Kartoffeln

Zuletzt geändert: 08.08.2016

Vielfalt und Kartoffelraritäten

caption
rotschalige Sorte
rotschalige Sorte
caption
blaufleischige Sorte
blaufleischige Sorte

Als Raritäten werden Erdäpfel bezeichnet, die am heimischen Markt nicht so gängig sind. Das können sowohl alte als auch neue Kartoffelsorten sein. Die botanische Art Solanum tuberosum L. ist in verschiedenen Erscheinungsformen verfügbar: In den Fleischfarben weiß, gelb, rosa, blau genauso wie mit verschiedenen Schalenfarben wie beige, rot, rosa, blau bis violett. Grün sind sie nur, wenn sie dem Licht ausgesetzt werden und sich Chlorophyll aber auch andere Inhaltsstoffe wie Solanin und Chaconin bildet. Dies ist nicht erwünscht, da diese giftige Alkaloide der Nachtschattengewächse sind.

Nach den inneren Eigenschaften unterscheidet man die Erdäpfel nach der Verwendung als Speise-, Stärke- oder Verarbeitungskartoffel.

Bei Speisekartoffeln teilt man diese nach dem Kochtyp zwischen festkochend (speckig), vorwiegend festkochend und mehlig ein. Stärkekartoffeln sind mehlige Sorten mit einem möglichst hohen Gehalt an Stärke. Bei Verarbeitungskartoffeln sind die Eigenschaften für die jeweilige Verwendung entscheidend, so werden für die Pommes frites oder die Chipsherstellung mehlige Sorten bevorzugt. Die AGES prüft die neuen Kartoffelsorten nicht nur auf agronomische Parameter, sondern auch auf Kocheigenschaften, Geschmack und ihre Eignung für die Verarbeitung.

Über 1500 zugelassene Erdäpfelsorten in Europa

caption
Ditta, festkochend
Ditta, festkochend
caption
Hermes, mehlig, für Chipsherstellung
Hermes, mehlig, für Chipsherstellung

Im gemeinsamen Sortenkatalog der EU sind derzeit über 1500 Sorten eingetragen. Sie können daher auch in der Gemeinschaft als Pflanzkartoffel angeboten werden. In der nationalen Liste sind derzeit 42 Sorten registriert, angebaut und vermehrt werden aber jährlich wesentlich mehr Sorten in Österreich, auch wenn man im Supermarkt bzw. im Lebensmittelhandel nicht so viele verschiedene Sorten im Angebot vorfindet.

Jede Sorte hat bestimmte Eigenschaften. Die richtige Sortenbezeichnung ist daher ganz wichtig, weil damit Informationen über die Eigenschaften verfügbar sind.

Beim Angebot der so genannten Sortenraritäten gibt es eine Unzahl von nicht verifizierten Sortenbezeichnungen. Vielfach wird gleiches genetisches Material unter verschiedenen Namen angeboten. Zu vermeiden gilt es allerdings, dass der Landwirt, der Anbauer und der Konsument durch missbräuchliche Verwendung von Sortenbezeichnungen getäuscht werden.

Europäischer Sortenkatalog

Österreichischer Sortenkatalog

Beschreibende Sortenliste

Alte Sorten

caption
Älteste noch in Österreich eingetragene Sorte: Naglerner Kipfler
Älteste noch in Österreich eingetragene Sorte: Naglerner Kipfler

Seit 1950 wurden in die österreichische Sortenliste bisher 227 Sorten eingetragen. Von den 185 nicht mehr gelisteten Sorten in Österreich werden aber noch einige angebaut bzw. sind sie in anderen Ländern noch registriert (z. B. Ackersegen, Bintje, Desiree, Erstling, Goldsegen oder Sieglinde).

Erdäpfelsorten werden vegetativ erhalten. Da Knollen nicht länger lagerfähig sind, müssen sie jedes Jahr zur Erneuerung wieder angebaut werden. Dabei besteht aber immer die Gefahr, dass sie von Krankheiten befallen werden. Um dies zu vermeiden, kann auch Gewebe in geschützter Umgebung als Gewebekultur (in vitro) erhalten werden. Nicht zuletzt gibt es auch die Möglichkeit der Erhaltung des Gewebes oder der Zellen durch Einfrieren in flüssigem Stickstoff (Kryokonservierung).

Die Erhaltung ist daher aufwändig und damit teuer. Die AGES erhält in ihrer Genbank derzeit rund 50 Sorten bzw. Herkünfte in Form von Knollen und als Pflanzengewebe.

www.genbank.at

AGES-TV: Biodiversität - die Genbank für landwirtschaftliche Kulturpflanzen

AGES bewahrt alte Sorten und pflanzengenetische Ressourcen

caption
Sorte aus Nepal
Sorte aus Nepal

Die internationale Gemeinschaft hat sich verpflichtet, die genetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft zu erhalten. Auch Österreich hat den internationalen Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft ratifiziert. Die AGES kommt dem in Österreich federführend nach und erhält in ihrer Genbank in Linz über 5000 Muster. Sie stehen so für weitere Züchtungs- und Nutzungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Über die größte Sammlung von wilden Kartoffeln und von Kartoffelsorten verfügt das Internationale Kartoffelzentrum in Peru.

x