Schweinebrucellose

Brucella suis

Zuletzt geändert: 16.01.2017
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Brucella suis Biovar 2, der Erreger der Schweinebrucellose, ist in Nord-, Zentral- und Südosteuropa bei Wildschweinen und Hasen endemisch und kann von diesen Wildtieren ausgehend auf Hausschweine und Menschen (Zoonose) übertragen werden. Über Erkrankungen bei Hausschweinen (Porcine Brucellose) wurde aus Österreich, Frankreich, Belgien, Deutschland, Kroatien, Portugal und Spanien berichtet.

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Brucella suis Biovar 2, der Erreger der Schweinebrucellose, ist in Nord-, Zentral- und Südosteuropa bei Wildschweinen und Hasen endemisch und kann von diesen Wildtieren ausgehend auf Hausschweine und Menschen (Zoonose) übertragen werden. Über Erkrankungen bei Hausschweinen (Porcine Brucellose) wurde aus Österreich, Frankreich, Belgien, Deutschland, Kroatien, Portugal und Spanien berichtet.

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Übertragung

Bei der Übertragung vom Wildtier auf das Hausschwein spielen Abfälle von erlegten Feldhasen oder Wildschweinen eine bedeutende Rolle. Die Einhaltung von Hygienegrundsätzen bei der Jagd und Wildbretverarbeitung durch die Jägerschaft ist daher eine wichtige Forderung, um der Einschleppung des Erregers in Hausschweinebestände und der Übertragung des Erregers auf Menschen vorzubeugen. Ein direkter Kontakt von Hausschweinen mit Wildschweinen oder Feldhasen wird nur selten beobachtet. Vermutlich erfolgt die Einschleppung des Erregers oft indirekt über fleischfressende Säugetiere wie dem Fuchs und dem Hund oder aasfressende Vögel. Auch über Grünfutter von Flächen, die von Hasen oder Wildschweinen kontaminiert wurden, kann der Erreger eingeschleppt werden. Die Freilandhaltung von Hausschweinen in Gebieten, wo Brucella suis Biovar 2 bei Wildtieren endemisch ist, stellt ein erhöhtes Risiko für Brucelloseausbrüche dar.

Symptome

Bei Hausschweinen kommt es bei einem Neuausbruch zu gehäuften Abortusfällen infolge einer eitrigen Plazentitis. Bei Wildschweinen findet man die Erreger häufig in den Lymphknoten, in der Samenblase, der Prostata oder den Hoden, auch wenn diese makroskopisch oft völlig unverändert erscheinen. An Brucellose erkrankte Feldhasen zeigen unterschiedlich große, gelbbraune Knoten, besonders in Leber und Milz, und eine eitrige Entzündung der Geschlechtsorgane.

Gesetzliche Bestimmungen

Die Schweinebrucellose ist in Österreich seit 1994 anzeigepflichtig.

Brucella suis Biovar 2 wurde erstmals 1957 bei Feldhasen nachgewiesen. Die Tiere stammten aus der Umgebung von Wien, aus dem Mühlviertel in Oberösterreich und aus der Umgebung Salzburgs. 1990-1993 wurde die Brucellose bei Feldhasen in Oberösterreich, Niederösterreich und dem Burgenland nachgewiesen. In der Steiermark wurde Brucella suis Biovar 2 in den 1990er Jahren ebenfalls bei Feldhasen und erstmals auch bei einem Wildschwein und einem Hausschwein nachgewiesen. 2003 kam es zu Ausbrüchen in mehreren Schweinebetrieben im niederösterreichischen Waldviertel. 2004 folgte ein Ausbruch im Bezirk Schärding in Oberösterreich. In der Folge gab es weitere Nachweise von Brucella suis Biovar 2 bei Wildschweinen und Füchsen in Ostösterreich.

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