Pflanze des Monats April 2017: Giersch

Zuletzt geändert: 20.04.2017
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Giersch

Der botanische Name des Giersch, Aegopodium podagraria, stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Ziegenfuß". Die Bezeichnung bezieht sich auf das Aussehen dieser Pflanze, weil das dreiteilige Blatt an die Füße von Ziegen erinnert. Trotz seiner Unbeliebtheit bei Gärtnern, ist er für Fans von Wildkräutern und Wildgemüse ein schmackhafter Nährstofflieferant in Salaten, Suppen, Aufläufen oder als Alternative zu Spinat.

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Giersch

Der botanische Name des Giersch, Aegopodium podagraria, stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Ziegenfuß". Die Bezeichnung bezieht sich auf das Aussehen dieser Pflanze, weil das dreiteilige Blatt an die Füße von Ziegen erinnert. Trotz seiner Unbeliebtheit bei Gärtnern, ist er für Fans von Wildkräutern und Wildgemüse ein schmackhafter Nährstofflieferant in Salaten, Suppen, Aufläufen oder als Alternative zu Spinat.

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Botanik

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Giersch (Köhler, 1887)
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Giersch Blatt

Der Giersch, auch Geißfuß oder Podagrakraut genannt, Aegopodium podagraria L., gehört zur Familie der Doldenblütler, Apiaceae.

Die ausdauernde, krautige Pflanze wird ca. 50-100 cm hoch. Der Stängel ist gerillt, meist kahl oder nur leicht angedrückt behaart und unter dem Knoten nicht verdickt.

Durch seine markanten, an einen Ziegenfuß erinnernden dreiteiligen bis doppelt dreiteiligen Blätter ist der Giersch relativ leicht zu erkennen. Die einzelnen Blättchen sind eiförmig, zugespitzt und am Rand deutlich scharf gesägt. Meist sind diese einzelnen Blattabschnitte auch noch teilweise verwachsen, was dann eben an einen Fuß oder Huf erinnert. Die Blätter ähneln auch ein bisschen denen des Holunders, der Giersch wird daher auch manchmal als "Erdholler" bezeichnet.

Die kleinen sternförmigen Blüten setzen sich aus fünf freien, weißen Kronblättern, fünf Kelch- und Staubblättern und einem zweiteiligen Fruchtknoten zusammen. Zahlreiche solcher Blüten sind zu einer großen, auffälligen Doppeldolde vereint.
Die Blütezeit liegt zwischen Mai und September, danach bilden sich die kleinen, eiförmigen, glatten Zerfallsfrüchte, ähnlich dem Kümmel, aus.

Verbreitung

Weltweit gibt es nur acht Aegopodium-Arten, lediglich eine davon, nämlich Aegopodium podagraria, kommt auch in Europa bzw. Österreich vor. Man findet ihn in sehr häufig bis häufig in feuchten Wäldern, Auwälder, in schattig feuchten Gebüschen, Wiesen und Gärten. In Österreich kommt er collin (in der Hügelstufe) bis montan in allen Bundesländern vor.

Vermehrung

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Giersch Pollen

Da sich der Giersch schnell und unkontrolliert vermehrt, will sein Anbau im eigenen Garten gut überlegt sein. Um die Verbreitung im Garten zu vermeiden, kann man ihn aber auch in einem großen Kübel heranziehen.

Die Vermehrung und Anpflanzung erfolgt am einfachsten über Ausläufer. Giersch lässt sich aber auch durch Samen vermehren. Die Aussaat erfolgt zwischen Frühjahr und Herbst. Die Samen werden dabei nur leicht angedrückt, da der Giersch ein Lichtkeimer ist. Der Untergrund sollte stets feucht, aber nicht zu nass gehalten werden. Giersch ist zwar eher anspruchslos, bevorzugt aber durchaus einen stickstoffreichen, humosen Boden an feuchten, schattigen Stellen.

Im Zeichen der Vielfalt

In der europäischen Datenbank für genetische Ressourcen (http://eurisco.ipk-gatersleben.de) findet man 43 Eintragungen zu Aegopodium podagraria, wobei Deutschland die meisten Muster erhält.

Literatur

Fischer M. A., Oswald K., Adler W. (2008) Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. Auflage. Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz.

Köhler F.E. (1987) Köhlers Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen und kurz erläuterndem Texte: Atlas zur Pharmacopoea germanica. Botanischer Verlag Franz Eugen Köhler [1883-1914], Gera-Untermhaus.

Till S. (2007) Wildkräuter Delikatessen. Residenz Verlag, St. Pölten - Salzburg.

Storl W.-D. (2007) Von Heilkräutern und Pflanzengottheiten. Aurum in J. Kamphausen Verlag & Distribution GmbH, Bielefeld.

www.blumeninschwaben.de

www.genbank.at

www.theplantlist.org

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