Pflanze des Monats Mai 2017: Knoblauchrauke

Zuletzt geändert: 18.05.2017
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Knoblauchrauke

Die Bezeichnung Knoblauchrauke verdankt die Pflanze ihrem Duft nach Knoblauch. Früher kannte man sie auch unter der Bezeichnung Lauchhederich, Knoblauchhederich, oder Lauchkraut. Der heute gültige wissenschaftliche Name, Alliaria petiolata, war früher Sisymbrium alliaria oder Erysimum alliaria.

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Knoblauchrauke

Die Bezeichnung Knoblauchrauke verdankt die Pflanze ihrem Duft nach Knoblauch. Früher kannte man sie auch unter der Bezeichnung Lauchhederich, Knoblauchhederich, oder Lauchkraut. Der heute gültige wissenschaftliche Name, Alliaria petiolata, war früher Sisymbrium alliaria oder Erysimum alliaria.

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Botanik

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untere Laubblätter der Blattrosette

Die Knoblauchrauke oder Knoblauchsrauke, auch Lauchkraut genannt, Alliaria petiolata (M.Bieb.) Cavara & Grande, gehört zur Familie der Kohlgewächse oder Kreuzblütler, Brassicaceae. Die zweijährige Pflanze wächst aufrecht und wird 30-100 cm hoch.
 
Ihre Laubblätter sind gestielt, herzförmig und am Rand buchtig gezähnt. Sie riechen beim Zerreiben nach Knoblauch, was ihr ihren Namen verlieh.

Die kleinen, weißen, vierzähligen Blüten sind zu einer deckblattlosen, kopfigen Traube vereint. Die Blütezeit liegt zwischen April und Juni, danach bilden sich 3-6 cm lange, aufrecht abstehende Schoten aus.

Verbreitung

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„Lauchhederich“ (Köhler, 1887)

Weltweit gibt es nur fünf Alliaria Arten, lediglich eine davon, nämlich Alliaria petiolata, kommt auch in Europa bzw. Österreich vor. Man findet sie sehr häufig an ruderalen (vom Menschen geprägten) Standorten und in Auwäldern. In Österreich kommt der Stickstoffanzeiger collin (in der Hügelstufe) bis montan in allen Bundesländern vor.

Vermehrung

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Pollen der Knoblauchrauke

Die Knoblauchrauke wird am einfachsten durch die Aussaat der Samen vermehrt. Am besten zieht man die Pflanzen in Töpfen zwischen Jänner und März vor. Da es sich um einen Kaltkeimer handelt, benötigen die Samen zum Start Kälte. Man kann die Töpfe dafür ins Freie oder in den Kühlschrank stellen. Anfang März kann man die Pflanzen dann auch schon ins Freie setzen. Für ein optimales Wachstum benötigt die Knoblauchrauke leichten Halbschatten und frische, humose, durchlässige Böden.

Im Zeichen der Vielfalt

In der europäischen Datenbank für genetische Ressourcen (http://eurisco.ipk-gatersleben.de) findet man 133 Eintragungen zu Alliaria petiolata, wobei Deutschland die meisten Muster erhält.

Literatur

Fischer M. A., Oswald K., Adler W. (2008) Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. Auflage. Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz.

Fleischhauer S. G., Guthmann J., Spiegelberger R. (2013) Enzyklopädie essbare Wildpflanzen. AT Verlag.

Fleischhauer S. G., Guthmann J., Spiegelberger R., Uslu H., Fleischhauer T. (2015) Essbare Wildpflanzen. AT Verlag AZ Fachverlage.

Klemme B., Holtermann D. (2002) Delikatessen am Wegesrand. Mädler Edition Rau.

Köhler F.E. (1887) Köhlers Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen und kurz erläuterndem Texte: Atlas zur Pharmacopoea germanica. Botanischer Verlag Franz Eugen Köhler [1883-1914], Gera-Untermhaus.

Storl W.-D. (2016) Der Selbst-Versorger. Gräfe und Unzer Verlag GmbH.

www.blumeninschwaben.de

www.genbank.at

www.theplantlist.org

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