Pflanzengesundheit

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Zuletzt geändert: 12.11.2019
Apfelwickler_Raupe im Kerngehäuse

Die Produktion gesunder Pflanzen ist die Voraussetzung für die Herstellung qualitativ hochwertiger Lebensmittel. Mit den vielfältigen Fragestellungen und Aufgaben rund um die Gesunderhaltung von Pflanzen befasst sich das Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion.

Es schafft die Voraussetzungen für die vorbeugende Sicherstellung gesunder Pflanzen durch den Schutz der österreichischen Pflanzenproduktion vor Einschleppung und Ausbreitung gefährlicher Quarantäneschadorganismen (QSO).

Apfelwickler_Raupe im Kerngehäuse

Die Produktion gesunder Pflanzen ist die Voraussetzung für die Herstellung qualitativ hochwertiger Lebensmittel. Mit den vielfältigen Fragestellungen und Aufgaben rund um die Gesunderhaltung von Pflanzen befasst sich das Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion.

Es schafft die Voraussetzungen für die vorbeugende Sicherstellung gesunder Pflanzen durch den Schutz der österreichischen Pflanzenproduktion vor Einschleppung und Ausbreitung gefährlicher Quarantäneschadorganismen (QSO).

Amtlicher Pflanzenschutzdienst

Das Risiko, Schadorganismen in Europa und in weiterer Folge nach Österreich einzuschleppen, hat sich in den letzten Jahrzehnten durch zunehmenden weltweiten Handel und rasche Transporte sowie der Auswirkungen der Klimaänderung erhöht. Gesetze auf internationaler Ebene (IPPC und Europäische Union) und nationaler Ebene (Pflanzenschutzgesetz 2011) regeln Maßnahmen gegen die Einschleppung und Verbreitung dieser Quarantäneschadorganismen (QSO).

Der Aufgabenbereich des Amtlichen Pflanzenschutzdienstes liegt in behördlichen und koordinierenden Tätigkeiten im Rahmen der phytosanitären Kontrolle.

Weitere Informationen zum Amtlichen Pflanzenschutzdienst finden Sie hier.

Kontakt:

Amtlicher Pflanzenschutzdienst
Telefon: +43 5 0555 33301
Fax: +43 5 0555 33303
Spargelfeldstrasse 191
1220 Wien



Amtlicher Pflanzenschutzdienst
Telefon: +43 5 0555 33301
Fax: +43 5 0555 33303
Spargelfeldstrasse 191
1220 Wien



QSO

Quarantäneschadorganismen (QSO) sind Organismen mit potentieller Schadwirkung auf Pflanzen in gefährdeten Gebieten, in denen sie bisher noch nicht auftreten oder dort nicht weit verbreitet sind.

Es können Organismen aller Arten, Stämme oder Biotypen von Pflanzen, Tieren oder Krankheitserregern (Bakterien, Pilze oder Viren) sein, die an Pflanzen große wirtschaftliche Schäden anrichten.

Durch deren Einschleppung über den Handel und Verkehr und die Verbreitung stellen sie ein hohes Risiko für unsere Land- und Forstwirtschaft dar.

Das Verbringen von Quarantäneschadorganismen ist verboten und sie dürfen weder auf Pflanzen und pflanzlichen Produkten, noch auf sonstigen Gegenständen (z.B. Verpackungen) eingeschleppt werden. Ihre Ausbreitung ist mit geeigneten amtlichen Maßnahmen zu bekämpfen.

Das Auftreten von Quarantäneschadorganismen ist beim Amtlichen Pflanzenschutzdienst des betreffenden Bundeslandes meldepflichtig (Kontakte APSD Länder).

Rechtliche Grundlagen hierzu sind das Pflanzenschutzgesetz 2011 idgF., das Pflanzgutgesetz 1997 idgF. und ggf. das Saatgutgesetz 1997 idgF.

Der Amtliche Pflanzenschutzdienst koordiniert österreichweit die Angelegenheiten im Bereich QSO.

Das Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion ist nationales Referenzlabor für pflanzliche Quarantäneschadorganismen in Österreich mit hoher Kompetenz in

  • Identifikation und Diagnostik von Quarantäneschaderregern mit anerkannten und akkreditierten Methoden gemäß ISO 17025 (z. B.:  Feuerbrand, u.v.a.)
  • Forschung auf dem Gebiet phytosanitär regulierter und nicht regulierter QSO und anderer Schaderreger (z. B. Maiswurzelbohrer)
  • EU-Monitorings gemäß EU-Richtlinien und EU-Entscheidungen
  • Invasive Pflanzen
  • Pest-Risiko-Analyse-Studien 

Umfangreiche Referenzsammlungen tierischer und pflanzlicher Schadorganismen ergänzen die Diagnostik.

Das Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion ist amtlich anerkannte Versuchseinrichtung für Labor-, Glashaus- und Freilandtestungen von Pflanzenschutzmitteln.

Invasive Pflanzen

Invasive gebietsfremde Pflanzen in Österreich

Die Entdeckung der Neuen Welt im Jahr 1492 markierte einen Wendepunkt. Fremdländische Pflanzenarten (Neophyten) konnten nun ihre biogeographischen Grenzen mit Hilfe des Menschen überwinden und nach Europa (und umgekehrt) gelangen. Der bewusste Import war und ist der wichtigste Einführungsweg und ist zumeist ökonomisch motiviert: neue Arten für die Kultur in der Land- und Forstwirtschaft, für Gärten, Parks oder Aquarien. Neben absichtlich eingeführten Arten trägt heute vor allem der rasch wachsende weltweite Handel und Verkehr dazu bei, dass unbeabsichtigt gebietsfremde Arten verschleppt werden. 

Schnellsuche "Invasive Pflanzen" in der AGES Schaderreger-Datenbank

Ökologische, wirtschaftliche und gesundheitliche Auswirkungen

Die weitaus meisten gebietsfremden Pflanzen gliedern sich in vorhandene Pflanzengesellschaften problemlos ein. Einige können jedoch in ihrer neuen Umgebung vielfältige Schäden verursachen. Diese Pflanzen können einheimische Arten verdrängen und Struktur und Funktion von Ökosystemen nachhaltig verändern. Diese auch als „invasiv“ bezeichneten gebietsfremden Pflanzen gehören heute weltweit zur zweitgrößten Bedrohung der biologischen Vielfalt. Darüber hinaus können gebietsfremde Pflanzen wirtschaftliche Kosten z. B. in der Landwirtschaft verursachen oder die menschliche Gesundheit beeinträchtigen.

Die Situation in Österreich

In Österreich gibt es zurzeit ca. 1.100 gebietsfremde Pflanzen, davon konnten sich bisher ein Fünftel der Arten in der freien Natur dauerhaft etablieren. Aus naturschutzfachlicher Sicht werden zurzeit 17 Pflanzenarten als invasiv eingestuft. Dazu gehören z. B. der Götterbaum (Ailanthus altissima) und die Robinie (Robinia pseudoacacia). Weitere 18 Arten gelten als potenziell invasiv. Diese Arten werden bei einer weiteren Ausbreitung vermutlich zu ökologischen Problemen führen. Invasive gebietsfremde Pflanzen dringen insbesondere in Lebensräume wie Auwälder, Hochstaudenfluren und in Trockenstandorte des pannonischen Raumes ein.

Blüten vom Götterbaum

Im Stadtbereich ist sein Vorkommen mehr lästig als problematisch. Bedenklich ist jedoch, dass der Götterbaum im sommerwarmen Osten in den Auwaldbereich der Donau einzudringen vermag.

Neue invasive Unkrautarten in der Landwirtschaft

Auch in der Landwirtschaft gibt es zahlreiche Problemarten. Einige sind schon über Jahrzehnte fester Bestandteil der Unkrautflora, andere wiederum sind erst kürzlich hinzugekommen. Ein Beispiel für eine „langgediente“ Art ist der Zurückgekrümmte Fuchsschwanz (Amaranthus retroflexus). Die Pflanze stammt ursprünglich aus den zentralen und östlichen USA sowie Nordostmexikos. Es wird vermutet, dass LINNÉ diese Art um 1750 eingeführt hat, um sie im botanischen Garten von Uppsala zu kultivieren. In Westeuropa trat die Art subspontan erstmals 1783 in Paris auf und breitete sich ab ca. 1800 rasch über weite Teile Europas bis nach Österreich aus. Andererseits wird das Auftreten neuer, häufig wärmeliebender Unkrautarten in den letzen Jahren in der Landwirtschaft verstärkt beobachtet. Dazu gehören z.B. das Erdmandelgras (Cyperus esculentus), die Eleusine (Eleusine indica), die Samtpappel (Abutilon theophrasti) und die Giftbeere (Nicandra physalodes).

Erdmandelgras Bluete

Mit Baumaschinen eingeführt – das Erdmandelgras.

Die Pflanze kommt in vielen landwirtschaftlichen Kulturen vor und ist nur sehr schwer zu kontrollieren

Globalisierung und Klimawandel

Sicher ist auch, dass laufend neue Arten hinzukommen werden. Die Gründe sind vielfältig: Einschleppung über verunreinigtes Saatgut, Handelsgüter und Fahrzeuge, oder es handelt sich um verwilderte Zierpflanzen. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt auch die zu erwartende Klimaerwärmung. Sie begünstigt das Auftreten neuer Unkrautarten meridional-subtropischer Herkunft in Österreich. Es werden aber auch viele bereits etablierte wärmeliebende Arten profitieren, die bisher nur in bestimmten Regionen Österreichs vorkommen. Ein Beispiel ist die Beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia). Aktuell ist ihre Hauptverbreitung auf die warmen Tieflagen Ostösterreichs beschränkt. Als Folge des Klimawandels ist eine rasante Ausbreitung der Art in andere Teile Österreichs zu erwarten.

Weitere Informationen, Streckbriefe und Datenbanken zu invasiven gebietsfremden Pflanzen in Österreich und Europa

Forschung/Wissenschaft

Projekt "FF IPM"‘ – Fruit Flies In-silico

Drei eingewanderte Fruchtfliegenarten stellen eine unmittelbare Bedrohung für die europäische Frischobstproduktion (v.a. Pfirsiche und Zitrusfrüchte) dar. Ziel des Projekts ist die Entwicklung innovativer Maßnahmen um die Einschleppung befallener Früchte zu verhindern, die Populationen bereits im Frühstadium der Invasion zu lokalisieren sowie biologische Kontroll- und Reaktionsstrategien zu etablieren.

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Projekt "ElatPro"

"Spotting the needle in a haystack: Predicting wireworm activity in top soil for integrated pest management in arable crops"
Forschungsprojekt ERA-NET C-IPM
Projekt Koordinator: Mag. Katharina Wechselberger
Projektdauer: Oktober 2016 - Oktober 2019



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Archiv Forschungsprojekte

Archiv Forschungsprojekte 2004 - 2014

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Wissenschaftliche Betreuung

Forschungsthemen „Nachhaltige Pflanzenproduktion“ und Pflanzenschutz

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