Vogelgrippe

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Zuletzt geändert: 26.01.2017
Vogelgrippe-Erreger unter Mikroskop-Ansicht

Die Vogelgrippe oder auch aviäre Influenza oder Geflügelpest wurde 1878 erstmals in Italien beobachtet. Erreger sind Influenzaviren, Familie Orthomyxoviridae. Sie werden in Typ A, B und C unterteilt. Beim Influenzavirus A gibt es verschiedene Subtypen, die sich durch verschiedene Oberflächenantigene (Neuraminidase, N und Hämagglutinin, H) ergeben. Als Folge von Genveränderungen entstehen ständig neue Varianten der Grippeviren. Bisher gibt es 16 Hämagglutinin und 9 Neuraminidase Untertypen. Influenza A-Viren, Subtyp H5 und H7, kommen bei Hühnern, Puten, zahlreichen wildlebenden Vogelarten vor. Enten, Gänse, Tauben und andere Wildvögel erkranken entweder kaum oder zeigen keine Symptome, sind aber für die Erregerverbreitung von Bedeutung. Bisher ist kein Fall bekannt, bei dem das H5N8-Virus auf Menschen übertragen wurde.

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Vogelgrippe-Erreger unter Mikroskop-Ansicht

Die Vogelgrippe oder auch aviäre Influenza oder Geflügelpest wurde 1878 erstmals in Italien beobachtet. Erreger sind Influenzaviren, Familie Orthomyxoviridae. Sie werden in Typ A, B und C unterteilt. Beim Influenzavirus A gibt es verschiedene Subtypen, die sich durch verschiedene Oberflächenantigene (Neuraminidase, N und Hämagglutinin, H) ergeben. Als Folge von Genveränderungen entstehen ständig neue Varianten der Grippeviren. Bisher gibt es 16 Hämagglutinin und 9 Neuraminidase Untertypen. Influenza A-Viren, Subtyp H5 und H7, kommen bei Hühnern, Puten, zahlreichen wildlebenden Vogelarten vor. Enten, Gänse, Tauben und andere Wildvögel erkranken entweder kaum oder zeigen keine Symptome, sind aber für die Erregerverbreitung von Bedeutung. Bisher ist kein Fall bekannt, bei dem das H5N8-Virus auf Menschen übertragen wurde.

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H5N8 in Österreich

H5N8 in Österreich

Aufhebung der Biosicherheitsmaßnahmen für Geflügelhalter mit 30.05.2017

Nachdem seit Mai 2017 sowohl international als auch in Österreich eine wesentliche Verbesserung der epidemiologischen Situation zu beobachten ist, werden mit 30.05.2017 die Biosicherheitsmaßnahmen, die aufgrund der Geflügelpest bis zuletzt von GeflügelhalterInnen einzuhalten waren, aufgehoben.

Information des BMGF zur Aufhebung der Biosicherheitsmaßnahmen aufgrund der Geflügelpest

Aufhebung Stallpflicht mit 25. März 2017

Nachdem seit Anfang März 2017 sowohl in Österreich wie auch in Europa eine wesentliche Verbesserung der Situation der Aviären Influenza zu beobachten ist, wurde die Verpflichtung zur Stallhaltung mit Samstag, den 25. März 2017, aufgehoben.

Information des BMGF zur Aufhebung der verpflichtenden Stallhaltung von Geflügel in Österreich

BMGF: Aviäre Influenza in Österreich und Europa

Untersuchungen auf AI-Virus H5N8

Am Nationalen Referenzlabor für Aviäre Influenza am Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen der AGES in Mödling wurden bislang 1.904 Proben von Wildvögeln und Hausgeflügel auf hochpathogenes AI-Virus untersucht: Bei 162 Wildvögeln (Brachvogel, Graureiher, Haubentaucher, Kormoran, Lachmöwe, Mäusebussard, Möwe, Reiherente, Schwan, Silbermöwe, Stockente, Sturmmöwe, Tafelente, Waldwasserläufer) in den Bundesländern Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich, Steiermark, Niederösterreich, Wien, Kärnten bzw. in einem Putenbetrieb in Vorarlberg und einem Geflügelbetrieb im Burgenland wurde das Virus nachgewiesen.

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H5 HPAI: Positive Wildvögel (Stand 03.05.2017)

Die Unterscheidung in hochpathogene und niedrigpathogene AI-Typen bezieht sich auf den Schweregrad der Erkrankung bei Vögeln: während niedrigpathogene AI-Typen keine oder nur milde Symptome verursachen, kommt es bei hochpathogenen AI-Typen zu schweren Krankheitsverläufen und hohen Sterberaten.

Am Nationalen Referenzlabor für Aviäre Influenza werden Proben serologisch, mittels Hämagglutinationshemmungstest (HAH), über Real Time RT – PCR, Sequenzierung und mit Eikultur untersucht:

Hämagglutinationstest: Spezielle Antikörper verhindern die vom Virus verursachte Blutgerinnung. Auf diese Weise können spezifisch einzelne Virus-Stämme bestimmt werden.

Real-Time RT-Polymerase-Chain-Reaction (PCR) und Sequenzierung: AI Virus-Genabschnitte werden detektiert und es kann direkt typisiert werden, ob ein H5 oder H7 Typ vorliegt. Mittels Sequenzierung kann der Pathotyp des Virusstammes (hoch- oder niedrigpathogen) bestimmt werden.

Eikultur: Aus den Proben wird eine potenziell infektiöse Impflösung hergestellt, mit der dann garantiert virenfreie Hühnereier beimpft werden. Diese Eier werden mindestens fünf Tage lang bebrütet. Sind hochpathogene aviäre Influenza-Viren vorhanden, sterben die Embryos in den Eiern ab.

Chronologie: H5N8 in Österreich

In Österreich wurden Anfang November 2016 totes Wassergeflügel (Reiherenten, Tafelenten etc. ) im Bodensee-Gebiet gefunden. Die Untersuchungen am Nationalen Referenzlabor für Aviäre Influenza am Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen der AGES in Mödling ergaben den Nachweis von AI-Virus des Subtyps H5N8. Am 11.11.2016 wurde das Auftreten von hochpathogenem H5N8-Virus in einem Freiland-Putenmastbetrieb am Bodenseeufer in Vorarlberg bestätigt. Der Putenbestand wurde noch am 12.11.2016 gekeult.

Die Veterinärverwaltung des Landes Burgenland bestätigte am 17.01.2017 das Auftreten von hochpathogenem H5N8-Virus in einer Geflügelhaltung im Bezirk Eisenstadt-Umgebung. Der Betrieb wurde umgehend gesperrt, die Tiere des Geflügelbestandes tierschutzgerecht gekeult.

Im Tiergarten Schönbrunn in Wien wurde der erste Fall von Vogelgrippeam 08.03.2017 bei einem Krauskopfpelikan festgestellt: Untersuchungen am Nationalen Referenzlabor für Aviäre Influenza am Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen der AGES in Mödling haben den Nachweis von AI-Virus des Subtyps H5N8 erbracht. Der Vogel war am 07.03.2017 erkrankt und euthanasiert worden. Nachdem die Untersuchungen der restlichen 20 Pelikane ebenfalls einen positiven Befund ergaben, wurde die gesamte Gruppe am 10.03.2017 in Abstimmung mit den Behörden und als Schutz für den restlichen Vogelbestand des Tiergartens eingeschläfert.

10.03.2017, Tiergarten Schönbrunn: Erkrankte Pelikangruppe eingeschläfert

08.03.2017, Tiergarten Schönbrunn: Vogelgrippe-Fall im Tiergarten

17.01.2017: Bestätigung von Geflügelpest (Aviäre Influenza Subtyp H5N8) in einem Hausgeflügelbestand im Burgenland

04.01.2017, BMGF: Ausbreitung der Geflügelpest in Europa schreitet voran - Vorbeugende Maßnahmen zum Schutz der heimischen Geflügelbestände werden verordnet

06.12.2016: Land Salzburg: Ein weiterer Fall von Vogelgrippe entdeckt

24.11.2016: Land Salzburg: Ein Fall von Vogelgrippe im Flachgau entdeckt

11.11.2016: BMGF: Bestätigung von Geflügelpest (Aviäre Influenza Subtyp H5N8) in einem Hausgeflügelbetrieb

09.11.2016: BMGF: Aktuelle Information zur Geflügelpest am Bodensee

08.11.2016: BMGF: Vogelgrippe-Fälle am Bodensee in Vorarlberg nachgewiesen

Land Vorarlberg: Informationen zu Vogelgrippe

Die Untersuchungen haben ergeben, dass es sich bei dem AI-Virus H5N8 um einen für die Tiere hochpathogenen Typus handelt. Somit ist erstmals seit 2006 wieder ein hochpathogener Virustyp der Aviären Influenza in Österreich aufgetreten (2006 handelte es sich um H5N1).

Überwachung Aviäre Influenza in Österreich

Österreich ist seit 2002/2003 in ein europaweites AI-Screeningprogramm eingebunden, das aus einem aktiven und einem passiven Teil besteht:

Im Jahr 2015 wurden insgesamt 3.701 Blutproben auf Antikörper gegen AI untersucht – 3.588 Proben mittels ELISA und 113 Proben mittels Hämagglutinationshemmungstest (HAH). 32 Proben wurden auf Virusvermehrung in der Eikultur untersucht und 137 tote Wildvögel, 228 Tupfer von Wildvögeln und 63 Geflügel- und sonstige Vogelproben in der Real Time RT - PCR auf Virusgenomabschnitte.

Im aktiven Surveillanceprogramm gelangte im Jahr 2015 Schlachtblut von 1.250 Legehennen aus 125 Betrieben (davon 62 Freilandhaltungen), 280 Huhn-Elterntieren aus 28 Elterntierbetrieben, 530 Mastputen aus 53 Betrieben, 1.320 Gänsen und Enten aus 74 Betrieben und 74 Straußen aus 15 Betrieben zur serologischen Untersuchung. Es konnten keine Antikörper gegen die AI nachgewiesen werden. 2016 wurden bis jetzt 2.397 Blutproben von Wirtschaftsgeflügel aus 215 Betrieben auf AI-Antikörper untersucht, alle Proben waren negativ.

In der passiven Überwachung 2015 wurden 137 Proben von tot aufgefundenen Wildvögeln mittels Real Time RT - PCR untersucht. Kottupfer von 228 Wasservögeln wurden zum Virusnachweis mittels real time RT - PCR untersucht. Bei 5 toten Wasservögeln konnte Genom von nicht pathogenen AI Viren festgestellt werden. In Rahmen der passiven Überwachung 2016 wurden bis Anfang November 65 Proben von tot aufgefundenen Wildvögeln molekularbiologisch untersucht. Kottupfer von 180 Wasservögeln wurden zum Virusnachweis genauso untersucht. Darin enthalten sind 172 Tupferproben der Sentinel-Enten aus dem Constanze Projekt im Bodenseeraum – hierbei wurde Aviäres Influenzavirus vom Subtyp H5 bzw. H7 in keiner Probe nachgewiesen.

H5N8 in Europa

H5N8 in Europa

Ungarn meldete am 02.11. als erste europäisches Land im Jahr 2016 den Nachweis von Aviärer Influenza H5N8 bei einem Höckerschwan und am 04.11.2016 in einem Putenbetrieb im Südosten des Landes. Derzeit werden zahlreiche Ausbrüche von H5N8 in fast allen Mitgliedstaaten gemeldet.

Aktueller Stand der Ausbreitung in Europa

Das H5N8 Influenzavirus wurde 2014 erstmals in Geflügel in Europa nachgewiesen. Bisher wurde dieses Virus in Asien (in Südkorea, Japan und im Osten Chinas) bei Wildvögeln und Geflügel detektiert. Das Virus A (H5N8) ist in Asien verstärkt aufgetreten. Millionen Tiere mussten in Folge der Ausbrüche in Asien gekeult werden. Wie das Virus nach Europa gelangte, ist bisher nicht bekannt. Die Weltorganisation für Tiergesundheit OIE schloss Verbindungen zwischen den jüngsten Geflügelpestfällen in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien nicht aus. Eine weltweite Weitergabe des Virus durch infizierte Wildvögel kann nicht ausgeschlossen werden. Der Krankheitserreger könne daher "jederzeit überall" auftreten.

Geflügelhalter sollten verstärkt auf Krankheitsanzeichen bei Ihren Tieren achten und gegebenenfalls den betreuenden Tierarzt informieren.

Bisher ist kein Fall bekannt, bei dem das H5N8-Virus vom Tier auf Menschen übertragen wurde. Auch im Zusammenhang mit den Ausbrüchen in Südkorea, Japan oder China wurde bisher von keinen humanen Erkrankungen berichtet. Humane Erkrankungen mit dem jetzt in Europa identifizierten hochpathogenen aviären Influenzavirus des Subtyps H5N8 können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Es sind daher erhöhte Schutzmaßnahmen beim Umgang mit potenziell infiziertem Geflügel und Wildvögeln einzuhalten.

Weitere Informationen

Network of expertise on animal influenza (www.offlu.net, englisch)

OIE-Questions and answers to influenza H5N8 (englisch)

Friedrich Loeffler Institut: Aviäre Influenza

Informationen - RKI/BRD

Bericht Vogelgrippe England (in Englisch, www.gov.uk)

Risikoeinschätzung des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zu Aviärer Influenza A(H5N8) in Europa (englisch)

Übertragung

Die Geflügelpest ist für Geflügel hoch ansteckend. Das Virus wird mit Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit ausgeschieden. Bei starker Staubentwicklung ist auch die indirekte Ansteckung über Luft möglich.

Da vermutet wird, dass Wildvögel ein wichtiges Reservoir für Vogelgrippeviren darstellen, an welchen sie selbst oft gar nicht erkranken, besteht laut Geflügelpest-Verordnung die Verpflichtung, tot aufgefundene Wasser- und Greifvögel bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (Büro der Amtstierärztin/des Amtstierarztes) zu melden. In weiterer Folge werden die Tiere geborgen und im Labor (Nationales Referenzlabor für Aviäre Influenza, AGES IVET Mödling) untersucht. Bei positivem Befund können so schneller Maßnahmen zum Schutz des Hausgeflügels getroffen werden.

Symptome

Es kommt zu Massenerkrankungen mit schweren respiratorischen Symptomen, grünlich wässrigem Durchfall, Blutungen an Innenorganen, Kammspitzen und Ständern, nekrotischen Entzündungen des Pankreas, Tracheitis, Sinusitis, Ödemen im Kopfbereich, ausgeprägtem Rückgang der Legeleistung, Mattigkeit, Fieber.


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