Aluminium

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Zuletzt geändert: 05.07.2016

Aluminium ist mit einem Anteil von fast acht Prozent das häufigste metallische Element der Erdkruste. Häufiger sind nur noch die Elemente Sauerstoff und Silicium. Aluminium liegt hauptsächlich in Aluminiumsilikaten, -hydroxiden, -phosphaten und –sulfaten sowie Cryolit vor (WHO, 1997). Aus dem Untergrundgestein gelangt Aluminium über natürliche Erosionsprozesse und über menschliche Aktivitäten in Boden und Wasser. Aluminium ist Bestandteil der Tonminerale im Boden. AGES-Untersuchungen von Bodenproben ergeben einen natürlichen Aluminiumgehalt von bis ca. 30 g je kg Boden. Die Pflanzen nehmen Aluminium aus Boden und Wasser auf, woraus sich ein natürlicher Aluminiumgehalt in Pflanzen und pflanzlichen Lebensmitteln ergibt.

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Aluminium ist mit einem Anteil von fast acht Prozent das häufigste metallische Element der Erdkruste. Häufiger sind nur noch die Elemente Sauerstoff und Silicium. Aluminium liegt hauptsächlich in Aluminiumsilikaten, -hydroxiden, -phosphaten und –sulfaten sowie Cryolit vor (WHO, 1997). Aus dem Untergrundgestein gelangt Aluminium über natürliche Erosionsprozesse und über menschliche Aktivitäten in Boden und Wasser. Aluminium ist Bestandteil der Tonminerale im Boden. AGES-Untersuchungen von Bodenproben ergeben einen natürlichen Aluminiumgehalt von bis ca. 30 g je kg Boden. Die Pflanzen nehmen Aluminium aus Boden und Wasser auf, woraus sich ein natürlicher Aluminiumgehalt in Pflanzen und pflanzlichen Lebensmitteln ergibt.

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Lebensmittel

Aluminium in Lebensmitteln

Menschen nehmen Aluminium hauptsächlich über die Nahrung auf. Trinkwasser leistet einen geringen Beitrag. Das Aluminium in unserer Nahrung ist sowohl eine Folge des natürlichen Aluminiumgehalts der Pflanzen als auch des Einsatzes von aluminiumhaltigen Lebensmittelzusatzstoffen. Eine zusätzliche Quelle ist der Übergang von Aluminium aus Geschirr und Verpackungsmaterial, der jedoch unter normalen Bedingungen nur einen Bruchteil des Aluminiums in der Nahrung liefert.

Aluminiumgehalte in Lebensmitteln

Aluminiumgehalte in Lebensmitteln

Da Aluminium ein natürlicher Bestandteil von Böden ist, enthalten Lebensmittel natürlich Aluminium. Die meisten unverarbeiteten Lebensmittel enthalten weniger als 5 mg Aluminium/kg. Höhere Konzentrationen (durchschnittlich 5-10 mg/kg) treten in Getreideprodukten, Backwaren, Milchprodukten sowie in einigen Gemüsearten, Innereien und Meeresfrüchten auf. Durchschnittliche Konzentrationen von über 10 mg/kg wurden in Kakao, Tee und Kräutern gemessen.

Die EFSA hat in einer Studie aus dem Jahr 2008 EU-weit Untersuchungsdaten zu Aluminium in Lebensmitteln ausgewertet (http://www.efsa.europa.eu/de/press/news/afc080715.htm). Die in dieser Studie dargestellten Gesamtaluminiumgehalte erlauben jedoch keinen Rückschluss auf spezifische Eintragsquellen, d. h. es wurde nicht zwischen natürlichen Gehalten und Einträgen durch die Verarbeitung unterschieden.

Eine Auswertung des EU-Schnellwarnsystems RASFF zeigt, dass seit 2008 bei Importkontrollen 82 Mal Waren wegen zu hoher Aluminiumgehalte zurückgewiesen werden mussten. Innerhalb der EU erfolgten nur 12 Warnmeldungen wegen zu hoher Aluminiumwerte. In Österreich wurde in den Jahren 2009 und 2010 jeweils eine Probe von Teigwaren wegen zu hoher Aluminiumgehalte beanstandet.

Grenzwerte für Aluminium in Lebensmitteln

Für Aluminium gibt es bei Lebensmitteln keine durchgängigen Grenzwerte. Eine Ausnahme stellt der Aktionswert für Laugengebäck dar, der aufgrund der Herstellung des Lebensmittels (Behandlung des Lebensmittels mit Natronlauge auf aluminiumhaltigen Backblechen) eingeführt wurde. Indirekt gibt es Aluminium-Grenzwerte die Lebensmittel betreffen, z. B. Grenzwerte für Aluminium in Zusatzstoffen und in Farbstoffen, die Aluminiumlacke enthalten.

Übergang von Aluminium aus Lebensmittelkontaktmaterialien

Grundsätzlich sollen zur Zubereitung und Aufbewahrung von sauren oder salzhaltigen Lebensmitteln (z. B. Zitrone, Sauerkraut, Paradeiser, saures Obst, Grillmarinaden), wegen der zu erwartenden Aluminiumabgabe, keine Gegenstände und Kochgeschirr aus unbeschichtetem Aluminium verwendet werden. Dies trifft auch auf Aluminiumfolien zum Abdecken saurer oder salzhaltiger Lebensmittel (Obstkuchen) zu oder auf die Aufbewahrung zubereiteter Speisen in unbeschichteten Aluminiumtassen. Auf Zubereitungsarten wie Fisch gegart in Alufolie mit Salz/Zitrone sollte verzichtet werden. Außerdem gilt beim Verwenden von Grilltassen aus Aluminium, dass das Grillgut erst nach der Zubereitung mit Salz und Zitrone gewürzt werden sollte. (Siehe auch Tab "Gebrauchsgegenstände").

Gründe für erhöhte Aluminiumgehalte in Laugengebäck

Laugengebäck und ähnliche Backwaren werden vor dem Backprozess mit Natronlauge (2 bis 6 %) behandelt, um ihnen beim Backen eine braune Kruste und den typischen Geschmack zu verleihen. Dazu werden die Teiglinge in die Lauge getaucht und anschließend auf das Backblech gelegt und gebacken. Häufig kommen beim Backen Aluminiumbleche zur Anwendung. Diese haben eine hohe Wärmeleitfähigkeit und sind relativ korrosionsbeständig. Kommt die Natronlauge in direkten Kontakt mit dem Aluminium wird jedoch die schützende Oxidschicht des Aluminiumbleches angegriffen, Aluminium wird aus dem Blech gelöst und kann auf das Laugengebäck übergehen.

Immer wieder werden bei Untersuchungen Aluminiumgehalte in Laugengebäck von mehr als 10 mg pro Kilogramm Lebensmittel festgestellt. Es ist nicht auszuschließen, dass VerbraucherInnen über Laugengebäck dadurch erhöhte Mengen an Aluminium aufnehmen. Bereits im Jahr 2002 hat das Deutsche Institut für Risikobewertung (BfR, 2002) daher empfohlen, den Übergang von Aluminium auf technisch unvermeidbare Werte zu reduzieren. Dazu könnte man zum Beispiel auf das vollständige Eintauchen des Teiglings verzichten und die Oberfläche stattdessen nur teilweise mit der Natronlauge bestreichen. Auch die Verwendung von Silikon-Auflagen, Backpapier oder Antihaftbeschichtung für die Aluminiumbleche helfen den Aluminiumübergang zu vermeiden bzw. zu reduzieren.

Aktionswert für Aluminium in Laugengebäck

Derzeit gibt es keinen EU-weit gültigen Grenzwert für Aluminium in Laugengebäck. In Österreich gibt es seit Jänner 2016 einen Aktionswert von 10 mg Aluminium pro kg Laugengebäck (siehe österreichisches Lebensmittelbuch). In Bayern gilt dieser Grenzwert bereits seit 1999 für den Verwaltungsvollzug. Aluminiumgehalte über 10 mg / kg Laugengebäck sollten vermieden werden. Aluminiumgehalte von 5-10 mg / kg treten in Brot und Gebäck allgemein auf (EFSA, 2008). Höhere Gehalte gelten hingegen als technisch vermeidbar (BfR, 2002, 2015)

Situation in Österreich

In Österreich wurde zwischen Anfang Februar 2015 und Ende Juli 2015 eine Monitoring-Aktion zu Aluminium in Laugengebäck durchgeführt. Dieses Monitoring dient dazu, übliche Aluminiumgehalte von Laugengebäck in Österreich zu bestimmen und, wenn notwendig, Maßnahmen zur Beseitigung von Kontaminationsquellen im Herstellungsprozess zu veranlassen.

Österreichweit wurden bisher 71 Proben bei Herstellern im Einzel- und Großhandel gezogen und auf den Aluminiumgehalt untersucht. 57 Proben (82,2 Prozent) lagen unter dem Gehalt von 10 mg/kg (bayerischer Richtwert für Aluminium in Laugengebäck – Gehalte unter 10 mg/kg können durch sachgerechte Herstellung erreicht werden). Bei 12 Proben (15,1 Prozent) lagen die gemessenen Aluminiumgehalte zwischen 10 und 60 mg/kg. Zwei Proben (2,7 Prozent) wiesen Gehalte über 90 mg/kg auf.

Die jeweiligen Lebensmittelaufsichtsbehörden der Länder wurden über die erhöhten Gehalte informiert und gehen der Ursache für diese Gehalte nach. In weiterer Folge werden mögliche Maßnahmen zur Reduzierung im Herstellungsprozess gesetzt und über Nachkontrollen überwacht.

Risikoabschätzung - Beispiel

Beim einmaligen Verzehr einer 40 g schweren Laugenbrezel mit einer angenommenen Aluminiumkonzentration von 10-60 mg/ kg nimmt eine 60 kg schwere Person 0,007 bis 0,04  mg Aluminium pro kg Körpergewicht auf. Das sind 0,7 bis 4 Prozent der wöchentlich tolerierbaren Aufnahmemenge (TWI-Wert). Entsprechend wird beim täglichen Konsum einer solchen Brezel der TWI zu 5 bis 28 Prozent ausgeschöpft. Der Verzehr solcher Brezeln im genannten Umfang führt also nicht zu einer Überschreitung. Es muss jedoch berücksichtig werden, dass Aluminium auch in vielen anderen Lebensmitteln und Verbraucherprodukten enthalten ist. Ein Teil der europäischen Bevölkerung nimmt auch ohne den Verzehr dieser Brezeln insgesamt Mengen von Aluminium auf, die den TWI-Wert überschreiten (EFSA, 2008). Deshalb sollten vermeidbare Aufnahmequellen ausgeschlossen oder zumindest minimiert werden. Hier ist bei Laugengebäck eine Grenze von 10 mg Aluminium/kg anzusetzen.

Quellen:

BfR, 2002 Erhöhte Gehalte von Aluminium in Laugengebäck
EFSA, 2008  Safety of aluminium from dietary intake
BfR, 2015 Fragen und Antworten zu Aluminium in Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten
BMGF, 2016: Leitlinie der Codexkommission Aktionswerte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln

Aluminiumhaltige Zusatzstoffe

Aluminiumhaltige Zusatzstoffe

Aluminiumhaltige Lebensmittelzusatzstoffe sind in einer großen Zahl zulässig. Der Einsatz dieser Zusatzstoffe trägt wesentlich zur Aluminiumaufnahme der Bevölkerung bei.

Da die EFSA 2008 die duldbare wöchentliche Aufnahme von 7 mg/kg Körpergewicht auf 1 mg/kg Körpergewicht reduziert hat, werden mit der VO Nr. 380/2012 die geltenden Verwendungsbedingungen geändert und die Verwendungsmengen für aluminiumhaltige Lebensmittelzusatzstoffe, einschließlich Aluminiumlacke gesenkt.

Verordnung (EU) Nr. 380/2012 der Kommission hinsichtlich der für aluminiumhaltige Lebensmittelzusatzstoffe geltenden Verwendungsbedingungen und -mengen

Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 über Lebensmittelzusatzstoffe

Aluminium im Trinkwasser

Aluminium im Trinkwasser

Zur Trinkwasseraufbereitung, in der Regel zur Aufbereitung von Oberflächengewässern, können bestimmte Aluminiumverbindungen (z. B. Aluminiumsulfat und Aluminiumpolychlorid) als Flockungsmittel eingesetzt werden. Um sicherzustellen, dass nach der Behandlung keine bedenklichen Rückstände zurückbleiben wird der Aluminiumgehalt im Trinkwasser überwacht. Der Indikatorwert von 0,2 mg/l darf dabei nicht überschritten werden.

Entsprechende Bestimmungen finden sich im Österreichischen Lebensmittelbuch, Codexkapitel B 1, Trinkwasser

Exposition der europäischen Bevölkerung

Exposition der europäischen Bevölkerung

Die umfassendsten Daten zur ernährungsbedingten Aluminiumexposition der europäischen Bevölkerung stammen aus dem Jahr 2008. Damals wurde von der EFSA anhand von toxikologischen Gutachten ein wöchentlich tolerierbarer Aufnahmewert (englisch „tolerable weekly intake“, TWI) von 1 mg Aluminium pro kg Körpergewicht bestimmt (EFSA, 2008). Vor 2008 hatte ein „ provisional tolerable weekly intake“ (PTWI) von 7 mg pro kg Körpergewicht gegolten.

Gleichzeitig ermittelte die EFSA 2008, welche Mengen an Aluminium in der von verschiedenen Bevölkerungsgruppen konsumierten Nahrung tatsächlich enthalten waren. Die Durchschnittsbevölkerung nahm damals wöchentlich 0,2 – 1,5 mg Aluminium pro kg Körpergewicht zu sich, wobei sich starke regionale Unterschiede zeigten. Somit wurde der TWI Wert von 1 mg pro kg Körpergewicht damals bei einem signifikanten Anteil der Bevölkerung überschritten. Den größten Beitrag zur ernährungsbedingten Aluminiumexposition lieferten Getreideprodukte, Gemüse und Getränke. Die von der EFSA 2008 ermittelten Expositionswerteschlossen neben natürlichen Aluminiumgehalten der Lebensmittel auch Einträge aus Lebensmittelzusatzstoffen und Lebensmittelkontaktmaterialien mit ein.

Zur Aluminiumaufnahme aus Lebensmitteln kommt bei bestimmten Konsumenten eine Aufnahme aus Kosmetikprodukten hinzu.

Die Europäische Kommission senkte daraufhin die zulässigen Verwendungsmengen verschiedener Zusatzstoffe (VO (EU) 380/2012). Es wird davon ausgegangen, dass die Exposition der Bevölkerung durch diese Maßnahmen reduziert werden konnte, Expositionsdaten über die Jahre nach 2008 liegen jedoch noch nicht vor.

Sicherheit

Sicherheit von Aluminium

Aluminiumaufnahme aus der Nahrung

Der allergrößte Teil des über die Nahrung aufgenommenen Aluminiums passiert den Magen-Darm-Trakt, ohne aufgenommen zu werden. Durchschnittlich wird nur ca. 0,1 % des in Nahrungsmitteln enthaltenen Aluminiums und 0,3 % des Aluminiums im Trinkwasser über die Darmwand absorbiert. Dies liegt daran, dass sich Aluminium im Magen (saurer pH) zwar aus den meisten Lebensmitteln löst, im Darm (neutraler pH) jedoch wieder ausfällt und somit nicht aufgenommen werden kann. Die Aluminiumaufnahme aus einzelnen Mahlzeiten kann jedoch stark schwanken, da verschiedene Inhaltsstoffe der Nahrung die Absorption entweder fördern oder verringern können. Aluminium, das über den Darm aufgenommen wurde, verteilt sich im ganzen Körper und wird mit der Zeit über die Nieren wieder ausgeschieden. In einigen Geweben konzentriert sich Aluminium stärker (z. B. in Knochen und in Nieren).

Toxikologische Befunde

Die Sicherheit von aluminiumhaltigen Substanzen wurde bei Tieren abgeschätzt. Dabei zeigten sich ab bestimmten Mengen mögliche Schädigungen des Nervensystems (Mäuse und Ratten), der männlichen Fruchtbarkeit (Hunde) und der Leibesfrucht (Mäuse), ebenfalls auch hinsichtlich der Entwicklung des Nervensystems (Ratten und Mäuse). Zur Frage der eventuellen Beeinträchtigung des Erbguts bis hin zur Krebserzeugung kam die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA zu dem Schluss, dass bei den Mengen, denen der Verbraucher über die Ernährung oder über Konsumprodukte ausgesetzt ist, keine Gefährdung des Menschen anzunehmen ist.

Auf Grund der vorhandenen Daten wurde unter Einbau eines großen Sicherheitsfaktors von 100 von der EFSA ein Mengenwert von 1 mg Aluminium/kg Körpergewicht (der sog. „Tolerable Weekly Intake“ TWI) erstellt, der insgesamt wöchentlich aus den verschiedensten Quellen aufgenommen werden kann, ohne dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch das Aluminium zu befürchten ist.

Aluminium und Alzheimer

Die Aluminiumbelastung wurde wiederholt mit der Alzheimer’schen Erkrankung in Verbindung gebracht. Diese Vermutung rührt daher, dass in den betroffenen Gehirnregionen von Alzheimer-Patienten erhöhte Aluminiumkonzentrationen gefunden wurden. Dabei ist jedoch ungeklärt, ob diese erhöhte Aluminiumkonzentration eine Ursache für diese Erkrankung oder eine Folge von ihr ist.

Studien, die zu einem eventuellen Zusammenhang zwischen Alzheimer und Aluminiumkonzentrationen im Trinkwasser durchgeführt wurden, ergaben widersprüchliche Resultate. Die EFSA hat sie in ihre Bewertung nicht miteinbezogen, da sie die Aluminiumaufnahme über Lebensmittel nicht berücksichtigten. Eine wichtige Abklärung zur etwaigen Beteiligung von Aluminium am Entstehen der Alzheimer’schen Erkrankung lieferten Dialysepatienten, deren Aluminiumausscheidung nicht nur gestört ist, sondern denen auch noch häufig aluminiumhaltige Mittel verabreicht werden, oder denen bei der Dialyse unzureichend gereinigtes Wasser zugeführt wurde. Hier wurden zwar Störungen des Zentralnervensystems beobachtet, das Krankheitsbild unterschied sich jedoch wesentlich von demjenigen der Alzheimerkrankheit. Ebenso wurde auch bei Aluminiumarbeitern kein  erhöhtes Auftreten dieser Erkrankung festgestellt. Damit kam die EFSA zum Schluss, ebenso wie das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung und die französische Lebensmittelsicherheitsagentur, dass zum Stand des Wissens kein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Alzheimer’schen Erkrankung und der Aluminiumaufnahme aus Lebensmitteln, Trinkwasser, oder anderen vom Menschen verbrauchten Produkten besteht.
(Aluminium and Alzheimer's disease. Fact sheets. Alzheimer Society.
 http://www.alzheimers.org.uk/site/scripts/documents_info.php?documentID=99
 Accessed: 19 November 2012)

Empfehlungen für die KonsumentInnen

Seitens des Codex Alimentarius Austriacus (Österreichisches Lebensmittelbuch, Unterkommission Gebrauchsgegenstände) existiert die Empfehlung „Einsatz von Aluminium in Gebrauchsgegenständen“: „Es besteht kein generelles Verwendungsverbot für Gebrauchsgegenstände aus Aluminium. Aluminium und Aluminiumlegierungen werden in zahlreichen Gebrauchsgegenständen mit großem Erfolg eingesetzt.
Lediglich Kochgeschirr aus unbehandeltem Aluminium sollte bei längerem Kontakt mit stark sauren oder salzhaltigen Lebensmitteln wegen der zu erwartenden hohen Aluminiumabgabe nicht verwendet werden. Dies trifft auch auf Aluminiumfolien zum Abdecken derartiger Speisen zu. Die Verwendung von Aluminiumblechen bei der Herstellung von Laugengebäck ist wegen der Gefahr des Aluminiumüberganges ebenfalls abzulehnen.
An Lebensmittel abgegebene Aluminiumbestandteile sind für den Verbraucher jedenfalls unbedenklich. Zu beachten ist eine erhöhte Aluminiumaufnahme lediglich von Personen mit schweren Nierenfunktionsstörungen (z.B. Dialysepatienten).“

An dieser Empfehlung wurde von der AGES bzw. deren Vorgängerinstitutionen maßgeblich mitgearbeitet.

Sowohl die Europäische Behörde für Lebensmittelsichert (EFSA 2008) als auch das BfR (2007) empfehlen, saure und salzhaltige Speisen nicht mit Aluminium als Geschirr bzw. Lebensmittelkontaktmaterial in Kontakt zu bringen.

Die Französische Agentur für Arzneimittel und Kosmetika empfiehlt Kosmetikprodukte nur auf unverletzte, nicht frisch rasierte Haut einzusetzen (http://ansm.sante.fr/var/ansm_site/storage/original/application/bfd7283f781cd5ce7d59c151c714ba32.pdf)

Arzneimittel

Aluminium und Arzneimittel

Aluminium als Wirkstoff

In Österreich sind insgesamt 16 Arzneimittel mit Aluminium bzw. mit Aluminium in Kombination mit anderen Mineralsalzen oder pflanzlichen Wirkstoffen zugelassen. Aluminiumhydroxid als alleiniger Wirkstoff wird nur in einer Arzneispezialität verwendet. Davon werden drei Zulassungen mit Jahresende 2012 erlöschen. In Homöopathika ist Aluminium als Kaolinum ponderosum (Aluminumsilikat Hydroxid = weißer Ton) neben anderen Wirkstoffen in elf Zulassungen enthalten.

Diese 15 bzw. zwölf ab 2013 Arzneispezialitäten sind national zugelassen und finden folgende Anwendungsgebiete:

Aluminiumhydroxid wird zur Behandlung erhöhter Serumphosphatspiegeln und zur Prophylaxe von Phosphatsteinen angewendet, wenn andere medikamentöse Therapien keine ausreichende Wirkung erzielt haben.

Aluminiumsalze in Kombination mit Magnesiumsalzen werden als Antacidum zur symptomatischen Behandlung von Übersäuerung bei Sodbrennen, Gastritis, Refluxösophagitis und peptischen Ulcera im Magen oder Duodenum angewandt.

Ohne Verschreibung erhältliche Präparate mit dem Wirkstoff Magaldrat sind zur symptomatischen Behandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen zugelassen.

Kombinationen von Aluminiumsalzen mit pflanzlichen Wirkstoffen werden zur Behandlung von Schwellungen und Entzündungen der Mundschleimhaut verwendet.

Ein Präparat mit einer Kombination von Aluminiumsalz mit Calciumsalzen und Weinsäure ist als topische Behandlung von Schwellungen, Verstauchungen, Quetschungen, Insektenstiche zugelassen.

Bei den drei Zulassungen, die mit Jahresende erlöschen werden, wurde Aluminium kombiniert mit anderen Wirkstoffen zur Behandlung von Hämorrhoiden bzw. als Creme zur Anwendung an der Nase bei Rhinitis etc.

Aluminium als Adjuvans in Impfstoffen

Aluminiumhältige Adjuvantien werden seit den 30-er Jahren für Impfstoffe verwendet. Sie zählen zu den weltweit am häufigsten verwendeten Adjuvantien. Adjuvantien sind Substanzen, die die Immunantwort bei Totimpfstoffen wie z.B. Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis A/B etc. optimieren.

Moderne  Impfstoffe enthalten hoch aufgereinigte Antigene, was sich allerdings in einer reduzierten Immunantwort niederschlägt. Hier kommen dann Adjuvantien, wie z. B. Aluminiumsalze zum Einsatz, um die erwünschte Immunantwort zu verstärken. Von allen bekannten Adjuvantien bieten Aluminiumsalze das größte Datenmaterial. So zeigen weltweit mehr als drei Milliarden verimpfte Einzeldosen in den vergangenen 80 Jahren ein positives Nutzen-Risiko-Profil. Alle Adjuvantien, so auch Aluminiumsalze, werden im Zuge der Zulassung jedes einzelnen Impfstoffes getestet, im Europäischen Arzneibuch – das Arzneibuch hat gesetzähnlichen Charakter – ist zudem ein Grenzwert für Aluminium pro Impfstoffdosis festgelegt.

Risiko von Aluminium-haltigen Wirkverstärkern in Impfstoffen

Es wurden 130 Fälle mit mikroskopisch kleinen Läsionen im Gewebe untersucht, in denen eine so genannte "Makrophagen-assoziierte Myofasciitis" (MMF) vorlag. Hier handelt es sich um elektronenmikroskopisch kleine Aluminium-Einschlüsse in Zellen (Makrophagen, dienen der Elimination von Fremdstoffen).

Diese Patienten litten unter Muskel-, Gelenkschmerzen und Müdigkeit. Jedoch konnte kein Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Aluminium und  der MMF und deren Beschwerden bestätigt werden (Vaccines, 6th ed., Plotkin, Orenstein, Offit, Seite 63).

Desweiteren liegt zur Bewertung der Sicherheit von Impfstoffen mit aluminiumhältigen Adjuvantien ein rezenter Bericht der Weltgesundheitsbehörde WHO vor:

Die Menge von Aluminium, das in der Nahrung vorkommt und über den Verdauungstrakt aufgenommen wird, wurde mit der Menge an geimpftem Aluminium verglichen. Die Aluminiumbelastung des Körpers durch Impfungen liegt deutlich unterhalb der Sicherheitsgrenzen für die Aluminiumaufnahme durch die Nahrung, selbst für Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht. Dies bestätigten erneut Ergebnisse von klinischen Studien und epidemiologischen Daten zur Sicherheit von Aluminiumsalzen in Impfstoffen (http://www.who.int/vaccine_safety/topics/adjuvants/Jun_2012/en/).

Weiters haben Studien gezeigt, dass Kinder, die Aluminium-adjuvantierte Impfstoffe erhielten, Aluminiumspiegel weit unterhalb der toxischen Grenze aufwiesen (Vaccines, Seite 1474).

Arzneimittelsicherheit

Aluminium wirkt erst in hohen Dosen toxisch. Normalerweise nimmt man mit Nahrung etwa zehn bis 15 mg pro Tag zu sich. Insbesondere in Arzneimittel wie Atazida finden sich höhere Mengen an Aluminium, bei Gabe unter zugelassener Höchstdosierung bis zu etwa 3 g/Tag. Aluminium selbst wird jedoch kaum resorbiert und dieser Rest wird an Plasmaproteine gebunden und mit der Niere ausgeschieden, daher ergeben sich bei normalen Dosen üblicherweise keine Probleme.

Im Gegensatz zu Lebensmitteln stellen Arzneimittel eine Produktklasse mit besonderem Zusatznutzen dar, daher sind bei Inhaltsstoffen/Substanzen generell höhere Höchstmengen als bei Lebensmittel akzeptabel und vertretbar. Lediglich bei niereninsuffizienten Personen und insbesondere unter Langzeitanwendung  kann es unter Umständen zur Einlagerung von Aluminium ins Gehirn und in die Knochen kommen, da dann höhere kumultative Dosen erreicht werden. Dieser Umstand ist jedoch allgemein bekannt und wird eingehend in der Fach- und Gebrauchsinformation beschrieben.

Nahezu alle dieser Präparate sind rezeptpflichtig (Acidrine, Maalox, Tepilta), lediglich Talcid (mit dem natürlich vorkommenden Mineral Hydrotalcid  (Mg, Al) und Riopan (Magaldrat) sind rezeptfrei. Bei den beiden letzteren ist die Aluminumkonzentration aber geringer als in den rezeptpflichtigen Formulierungen, und es findet kaum eine nennenswerte Resorption im Magen-Darmtrakt statt.

Dem BASG / AGES Medizinmarktaufsicht liegt keine Nebenwirkungsmeldung vor, die auf den Aluminiumgehalt von Arzneimitteln zurückzuführen wäre.

Empfehlungen für AnwenderInnen / PatientInnen

Das BASG empfiehlt Anwendern und Patienten, die gültigen Fach- und Gebrauchsinformationen immer sorgfältig zu lesen und den Anweisungen zu folgen. Vor allem bei rezeptfreien Arzneimitteln sollten sich Patienten an den Arzt oder Apotheker wenden und nicht eigenmächtig über einen längeren Zeitraum Arzneimittel mit Aluminium einnehmen.

Thiomersal

Thiomersal und Aluminium

Thiomersal (auch: Thimerosal im US-Raum) ist das Natriumsalz einer organischen Quecksilberverbindung (chemische Bezeichnung Quecksilberethyl- natriumthiosalicylat) und wird als Konservierungsstoff in kosmetischen und pharmazeutischen Produkten verwendet, um diese vor mikrobiellem Verderb zu schützen. Es ist bereits in sehr niedrigen Konzentrationen wirksam.

Thiomersal wird im Organismus zu Thiosalicylat und Ethylquecksilber abgebaut. Das Ethylquecksilberkation (positiv geladenes Teichen) blockiert die Aktivität von Enzymen. Daraus resultiert bereits in niedrigen Dosen die antimikrobielle Wirkung (siehe auch den Wikipedia-Übersichtsartikel „Thiomersal“ http://de.wikipedia.org/wiki/Thiomersal).

Thiomersal ist grundsätzlich ein in Österreich für kosmetische Mittel zugelassenes Konservierungsmittel. Der Grenzwert beträgt 0,007 % (berechnet als Quecksilber), d.h. 0,07 mg/g oder ml. Sollten andere quecksilberhaltige Verbindungen eingesetzt werden, darf der Höchstgehalt an Quecksilber insgesamt 0,007 % nicht überschreiten. Der Anwendungsbereich ist auf Augenmittel (Schmink- und Abschminkmittel für die Augen) eingeschränkt. Weiters muss ein Warnhinweis "enthält Ethylquecksilberthiosalicylat" bzw. "enthält Thiomersal" am Produkt angebracht werden.  Obwohl grundsätzlich mit den genannten Beschränkungen zulässig, ist der Einsatz von Thiomersal erfahrungsgemäß in Österreich in kosmetischen Mittel nicht weit verbreitet.

In der medizinischen Anwendung ist Thiomersal  als Konservierungsmittel derzeit noch in den Grippe-Impfstoffen „Daronrix“, „Pandemrix“, „Prepandrix“, „Pumarix“ und dem Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis (Keuchhusten) und Hepatitis B „Tritanrix HepB“ enthalten. Alle Impfstoffe sind zentral für alle EU-Mitgliedstaaten zugelassen und bis auf Tritanrix HepB pandemische/präpandemische Impfstoffe, die demnach nicht routinemäßig im Einsatz sind. Dabei enthält „Daronrix“ 0,05 mg, „Pandemrix“ 0,005 mg, „Prepandrix“ 0,005 mg und „Pumarix“ 0,005 mg Thiomersal pro Packungseinheit.

Thiomersal könnte auch als Produktionsrückstand in Spuren vorhanden sein; dies würde, wenn überhaupt, allerdings nur sehr wenige Produkte betreffen, und da mit hoher Wahrscheinlichkeit nur unterhalb der Nachweisgrenze. Weder im Europäischen Arzneibuch noch in diversen europäischen Leitlinien werden Obergrenzen definiert bzw. Testmethoden vorgeschrieben. Es ist jedoch für die Hersteller verpflichtend, die Anwesenheit von Thiomersal in einem Produkt anzugeben.

Ende der 1990-er Jahre kamen Zweifel an der Unbedenklichkeit von Thiomersal auf: einerseits aufgrund zunehmender Meldungen von unerwünschten Wirkungen, insbesondere Überempfindlichkeitsreaktionen, andererseits auch wegen der kumulierenden Quecksilberbelastung von Kindern durch die routinemäßigen Kinderimpfungen, aufgrund derer neurologische Störungen wie z. B. Autismus befürchtet wurden. Die Behörden in den USA und Europa empfahlen vorsorglich – ohne dass konkrete Hinweise auf eine neuro-logische Giftigkeit vorlagen – Thiomersal und andere organische Quecksilberverbindungen möglichst aus Impfstoffen für Säuglinge und Kleinkinder zu entfernen1. So werden in den USA bei Kindern unter sechs Jahren nur noch Impfstoffe eingesetzt, die kein Thiomersal oder höchstens Spuren davon enthalten. Insgesamt sind in den USA die meisten Impfstoffe in Einzeldosisverpackungen frei von Thiomersal2.
 
Im Jahr 2004 revidierte der Ausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur die Bewertung von Thiomersal in Impfstoffen. Die Auswertung von epidemiologischen Studien hatte zu dem Schluss geführt, dass kein Zusammenhang zwischen neurologischen Entwicklungsstörungen und Thiomersal in Impfstoffen bestehe. Dennoch solle die Entwicklung von Impfstoffen ohne quecksilberhaltige Hilfsstoffe, auch aus ökologischen Gründen, weiter vorangetrieben werden. Die Agentur betonte, der Vorteil von Impfungen überwiege bei weitem theoretische Risiken des Thiomersals3.

Thiomersal wurde von einigen Wissenschaftlern, Impfgegnern und von einigen Eltern autistisch behinderter Kinder – besonders in den USA – mit dem Auftreten von Autismus in Verbindung gebracht. Aufgrund epidemiologischer Studien gilt ein Zusammenhang von Thiomersal und dem Vorkommen von Autismus heute als widerlegt Die Weltgesundheitsorganisation WHO, das US-amerikanische "Institute of Medicine" sowie die europäische Arzneimittelbehörde EMA sind inzwischen unabhängig voneinander zu dem Schluss gelangt, dass die verfügbaren Studien gegen einen solchen Zusammenhang sprechen. Gleichwohl haben die Pharmahersteller auf die heftige Debatte reagiert: Für alle generell empfohlenen Schutzimpfungen sind inzwischen quecksilberfreie Impfstoffe verfügbar4.

In Medizinprodukten ist Thiomersal noch bei Kontaktlinsenpflegemitteln in Anwendung. Allerdings ist der AGES kein derartiger Hersteller in Österreich bekannt.  Keine Kenntnis herrscht auch darüber, ob es  eventuell als "Haltbarmacher" in flüssigen Medizinprodukten Verwendung findet.

Die Sicherheit von aluminiumhaltigen Substanzen wurde bei Tieren abgeschätzt. Dabei zeigten sich bei bestimmten Mengen mögliche Schädigungen des Nervensystems (Mäuse und Ratten), der männlichen Fruchtbarkeit (Hunde) und der Leibesfrucht (Mäuse), ebenfalls auch hinsichtlich der Entwicklung des Nervensystems (Ratten und Mäuse). Zur Frage der eventuellen Beeinträchtigung des Erbguts bis hin zur Krebserzeugung kam die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA zu dem Schluss, dass bei den Mengen, denen der Verbraucher über die Ernährung oder über Konsumprodukte ausgesetzt ist, keine Gefährdung des Menschen anzunehmen ist.

Auf Grund der vorhandenen Daten wurde unter Einbau eines großen Sicherheitsfaktors von 100 von der EFSA ein Mengenwert von 1 mg Aluminium/kg Körpergewicht (der so genannte „Tolerable Weekly Intake“ TWI) erstellt, der insgesamt wöchentlich aus den verschiedensten Quellen aufgenommen werden kann, ohne dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch das Aluminium zu befürchten ist. Die EFSA ermittelte 2008, welche Mengen an Aluminium in der von verschiedenen Bevölkerungsgruppen konsumierten Nahrung tatsächlich enthalten waren. Die Durchschnittsbevölkerung nahm damals wöchentlich 0,2 – 1,5 mg Aluminium pro kg Körpergewicht zu sich, wobei sich starke regionale Unterschiede zeigten. Diese Expositionsdaten schlossen neben natürlichen Aluminiumgehalten der Lebensmittel auch Einträge aus Lebensmittelzusatzstoffen und Lebensmittelkontaktmaterialien mit ein. Somit wurde der TWI Wert von 1 mg pro kg Körpergewicht damals bei einem signifikanten Anteil der Bevölkerung überschritten. Da aluminiumhaltige Lebensmittelzusatzstoffe einen großen Beitrag zum Aluminiumgehalt verschiedenster Lebensmittel leisten, senkte die Europäische Kommission daraufhin die zulässigen Verwendungsmengen verschiedener Zusatzstoffe (VO (EU) 380/2012). Es wird davon ausgegangen, dass die Exposition der Bevölkerung durch diese Maßnahmen reduziert werden konnte.

Berichte über einander exponentiell verstärkende negative Wirkungen (so genannter Synergismus, der den Umstand beschreibt, dass zwei gleichzeitig aufgenommene (giftige) Substanzen einander in ihrer (Gift-)Wirkung derart verstärken, dass die Gesamtwirkung größer als die Summe der Wirkungen der beiden einzelnen Substanzen ist) von Thiomersal und Aluminium kommen beinahe ausschließlich von einer Person oder Gruppe um diese Person, Boyd E. Haley, einem inzwischen emeritierten Professor am Chemischen Institut der US-amerikanischen Universität von Kentucky, vor allem im Zusammenhang mit Autismus und anderen neurologischen Störungen. HALEY5  beschreibt einen Versuch mit Neuronen in einer Zellkultur (so genannter In vitro-Versuch): Mengen an Aluminium, die innerhalb von 6 Stunden keinen signifikanten Zelltod bewirkten, kombiniert mit Mengen an Thiomersal, die für sich allein bis zum selben Zeitpunkt nur eine geringe Zunahme des Neuronenuntergangs herbeiführten, verursachten einen Anstieg der Zelltodesrate auf ungefähr 60 %, für den Berichterstatter ein „verblüffender“ Effekt und klarer Beweis für einen Synergismus. Die Schwäche dieses an sich zu weiteren Untersuchungen Anlass gebenden Ergebnisses liegt allerdings darin, dass es nur in gefärbten Berichten von offensichtlichen Anhängern einer „Quecksilber-Autismus-Hypothese“ bzw. in Journalen wiedergegeben wird, denen wissenschaftliche Reputation fehlt, und ohne Details der Versuchsführung, was wiederum auf die Qualität der Arbeit schließen lässt. Das gleiche gilt für einen Verfechter der Quecksilber-Autismus- und in diesem Fall sogar Alzheimer-Hypothese, Donald W. Miller, einem Chirurgen an der Universität von Washington/Seattle, USA: In einer Meinungsäußerung in einem online-Tagesjournal6  führt er ohne nähere Erklärung oder Beschreibung der Versuchsdurchführung an: „A small dose of mercury that kills 1 in 100 rats and a dose of aluminum that will kill 1 in 100 rats, when combined have a striking effect: all the rats die. Doses of mercury that have a 1 percent mortality will have a 100 percent mortality rate if some aluminum is there.” Obwohl eine in den Raum gestellte Behauptung ohne Beweisführung oder Zitierung, wird sie immer wieder gerne von Anhängern der zuvor genannten Hypothesen angeführt. Dabei ist noch eine verdächtige Koinzidenz mit Mitteilungen zu beobachten, die Blei exakt dieselbe Toxizitätsverstärkung von Quecksilber zuschreiben.

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann ausgesagt werden, dass eine verstärkende negative Wirkung durch die gleichzeitige Exposition gegenüber Quecksilber und Aluminium, die über die Summe der Einzelwirkungen hinausgeht (so genannter Synergismus), bislang durch keine profunden und nachvollziehbaren Studien bewiesen worden ist. Was das Gefährdungspotenzial von Thiomersal, vor allem in Impfstoffen und etwaig in Kombination mit Aluminiumverbindungen betrifft, so gilt ein ursächlicher Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen wie z. B. Autismus als widerlegt. Daneben wurden auch legistische oder konsensuale Maßnahmen ergriffen, Kinder in den ersten Lebensjahren nicht über Impfungen gegenüber organischen Quecksilberverbindungen zu exponieren.

Dessen ungeachtet kann Quecksilber die Blut-Hirn-Schranke überwinden und im Gehirn toxische Auswirkungen erzeugen. Auch von Aluminium wird angenommen, dass es diese Schranke durchdringen und in bestimmten Gehirn- und neuronalen Bereichen akkumulieren kann. Damit erreichen beide Metalle sehr sensible Bereiche des menschlichen Körpers. Deshalb bestehen in der Europäischen Union Programme, die die Verringerung der Quecksilberwerte in der Umwelt und der Exposition des Menschen, insbesondere gegenüber in Fischen enthaltenem Methylquecksilber, zum Ziel haben. Auch die zulässigen Aluminiumgehalte in Lebensmittelzusatzstoffen wurden herabgesetzt. Allerdings wird es weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen auf dem aktuellen Stand des Wissens bedürfen, um durch diese beiden Metalle hervorgerufenen Wirkungsmechanismen und etwaige Kumulation dieser Wirkungen weiter abzuklären.

Literatur

1European Agency for the Evaluation of Medicinal Products. EMEA Public Statement on Thiomersal Con-taining Medicinal Products. EMEA/20962/99; London, 8 July, 1999 http://www.emea.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Scientific_guideline/2009/09/WC500003902.pdf
2US Food and Drug Adminstration. Thimerosal in Vaccines. http://www.fda.gov/BiologicsBloodVaccines/SafetyAvailability/VaccineSafety/UCM096228
3European Agency for the Evaluation of Medicinal Products. EMEA Public Statement on Thiomersal in Vaccines for Human Use – Recent Evidence Supports Safety of Thiomersal-Containing Vaccines. EMEA/CPMP/VEG/1194/04/Adopted. London, 24 March, 2004
http://www.emea.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Scientific_guideline/2009/09/WC500003904.pdf
4Robert Koch-Institut. Schutzimpfungen – 20 Einwände und Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts. Stand: 10.05.2007. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutung/Schutzimpfungen_20_Einwaende.htm
5Haley BE, 2005. Mercury toxicity: Genetic susceptibility and synergistic effects. Medical Veritas 2: 535-542
6Miller DW. Mercury on the Mind. http://www.lewrockwell.com/2004/09/donald-w-miller-jr-md/the-curse-of-mercury-in-vaccines/

 

 

Gebrauchsgegenstände

Aluminium in Gebrauchsgegenständen, die direkten Kontakt mit Lebensmitteln haben

Aluminium wird für Pfannen, Kochutensilien, Kaffeekannen, aber auch für Lebensmittelverpackungen wie Lebensmittel-Trays und vor allem für Getränkedosen eingesetzt, wobei  der direkte Lebensmittelkontakt meist durch eine Beschichtung verhindert wird. Weiters findet Aluminium in Metall-Legierungen und in Farbpigmenten Verwendung.

Aluminium ist relativ korrosionsbeständig, da die Oberfläche in Kontakt mit Sauerstoff unmittelbar eine dünne Aluminiumoxidschicht bildet, die das darunter liegende reine Aluminium gegen weitere Oxidation und chemischen Angriff schützt.

Aluminium kann mit sauren (z. B. Zitrone, Sauerkraut, Paradeiser, saures Obst, Grillmarinaden), salzhaltigen und basischen Lebensmitteln  reagieren, weshalb in der Praxis häufig Beschichtungen zum Einsatz gelangen. Auf diese Problematik und sich daraus ergebenden Gebrauchseinschränkungen wird auch in einer Empfehlung der Österreichischen Codexkommission hingewiesen (Erlass 31.910/30-VI/B/1b/98).

Unbeschichtete Kochgeschirre oder Aufbewahrungstassen aus reinem (unbeschichtetem) Aluminium sollten nur für Kurzzeitkontakt und nicht als Standardkochgeschirr verwendet werden, da bereits bei Verwendung von leicht saurem Leitungswasser (pH-Wert kleiner 7) mit einer verstärkten Aluminium-Abgabe zu rechnen ist. Gegen die Nutzung  von Aluminiumgeschirr für einige Tage im Jahr, beispielsweise als Campingausrüstung, ist jedoch nichts einzuwenden. Siehe dazu auch BfR 2017: Unbeschichtete Aluminium-Menüschalen, Erste Forschungsergebnisse zeigen hohe Freisetzung von Aluminiumionen).

Aluminiumschichten zählen, gemeinsam mit keramischen Werkstoffen, zu den wirkungsvollsten Barrieren gegen migrierende Chemikalien in Mehrschichtverpackungsmaterialien. So bieten aluminiumbeschichtete Innenverpackungen (Primärverpackungen) tatsächlich Schutz gegen Kontaminanten aus z. B. rezyklierten Karton-Sekundärverpackungen. Auch bei längerer Lagerdauer stellen innenbeschichtete Getränkedosen kein Problem dar.

Sicherheitsaspekte:

JECFA (2006) setzte einen PTWI von 1 mg/kg KG für die Gesamtaufnahme, einschließlich Lebensmittelzusatzstoffe fest. die EFSA bestätigte 2008 diesen Wert als TWI.

Gemäß WHO (1993) wird kein gesundheitsbasierter Richtwert für Trinkwasser empfohlen. Trotzdem findet sich in der Trinkwasser-Richtlinie 98/83/EC ein Standard-Wert von 0,2 mg/l für Wasser für den menschlichen Gebrauch als Kompromiss für den Einsatz von Aluminiumsalzen in der Wasseraufbereitung.

Die durchschnittliche Aufnahme durch Nahrung ist in UK 10 mg/Person/Tag (MAFF, 1998). Bestimmte Arzneimittel können eine höhere Aufnahmemenge an Aluminium bewirken.

In ihrer Studie schätzt INRA 2001 eine tägliche Aufnahme von 1,6 mg/day.

Unter der Annahme, dass der Durchschnittsverbraucher 1 kg  Lebensmittel pro Tag zu sich nimmt, die entweder mit metallischer Verpackung oder bei der Zubereitung mit metallischen Materialien in Kontakt gekommen sind und unter Berücksichtigung, dass diese Lebensmittel auch noch Lebensmittelzusatzstoffe mit metallhaltigen Komponenten beinhalten, ergeben sich 2 Eintragsquellen. Anhand dieses Ansatzes rät die Fachgruppe des Europarats zu einem SML AL von 3,5 mg/kg LM.

Quellen:

Empfehlung des Österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen: Empfehlung "Einsatz von Aluminium in Gebrauchsgegenständen".

Entwurf zur Änderung der “GUIDELINES ON METALS AND ALLOYS USED AS FOOD CONTACT MATERIALS” (RD 4/1-48) des Europarats

Bewertung Nr. 033/2007 des BfR vom 13. Dezember 2005, aktualisiert am 22. Juli 2007

Empfehlung der Codexkommission,  Erlass 31.910/30-VI/B/1b/98

Kosmetik

Aluminiumchloridverwendung in Antitranspirantien

Antitranspirantien als kosmetische Präparate haben eine schweißhemmende Eigenschaft. Sie verengen mit Aluminiumsalzen die Schweißporen, so dass weniger Schweiß ausgeschieden wird. Im Gegensatz dazu werden bei Deodorants zur Reduktion von Körpergeruch oftmals antibakterielle Wirkstoffe oder Duftsstoffe zur Überlagerung des Körpergeruchs angewandt. Antibakterielle Wirkstoffe vermindern dabei das Wachstum der schweißzersetzenden Bakterien. Allerdings sind in kosmetischen Produkten oftmals beide Wirkprinzipien kombiniert und werden dann als „Anti-Transpirant Deo“ bezeichnet.

Seit geraumer Zeit wird wiederholt unter anderem in Internetveröffentlichungen und Presseberichten ein Zusammenhang zwischen der Anwendung von Antitranspirantien und dem Auftreten von Brustkrebs vermutet. Diese Vermutung basiert unter anderem auf einer Studie, wonach Aluminium bei Brustkrebspatientinnen, die Antitranspirantien verwendet hatten, im Bereich der Brust, Brustdrüsen und insbesondere in der Nähe der Achselhöhle gefunden wurde (1). Die Forscher konnten aber nicht klar sagen, ob dies von einer Anwendung von Anti-Schweißmitteln herrührte oder durch die Eigenschaft dieser Zellen bedingt war, Aluminium aus dem Körper zu konzentrieren. Eine andere Forschungsarbeit demonstrierte, dass die in Antitranspirantien vorkommenden Aluminiumverbindungen östrogen-(hormon-)ähnliche Wirkungen aufweisen. (2), welche möglicherweise einen Einfluss auf das Wachstum von Brustkrebszellen haben könnte.

Ein Übersichtsartikel aus dem Jahr 2008, der die bisherigen Untersuchungen zu diesem Thema zusammenfasst, kommt jedoch zu dem Schluss, dass es bislang keinen eindeutigen wissenschaftlichen Nachweis für einen Zusammenhang zwischen der Anwendung von Antitranspirantien und Brustkrebs gibt (3). Ebenso haben epidemiologische Untersuchungen an einer größeren Anzahl von Frauen mit Brustkrebs oder solchen ohne Brustkrebshistorie ebenfalls bisher keinen Beweis darauf erbracht (4). Auch die französische Gesundheitsagentur (Afssaps) kommt 2011 zu dem Schluss, dass die Datenlage nicht ausreicht um einen klaren Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Aluminiumhaltigen Antitranspirantien herzustellen (5).

Eine aktuelle Studie mit menschlichen Brustzellkulturen wies unter Laborbedingungen auf eine zellbeeinträchtigende Wirkung von Aluminiumchlorid hin. Die Zellen zeigten abnormes Verhalten, das mit der ersten Phase einer tumorartigen Veränderung vergleichbar ist (6). Die in der Studie verwendeten Aluminiumchloride wurden direkt in die Zellkultur injiziert. Die natürliche Barriere der menschlichen Haut bleibt dabei unberücksichtigt. Ein direkter Zusammenhang mit einer steigenden Zahl der Brustkrebsfälle in Industrieländern wird durch diese wissenschaftliche Arbeit nicht hergestellt.

Aluminium – in gebundener Form – ist ein häufig vorkommender Bestandteil der Erdkruste. Eine natürliche Exposition ist somit die Folge. Nach heutigem Wissensstand wird jedoch über die intakte Haut sehr wenig aufgenommen und zwar wesentlich weniger als dies beispielsweise über die Nahrung der Fall ist.

Insgesamt ist daher zu sagen, dass aufgrund der unterschiedlichen Ergebnisse weiterer Forschungsbedarf gegeben ist, um die Aufnahme von Aluminium nach dermaler Anwendung besser zu verstehen und eine etwaige Rolle von Aluminium bei Brustzellveränderungen abzuklären. Wenn auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine absolute Vermeidung der Anwendung von Antitranspirantien zur Senkung eines eventuellen Brustkrebsriskos nicht empfohlen werden muss, kann aber die individuelle Aluminiumaufnahme reduziert werden. Zur Gesamtaufnahme tragen aluminiumhaltige Kosmetika, wie Antitranspirantien oder Cremes, bei. Die Aluminiumaufnahme durch Antitranspirantien wird vor allem dadurch gesenkt, indem diese nicht unmittelbar nach der Rasur bzw. bei geschädigter Achselhaut auf die Haut aufgebracht werden. Zudem sind Deodorantien ohne Aluminiumsalze im Handel erhältlich.

Ausgewählte Literatur:

(1) Exley C, Charles LM, Barr L, Martin C, Polwart A, Darbre PD. Aluminium in human breast tissue. J Inorg Biochem. 2007, 101(9):1344-6

(2) Darbre PD. Aluminium, antiperspirants and breast cancer. Journal of Inorganic Biochemistry 2005; 99(9):1912–1919.

(3) Namer M, Luporsi E, Gligorov J, Lokiec F, Spielmann M. The use of deodorants/antiperspirants does not constitute a risk factor for breast cancer. Bull Cancer. 2008;95(9):871-80.

(4) Mirick DK, Davis S, Thomas DB. Antiperspirant use and the risk of breast cancer. Journal of the National Cancer Institute 2002; 94(20):1578–1580.

(5) Risk assessment related to the use of aluminum in cosmetic products -Summary (17/11/2011)  auf
www.afssaps.fr/Infos-de-securite/Points-d-information/Evaluation-du-risque-lie-a-l-utilisation-de-l-aluminium-dans-les-produits-cosmetiques-Point-d-information

(6) Sappino AP, Buser R, Gimelli S, Béna F, Belin D and Mandriotab SJ. Aluminium chloride promotes anchorage independent growth in human mammary epithelial cells. J. Appl. Toxicol. 2012; 32: 233–243

Weiterführende Information

US National Cancer Institute: www.cancer.gov/cancertopics/factsheet/Risk/AP-Deo

Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR): 73., 74. und 75. Sitzung der vorläufigen Kommission für kosmetische Mittel, 20 November 2008, Seite 6-7.
www.bfr.bund.de/cm/343/73_74_und_75_sitzung_der_vorlaeufigen_kommission_fuer_kosmetische_mittel.pdf

Stellungnahme Nr. 007/2014 des BfR vom 26. Februar 2014: http://www.bfr.bund.de/cm/343/aluminiumhaltige-antitranspirantien-tragen-zur-aufnahme-von-aluminium-bei.pdf

Spielzeug

In der Spielzeugverordnung sind für Aluminium je nach Spielzeugkategorie Grenzwerte festgelegt. Der AGES sind Probleme mit Aluminium in Spielzeug nicht bekannt. Auch bei Meldungen im europäischen Schnellwarnsystem RAPEX gibt es keine Beanstandungen zu Aluminium in Spielzeug. (BGBl. II Nr. 203/2011 - basierend auf der Richtlinie 2009/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über  die Sicherheit von Spielzeug TSD).

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