Pflanze des Monats Februar 2017: Hopfen

Zuletzt geändert: 07.02.2017
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Wilder Hopfen

Der Echte oder Gewöhnliche Hopfen, Humulus lupulus L., ist ein Vertreter aus der Familie der Hanfgewächse, Cannabaceae. Er wächst als ausdauernde Kletterpflanze mit einem links windenden Stängel bis zu 6 m hoch. Woher der im Mittelalter geprägte Gattungsname "Humulus" stammt ist nicht ganz klar: Einige führen ihn auf das altgermanische Wort "humel" oder "humela" zurück, was so viel wie "Früchte tragend" bedeutet. Andere meinen, er stamme vom slawischen Wort "chmele" für Hopfen. Der Artname lupulus ist jedenfalls die Verkleinerungsform vom lateinischen "lupus" für Wolf.

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Wilder Hopfen

Der Echte oder Gewöhnliche Hopfen, Humulus lupulus L., ist ein Vertreter aus der Familie der Hanfgewächse, Cannabaceae. Er wächst als ausdauernde Kletterpflanze mit einem links windenden Stängel bis zu 6 m hoch. Woher der im Mittelalter geprägte Gattungsname "Humulus" stammt ist nicht ganz klar: Einige führen ihn auf das altgermanische Wort "humel" oder "humela" zurück, was so viel wie "Früchte tragend" bedeutet. Andere meinen, er stamme vom slawischen Wort "chmele" für Hopfen. Der Artname lupulus ist jedenfalls die Verkleinerungsform vom lateinischen "lupus" für Wolf.

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Botanik

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weibliche Hopfenpflanzen
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Hopfen in Thome'sche Flora 1885

Der Echte oder Gewöhnliche Hopfen, Humulus lupulus L., ist ein Vertreter aus der Familie der Hanfgewächse, Cannabaceae.

Er wächst als ausdauernde Kletterpflanze mit einem links windenden Stängel bis zu 6 m hoch. Dieser hält sich mit winzigen Kletterhaken-Haaren und fühlt sich dadurch sehr rau an. Die Laubblätter sind gegenständig am Stängel angeordnet. Die Laubblattspreite ist meist drei bis fünfteilig gelappt und am Rand grob gezähnt. Die Blattoberfläche ist oberseits anliegend borstenhaarig und unterseits mit gelblichen Drüsen versehen.
 
Hopfen ist zweihäusig, das heißt männliche und weibliche Blüten entwickeln sich auf unterschiedlichen Pflanzen. Die weiblichen Blüten sind eiförmig, spitz und bleich. Sie vergrößern sich nach der Blüte deutlich und bilden die typischen zapfenartigen Scheinähren. Die etwa 5 mm großen männlichen Blüten stehen in achselständigen, hängenden Rispen mit weißlich grünen, fünfzipfeligen Hüllen. Sie entwickeln keine Lupulindrüsen und sind für die gewerbliche Kultivierung uninteressant. Männliche und weibliche Blüten hängen.
      
Die Hopfenpflanzen blühen von Juli bis August und sind windbestäubt. Die ca. 3 mm langen Nüsschenfrüchte bilden sich in den weiblichen Fruchtzapfen. Diese eiförmigen Fruchtstände ("Hopfen-Dolden") aus gelblich grünen Schuppen sind mit gelben Lupulindrüsen versehen, die dem Hopfen den eigenartigen, bitteren Geschmack verleihen.

Verbreitung

Weltweit gibt es fünf Hopfenarten. Humulus cordifolius Miq. und Humulus neomexicanus (A. Nelson & Cockerell) Rydb., werden oft auch als Unterarten von Humulus lupulus angegeben. Der Japanische Hopfen, Humulus scandens (Lour.) Merr., und der Yunnan-Hopfen, Humulus yunnanensis Hu, gelten sicher als eigenständige Art. Der bekannteste und bedeutendste Vertreter, Humulus lupulus L., ist auch in Österreich heimisch.

Der Echte Hopfen ist in Eurasien und Nordamerika beheimatet und weltweit als Kulturpflanze verbreitet. Er ist vorwiegend in Auwäldern, an Ufersäumen, feuchten, nährstoffreichen Gebüschen und an Waldrändern zu finden. Er wächst zerstreut in der collinen (hügeligen) bis montanen Höhenstufe in allen Bundesländern und wird auch für die Bierbrauerei sowie als Wildgemüse kultiviert.

Die drei führenden Hopfenbau-Länder sind heute die USA, Deutschland und Tschechien. In Deutschland gibt es sechs größere Hopfenanbaugebiete. 2016 wurden hier insgesamt auf 18.598 ha Hopfen kultiviert. In Österreich wurden hingegen 2016 lediglich auf insgesamt 249 ha Hopfen angebaut. Die Anbaugebiete liegen in Oberösterreich (Mühlviertel), Niederösterreich (Waldviertel) und der südlichen Steiermark (Leutschach).

Vermehrung

Hopfen lässt sich auf unterschiedliche Arten vermehren: Man kann die Nussfrüchtchen aussäen, hier weiß man allerdings nicht, ob sich weibliche oder männliche Pflanzen entwickeln. Damit die Samen keimen, müssen sie erst stratifiziert (kältebehandelt) werden. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr in mit Aussaaterde gefüllten Kisten. Die Samen werden leicht bedeckt und müssen gut feucht, aber nicht zu nass gehalten werden.

Einfacher ist die Vermehrung über Schnittlinge oder Stecklinge. Schnittlinge fallen beim Schneiden des Hopfens im Frühjahr an. Anstatt die Triebe zu entsorgen, steckt man sie noch am selben Tag in lockere Erde und einige der Schnittlinge wurzeln, wenn sie ausreichend feucht gehalten werden.

Stecklinge kann man von Februar bis Mai schneiden. Man steckt die jungen Triebe nur in kleine Töpfe mit Anzuchterde, hält sie feucht und wartet bis sie wurzeln.

Schließlich kann man bei älteren Pflanzen auch noch die Wurzeln teilen oder Wurzelstecklinge schneiden. Der Wurzelballen wird teilweise aus der Erde geholt, geteilt und ein Teil am gewünschten Standort eingepflanzt. Wurzelstecklinge kann man wie Triebstecklinge im Topf ziehen.

Die Hopfenpflanze liebt tiefgründige, nährstoffreiche Böden und windgeschützte Lagen.

Im Zeichen der Vielfalt

In der europäischen Datenbank für genetische Ressourcen (http://eurisco.ipk-gatersleben.de) findet man 840 Eintragungen zu Humulus lupulus. Die meisten Akzessionen werden in Tschechien, Polen und der Ukraine erhalten. Weltweit sind 230 Hopfensorten dokumentiert, 15 davon werden in Österreich angebaut (Internationales Hopfenbaubüro). Nach einer Sortenbeschreibung nach dem technischen Protokoll Nr. 227 der UPOV kann eine Sorte geschützt werden. Demnach kann sie als Aromahopfen, Bitterhopfen, Hochalphahopfen, Zierhopfen oder für sonstige Zwecke eingeordnet werden. Derzeit sind 34 Sorten beim Europäischen Sortenamt geschützt (http://cpvo.europa.eu/).

Literatur

Europäisches Arzneibuch, Amtliche deutsche Ausgabe (2008) Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart. 6. Ausgabe und Nachträge der 6. Ausgabe.

Fischer M. A., Oswald K., Adler W. (2008) Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. Auflage. Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz.

Kubelka W., Länger R. (2001) Phytocodex. Pflanzliche Arzneispezialitäten aus Österreich 2001/2002 Krause und Pachernegg GmbH, Verlag für Medizin und Wirtschaft, Gablitz: http://www.kup.at/db/phytokodex/index.html

Lonicer, A., Vollständiges Kräuter Buch, und Künstliche Conterfeytungen der Bäumen, Stauden, Hecken, Kräuter, Geträyde O. O. u. J. [Vermutl. Ulm, D. Bartholomäus 1713].

Till S. (2007) Wildkräuter Delikatessen. Residenz Verlag, St. Pölten - Salzburg

www.lfl.bayern.de/ipz/hopfen/024299/

www.blumeninschwaben.de

www.genbank.at

www.theplantlist.org

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