CORNET-Projekt Wheat Stress

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Zuletzt geändert: 12.04.2019

Trockenheitsresistente Winterweizensorten

Das Hauptziel war: Winterweizensorten zu finden, die auch unter Trockenheit gute Erträge bringen. Weiters sollten Parametern identifiziert werden, mit denen Trockentoleranz leicht festgestellt werden kann und die mit geringem Aufwand in Züchtungsprogrammen eingesetzt werden können.

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Versuchsanlage in Breitstetten (Marchfeld)
Versuchsanlage Breitstetten 2010

Unter den Stressfaktoren ist Trockenheit der bedeutendste, der den Nutzpflanzenanbau und besonders den Anbau von Weizen in semi-ariden und ariden Regionen stark beeinträchtigt. Es wurden Versuche im pannonischen Trockengebiet in Niederösterreich und im Burgenland angelegt um den Einfluss unterschiedlicher Wasserverfügbarkeit auf folgende Parameter feststellen zu können:

  • phänotypische: Blattrollen, Fahnenblattseneszenz, Pflanzenhöhe, Entwicklungsstadien
  • physiologische: Chlorophyllgehalt im Fahnenblatt, stomatäre Leitfähigkeit im Fahnenblatt, Temperatur des Fahnenblattes, Wasserpotential im Fahnenblatt, elektrische Kapazität von Wurzeln
  • Kornertrag und Ertragskomponenten (Bestandesdichte, Tausendkorngewicht, Anzahl Körner pro Quadratmeter, Anzahl Körner pro Ähre, Ährengewicht) 

Dazu wurden 25 Winterweizensorten aus Österreich, Deutschland und Ungarn wurden 2 Jahre getestet. Auf den Standorten wurden die gleichen Sorten in einem beregneten und einem unberegneten Versuch untersucht, um trockengestresste und gut wasserversorgte Pflanzen vergleichen zu können.

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Versuch kurz vor der Gelbreife (BBCH 87)
Versuch Breitstetten 2010

Unter beiden Bedingungen erreichten die deutschen Hybridsorten Hybred und Hyland die höchsten Erträge. Die Ergebnisse der ANOVA ergaben, dass neun von neunzehn untersuchten Parametern eine signifikante Wechselwirkung von Beregnung und Sorte zeigten. Die Methode „Temperatur der Fahnenblattes wurde bereits nach dem ersten Versuchsjahr beendet, da diese Methode unter Freilandbedingungen zu keinen verwertbaren Ergebnissen führte.

Die Methoden „stomatäre Leitfähigkeit“ und „Wasserpotential“ sind ebenfalls für eine kosten- und zeitsparende Züchtung nicht empfehlenswert. Weitergehende Forschung in Bezug auf die Zeitpunkte des Erreichens unterschiedlicher Entwicklungsstadien,  Chlorophyllgehalt im Fahnenblatt, Wurzelkapazität sowie Fahnenblattseneszenz kann dazu beitragen, Selektionskriterien für trockentolerante Winterweizensorten zu erarbeiten.
Neben den genannten 25 Genotypen wurden innerhalb des Projektes 36 Sorten bzw. Zuchtstämme der österreichischen Züchter Saatzucht Donau Ges.m.b.H & CoKG sowie Saatzucht Edelhof ebenfalls an denselben Standorten getestet. Bei diesen wurden jedoch nur die phänotypischen Parameter sowie Ertrag und Qualität geprüft.

Durch die Ergebnisse dieses Projektes erreichten die Züchter zusätzliche Informationen über ihr Zuchtmaterial. Diese verwenden sie für Selektionsentscheidungen und zur Entscheidung ob ein Stamm in Wertprüfung gehen soll oder nicht. Damit hat er dann in weiterer folge die Möglichkeit als zugelassene Sorte einen Markt zu finden.

  • Forschungsthema: Nachhaltige Pflanzenproduktion, Klimawandel
  • Akronym: Wheat Stress
  • Projektnummer: 821046
  • Projektlaufzeit: 10/2009 – 12/2011
  • Projektleitung: GFP
  • Forschungsleiter Deutschland: TUM:  Dr. Michael Schmolke, Dr. Maren Livaja
  • Projektmanagement Österreich: Saatgut Österreich
  • Forschungsleiter Österreich: AGES: DI Clemens Flamm
  • Projektpartner Österreich: Saatzucht Donau, Saatzucht LFS Edelhof
  • Projektpartner Ungarn: VSZT, CR Co.
  • Förderstelle/Forschungsprogramm: FFG / CORNET 6th Call.

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