Kupfer im Pflanzenschutz

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Zuletzt geändert: 12.06.2018

Pflanzenschutzmittel auf Kupfer-Basis werden seit etwa 150 Jahren gegen Pilzkrankheiten und gegen viele andere Pflanzenkrankheiten im Weinbau, Obstbau, Hopfenbau und in Feldkulturen im Gemüse-, Kartoffel- und Erdbeerbau eingesetzt. Sie haben zudem eine wichtige Schlüsselfunktion für ein erfolgreiches Resistenzmanagement. Kupfer-Mittel gehören damit zu den ältesten Pflanzenschutzmitteln, die noch heute eine Bedeutung haben. Das Metall Kupfer wird jedoch im Boden nicht abgebaut. Die hohen Aufwandmengen, die vor einigen Jahrzehnten noch üblich waren, haben in manchen Regionen Österreichs zu einer Anreicherung von Kupfer im Boden geführt. In Österreich herrscht weitgehende Einigkeit, dass der Einsatz von Kupfer reduziert werden muss. Ein gänzlicher Verzicht von Kupfer im Pflanzenschutz würde derzeit bei vielen Kulturen hohe Ertrags- und Qualitätsausfälle bedeuten.

Pflanzenschutzmittel auf Kupfer-Basis werden seit etwa 150 Jahren gegen Pilzkrankheiten und gegen viele andere Pflanzenkrankheiten im Weinbau, Obstbau, Hopfenbau und in Feldkulturen im Gemüse-, Kartoffel- und Erdbeerbau eingesetzt. Sie haben zudem eine wichtige Schlüsselfunktion für ein erfolgreiches Resistenzmanagement. Kupfer-Mittel gehören damit zu den ältesten Pflanzenschutzmitteln, die noch heute eine Bedeutung haben. Das Metall Kupfer wird jedoch im Boden nicht abgebaut. Die hohen Aufwandmengen, die vor einigen Jahrzehnten noch üblich waren, haben in manchen Regionen Österreichs zu einer Anreicherung von Kupfer im Boden geführt. In Österreich herrscht weitgehende Einigkeit, dass der Einsatz von Kupfer reduziert werden muss. Ein gänzlicher Verzicht von Kupfer im Pflanzenschutz würde derzeit bei vielen Kulturen hohe Ertrags- und Qualitätsausfälle bedeuten.

Task Force Kupfer

Österreichische Task Force Kupfer

In Österreich herrscht Einigkeit, dass der Einsatz von Kupfer im Pflanzenschutz minimiert werden muss, dass allerdings derzeit ein vollständiger Verzicht auf Kupfer nicht möglich ist. Aus diesem Grund wurde im Mai 2014 die Einrichtung einer Task Force Kupfer, in Anlehnung an die Aktivitäten des Julius Kühn Instituts in Deutschland (http://kupfer.julius-kuehn.de/), beschlossen.

In der österreichischen Task Force Kupfer sind folgende Organisationen vertreten: AGES, HBLA und BA Klosterneuburg, BAES, BMNT, BOKU, AIT, Bio Austria, LKÖ, LK NÖ, LK Stmk, LK Bgld, Plattform Bio-Wein, Absatzgemeinschaft  Bio-Obst, Weinbauverband, Obstbauverband, Gemüsebauverband.

Die Sitzungen werden abwechselnd von der AGES und von der HBLA und BA Klosterneuburg organisiert und mindestens einmal jährlich abgehalten. In den Sitzungen werden die Tätigkeiten im Jahresrückblick sowie wichtige Termine und künftige Aktivitäten besprochen.

Die Zielsetzung bzw. der Aufgabenbereich sind wie folgt definiert:

  • Gebündelte Kommunikation der Kupfer-relevanten Aktivitäten an die interessierte Öffentlichkeit
  • Erhebung der Verfügbarkeit bzw. Notwendigkeit neuer und alternativer Pflanzenschutzmittel im Hinblick auf effektive Kupferreduktion
  • Erhebung bzw. Evaluierung der Wirksamkeit, Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen in der Kulturführung und Ausbringungstechnik im Hinblick auf Kupferreduktion
  • Erhebung des Wissensstandes bzw. Evaluierung aktueller wissenschaftlicher Ergebnisse bezüglich Ökotoxizität von Kupfer im Boden (Regenwürmer, Bioverfügbarkeit …)

EU-Genehmigung

Wiedergenehmigung von Kupfer als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln auf EU Ebene

Die derzeitige Genehmigungsperiode von Kupfer auf europäischer Ebene läuft am 31.1.2019 aus. Bis dahin müssen die Europäische Kommission und alle Mitgliedstaaten über eine Genehmigung von Kupfer für eine weitere Periode entscheiden. 

Basis für die Entscheidung für die Wiedergenehmigung von Kupfer ist ein umfangreicher wissenschaftlicher Bewertungsbericht der europäischen Risikobewertungsbehörden sowie die zusammenfassende Schlussfolgerung der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA.
Der Bewertungsprozess für Kupfer ist abgeschlossen. Die zusammenfassende Schlussfolgerung der EFSA zum EU-Bewertungsbericht wurde im Jänner 2018 veröffentlicht: EFSA conclusion Copper compounds 2018

Die wissenschaftliche Risikobewertung hat kritische Ergebnisse in folgenden Fachgebieten ergeben:

 

Toxikologie

  • Exposition der Anwender – Bei der Anwendung ist jedenfalls eine Schutzausrüstung notwendig

KonsumentInnensicherheit

  • Exposition der KonsumentInnen - Mangels geeigneter Rückstandsdaten konnte keine adäquate Risikobewertung für KonsumentInnen durchgeführt werden

Ökotoxikologie

  • Exposition von Vögeln und Säuger
  • Exposition von aquatischen Organismen
  • Exposition von Bodenorganismen

Bei der Entscheidung über die Wiedergenehmigung von Kupfer werden auch weitere Faktoren Berücksichtigung finden. Kupferhaltige Pflanzenschutzmittel sind als Fungizid vor allem im Weinbau und im Obstbau nahezu unverzichtbar. Kupfer spielt eine wichtige Rolle im Resistenzmanagement. Aufgrund des unspezifischen Wirkmechanismus sind bisher keine Resistenzen von Krankheitserregern gegen kupferhaltige Pflanzenschutzmittel bekannt.

Hinzu kommt, dass es insbesondere bei biologischer Bewirtschaftungsweise derzeit keine Produkte gibt, die alternativ zu kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln eingesetzt werden könnten. Ohne kupferhaltige Pflanzenschutzmittel wäre die biologische Produktion von Wein, Obst, Hopfen, Kartoffel, Gemüse und Zierpflanzen ohne größere Ertrags- und Qualitätseinbußen nicht möglich.

Der zuständige Ständige Ausschuss der Europäische Kommission und der Vertretungen aller Mitgliedstaaten (SCoPAFF - Standing Committee on Plants, Animals, Food and Feed) hat bereits einen ersten Entwurf für eine Genehmigungsverordnung erstellt. Darin wird vorgeschlagen, dass Kupfer trotz einiger Bedenken in der Risikobewertung für weitere 5 Jahre genehmigt bleiben soll. Die Aufwandmenge soll auf maximal 4 kg/ha/Jahr eingeschränkt werden und zusätzliche risikominimierende Maßnahmen sollen angewendet werden. Die bestehende Einstufung von Kupfer als Substitutionskandidat soll beibehalten werden.

Die Abstimmung der Mitgliedsstaaten über die Wiedergenehmigung erfolgt frühestens in der nächsten Sitzung des Ständigen Ausschusses am 20. Juli 2018. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile wäre derzeit für die österreichische Landwirtschaft eine Wiedergenehmigung von Kupfer äußerst wichtig, denn insbesondere in der biologischen Landwirtschaft stehen nach wie vor keine ausreichenden Alternativen zur Verfügung.

PSM-Register

Pflanzenschutzmittelregister


Österreich wird nach der Wiedergenehmigung alle nationalen Zulassungen von  kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln an die Vorgaben der neuen Genehmigungsverordnung anpassen. D. h. die Zulassungsinhaber müssen die Unterlagen innerhalb von drei Monaten aktualisieren und bei der Behörde vorlegen. Die AGES muss die Unterlagen innerhalb von 6 Monaten bewerten. Sind die Vorgaben der EU-Genehmigungsverordnung erfüllt, kann die Behörde diese Produkte für eine weitere Periode zulassen.

In Österreich gilt für alle kupferhaltigen Pflanzenschutzmittel folgende Auflage: "Die maximale Aufwandmenge von 3 kg Reinkupfer pro Hektar und Jahr auf derselben Fläche darf - auch in Kombination mit anderen Kupfer enthaltenden Pflanzenschutzmitteln - nicht überschritten werden."

 

Nähere Informationen zu den zugelassenen kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln können im österreichischen Pflanzenschutzmittelregister eingesehen werden: http://pmg.ages.at/

Kupferprojekt

AGES Kupferprojekt (2010-2012)


Mit den Ergebnissen des Kupferprojekts liegt nun eine wissenschaftlich fundierte Basis insbesondere über den Status des Kupfergehaltes im Boden von exponierten Lagen vor.
Die Auswertung der Bodendaten im Bodenuntersuchungsprogramm zeigt erwartungsgemäß eine hohe Kupferbelastung in Flächen, die bereits seit langer Zeit weinbaulich genutzt werden. Deutlich geringer ist die Kupferbelastung in obstbaulich genutzten Flächen. In Ackerkulturflächen bewegen sich die Kupfergehalte mehrheitlich im Bereich der natürlichen Hintergrundkonzentration. Ein Vergleich der Kupfer-Gesamtgehalte in Bodenproben aus biologisch und konventionell bewirtschafteten Flächen zeigt keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Bewirtschaftungsformen.

Bei der Risikobewertung von Kupfer im terrestrischen Ökosystem wurden sowohl die unterschiedliche Bioverfügbarkeit von Kupfer für Pflanzen und Bodenorganismen, als auch der Einfluss der Bodeneigenschaften auf die Toxizität von Kupfer berücksichtigt. Sowohl die Bioverfügbarkeit, als auch die Toxizität von Kupfer sind abhängig von verschiedenen Bodenparametern wie pH-Wert, Textur, Humusgehalt und Kationenaustauschkapazität (KAK).
Es wurden bodenspezifische PNEC-Werte für Kupfer abgeleitet. PNEC-Werte entsprechen Konzentrationen im Boden, bei denen keine schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten sind und sie liegen in Abhängigkeit von den vorliegenden Bodeneigenschaften zwischen 55 – 155 mg Gesamtkupfer/kg Boden.

In der Praxis bedeuten die Ergebnisse des Projekts, dass aus den Bodenparametern Humusgehalt, pH-Wert, Textur und Kationenaustauschkapazität für jede Fläche in Österreich ein PNEC-Wert für Kupfer im Boden bestimmt werden kann. Zur Beurteilung des Bodens im Hinblick auf ein intaktes Ökosystem kann der PNEC-Wert in weiterer Folge geeignet dem tatsächlich gemessenen Kupfergehalt im Boden gegenüber gestellt werden.

 

Forschungsthema / research topic: Kupfer als Pflanzenschutzmittel
Akronym / Acronym: Forschungsprojekt Nr. 100537 (BMLFUW-LE.1.3.2/0131-II/1/2009)
Projektlaufzeit: 1.1.2010 – 21.12.2012
Projektleitung / project lead: AGES / Mag. Elisabeth Berger MA
Projektpartner / project partner: Im Auftrag von BMLFUW und den 9 österreichischen Bundesländern (BBK-Forschung)
Förderstelle / Forschungsprogramm / funding organisation / research program: Interessensvertretungen der Österreichischen Landwirtschaft (BioAustria, Landwirtschaftskammer Österreich, Österreichischer Weinbauverband,
Bundes-Obstbauverband, Bundes-GemüsebauVerband Österreichs, VÖR Rübenbauern Vertretungs- und Übernahme GesmbH) und Pflanzenschutzmittelindustrie (Kwizda Agro GmbH, Montanwerke Brixlegg AG, Santa Giustina GmbH, Nufarm GmbH & Co KG, Spiess-Urania Chemicals GmbH, UPLtd, W. Neudorff GmbH KG)
Publikationen / publications: www.dafne.at


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