Pflanze des Monats Juni 2017: Wiesenknopf

Zuletzt geändert: 02.06.2017
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Kleiner Wiesneknopf

Der Wiesenknopf, umgangssprachlich auch Pimpernell oder Bibernell genannt, Sanguisorba sp., gehört zur Familie der Rosengewächse, Rosaceae. Die lateinische Gattungsbezeichnung Sanguisorba, „sanguis“ = Blut und „sorbere“ = (auf)saugen, weist auf die blutstillenden Eigenschaften, die der Pflanze zugeschrieben wurden hin. Die rote Farbe des Blütenkopfs und anderer Pflanzenteile wurden als Signatur für eine blutstillende Eigenschaft gedeutet. Ihren deutschen Namen Wiesenknopf hat die Pflanze ihrem Aussehen mit dem knopfförmigen Blütenstand zu verdanken.

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Kleiner Wiesneknopf

Der Wiesenknopf, umgangssprachlich auch Pimpernell oder Bibernell genannt, Sanguisorba sp., gehört zur Familie der Rosengewächse, Rosaceae. Die lateinische Gattungsbezeichnung Sanguisorba, „sanguis“ = Blut und „sorbere“ = (auf)saugen, weist auf die blutstillenden Eigenschaften, die der Pflanze zugeschrieben wurden hin. Die rote Farbe des Blütenkopfs und anderer Pflanzenteile wurden als Signatur für eine blutstillende Eigenschaft gedeutet. Ihren deutschen Namen Wiesenknopf hat die Pflanze ihrem Aussehen mit dem knopfförmigen Blütenstand zu verdanken.

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Botanik

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Blätter des kleinen Wiesenknopfs
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Blütenstand des kleinen Wiesenknopfs

Der Wiesenknopft, Sanguisorba sp., gehört zur Familie der Rosengewächse, Rosaceae.

Die ausdauernde Pflanze wächst aufrecht und kann je nach Art bis zu 1 m hoch werden. Der rundliche, gerillte Stängel ist kahl und oft rötlich überlaufen. Es bildet sich zunächst eine Grundblattrosette, am Stängel (Blühtrieb) sind die Blätter dann wechselständig angeordnet. Die gefiederten Laubblätter setzen sich aus 4-12 eiförmig-elliptischen, gestielten Fiederpaaren zusammen. Die Blatt- und Blättchenstiele sind meist rötlich und der Blattrand ist grob gesägt.

Die radiärsymmetrischen (strahlig; die Blüte lässt sich durch mindestens 3 Symmetrieebenen in je 2 gleichwertige Hälften teilen) kleinen Blüten stehen in einem kugeligen Köpfchen zusammen. Der Große Wiesenknopf, Sanguisorba officinalis, hat ausschließlich zwittrige Blüten (männliche und weibliche Geschlechtsteile sind in einer Blüte vereint). Sie bestehen aus vier abstehenden Staubblättern (männliche Blütenteile), einer kopfigen Narbe (weiblicher Blütenteil), einem Nektarring (für Insektenbestäubung) und einem trüb-purpurroten Perigon (Blütenhülle). Sanguisorba minor, der Kleine Wiesenknopf hat eingeschlechtliche und zwittrige Blüten ohne Nektarring, dafür mit zahlreichen Staubblättern bzw. einer pinselförmigen Narbe. Seine Blütenhülle ist anfangs grün, später rötlich.

Der Kleine Wiesenknopf blüht zwischen Juni und Juli, der Große oft noch bis in den September hinein. Nach erfolgreicher Insektenbestäubung beim Großen Wiesenknopf bzw. Windbestäubung beim Kleinen Wiesenknopf bilden sich die kleinen Nüsschenfrüchte im Köpfchen aus.

Verbreitung

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"Bibernell" (Thome'sche Flora 1885)

Von den etwa 15 Sanguisorba-Arten weltweit kommen zwei auch in Österreich vor.
Sanguisorba officinalis L., der Große Wiesenknopf, wächst häufig bis zerstreut collin bis montan auf feuchten bis nassen Wiesen.
Sanguisorba minor Scop., den Kleine Wiesenknopf, findet man ebenfalls häufig bis zerstreut in der hügeligen und montanen Höhenstufe, allerdings bevorzugt auf Trockenrasen.

Vermehrung

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Pollen

Die Vermehrung kann sowohl durch Aussaat der einzelnen Nüsschenfrüchte im Frühling, als auch durch Stockteilung im Herbst erfolgen. Die Pflanzen bevorzugen einen hellen, sonnig bis halbsonnigen Standort und sind ansonsten nicht sehr anspruchsvoll oder pflegebedürftig.

Im Zeichen der Vielfalt

In der europäischen Datenbank für genetische Ressourcen (http://eurisco.ipk-gatersleben.de) findet man 177 Eintragungen zu Sanguisorba, wobei Deutschland und Großbritannien die meisten Muster erhalten. Im Österreichischen Verzeichnis für genetische Ressourcen (Index Seminum) werden drei Muster angegeben (www.genbank.at/nationales-verzeichnis.html).

Literatur

Fischer M. A., Oswald K., Adler W. (2008) Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. Auflage. Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz.

Köhler F. E. (1887) Köhlers Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen und kurz erläuterndem Texte: Atlas zur Pharmacopoea germanica. Botanischer Verlag Franz Eugen Köhler [1883-1914], Gera-Untermhaus.

Madaus G (1976) Lehrbuch der Biologischen Heilmittel Band II, Abteilung Heilpflanzen, Nachdruck 1976. Band II. Olms Verlag, Auflage: (Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1938) New York. 757.

Till S. (2007) Wildkräuter Delikatessen. Residenz Verlag, St. Pölten - Salzburg.

www.blumeninschwaben.de

www.genbank.at

www.theplantlist.org

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