AGES-Fachtagung "Kupfer im Pflanzenschutz"

Pflanzenschutzmittel auf Kupferbasis werden seit über 100 Jahren gegen Pilzkrankheiten und auch gegen viele andere Pflanzenkrankheiten im Weinbau, Obstbau, Hopfenbau und in Feldkulturen im Gemüse-, Kartoffel- und Erdbeerbau eingesetzt. Das Metall Kupfer wird jedoch im Boden nicht abgebaut. Die hohen Aufwandmengen, die vor einigen Jahrzehnten noch üblich waren, haben in manchen Regionen Österreichs zu einer Anreicherung von Kupfer im Boden geführt. Die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf das Ökosystem konnten bislang nicht in ausreichendem Maße bewertet werden.

Mit dem Projekt "Kupfer als Pflanzenschutzmittel – Strategie für einen nachhaltigen und umweltschonenden Einsatz" hat die AGES in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern bzw. ProjektpartnerInnen das Ausmaß der Bodenbelastung in den relevanten Anbaugebieten Österreichs erhoben. Es wurde eine Bewertung des Risikos dieser Belastung für das Bodenleben durchgeführt, wobei hier, ähnlich wie bei der Altstoffbewertung von Kupfer als Umweltchemikalie, die Bodeneigenschaften und die Bioverfügbarkeit für die verschiedenen Bodenorganismen berücksichtigt wurden. Mit den Ergebnissen steht nun eine wissenschaftlich fundierte Basis für einen angemessenen Kupfereinsatz in der nachhaltigen Landwirtschaft zur Verfügung.

Fachtagung "Einsatz von Kupfer im Pflanzenschutz" mit internationaler Beteiligung

Bei dieser Tagung wurden die Ergebnisse des Kupferprojekts präsentiert.  Es wurden aber auch zahlreiche Vortragende aus der landwirtschaftlichen Praxis und ausländischen Institutionen, insbesondere wissenschaftliche Experten aus dem Julius Kühn - Institut (JKI) in Deutschland, eingeladen, um über die Möglichkeiten zur Minimierung des Kupfereinsatzes im Weinbau, im Obstbau und im Kartoffelbau zu referieren.

Derzeit würde ein gänzlicher Verzicht von Kupfer im Pflanzenschutz bei manchen Kulturen und Bewirtschaftungsformen hohe Ertrags- und Qualitätsausfälle bedeuten. Über die generelle Notwendigkeit der Reduktion des Einsatzes von Kupfer herrschte bei der Fachtagung in der AGES weitgehende Einigkeit. Der Kupferstatus im Boden ist von allen potentiellen Eintragsquellen (z. B. Dünger, Kompost,…) zusätzlich zu Pflanzenschutzmitteln abhängig. Sowohl der Standort, die Sorte und die klimatischen Bedingungen wurden als Faktoren genannt, die bei der Reduktion des Einsatzes von Kupfer im Pflanzenschutz berücksichtigt werden müssen. Die Vortragenden haben wiederholt betont, dass eine sorgfältige Beobachtung des Bestandes in Bezug auf das Auftreten von Pflanzenkrankheiten eine ganz entscheidende Maßnahme darstellt, um den Einsatz von Kupferpräparaten reduzieren zu können.

Für eine erneute Zulassung von kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln wird einerseits eine gänzliche Neubewertung vorgenommen, und andererseits ist für künftige Zulassungen auch eine jährliche Deckelung des Kupfereintrages unabhängig von der jeweiligen Kultur vorgesehen. Darüber hinaus soll in Zukunft die möglicherweise bereits bestehende Belastungssituation in Dauerkulturen über das Ausmaß der weiteren Anwendung von kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln entscheiden.

Dokumentation der Fachtagung mit Präsentationen

Die endgültigen Ergebnisse des AGES Kupferprojekts werden den Projekt-AuftraggeberInnen zum Ende des Jahres 2012 in Form eines Abschlussberichtes vorgelegt und nach Approbation auf der DaFNE-Webseite (www.dafne.at) veröffentlicht.

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