Yersinien

Yersinia enterocolitica, Yersinia pseudotuberculosis

Downloads Services
Zuletzt geändert: 18.04.2017
Icon

Yersinien sind fakultativ anaerobe (also auch bei Fehlen von Sauerstoff wachsende), pleomorphe, Gram-negative (in der sogenannten Gram-Färbung rot gefärbte) Stäbchen, die zur Familie der Enterobacteriaceae gehören. Als psychrophile (= kälteliebende) Keime können sie bei Temperaturen zwischen 4 °C und 42 °C angezüchtet werden. Tiere gelten als Hauptreservoir. Sie kommen häufig in den gemäßigten Klimazonen vor.

Mehr Informationen

Yersinien sind fakultativ anaerobe (also auch bei Fehlen von Sauerstoff wachsende), pleomorphe, Gram-negative (in der sogenannten Gram-Färbung rot gefärbte) Stäbchen, die zur Familie der Enterobacteriaceae gehören. Als psychrophile (= kälteliebende) Keime können sie bei Temperaturen zwischen 4 °C und 42 °C angezüchtet werden. Tiere gelten als Hauptreservoir. Sie kommen häufig in den gemäßigten Klimazonen vor.

Mehr Informationen

Übertragung

Die Ansteckung erfolgt fäkal-oral über kontaminierte Lebensmittel und Wasser. Da sich die Bakterien auch bei 4 °C (z. B. Kühlschrank) vermehren können, ist eine entsprechende Zubereitung (Durcherhitzung) der Fleischspeisen von Bedeutung. Eine direkte Übertragung von infektiösen Tieren und Menschen erfolgt selten. Ebenfalls kann es durch kontaminierte Blutkonserven zur Übertragung kommen.

Symptome

Die verursachten Infektionen – sogenannte Yersiniosen – zeigen ein breites Spektrum an Symptomen.  

Bei Säuglingen und Kleinkindern tritt meistens eine selbstlimitierende, akute Gastroenteritis mit Erbrechen, wässrigen bis blutigen Durchfällen und Fieber auf. Die Erkrankung kann ein bis zwei Wochen dauern.

Bei Schulkindern und Jugendlichen verlaufen die Infektionen meist in Form einer akuten mesenterialen Lymphadenitis (entzündliche Schwellung von Bauchraum-Lymphknoten) mit abdominalen Schmerzen. Das klinische Bild kann einer Appendizitis (= Blinddarm-Entzündung) ähneln ("Pseudoappendizitis").

Bei Erwachsenen kommen unterschiedliche klinische Formen vor, wie grippale Infekte mit Pharyngitis (= Rachenentzündung), Myalgie (= Muskelschmerzen) und Fieber, oder eine Ileokolitis (= Entzündung des Dick- und Teilen des Dünndarms) mit Beteiligung der mesenterialen Lymphknoten ("Pseudocrohn").

Yersiniosen können mit Begleit- oder Folgeerscheinungen assoziiert sein: reaktive Arthritis, Erythema nodosum (= akute Entzündung des Unterhautfettgewebes), Arthralgie (= Gelenksschmerzen) oder Myalgie (= Muskelschmerzen). Y. enterocolitica führt eher zu einem gastro-enteritischen Krankheitsbild, Y. pseudotuberculosis häufiger zu einer Pseudoappendizitis.  

Die Diagnostik erfolgt hauptsächlich aus Stuhlproben. Weiteres können auch Blut, Liquor, Punktate, Lymphknotenaspirat, Peritonealflüssigkeit verwendet werden.

Therapie

Die Infektionen sind üblicherweise selbstlimitierend und zumeist wird die symptomatische Therapie auf Flüssigkeits- und Elektrolytersatz beschränkt. Bei schweren Verlaufsformen kommen Antibiotika zum Einsatz.


x