Salmonella Stanley

Zuletzt geändert: 08.04.2019

Seit dem Jahr 2011 werden in Europa und auch in Österreich vermehrt Erkrankungsfälle registriert, die durch Salmonellen vom Typ Salmonella Stanley verursacht werden. Dieser Salmonellen-Stamm war bis dahin in Europa selten; in Südost-Asien gehört er zu den gängigen Erregern von durch Salmonellen verursachten Durchfallerkrankungen (Salmonellosen). Erkrankungsfälle in Europa gingen daher auch meist auf Fernreisen zurück. Dieses Bild hat sich geändert: Seit dem Jahr 2012 erfolgt die Mehrzahl der Erkrankungen durch Infektionen in Europa.

Untersuchungen in verschiedenen europäischen Ländern (Ungarn, Österreich, Deutschland, Großbritannien, Belgien, Tschechien, Schweden, Italien, Slowakei und Griechenland) ergaben, dass die Salmonella Stanley-Erreger, die zwischen August 2011 und Jänner 2013 710 Krankheitsfälle verursacht hatten, ein einheitliches genetisches Muster zeigten. Weiterführende Untersuchungen an Lebensmitteln und in Tierbeständen zeigten ebenfalls dieses bestimmte genetische Muster. Diese Ergebnisse deuten stark darauf hin, dass die Ursache dieses Ausbruches in der Produktionskette von Putenfleisch liegt. Neuerliche Krankheitsfälle mit diesem Erreger-Stamm seit Anfang 2014 in Europa zeigen, dass er nach wie vor in der europäischen Lebensmittelkette vorhanden ist. Sowohl die europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) als auch das europäische Zentrum für Seuchenprävention und -kontrolle (ECDC) gehen davon aus, dass es weiterhin zu sporadischen Ausbrüchen, auch in bisher nicht betroffenen europäischen Ländern, kommen wird (siehe Joint ECDC-EFSA Rapid Outbreak Assessment: http://www.efsa.europa.eu/de/supporting/doc/592e.pdf).

Seit dem Jahr 2011 werden in Europa und auch in Österreich vermehrt Erkrankungsfälle registriert, die durch Salmonellen vom Typ Salmonella Stanley verursacht werden. Dieser Salmonellen-Stamm war bis dahin in Europa selten; in Südost-Asien gehört er zu den gängigen Erregern von durch Salmonellen verursachten Durchfallerkrankungen (Salmonellosen). Erkrankungsfälle in Europa gingen daher auch meist auf Fernreisen zurück. Dieses Bild hat sich geändert: Seit dem Jahr 2012 erfolgt die Mehrzahl der Erkrankungen durch Infektionen in Europa.

Untersuchungen in verschiedenen europäischen Ländern (Ungarn, Österreich, Deutschland, Großbritannien, Belgien, Tschechien, Schweden, Italien, Slowakei und Griechenland) ergaben, dass die Salmonella Stanley-Erreger, die zwischen August 2011 und Jänner 2013 710 Krankheitsfälle verursacht hatten, ein einheitliches genetisches Muster zeigten. Weiterführende Untersuchungen an Lebensmitteln und in Tierbeständen zeigten ebenfalls dieses bestimmte genetische Muster. Diese Ergebnisse deuten stark darauf hin, dass die Ursache dieses Ausbruches in der Produktionskette von Putenfleisch liegt. Neuerliche Krankheitsfälle mit diesem Erreger-Stamm seit Anfang 2014 in Europa zeigen, dass er nach wie vor in der europäischen Lebensmittelkette vorhanden ist. Sowohl die europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) als auch das europäische Zentrum für Seuchenprävention und -kontrolle (ECDC) gehen davon aus, dass es weiterhin zu sporadischen Ausbrüchen, auch in bisher nicht betroffenen europäischen Ländern, kommen wird (siehe Joint ECDC-EFSA Rapid Outbreak Assessment: http://www.efsa.europa.eu/de/supporting/doc/592e.pdf).

Situation in Österreich

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humane Erstisolate in Österreich /
human first isolates in Austria

In Österreich treten Erkrankungen mit Salmonella Stanley ebenfalls seit 2011 deutlich vermehrt in Erscheinung (siehe Grafik): Mittlerweile ist S. Stanley der dritthäufigste Stamm, der bei an Salmonellose erkrankten Menschen festgestellt wird.
 
Zwei lokale Ausbrüche in den Jahren 2011 (Kärnten) und 2012 (Oberösterreich) konnten durch die AGES und die österreichischen Behörden abgeklärt werden. In beiden Fällen wiesen Nachforschungen des Produktionsweges auf Putenfleisch in Ungarn hin.
2014 kam es wieder zu einem Ausbruch mit diesem Erregerstamm, diesmal lag der Schwerpunkt in Tirol. Als wahrscheinliche Infektionsquelle stellte sich Putenkebab heraus: Bei den Untersuchungen wurde ein noch verpackter Puten-Kebab Spieß aus Ungarn identifiziert, aus dem S. Stanley isoliert werden konnte. Weiterführende Untersuchungen zeigten, dass Fleisch aus Österreich und Ungarn zur Kebab-Spieß-Produktion in Ungarn verwendet wurde (Information zu europaweitem Salmonellenausbruch vom 13.05.2014).

Mit Stand 30. Juni 2015 sind an der nationalen Referenzzentrale für Salmonellen der AGES 80 Infektionen mit S. Stanley seit Jahresbeginn dokumentiert. Mit weiteren Erkrankungsfällen ist zu rechnen: Die europäischen Daten der vergangen Jahre zeigen, dass die meisten Erkrankungsfälle mit S. Stanley in den Sommermonaten auftreten.

Mögliche Maßnahmen

Mögliche Maßnahmen

Das Salmonellenbekämpfungsprogramm in der EU sieht vor, dass die für den Menschen bedeutendsten Salmonellen-Serotypen in den Tierpopulationen bekämpft werden. Darunter fallen derzeit nur die Serotypen S. Enteritidis und S. Typhimurium (inklusive monophasische Variante) bei Masthühnern, Mastputen und Legehennen sowie zusätzlich S. Infantis, S. Virchow und S. Hadar bei Elterntieren von Hühnern. Der Erfolg dieser Maßnahmen zeigt sich im Rückgang der durch S. Enteritidis verursachten Erkrankungen in Österreich um 80 Prozent seit dem Jahr 2002. Salmonella Stanley fällt nicht unter diese zu bekämpfenden Serotypen. Somit gibt es kein harmonisiertes Bekämpfungsverfahren wie Impfung oder Keulung der Herden auf EU-Ebene.
 
EFSA und ECDC empfehlen, dass die Behörden der Mitgliedstaaten weitergehende Maßnahmen setzten, um Infektionen mit S. Stanley in der Produktionskette von Putenfleisch zu entdecken und einzudämmen. Besonders hervorgehoben wird auch die Bedeutung von entsprechenden Hygienemaßnahmen, sowohl für Personen, die in der Lebensmittelproduktion tätig sind, als auch für die KonsumentInnen.

Allgemeine Regeln für die Küchenhygiene

  • Rohes Fleisch niemals gemeinsam mit Lebensmitteln, die nicht mehr erhitzt werden (Salat), auf demselben Schneidbrett verarbeiten: Unbedingt separate Küchenutensilien (z. B. Kochlöffel, Schneidbrett, Messer) verwenden. Nach dem Hantieren mit rohem Geflügelfleisch Hände mit Seife waschen und Messer und Schneidbretter abwaschen
  • Geschirr und Aufbewahrungsbehältnisse heiß spülen (idealerweise im Geschirrspüler). Arbeitsflächen und -geräte, die mit rohem Geflügel oder rohen Eiern in Kontakt waren, mit Spülmittel und heißem Wasser reinigen, am besten mit Einmalpapier (Küchenrolle). Putztücher, Fetzen und Handtücher häufig wechseln und heiß waschen (Kochwaschgang)
  • Lebensmittel ausreichend erhitzen! Die meisten Erreger werden durch Erhitzen auf über 70 °C für 2 Minuten im Kern des Lebensmittels abgetötet. Beim Anschneiden von Fleisch soll der austretende Fleischsaft klar sein und nicht rosa. Im Zweifelsfall die Temperatur mit einem Fleischthermometer überprüfen
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