Zika Virus

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Zuletzt geändert: 24.10.2019
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Das Zika Virus aus dem Genus Flavivirus wurde erstmals 1947 in Afrika isoliert (Zika-Wald, Uganda). Es gibt zwei Linien, die afrikanische und die asiatische Linie (pazifischer Raum und in Süd- und Nordamerika). Das Zika Virus wird durch Stechmücken der Gattung Aedes (Gelbfiebermücke Aedes aegypti, asiatische Tigermücke Aedes albopictus) übertragen. In den Jahren 2013 und 2014 gab es mehrere Ausbrüche im pazifischen Raum. 2015 breitete sich das Zika Virus nach Südamerika aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat daher am 01.02.2016 den globalen Gesundheitsnotstand erklärt: Es gebe eine räumliche und zeitliche Verbindung zwischen dem Virus und dem Auftreten von Schädelmissbildungen.

Informationsfolder für BesucherInnen der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro

Das Zika Virus aus dem Genus Flavivirus wurde erstmals 1947 in Afrika isoliert (Zika-Wald, Uganda). Es gibt zwei Linien, die afrikanische und die asiatische Linie (pazifischer Raum und in Süd- und Nordamerika). Das Zika Virus wird durch Stechmücken der Gattung Aedes (Gelbfiebermücke Aedes aegypti, asiatische Tigermücke Aedes albopictus) übertragen. In den Jahren 2013 und 2014 gab es mehrere Ausbrüche im pazifischen Raum. 2015 breitete sich das Zika Virus nach Südamerika aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat daher am 01.02.2016 den globalen Gesundheitsnotstand erklärt: Es gebe eine räumliche und zeitliche Verbindung zwischen dem Virus und dem Auftreten von Schädelmissbildungen.

Informationsfolder für BesucherInnen der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro

Risiko

Seit dem Höhepunkt der Zika-Epidemie in Nord- und Südamerika im Jahr 2016 war in den meisten Ländern Amerikas und der Karibik ein Rückgang der Fälle zu verzeichnen. In Asien deuten Untersuchungen und epidemiologische Überwachungen auf eine weite geografische Verbreitung des Zika-Virus hin, während die Informationen über die Verbreitung in Afrika noch begrenzt sind.

In Gebieten, in denen die Übertragung erfolgreich unterbrochen wurde ist die Wahrscheinlichkeit großer Ausbrüche derzeit aufgrund der Herdenimmunität in der Bevölkerung aber gering. Die Wahrscheinlichkeit einer Exposition von Reisenden ist in solchen Umgebungen somit ebenfalls gering.

Symptome im Zusammenhang mit einer Infektion mit dem Zika-Virus sind im Allgemeinen mild; die meisten der Infizierten entwickeln keine Krankheitszeichen. Bei schwangeren Frauen und ihren sich entwickelnden Föten besteht jedoch das Risiko eines angeborenen Zika-Syndroms (Mikrozephalie bei Föten und Neugeborenen) und anderer Komplikationen wie Frühgeburt oder Fehlgeburt.

Schwangere Frauen und ihre Partner sowie Paare, die eine Schwangerschaft planen, sollten umfassend über das Risiko einer Zika-Virus-Infektion informiert werden. Schwangeren wird nach wie vor von Reisen in die betroffenen Länder abgeraten. Falls sie dennoch in betroffene Länder reisen, sollten sie die Situation vor Reiseantritt mit Ihrer behandelnden Ärztin bzw. Ihrem behandelnden Arzt abklären.

Aufgrund dieses Risikos sollten daher nach wie vor bestimmte Verhaltensregeln bei geplanten Reisen in Endemiegebiete beherzigt werden:

  • Vermeiden von Insektenstichen, Verwenden von Insektenschutzmittel entsprechend der Gebrauchsanweisung
  • Tragen von langärmligen Hemden und langen Hosen. Die Stechmücken, die das Zika-Virus übertragen, sind hauptsächlich tagesaktiv, stechen also auch zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang
  • Schlafen oder ruhen sollte, auch tagsüber in abgeschirmten oder klimatisierten Räumen bzw. unter einem Moskitonetz erfolgen
  • Verwendung von Kondomen. Um eine mögliche Infektion des Fötus zu verhindern, wird die konsequente Verwendung von Kondomen oder Abstinenz für die gesamte Dauer einer laufenden Schwangerschaft empfohlen.

Grundsätzlich ist auch eine Übertragung innerhalb Europas möglich, da Stechmücken wie die Asiatische Tigermücke, ein wahrscheinlicher Vektor, auch in Europa (Mittelmeer-Raum) heimisch geworden sind. Im August 2019 wurden in Frankreich die europaweit ersten Übertragungen des Zika-Virus durch hier lebende Asiatische Tigermücken dokumentiert.

Österreich: Überwachung „exotischer“ Erreger

Über das Gelsen-Monitoring der AGES werden seit 2011 Stechmücken auf humanpathogene Viren wie z. B. West Nil Virus (WNV), Dengue, Chikungunya und auch Zika Virus überwacht. In Kooperation mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien werden die gefundenen Stechmücken auch auf bakterielle Erkrankungen wie Tularämie ("Hasenpest") und parasitäre Erkrankungen wie Leishmaniose untersucht. Mit dem Programm werden an vordefinierten Standorten Stechmücken gesammelt, klassifiziert und mittels molekularbiologischen Methoden gezielt die Durchseuchungsrate der Gelsenbestände mit genannten Erregern bestimmt. Zika Virus wurde noch nie nachgewiesen. Einzelne Nachweise von Aedes albopictus gab es im Jahr 2012.

Anfragen betreffend Humandiagnostik

Nationale Referenzzentrale für Flavivirus-Infektionen beim Menschen
Department für Virologie, Medizinische Universität Wien
Kinderspitalgasse 15, 1095 Wien
Tel: 01 40 160 65517

Weitere Informationen

Europäisches Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC): Updated rapid risk assessment on Zika virus in the Americas and potential complications

Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Zika Virus

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Krankheitsbild

Die Inkubationszeit, d. h. der Zeitraum zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit, beträgt drei bis 12 Tage. Die Mehrheit der infizierten Menschen (60 bis 80 Prozent) zeigen keine Symptome. Eine Erkrankung äußert sich meistens in leichtem Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautausschlägen. Diese Symptome sind meistens wenig ausgeprägt und halten zwei bis sieben Tage an. Es gibt keinen Impfstoff.

Schwangerschaft – mögliches Risiko für Fehlbildungen

Krankheitsausbrüche in Französisch Polynesien und Brasilien zeigten einen Anstieg von Mikrozephalie bei Föten und Neugeborenen. Bei einer Mikrozephalie (wörtlich „Kleiner Kopf“) ist der Kopfumfang deutlich kleiner als bei einem gesunden Menschen gleichen Alters und Geschlechts. Eine Mikrozephalie geht mit einer geistigen Behinderung einher.


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