) in der untersuchten Probe vorhanden ist oder nicht, und einem quantitativen Nachweis, d.h. der Klärung, welche Menge eines bestimmten Stoffes in der untersuchten Probe vorhanden ist, zu unterscheiden. Lebensmittel, welche das Prädikat „Bio“ tragen, dürfen bis auf einige Ausnahmen keine nachweisbaren synthetischen Pestizide und Pestizidrückstände aufweisen.

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Situation in Österreich

Der Vergleich mit vorangegangenen Monitoringprogrammen zeigt eine starke Abnahme der Höchstgehalts-Überschreitungen seit 2008. Europaweit harmonisierte, gesetzliche Höchstwerte verhindern den Import stark belasteter Ware innerhalb Europas, zudem tragen Pestizidreduktionsprogramme der Handelsketten und eine verbesserte Agrarpraxis von Seiten der Erzeuger zur steigenden Qualität der Lebensmittel in Österreich bei.

Mehr Infos, siehe Pestizidmonitoringberichte.

Rechtliche Grundlagen

Grundsätzlich ist die Überwachung von Lebensmitteln hinsichtlich ihrer Belastung mit Pestiziden durch die Europäische Union geregelt: Pflanzenschutzmittelrückstände in den Mitgliedstaaten der EU werden auf Grundlage des EU-weit koordinierten Kontrollprogrammes, bei welchem jährlich wechselnde Waren grundsätzlich auf das Vorhandensein vorgegebener Pestizide bzw. deren Abbauprodukte zu analysieren sind, untersucht. Auch auf Grundlage nationaler Vorgaben wird kontrolliert: Österreich legt jährlich ein nationales Kontrollprogramm verpflichtend fest.

Übersteigt die ermittelte Konzentration eines Pestizids signifikant einen festgesetzten Grenzwert, gilt die untersuchte Lebensmittelprobe als zu beanstanden. Bei der Festlegung der Grenzwerte und der Aufstellung der Kontrollprogramme wird versucht, Verbraucher/-innen größtmöglich vor potenziell schädlichen Stoffen zu schützen. Da nicht alle Pestizide und alle Abbauprodukte von Pestiziden gleichermaßen schädlich für den Menschen sind, muss hier stark differenziert werden. Neben Toxizitätsdaten wird die Verbraucherexposition in Form des üblichen Verzehrverhaltens, welches aus Erhebungen ermittelt wurde und ständig aktualisiert wird, zugrunde gelegt. Auch bisherige Messergebnisse bleiben nicht unberücksichtigt. Um möglichst großflächige Überwachung der österreichischen Lebensmittel zu ermöglichen, wird bei der Probennahme nach statistischen Gesichtspunkten vorgegangen. Besonders Lebensmittelimporte aus Drittländern (Importkontrollen) werden hinsichtlich möglicher Belastungen scharf beobachtet. Die Probenahme erfolgt in Österreich durch geschulte Lebensmittelaufsichtsorgane der regionalen amtlichen Lebensmittelaufsicht der Länder. Bei der Probenahme ist darauf zu achten, dass die Stichprobe möglichst die gesamte Charge (Lot) repräsentiert, damit im Falle einer Belastung des Lebensmittels die entsprechende Charge überprüft bzw. der Verkauf der belasteten Charge unterbunden werden kann.

Die Rückstandshöchstgehalte für Pflanzenschutzmittel in konventionellen Lebens- und Futtermittel sind seit 1. September 2008 durch das Inkrafttreten der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 in allen europäischen Mitgliedsstaaten harmonisiert.

Bestimmten besonders gefährlichen Wirkstoffen, z.B. Endosulfan oder Quintozen, wurde, nach einer Neubewertung zur Feststellung möglicher Risiken, die Zulassung entzogen. Damit ist auch ihre Anwendung nicht mehr zulässig.

Aufgrund gesetzlicher Änderungen und Erweiterungen der Wirkstoffliste, ist eine stete Weiterentwicklung der bestehenden Analyseverfahren unabdingbar. Sowohl Einzel- als auch Multimethoden werden nicht nur national sondern auch im internationalen Netzwerk der Referenzlabore entwickelt und optimiert. Das LSI hat sich hierbei fest in nationalen und internationalen Forschungskooperationen etabliert und kann so sicherstellen, auch in Zukunft Dienst zum Schutz des Verbrauchers - auf dem aktuellsten Stand der Forschung - leisten zu können.

Pestizidrückstandsanalytik

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln müssen durch geeignete Probenvorbereitung aus der "Matrix", d.h. dem Lebens- oder Futtermittel, isoliert und bei Bedarf angereichert werden. Die Probe wird im Labor zunächst homogenisiert. Das erhaltene Homogenisat wird mit einem geeigneten Lösungsmittel extrahiert, sodass die Pflanzenschutzmittelrückstände aus der Matrix herausgelöst werden.

Der Extrakt kann nun chromatographisch (Gas- oder Flüssigkeitschromatographie) weiter aufgetrennt und mit massenspektrometrischen Methoden untersucht werden. Um möglichst geringe Analytmengen noch zuverlässig und präzise bestimmen zu können, wird auf moderne Hochleistungsgeräte der Massenspektrometrie (z.B. MS/MS) zurückgegriffen. Das MS/MS-Verfahren erlaubt in Verbindung mit den Gas- bzw. Flüssigchromatographieverfahren die eindeutige Identifikation und Quantifizierung einer chemischen Verbindung.

Mit speziellen Probenaufarbeitungsverfahren ist die simultane Bestimmung von hunderten Analyten möglich, in diesen Fällen wird von sogenannten „Multimethoden“ gesprochen. Für verschiedene Lebensmittelgruppen (z.B. Futtermittel und Getreide, Fleisch, Fisch, Obst) können unterschiedliche Aufarbeitungsmethoden zur Anwendung kommen; Unterschiede in den Matrices machen unterschiedliche Vorgehensweisen zur Isolation der Analyten notwendig. Bestimmte Analyten jedoch lassen sich durch diese Aufarbeitungsverfahren nicht aus dem Lebensmittel extrahieren oder reagieren bei der Probenaufarbeitung zu Abbauprodukten, so dass die so bestimmte Konzentration dieser Stoffe stark von der tatsächlich vorhandenen Konzentration in der Lebensmittelprobe abweicht. Die Anzahl dieser Pestizide ist jedoch überschaubar, so dass auf sogenannte „Einzelmethoden“ zurückgegriffen werden kann. Einzelmethoden sind Aufarbeitungs- und Messverfahren, die speziell für „anspruchsvolle“ Analyten entwickelt wurden, welche einer Bestimmung durch Multimethoden nicht zugänglich sind.

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