Pflanzengenetische Ressourcen

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Zuletzt geändert: 26.05.2017

Unter Pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft versteht man jedes genetische Material pflanzlichen Ursprungs, das einen tatsächlichen oder potenziellen Wert für Ernährung und Landwirtschaft hat.

Pflanzen stehen am Beginn der Nahrungskette und stellen die Basis – ob direkt oder über die tierische Verwertung genutzt – für unsere Ernährung dar. Darüber hinaus dienen sie diätetischen und pharmazeutischen Zwecken. Sie sind aber auch Lieferanten für Grund- und Wertstoffe. Nicht zuletzt erfüllen Pflanzen in der Umwelt weitere Aufgaben (Landschaftsgestaltung, Schutz vor Bodenerosion etc.). Die Biodiversität wird durch den Anbau zahlreicher unterschiedlicher Sorten verschiedener Arten und den Erhalt von PGR für die nächsten Generationen bewahrt.

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Unter Pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft versteht man jedes genetische Material pflanzlichen Ursprungs, das einen tatsächlichen oder potenziellen Wert für Ernährung und Landwirtschaft hat.

Pflanzen stehen am Beginn der Nahrungskette und stellen die Basis – ob direkt oder über die tierische Verwertung genutzt – für unsere Ernährung dar. Darüber hinaus dienen sie diätetischen und pharmazeutischen Zwecken. Sie sind aber auch Lieferanten für Grund- und Wertstoffe. Nicht zuletzt erfüllen Pflanzen in der Umwelt weitere Aufgaben (Landschaftsgestaltung, Schutz vor Bodenerosion etc.). Die Biodiversität wird durch den Anbau zahlreicher unterschiedlicher Sorten verschiedener Arten und den Erhalt von PGR für die nächsten Generationen bewahrt.

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Netzwerke

FAO-Kommission für Genetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (CGRFA):
Diese Kommission der Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen unterstützt die globale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Genetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft mit dem Ziel, die Ernährungssituation der Weltbevölkerung zu verbessern.
http://www.fao.org/nr/cgrfa/en

Europäisches Kooperationsprogramm für Pflanzengenetische Ressourcen (ECPGR):
Im Rahmen dieses Netzwerkes erfolgt fachlicher Austausch, koordinierte Vorgangsweise bei der Dokumentation und Evaluierung von PGR sowie die Führung eines europäischen Suchkataloges für PGR. An diesem Netzwerk nehmen derzeit neben Österreich 41 Staaten (europäische und Israel) teil. Die Tätigkeit ist in 21 Arbeitsgruppen gegliedert. Das Sekretariat wird von Bioversity International bereitgestellt.
http://www.ecpgr.cgiar.org

Internationale Agrarforschungszentren
Die 15 internationalen Agrarforschungszentren (Consultative Group on International Agricultural Research – CGIAR) sind eine globale Einrichtung zur Unterstützung der Ernährungssicherung die auch Genbanken führen. Das erhaltene Material ist in der GENESYS-Datenbank einsehbar.
http://www.cgiar.org/cgiar-consortium/research-centers/?map=active

Recht

Mit der Konvention über die biologische Vielfalt haben sich bereits 168 Staaten (darunter auch Österreich, BGBl. 213/1995) verpflichtet, ihre genetischen Ressourcen zu erhalten.

Im Rahmen des Internationalen Vertrages über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (International Treaty on Plant Genetic Resources for Food and Agriculture – ITPGRFA) nimmt auch Österreich (BGBl. Teil III, Nr. 98/2006) am erleichterten Austausch von Pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft sowie am Vorteilsausgleich im Rahmen des Multilateralen Systems teil. Neben der Europäischen Union haben insgesamt 132 Staaten diesen Vertrag bereits ratifiziert. Durch die Ratifizierung dieser Verträge und Verlautbarung im Bundesgesetzblatt hat sich auch Österreich zur Erhaltung und Weitergabe von genetischem Material verpflichtet. Damit ist ein erleichterter Materialaustausch zwischen diesen Staaten möglich. Der Materialaustausch von pflanzengenetischen Ressourcen von der im Anhang I dieses Vertrages genannten Arten erfolgt auf Basis eines standardisierten Materialtransferübereinkommens.

Nach dem Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz (GESG,  § 8 Abs. 2a) hat die AGES zur Erreichung der im Internationalen Vertrag über Pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft, festgelegten Ziele folgende Aufgaben zu erfüllen, soweit nicht nachgeordnete Dienststellen des Bundesministeriums für Land und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft dafür zuständig sind:

  • Exploration, Sammlung, Charakterisierung, Evaluierung, Dokumentation, Erhaltung und Bereitstellung von pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft sowie Verwaltung in öffentlich zugänglichen Gendatenbanken und Koordination der Dokumentation pflanzengenetischer Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft
  • Informationsaustausch, Mitwirkung an der nationalen und internationalen Zusammenarbeit und an der Forschung sowie Mitarbeit an einem Globalen Informationssystem.

Im Bundesgesetz über die Bundesämter für Landwirtschaft und die landwirtschaftlichen Bundesanstalten wurden diese Einrichtungen des Bundes zur Erhaltung der ihrem Fachgebiet betreffenden genetischen Ressourcen beauftragt.

Für die Erhaltung von wildlebenden Pflanzenarten sehen die Naturschutzgesetze der Länder Schutzbestimmungen vor. So dürfen z. B. unter Schutz gestellte Arten nicht ausgegraben bzw. entfernt werden. Bei diesen Arten bzw. Pflanzen ist daher eine Weitergabe im Sinne der oben genannten internationalen Verträge nicht möglich. Darüber hinaus sind auch Pflegemaßnahmen für die Erhaltung bestimmter Habitate vorgesehen.

Eigentum an Pflanzengenetischen Ressourcen

Nach österreichischem Recht kann der Eigentümer über seine PGR verfügen. Er kann sie nach seinem Ermessen behalten oder weitergeben. Befindet sich eine PGR im öffentlichen Eigentum, dann liegt dies in der Hand der zuständigen öffentlichen Stelle. Völkerrechtlich fallen die PGR in die Souveränität des jeweiligen Staates. Das heißt, der Staat kann bestimmen, ob PGR grenzüberschreitend weitergegeben werden dürfen. Österreich hat keine diesbezüglichen Regelungen, die dies verbieten (ausgenommen Regelungen nach anderen Materien wie z. B. nach dem Natur- oder Artenschutz).

Nach dem Internationalen Vertrag über Pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft allerdings hat sich Österreich verpflichtet, einen erleichterten Zugang zu seinen PGR nach Anhang I dieses Vertrages zu gewähren und an dem Multilateralen System des Vorteilsausgleichs teilzunehmen.

Dies bedeutet, dass Österreich natürlichen oder juristischen Personen aus den Vertragsstaaten Material nach Anhang I des ITPGRFA zur Verfügung stellt, welches sich im Eigentum der öffentlichen Hand befindet (bzw. auch jenes, welches Private in diesem Rahmen zur Verfügung stellen). Dies gilt für Zwecke der Züchtung, Forschung und Aus- und Weiterbildung und wird mit einem so genannten Standard-Materialtransferübereinkommen (Standard Material Transfer Agreement – SMTA) zwischen Geber und Empfänger abgewickelt.

Die Weitergabe jeden pflanzengenetischen Materials, also auch für PGR, welche nicht im Anhang I des ITPGRFA genannt sind, soll über ein Materialtransferübereinkommen abgewickelt werden. Dafür kann auch das SMTA mit der Anmerkung verwendet werden, dass die betreffende Art nicht im Multilateralen System ist und dieses daher nicht dafür angewandt wird. 

Ziel eines Materialtransferübereinkommens ist es jedenfalls, dass die Identität und Herkunft des genetischen Materials zu sichern und dass kein wie auch immer geartetes geistiges Eigentumsrecht darauf erworben werden kann.

Materialtransfer im Multilateralen System

Das Multilaterale System bedeutet, dass derjenige, welcher aus der Nutzung einer PGR gem. Arten nach Anhang I einen Vorteil erzielt, einen Teil dieses Vorteils in einen Fond bei der FAO einzahlt, wenn das Produkt nicht frei zugänglich ist.

Der Materialtransfer von PGRFA nach Anhang I des ITPGRFA erfolgt obligatorisch unter Anwendung des Standard Material Transfer Agreements (SMTA). Dies ist ein privatrechtlicher Vertrag zwischen Geber und Empfänger von PGR auf Basis des ITPGRFA. Darin verpflichtet sich der Geber, das Material und die nicht vertraulichen Informationen dem Geber zur Verfügung zu stellen und den erfolgten Materialtransfer zu melden. Der Empfänger wiederum verpflichtet sich, bei der Lukrierung eines Vorteiles aus der Nutzung des Materials unter den oben genannten Bedingungen einen Teil des Vorteils an einen Fond der FAO einzuzahlen.

Für das SMTA ist eine Version in einer der offiziellen Sprachen der FAO (Englisch, Französisch, Russisch, Arabisch, Chinesisch oder Spanisch) anzuwenden. Eine deutsche Version wurde in Zusammenarbeit von DE, CH und AT erstellt, ist aber rechtlich nicht bindend.

http://www.planttreaty.org/content/what-smta/

Materialabgabe gemäß der Konvention über die biologische Vielfalt (CBD)

Die Vertragsparteien nach der CBD haben vereinbart, genetische Ressourcen unter Einhaltung des Nagoya-Protokolls weiterzugeben. Es sind die Bestimmungen des Nagoya-Protokolls bzw. der EU-Verordnung einzuhalten.Das Nagoya-Protokoll ist mit 12. Okt. 2014 in Kraft getreten, Österreich hat es aber noch nicht ratifiziert. Das Nagoya-Protokoll ist mit 12. Okt. 2014 in Kraft getreten, Österreich hat es aber noch nicht ratifiziert.
http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=OJ:L:2014:150:TOC


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