Erforschung alternativer Strategien zur langfristigen Eindämmung von Feuerbrand ohne Antibiotika im Obstbau

Zuletzt geändert: 05.03.2018

Erforschung alternativer Strategien zur langfristigen Eindämmung von Feuerbrand ohne Antibiotika im Obstbau

Es wurde eine sensitive Methodik entwickelt um erstmalig während der Feuerbrandblüteninfektion die Auswirkung einer pH-Wert-Absenkung auf die Virulenz von E. amylovora und gleichzeitig das Abwehrverhalten der Wirtspflanze zu studieren. Für die Untersuchung der bakteriellen Virulenz wurden quantitative Real-Time-PCR-Protokolle von hrpL und hrpA, zwei essentielle Gene für die Pathogenität des Erregers, entwickelt und optimiert. Das zeitliche Profil der Virulenzgen-Expression zeigte 24 – 48 Stunden nach der Inokulation ein Maximum, was für die größte Infektionsgefahr zu dieser Zeit spricht. Die Pflanze zeigte dagegen eine verspätete Reaktion bei 72 Stunden nach Inokulation, wenn die bakterielle Aktivität bereits abnahm. Für die ausführliche Analyse der Pflanzenabwehr und –stressreaktion während der Feuerbrandinfektion auf der Blüte wurden Microarray-Analysen durchgeführt. Eine erste Auswertung deutet einen positiven Einfluss von saurem pH-Wert auf die Abwehrreaktion der Pflanze an.In einem weiteren Arbeitspaket wurde die Einschätzung eines möglichen vom Boden ausgehenden Feuerbrand-Infektionsrisikos bearbeitet. Es wurde untersucht, wie lange Feuerbrandbakterien in Wurzelresten von wegen Feuerbrandbefalls gerodeten Bäumen bzw. im Boden überleben können und ob dies eine Infektionsquelle für neue Pflanzungen darstellt.Es gibt zwei mögliche Infektionswege der Wurzeln:

1. Infektionen durch Feuerbrandinokolum im Boden.
Untersuchungen mit künstlichen Inokulationen von Kernobstsämlingen haben gezeigt, dass Bakterien über Verletzungen in die Wurzeln eindringen können und zu Feuerbrandinfektionen führen. Es wird daher empfohlen, eine Wartezeit bis zum Abbau der Bakterien einzuhalten und diese bei Nachpflanzungen abzuwarten.

2. Infektionen durch Wurzelkontakt mit im Boden zurückbleibenden befallenen Wurzelresten (Wurzelverwachsungen)
Es konnte in Versuchen in Quarantäne-Glashauskabinen gezeigt werden, dass über diesen Weg kein Infektionsrisiko besteht.

Projektteilnehmer: AGES, AIT Seibersdorf

Projektdauer: 2009-2011

Webseite: www.dafne.at No. 100448

Förderstelle: Bund-Bundesländer Kooperation

x